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bestand in 4 silbernen Bechern, 14 silbernen Löffeln, Klei­dern und 22 Gulden an barem Geld.

Endlich gelang es einem der Gießener Streifkomman­dos, am 8. Sept. 1725 int Amte Lißberg ein Zigeuner­lager zu überfallen. Die Zigeuner gaben Feuer auf die Soldaten und flüchteten in den Wald, doch fielen dem Kom­mando einige von ihren Weibern in die Hände. Bald dar­auf verlautete die Drohung der Zigeuner, sie würdenauf denen Straffen morden und brennen ttnb: in denen Fürst­lichen Landen sengen und brennen", wenn ihnen die Weiber nicht wieder zurückgegeben würden; ja der Zigeuner Bülau stieß sogar gegenUnsers Gnädigsten Fürsten und Herrn hochfürstliche Durchlauchtigkeit höchste Person die allerfchröck- liche Dräuworte aus."

Nicht lange nach diesem Vorfall ivurde der Schweine­hirt von Dauernheim von Zigeunern erschossen, zu Ost­heim im Amt Butzbach, zu Rodheim, aus der Bieber, auf dem Hof Hayna,auf dem Bangert, ohnweit Schiffenberg", eingebrochen, zu Saafsen im Amt Grünberg und zu Launs- bach int Nassauischen zwei Untertanen erschossen.

Am 16. Oktober 1725 ritt der Landlieutenant Emeraner mit seinen Untergebenen Kräcker und Hempel nach dem gräflich Stolbergischen Ort Hirtzenhayn, wo er vor dem Wirtshause eine Anzahl Zigeuner mit ihren Weibern und Kindern fand. Er ließ einige Männer ergreifen und binden, die anderen flohen eilig. Bald darauf sah er sich von einem großen, über fünfzig Mann starken Schwarm angegriffen. Vergebens schoß er sein Pistol ab, vergebens rief er und winkte er nach rückwärts, um den Anschein zu erwecken, als habe er ein starkes Kommando hinter sich; da die Weiber der Zigeuner aus ciner Anhöhe Wache hielten, kehrten sich diese nicht an sein Rufen, sondern schossen nach ihm, worauf er sein Heil in schleunigster Flucht suchte. Auch Ktöcker gelang es, zu entkommen; nun fiel die Rotte, die Weiber voran, über den lärmen Hempel her, und stach und schlug so lange auf ihn ein, bis er schwer verwundet zusammenbrach. Sämtliche Kleider wurden ihm vom Leibe gerissen, mit Mühe erreichte der Wirt, der für ihn bat, daH ihm sein Leben geschenkt wurde, trotz des Widerspruchs der rasenden Weiber, welche ihn mit Beilen erschlagen und verstümnwlt wissen wollten. Doch zwangen ihm die Zigeuner einen Eid ab, sich nicht mehr gegen Zigeuner brauchen zu lassen.

Emeraner hatte auf der sogenanntenHütte" Zuflucht gesunden; ein Schmalzkrämer verriet der mordlustigen Rotte das Versteck. Sofort ging es ans Suchen; der Wirt mußte ihnen einige Schoppen Branntwein bringen, in welchen sie einenSchuß Pulver und dreh Griff Saltz gethan", dann tranken sie der Reihe nach davon, und schwuren,daß sie nicht ab- und keiner von dem andern lassen wollten, biß sie aus dem Fleischmann Riemen geschnitten." Derfamose Galant" nahm aus einer Schachtelkleine Zettul (welches, wie die Fiscalische Zeugen' deponiret, die Passauer Kunst gewesen) und gab solche seinen Cammeradcn zu fressen."

Nun wurden, um jede Störung fern W halten, am Ortsrande und aus der Dorfstraße Schildwachen ausgestellt; die übrigen, worunter derfamose Galant", Anton Alexan­der, Hemparla, der lange Friederich und Gabriel drangen trotz des Flehens des Wirtes in das Haus, schlugen mit Aexten und Flintenkolben Kammern und Bodentüren auf und fanden endlich den unglücklichen Emeraner in seinem Versteck auf dem Speicher. Er ward hervorgezogen, sofort sielen mehrere Schüsse, dann wurde auf bestialische Weise mit Beilen, Säbeln und Musketenkolben auf ihn einge­schlagen, bis er zusammenbrach; noch! lebend wurde er zwei Stockwerk hoch die Treppe hinabgeworfen, wobei noch ein junger Zigeuner seine Bravour bewies, indem er seine! mit Pulver geladene Pistole dem Sterbenden unmittelbar! am Kopse abbrannte. Er lebte noch, bat noch um einen Trunk Wein und verschied.

Während dieser scheußlichen Szene war das ganze Dorf in Aufruhr geraten, doch vergebens hallte die Sturmglocke; die Bauern wagten bet dem steten Schießen nicht zur Hilfe herbeizueilen, sondern verrammelten zitternd ihre Haus­türen. Eine Rotte Zigeuner stürmte in die Glockenstube, riß den Mann, der die Glocke gezogen, weg und bedrohte ihn unter wilden Flüchen mit Erschießen.

