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ungen finden sich danach beim älteren Plinius und dem ini 4. Jahrhundert n. Ehr. lebenden Palladius. Beide beschreiben einen gallischen Erntewagen, der auf zwei niedrigen Nädern ruht und von einem Ochsen in das Erntefeld von hinten hineingeschoben wird. Der Schneideapparat ist hier noch recht primitiv. Es ist ein einfacher, an der Vorderseite des Wagens angebrachter Messerkamm. Alle sonst noch in der Literatur verbreiteten Angaben über antike maschinelle Einrichtungen zum Schneiden des Getreides weist Nachtiveh als Irrtümer zurück. Auch in den Aufzeichnungen des Mittelalters finden sich keine Beschreibungen von Mähemaschinen. Erst im ausgehenden 18. Jahrhundert wird das Problem mit Eifer in Angriff genommen, und zwar infolge der veränderten Verhältnisse, die durch die von James Watt im Jahre 1768 gemachte Verbesserung an der Dampfmaschine bedingt waren. Eine englische Gesellschaft schrieb tut Jahre 1780, um ein Mittel gegen den schon damals fühlbaren Arbeitern!angel zu gewinnen, einen Preis von 50 Pfund Sterling (1000 Mark) und eine goldene Medaille für eine brauchbare Mähemaschine aus. Seltsamerweise befand sich unter den ein- gegangenen Projekten, die übrigens sämtlich unbrauchbar waren, eine Erfindung von Capel Lloft, die nichts anderes war, als eine, genaue Kopie des oben beschriebenen gallischen Erntewagens, dessen Vorderkante mit einem Messerkamm besetzt war! Lloft soll sich über diese Aehnlichkeit sehr gewundert, nach anderen Berichten aber soll er die Beschreibung bei Palladius vorher gekannt haben. Von jetzt ab ruhte das Problem nicht mehr. Die verschiedensten Probleme lösen sich ab, aber es dauert geraume Zeit, ehe das wesentlichste Problem, die Erfindung eines brauchbaren Schneideapparates, gelöst war. Während sich die Erfinder noch mit den unbrauchbaren votierenden Sensen oder Sicheln abgualten, war bereits im Jahre 1800 das erste Patent auf das allein brauchbare, noch heute giftige Scherenprinzip genommen worden (durch Robert Meares), nach dem dann, unter Benützung einiger inzwischen gemachten Verbesserungen (von Salmon und Ogle) der schottische Landpfarrer Patrick Bell die erste brauchbare Mähe- maschine bauen lieh (1826—1828), die sich mit mancherlei Verbesserungen bi? 1870 hielt. Der Hauptfortschritt geschah aber nicht von Europa, sondern von Amerika ans, wo der Schneideapparat namentlich durch Hussey und Mac Cormick vervollkommnet wurde. Heute darf die Mähemaschine den Ruhm beanspruchen, unter den Arbeitsmaschinen vollendet dazustehen.
* 58 o m Kinderrei ch t u tu. Im Großherzogtum B a - den haben im Jahre 1899 insgesamt 7721 Frauen zum achten' Male oder öfter als zum achten Male geboren, während die entsprechende Zahl für 1890 sich auf 7582 belief. Im erstgenannten Jahre 1899 sind von den 7721 Frauen, die öfter als achtmal geboren haben, zum 16. Mal niedergekommen 67 Frauen, zum 17. Mal 31, zum 18. Mal 13, zürn 19. Mal 10, zum 20. Mal 5, zürn 21. und 22. Mal je eine Frau. Unter der Rubrik „23. bis 30. Niederkunft" finden sich auf die Jahre 1892 und 1897 je ein Fall, für 1893, 1896 und 1898 je zwei Fälle und im Jahre 1891 sogar drei Fälle. Es muß hierbei noch beinerkt werden, daß in diese Zahlen die Ehen, in denen zwei oder mehr Fracken Kindern das Leben schenkten, nicht mit einbegriffen sind. Ferner ist bei allen den angegebenen Zahlen zu berücksichtigen, daß Baden nach der Volkszählung von 1900 nur etwas über 1860 000 Einwohner zählte. — Für das gesamte Deutschland werden natürlich die Verhältnisse nicht ganz so günstig liegen, jedenfalls sind aber die Ehen mit großem Kinderreichtum bei uns zahlreicher als man allgemein denkt, und wir haben keine Veranlassung, in dieser Hinsicht auf ein anderes Land, neidisch zu sein. Von anderer Seite wird auf den reichen Kindersegen eines deutschen Fürstengeschlechtes in folgender Zuschrift aufmerk- sain gemacht: In dein Werke von I. v. Falke, fürstlichen Bibliothekar, betr. „Die Geschichte des Fürstlichen Hauses Liechtenstein" (Wien 1868. 3 Bände), ist zu lesen, daß das seit 1140 urkundlich bekannte Fürstengeschlecht laut der ausführlichen Stammtafeln zu allen Zeiten neben irdischen Gütern auch mit Kindern reich gesegnet gewesen ist. Fürst Georg Hartmann (1513—1562) hatte 13 Kinder, Fürst Gundacker (1580—1658) 10 Kinder; aus der Ehe seines Sohnes, des Fürsten Hartmann, mit einer Gräfin v. Salm-
Reifferscheid gingen 21 Kinder hervor, Fürst Anton Florian (1656—1721), vermählt mit einer Gräfin Thun, war Vater von 11 Kindern; der Fürst Einanuel (1700—1771), vermählt mit Gräfin v. Tietrichstein, zählte 13 Kinder; Fürst Johann Joseph (1760—1836), vermählt mit Landgräsin v. Fürstenberg, ließ ebenfalls 13 Kinder taufen und dessen Sohn Fürst Alois Joseph Joseph (1796—1858), dessen Gemahlin eine Gräfin v. Kinski war, hinterließ 9 Tochter und 2 Söhne. Ter ältere von diesem Brüdervaar ist der jetzt regierende Fürst Johann II. (geboren 1840), der unvermählt geblieben ist. Tie Regierung wird, da auch sein Müder Franz nicht in den Ehestand trat, auf die Nachfolger seines Vetters Alfred übergehen, aus dessen Ehe mit einer Prinzessin von Liechtenstein 13 Kinder am Leben find. Die nach Vorstehendem öfters vorkommende Zahl 13 scheint für die Fürstenfamilie Liechtenstein eine überaus glückliche gewesen sein.
