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Terence hinüber, mit dem fie sich vor dessen Haustüre sehr ernsthaft unterhielt."
„Weiter, weiter!" rief fein Zuhörer mit heiserer Stimme.
„Eine Viertelstunde später kam er, ein prächtiges Pferd mit einem Tamensattel am Zügel führend, in den Hof geritten. Im Nu saß Miß D'Arcy oben, und fort jagten sie so schnell, als ob der Teufel hinter ihnen her wäre. Sie ritten über den Slievberg und kamen fast ebenso bald nach Shule als die Postkutsche. Am nächsten Morgen kehrte Terence halb tot mit zwei Pferden zurück. Miß D'Arcy aber packte die gnädige Frau weich und warm zu sich in einen Wagen, und nahm sie mit sich nach Ballybay zurück. Unterwegs entdeckte Miß D'Arcy Ihr Schiff und bot dem Kutscher zehn Pfund, wenn er vor Ihnen ankäme, aber Sie gewannen die Wette. Trotzdem gab sie ihm ein schönes Geldgeschenk, das er mir persönlich zeigte. Sie fuhren mit des Bischofs höchst eigenem Wagen — die Heilligen allein wissen, wie sie dazu kamen, aber Terence hat eben überall einen merkwürdigen Einfluß. Was sagen Sie nun zu dem allem?"
„Daß ich nicht ein Wort davon glaube, Sie alter Spitzbube!"
„Wollen Sie mir dann gefälligst sagen, wie Lady Fanshawe über den Sliev-na-Goilberg kam? Sie konnte doch sicherlich den gefährlichen Weg nicht geritten sein. Und überdies, fanden Sie bei Ihrer Rückkehr nicht ernen Bries auf dem Kaminsims?"
„Mlerdings, aber Miß D'Arcy zerriß ihn."
„Ich habe hier ein Stück davon, das Julia im Zimmer fand. Da es ja doch für Sie bestimmt war, so können Eie's lesen."
(Fortsetzung folgt.)
C h a l c e d o n.
Bon Berthold Roy.
(Nachdruck verboten.)
Ms ich mich noch im Konsulatsdienste befand, lud mich vor einigen Jahren ein im „Kaiserhof" zu Berlin abgestiegener Amerikaner ein, aus versteinerten Bäumen des versteinerten „Chalcedony-Park" im Staate Arizona her- gestellte Kunstgegenstände zu besichtigen. Ich nahm mit Dank diese Einladung an, und begab mich an einem Vormittag nach dem genannten Hotel. Nach furger Begrüßung begann er alsbald aus großen, schweren massiven Koffern allerlei kleine achatartige Gegenstände hervorzuholen: Busennadeln, Broschen, Manschettenknöpfe, Hemden- und Rockknövfe, Uhrkettengehänge u. et., alles schön geformte, ganz ober teilweise prächtig polierte Stücke. Er erklärte mir, daß alle solche Gegenstände nur aus Msällen her- gestellt würden, welche bei Bearbeitung großer Baumstücke sich nicht anderweitige verwenden ließen. Bald glichen sie dem Feuerstein, bald Halbedelsteinen, z. B. Karneol (rot), Heliotrop (lauchgrün), bald hatten sie das Aussehen von Chrysopras (apfelgrün) usw. — Noch immer aber konnte ich nicht einsehen, daß diese edelsteinartigen Fabrikate von versteinerten Bäumen herrühren sollten. Verschmitzt lächelnd holte er größere Stücke herbei: Reibschalen für .chemische Laboratorien, Tafeln für Nipptische, Gestelle, Bücherbretter u. dgl. Sie zeigten in wunderbar wechselnden Farben gemusterte Kreise, ivelche sich konzentrisch wie die Jahresringe eines Bauntes umeinander legten.
Mein Erstaunen wuchs, als er noch immer größere Tafeln, Querschnitte von Zylindern bis zu einem Meter im Durchschnitt herbeischleppte — denn sie waren nicht leicht. Doch während die bisher gezeigten Arten fast gar keinen Zellenbau des Holzes erkennen ließen, mich im Gegenteil die oft onyxartigen, in braun und weiß wechselnden Farben an alles eher als an Bäume erinnerten, brachte er schließlich Querschnitte, welche nach der Mitte zu zwar das fast gleiche Aussehen wie jene Scheiben zeigten, aber in den, nach dem Kreisumfang zu verlaufenden Ringen ganz deutlich ihre Abkunft von großen alten Bäumen bekundeten. „Dies alles, was ich Ihnen hier gezeigt habe", erklärte er, „sind nur schwache Proben aus einem versteinerten Walde, in welchem wir eine Fabrik zur Herstellung derartiger Gegenstände im Betriebe haben. Es ist dies der sogenannte „Chalcedony-Park", welcher im Gebiet Apache des Staates Arizona eine Gesamtfläche von etwa zweitausend Morgen einnimmt."
Ueber die Entstehung des merkwürdigen Waldes mir etwas näheres zu sagen, war er indessen nicht unterrichtet genug. Ich habe erst später näheres erfahren.