Unbehelligt zog die Bande ab, das Pferd des Emeraner als Beute mitnehmend; da man sich über den Besitz nicht

einigen konnte, erschoß es dergroße Galant", der bie Rolle des Hauptmanns bekleidet zu haben scheint.

Furchtbar war die Aufregung, die sich der Bevölkerung bemächtigte. Die grauenvollen Einzelheiten der Mordtat verstärkten die Furcht vor den Räubern, von deren Bündnis mit demBösen"' man fest überzeugt war. Von feiten der Obrigkeiten wurden doppelte Anstrengungen gemacht, um der Verbrecher habhaft zu werden, doch schien zunächst alle Mühe umsonst zu sein.

(Fortsetzung folgt.)

Gemeinnütziges.

Nervöser Schnupfen und seine Behand­lung. Die Aerzte bekennen sich immer mehr zu der Auf­fassung, daß unter dem Begriff des Schnupfens eine große Zahl sehr verschiedenartiger Kvankheitserscheinungen zu­sammengefaßt wird. Unbedingt zu scheiden von den sonstigen Anfällen ist unter anderem dar nervöse Schnupfen. Für gewöhnlich versteht man darunter jene Form, die ganz plötzlich auftritt und ebenso plötzlich nach kurzer oder langer Tauer wieder verschwindet. Gewisse Umstände lassen dabei eine Abhängigkeit des Leidens von den Nerven deut­lich erkennen. Dr. Rothi hat in derWiener Medizinischen Wochenschrift" dem in vielen Beziehungen noch nicht ge­nügend untersuchten nervösen Schnupfen eine ausführliche Abhandlung gewidmet. Er führt seine Entstehung einmal zurück auf die Einwirkung gewisser Gerüche, z. B. des Dufts einiger Speisen oder der Ausdünstung mancher Tiere. Vielleicht ist auch der Heuschnupfen, der auf den Blüten­staub von Grasarten zurückgeführt wird, mit dem nervösen Schnupfen zusammen zu bringen, obgleich nach den neuesten Forschungen hier vermutlich eilte besondere Ansteckung vor­liegt. Eine zweite wichtige Ursache für den nervösen Schnupfen ist der Aufenthalt in heißen oder dunsterfüllten sowie mit Kohlensäure übersättigten Räumen. Ferner muß der Arzt zugestehen, daß in einer noch weiteren Reihe von Fällen der eigentliche Anlaß garnicht nachgewiesen werden kann. Der nervöse Schnupfen ist nicht selten mit an­dauernden Nieskrämpfen verbünden, und in ganz schweren! Formen sogar mit asthmatischen Erscheinungen. Die Schleimhäute der Nase sind dabei meist stark gerötet uttbi geschwellt. Fast immer geht mit den Anfällen eine ge­steigerte Erregbarkeit der Nerven Hand in Hand, die sich teils in vermehrter Reizbarkeit, teils in ausgesprochener Nervenschwäche äußert. Man hat gegen den nervösen Schnupfen eine sehr große Zahl von Heilmitteln und Heil­verfahren versucht, meist mit nicht besonders günstigem Ergebnis. Dr. Rsthi hat neuerdings das Adrenalin an- gewendet, einen aus den Nebennieren gewonnenen Stoff, und dies Mittel scheint etwas bessere Erfolge zu ver­sprechen. Namentlich in den Fällen von nervösem Schnupfen, die sich durch eine sehr starke wässerige Ab­sonderung der Schleimhaut auszeichnen, scheint diese Be­handlung günstig zu wirken. Außerdem kann man noch eilte allgemeine, aus Abhärtung zielende Behandlung ein­leiten, um die Nervosität zu bekämpfen. Namentlich wer­den Kaltwasserkuren nach dieser Richtung hin von Vorteil sein. Beachtenswert ist besonders ein von Dr. Rsthi be­richteter Fall eines vierzigjährigen Mannes, der seit Mo­naten regelmäßig beim Genuß stark gewürzter Speisen, auch schon bei deren Wahrnehmung durch den Geruch, unter heftigen Niesanfällen einen fehr starken nervösen Schnupfen bekam. Auch hier erzielte erst die Behandlung durch Adrenalin eine Heilung. Man wird nun" allerdings in diesem Stoff noch nicht ein unfehlbares Kampfmittel gegen den ttervösen Schnupfen erblicken dürfen, weil die Zahl der behandelten Fälle bisher noch zu gering ist, uw bereits ein endgiltiges Urteil ' zu gestatten. Immerhin sind mit einem anderen Medikament gleiche Erfolge über­haupt nicht erreicht worden.

Abstrichräts el.

Prosit Alma Rinder.

Von vorstehenden Wörtern ist jedesmal die Hälfte ^er Buchstaben zu streichen, die stehenbleibende Hälfte muß aus nebeneinander stehenden -puu)- staben bestehen; die stehengcblicbencn Gruppen müssen un Zusammenhang eine Blume bezeichnen. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.: Sommerkurgast.

Redaktion: Anaust Götz. Notaiionsdruck und Verlag der Drilbl'schen Universitäts-Buch- und Cteindrucherci. R. Lauge, Gießen.