* Was ein Diner kosten kann. Bei der bevorstehenden Wagnerfeier in Berlin wird es auch ein großes Festessen geben, ein Festessen, bei dessen Menu dem Feinschmecker das Wasser im Munde und das Geld im Portemonnaie zusammenlaufen kann. Man erzählt so allerlei von einem Kuvert, das 30 Mark kosten soll für die Person, Der biedere Bürgersmann schüttelt den Kopf: 30 Mk. für eine Person? Ja, ist denn das möglich? O ja, es ist möglich, es ist noch viel mehr möglich; der biedere Bürgersmann hat eben keine Ahnung, was zu einem richtigen Diner gehört. Wenn er bei irgend einem Festessen vier Mark für das Kuvert bezahlt, dünkt er sich schon ent Lukullus, und doch erhält er dafür kaum das, was der Gourmet ein „anständiges Mittagessen" nennt. Ein „ein- faches Tiner" läßt sich unter zehn Mark pro Person überhaupt nicht Herrichten; es gibt für diesen Preis aber gerade nur die Delikatessen des Ortes und der Saison, es ist auch weder der Wein noch das Dessert oder das Obst dabei berechnet. Wo man irgend etwas Besonderes reicht, Trüffeln als Gemüse etwa oder Austern und Forellen, steigt der Preis gleich um eilt Bedeutendes, bei Austern z. B. um drei bis vier Mark. Frischer Stangenspargel erhöht den Preis im Winter ebenfalls um ein ganzes Teil. Er wird aus Argeuteuil bezogen und kostet pro Pfund im Februar sechs bis acht Mark und schraubt den Preis des Kuverts in dieser Zeit also allein schon um den gleichen Betrag in die Höhe. Bet sehr eleganten Diners rechnet der Koch allein schon auf das Dessert sechs Mark und mehr pro Person. Dafür gibt es dann fteilich auch Leckereien, die in Wirklichkeit lukullisch sind, und Früchte, tote sie weder der Ort noch die Jahreszeit im Ort zu bieten vermögen. Präsentierte doch die Gattin eines bekannten Berliner Finanziers einst ihren Gästen zu Weihnachten Erdbeeren mit der Empfehlung: „Essen Sie, mente Damen, jede Beere kostet einen Täler." Lukullisch in ieder Hmstcht ging es auch bei einem Hochzeitsdiner zu, das vor kurzem in der Berliner Gesellschaft viel besprochen wurde. Das Menu kam ohne Wein, Kaviar und Austern etwas über — fünfzig Mark, dafür gab es denn allerdings auch außer anderen feinsten Delikatessen Suppe von indischen Vogelnestern und neben Forellen Wolga-Sterlet, mit dem schon ein Krösus tote Monte-Christo seine Gäste in Verblüffung setzte. Die Wagnerfestleute sind also nicht einmal sehr verschwenderisch, toemt sie das Menu ihres Festessens tvirk- lich mit „nur" dreißig Mark bezahlen sollten.
A n a g r a m m.
Es sind 7 Hauptwörter zu suchen von der Bedeutung unter a. Von jedem ist durch Umstellung der Buchstaben ein anderes Hauptwort zu bilden von der Bedeutung unter b. Die Anfangsbuchstabe» der Wörter unter b. bezeichnen im Zusammenhang eine altrönnjche
Göttin.
b.
Nutzgewächs Land in Asien Besestigungsmittel Insel im Mittelmeer Nahrungsmittel
Gefäß
7. weiblicher Vorname Singvogel ^Auslösung in nächster Nummer.)
a.
1. Land in Asien
2. Teil des Feldes
8. Fanggerät
4. biblischer Name
5. griechische Göttin
6. Nebenfluß der Donau
Auflösung des Tauschrätsels in vor. Nr.: Land, Boden, Marie, Pfad, Bein, Chrus, Arm, Robe, Hör«. Lord Byron.
Redaktion: August Götz.— Rotationsdruck und Verlag der BriilU'schen UnivcrsltätZ-Buch- und Cteiridruckerei. R. Lange, Gießen.