Um der vandalischen Verwüstung des Chalcedony- Parkes, eines der größten Merkwürdigkeiten der Welt, durch rücksichtslose „Dollar-Jäger" vorzubeugen, sind in neuester Zeit seitens der Amerikanischen Regierung gesetzliche Maßregeln getroffen worden. Mit welcher Rücksichtslosigkeit man das riesige Gebilde einer selten schönen Verkieselung zu vernichten drohte, mag z. B. daraus ersehen werden, daß zu Denver ein Hotel gebaut worden ist, dessen sämtliche Wände mit Platten belegt sind, die aus verkieseltem Holz jenes Waldes hergestellt waren, ebenso sind die Tischtafeln für das Hotel daraus hergestellt worden.
In jenem Walde nun findet nian hart wie Achat versteinerte Stämme von 150 Fuß Länge, welche oft in viele Stücke quer durchbrochen sind, als ob sie zersägt worden wären. Ganze Baumstämme mit Wurzeln daran sind bis zur Härte des Feuersteins versteinert, so daß man noch jede Zelle und jede Faser des früheren Baumes erkennt. Ein Wald von Bäumen scheint aus Felsen erwachsen zu sein. Tonnen auf Tonnen Proben versteinerten Holzes sind bereits fortgeholt worden. Ms der letzten Pariser Ausstellung erregten ausgestellte Rohstücke und Fabrikate berechtigtes Aufsehen. Das mannigfache Farbenspiel in dem Steinholze wird verschiedenen Oxyden zugeschrieben.
Bekanntlich gießt es au et) in anderen Teilen der Welt versteinerte Wälder, z. B. östlich von Kairo am Djebel Ahmer (Aegypten), bei Chemnitz, bei Radoweutz in Böhmen, in den Aleuten, bei Ekaterinburg in Rußland, in Kalifornien und im berühmten Yellowstone-Park; allein keine dieser Versteinerungen soll so herrliches Rohmaterial liefern können, wie der Chalcedony-Park im Staate Arizona, wo man einen ganz versteinerten Stamm bis zu 26 Fuß im Durchmesser gefunden hat.
Mancher der verehrten Leser möchte nun mit Recht fragen: Ja, wie konnten sich solche Wunder ereignen? Nun, die Gelehrten haben sich selbst lange über die Ursachen solcher Versteinerungen herumgestritten. Kurz sei hier das Wesentliche ihrer Forschungen erwähnt.
Im Haushalte aller drei Naturreiche spielt bekanntlich die Kieselerde eine große Rolle. Sie kommt, rein krystallisiert, unter dem Namen Bergkrystall vor; wenn durch Mangan violett gefärbt, führt sie den Namen Amethyst; der Rauchtopas ist eine grau bis schwarz gefärbte Form derselben. Milchquarz und Roseuquarz sind verschieden gefärbte Formen krystallinischer Massen der Kieselsäure, welche man unter der bekannten Bezeichnung „Quarz" zusammenfaßt. Gemenge von krystallisierter und amorpher (fester, keinen krhstallmischen Dau besitzender) Kieselsäure sind als Chalcedou und Feuerstein sehr verbreitet und führen, je nach ihrer Färbung- verschiedene Namen: Carneol, Chrysopras, Heliotrop usw. Namen, wie wir sie oben schon kennen gelernt haben.
Wie koinmen aber solche Gemenge in das Holz? Aus der Löslichkeit des Kieselsäurehydrats in Wasser erklärt sich zunächst das Vorkommen von Kieselsäure in Quell- und Mineralwässern. Besonders reich daran sind die Wasser der heißen Quellen Islands. , Die Ausflußöffnungen des Reikum und des Geysir sind deshalb mit dicken Schichten von Kieselsäure, von „Kieselsinter" bedeckt. (Vergl. Gorup-Beranez, Anorganische Chemie.) An diesen heißen, zum Teil periodisch noch heutzutage springenden Quellen, welche vulkanischer Natur sind, stellt man noch jetzt Baumversteiuerungen fest.
Ein Gelehrter (Dr. O. Kuntz«) hat durch Versuche nachgewiesen, daß, wenn der Prozeß am lebenden nodj frischen Holz eingeleitet wird — wie es tatsächlich bei jenen Geysirs der Fall ist, wo der Prozeß nur bei Baumgruppen stattfindet, zu denen das Geysirwasser fließt — das capillare Aufsteigeti in Baumstämmen bis zur Spitze erfolgt, sodaß also bei anhaltendem, bezw. nur kurz unterbrochenem Zufluß kieselhaltigen Wassers der Prozeß nicht mehr unterbrochen wird, selbst wenn der dadurch getötete Baum Rinde und Aeste verloren hat. Das kieselhaltige Geysirwasser steigt dort capillarisch bis zum Gipfel der Bäume empor und verändert, sie verkieselnd- das Holz in genau derselben Weise, wie frische Zweige, welche man in das Geysirwasser legt; und zwar geschieht diese Veränderung der


