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rechts, an der rechten Mauer; wenn ich das Mld weiter hinschiebe und dann hinunter fallen lasse, sodaß es flach auf die unbemalte Seite zu liegen kommt, wird es nicht beschädigt, und wenn amch er würde es mir verzeihen, wenn er alles wüßte. Tue ich es jetzt, während sie drinnen noch toben, so hören sie es nicht. Zuerst muß ich die Sabots ausziehen und verstecken. Unter der Türschwelle ist Platz."

Trotz ihrer ungewöhnlichen Stärke gelang es ihr nur schwer, dem Bilde eine solche Wendung zu geben, daß es der Länge nach auf dem Balken ruhte, dann schob sie den hohen Rahmen vor sich hin, so gut es ging. Selbst bei Hellem Tage war dieser Balken ihr ein Grauen, unwill­kürlich schloß sie die Augen aus Furcht vor der schwin­delnden Tiefe, und um kein Schreckgespenst zu sehen. Jetzt ging der Rahmen nicht weiter, er stieß an das schräge Dach. Mit einem Stoßgebet zu allen ihren Heiligen ließ Guenn das Bild fallen. Die gespannte Leinwand dröhnte wie eine Trommel, dann glitt sie leise auf das Stroh hinunter.

Wenn nur die nasse Seite nach oben liegt", stöhnte das geängstigte Mädchen, und kroch auf Händen und Füßen auf dem Balken weiter. Sie wußte, der Lärm würde die Männer herbeiziehen. Sie würden sie finden.Meme chose, wenn sie nur das Bild nicht sehen. Vielleicht sehen sie gar nichts, es ist ja so dunkel!" Jetzt kauerte sie am äußersten Ende des Balkens, unter den niederen Dach? sparren. Die Tür ward aufgerissen.

Gebt acht, es ist kein Boden unter den Füßen", rief der junge Nives. Es sah drinnen schwarz und leer aus und die drei Männer mit den scharfen Seemannsaugen blickten scheu in den unheimlichen Raum.

Ich möchte den verwünschten langen Balg des Malers an jenem Balken hängen sehen, neben dem alten Morot", murmelte Rodellec.Hoek, bring' doch einmal die Lampe."

Nives bekreuzte sich, die Angst stand ihm auf dem häß­lichen Gesicht geschrieben.Höre, Rodellec, sprich doch nicht so vom alten Morot wenigstens hier nicht. Es ist ihm vielleicht nicht recht."

Menn er etwas dagegen hat", entgegnete Rodellec dreist und grimmig,soll er sich nur zeigen und mir's selbst sagen." , r o ,

O Dank, tausend Dank, bis an mein Lebensende, für diese Worte," frohlockte Guenns Herz leidenschaftlich; Dank Dir trotzdem was Du bist, was Tu gegen mich immer gewesen!" Hastig riß sie ihr Tuch von den Schultern, ihr schneller Verstand sagte ihr, daß sie ihren Kopf und soviel als möglich auch ihre Gestalt verhüllen muffe - die zitternden Hände umklammerten krampfhaft den Balken und mit einem letzten, heißen Gebet ließ sie sich Herab­aleiten und hing nun in einer Höhe von fünfzig Fuß über der dunklen Tiefe.Wenn ich nur nicht auf das Bild falle!" stöhnte sie, die Handgelenke drohtensich ihr auszurenken.O, Monsieur Morots Geist zürnt mir nicht. Ihr seht ja selbst, daß ich nicht anders kann. Unsere liebe Frau weiß, daß ich nichts Unehrerbietrges gegen Euch im Sinn habe!" , . , . ,

Hoel kam mit der Lampe zuruck, die jedoch m dem weiten leeren Dachraum keine große Wirkung tat. Guenn war in so tiefem Schatten, daß sie zuerst unbemerkt 6Iie%XöfeH<ö aber deutete Nives mit einem lauten Ausruf des Entsetzens auf sie. Seine erregten Sinne Seiten ihm einen langen, dunklen, scheußlichen Gegenstand, am Balken schwingend. Im nächsten Augenblick schon WJtö Tür zwischen den Männern und dem gEenhaften An iiliik sein und verraat standen die drei am entferntesten Ende !>es Studios und starrten einander an. Rodellec ge­brauchte die Vorsicht, sich mit dem Rucken gegen die Ein-

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versichere Euch, ich habe die Geschichte fetzt satt.

Es wird uns nichts tun", erwiderte Rodellec, dessen Qnßne hörbar aneinander schlugen. m

"O 9 Darauf ist durchaus kein Verlaß", meinte Nives.

"Ich habe eigentlich nie mittun wollen, Ihr habr mich dazu" überred et", klagte Hoel.Ich habe gar nichts gegen den Maler, es ist alles nur Eure Schuld. Laßt mich hin­aus, Rodellec, mit Geistern ist nicht gut kämpfen, ich will

Sie beschützen den Maler", begann Nives wieder,das liegt auf der Hand, sie haben immer jemanden, den sie

Zu jeder anderen Zeit hätte ihr Herz vor Freuden höher geschlagen über so viel Güte. Jetzt aber kam sie nur hastig auf ihn zu, ergriff ihn bei der Hand und zog ihn nach der Tür sie, die sonst halb spröde, halb verschämt vor jeder Berührung zurückbebte! Ihre kleinen, rauhen Hände, die so krampfhaft die seine umschlossen hielten, waren eiskalt. Hamor folgte ohne Widerstand.Sie wird sicherlich krank werden", dachte er bei sich. Noch an der Tür, als sie ihn hastig über die Schwelle drängte, sagte er ernsthaft:

Nicht wahr, Guenn, Du trinkst den Tee? Sage Ma­dame in den Voyageurs, daß ich sie bitten lasse, Dir welchen zu kochen. Versprich mir, es zu tun!" fügte er eindringlicher hinzu, Guenns natürliche Abneigung gegen jede Art von Arznei gar wohl kennend.

Gewiß, gewiß, ich werde welchen trinken, ich will ja alles tun", stieß sie mit heiserer Stimme hervor.

Dann bist Du ein liebes, gutes Kind", er legte den Arm um sie, beugte sich nieder und berührte flüchtig ihre Wange. Regungslos, mit unsäglich trostloser Miene stand sie neben ihm; sie versuchte nicht, sich seiner Umarmung zu entziehen. Pfeifend stieg er die Treppe hinab und sie hörte ihn mit starken Schritten durch den Hof marschieren.Heilige Mutter Gottes, welchen Lärm er macht!" Jetzt schlug der schwere Torflügel zu, für den Augenblick war er gerettet und sie konnte wieder aufatmen. Mit geh iossenen Augen und auf die Brust gepreßten Händen lehnte sie an der Tür. Es lag ihr wie Blei in allen Gliedern, aber sie durfte jetzt nicht zögern.Ich werde das Bild hinunter nach dem Holzschuppen tragen, dort sieht es niemand, bis ich morgen früh beizeiten wieder komme, es zu holen. Sobald ich es rn Sicherheit habe, gehe ich zum Polizeichef. Ich dachte, es würde nicht nötig sein, aber ich muß ihn benachrichtigen, ich muß! Welch' eine Schande, daß Guenn Rodellec gegen Plouvenecer Männer aussagen muß!"

Sie wandte sich dem kleinen Tisch zu, der neben dem Kamin stand. Ein offenes Buch lag darauf. Sehnsüchtig weilte ihr Auge auf den fremden Worten, die er so gern las, und ihre Hand glitt zärtliche über die Seite, welche er zuletzt umgewandt. Dann schloß sie sorgsam den kleinen Band Sonette, wie er selbst es zu tun pflegte. Er liebte ja seine Bücher. Sie fühlte sich so müde und erschöpft; niederknieend legte sie ihre Wange gegen das kleine Buch die Wange, die er geküßt, gegen das Buch, das seine Hand berührt hatte.

Aber ich habe keine Zeit mehr, keine Zeit", murmelte sie mit matter Stimme. Jetzt vernahm ihr scharfes Ohr ein Geräusch. Das waren Fußtritte! So waren sie also schon da, und es war zu spät, das Bild zu retten! Mit einem Sprung stand sie davor, mit ausgebreiteten Armen suchte sie die große Leinwand zu schützen, ihre Augen sprühten Feuer, sie war bereit, für sein Werk zu sterbeu, wie sie für ihn selbst in den Tod gegangen wäre. Noch ein­mal schweifte ihr Blick wild umher:

O heilige Mutter Gottes, gibt es denn keinen Ausweg?"

Tas Licht auszulöschen nützte nichts mehr, sie mußten es schon gesehen haben. Ta blickte sie auf die niedrige Tür, die nach dem leeren Dachboden führte; rasch, wie der Gedanke, war auch die Tat sie ergriff das schwere Bild und trug es sorgsam bis zur Tür, noch jetzt Hamors Ermahnung zur Vorsicht eingedenk. Ob es wohl hindurch­geht, ob es zu hoch sein wird? Auf der Treppe ließen sich leise, schleichende Fußtritte vernehmen. Es war kein Augenblick mehr zu verlieren. Sie drehte den Schlüssel um uud öffnete die Tür. Der Blendrahmen ließ fich eben S'i hindurchzwängen und stützte sich drinnen auf den drei vom Eingang entfernten Balken. Guenn hielt das (chwere Bild in der Schwebe, einen Fuß auf der Tür- chwelle, den andern auf dem Balkeu, und es gelang ihr eben noch, die Tür leise zu schließen, als sich am gegen­überliegenden Ende das Studio öffnete, die drei Männer den Raum betraten und in laute Verwünschungen aus­brachen, als sie ihn leer fanden.

Wenn sie mich entdecken, werden sie das Mld zer­schlagen und ihn töten, wenn er zurückkommt", dachte Guenn in Todesangst, während sie strebte, sich und ihre Last über der dunkeln Tiefe tat Gleichgewicht zu erhalten.Halt, dort unten liegt Stroh, erst gestern habe ich ihm welches für Jeannes Bild von da geholt. Wo war es nur?" Die Gedanken verwirrten sich ihr in der Dunkelheit.Es war