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fache gut verbergen, baß sie ihre Glieder nicht so beherrschte Wie ihren Geist.
„Lassen Sie uns überlegen", sagte sie. Und dann, noch ehe einer der andern gesprochen hatte, flog plötzlich über ihr Gesicht eine Art Krampf grausiger Erinnerung, als ob ein halbvergessenes Ereignis sich mit neuer Bedeutung ihrem Geist wieder vorstellte. Clifford sah, daß ihr ein Licht aus- aegangen war. Doch statt den beiden andern die Idee, die ihr durch den Sinn fuhr, worin sie auch immer bestand, mitzuteilen, erhob sie ganz plötzlich den Kopf und, Cliffords Augen mit einem durchdringenden Blicke begegnend, fragte sie: „Sie haben eine Idee, Sie haben einen Mrschlag zu machen. Was ist es?"
Es war seltsam, daß der Mann getobt hatte, während das Mädchen sich zu besonnener Erörterung vorbereitete. Clifford setzte sich auf der anderen Seite des Tisches nieder, in dem Gefühl, hier eine Person vor sich zu haben, mit der er die Sache in aller Ruhe besprechen konnte.
„Ich war neugierig", sagte er freundlich, „ob Sie jemals im Schlafe gewandelt sind? Ich weih, es scheint etwas Schändliches zu sein, Sie überhaupt mit der Sache in Verbindung zu bringen —"
„Das reicht hin", sagte sie ernft „Ich bedarf deshalb keiner Entschuldigungen. Ich kann sehen, Mr. King, daß der bloße Gedanke Sie viel unglücklicher macht als mich."
Die Tränen traten Clifford ins Auge. Jede Spur von Verdacht in Betreff ihrer Ehrlichkeit war schon lange unter dem Einfluß ihrer Aufrichtigkeit verschwunden.
„Es ist überaus gut von Ihnen", sagte er dankbar. „Wie ich schon sagte, ist das Nachtwandeln hier die einzig mögliche Erklärung. Sie müssen von solchen Dingen gelesen haben. Sie müssen gehört haben, daß es jemanden möglich ist, Sachen im Schlaf zu nehmen und sie zu verstecken, ohne sich jemals dessen bewußt zu werden, was er getan hat."
(Fortsetzung folgt.)
Sverdrup auf der Polarochsenjagd?)
Als ich mit dem Fernrohr das Terrain untersuchte, erblickte ich plötzlich weit draußen in der Ebene zwei schwarze Tiere. Sie sahen aus wie ein paar Leichenwagen- Pferde mit Decken, die beinahe bis an die Erde reichten. Ich hatte noch nie solche Tiere gesehen, sagte mir aber sofort, daß es Polarochsen sein müßten. Augenblicklich machte ich mich zur Jagd fertig. Es war mir ein seltsames Gefühl, diesen sagenhaften Tieren nachstellen zu können; sie waren mir völlig unbekannt, ich wußte nicht einmal, ob sie scheu waren.
Vorsichtig stahl ich mich näher, aber unglücklicherweise drehte sich der Wind, und ehe ich mich dessen versah, hatten sie mich gewittert und waren weg.
Als ich sie wieder erblickte, galoppierten sie auf den Sandrücken nach Süden. Ich eilte ihnen nach, so schnell ich konnte; doch die Tiere waren viel schneller, und der Abstand zwischen uns wurde immer größer.
Ich wollte das Spiel dennoch nicht verloren geben, umsomehr, als ich den ganzen Tag vor mir hatte; so zog ich ihnen denn das Tal hinauf nach.
Da schlugen die Tiere zu meinem Erstaunen den Weg in ein großes Gerölltal ein, das sich in dem Berge aufwärts zog und für Menschen beinahe ungangbar war. Darauf wäre kein anderer von all den Zweihufern, die ich kannte, verfallen, die Ziege ausgenommen, und ganz verdutzt blieb ich stehen. Dann aber kletterte ich ihnen nach, hatte jedoch sehr wenig Hoffnung, sie wiederzusehen.
Etwas weiter oben im Tale verließen die Spuren den Talgrund und gingen direkt im Geröll aufwärts. Sollten sie wirklich versucht haben, auf diesem Wege auf das Plateau hmauf zu gelangen? Nein, dies war unmöglich, denn hier stand ja die schwarze Felswand lotrecht und unsteigbar für Mensch und Tier.
Als ich mich an einer scharfen Ecke des Tales vorbeiarbeitete, sehe ich plötzlich oben auf einer steilen Berg- kuppe beide Tiere tn Schußweite stehen. Es war reiner Zufall, daß ich sie erblickte, denn die Kuppe hatte genau
*) Aus: Sverdrup, Neue s Land. 2 reich illu- pnerte Bände, geb. 20 Mk. Erscheint zunächst in 36 Liefer» Ungen L 50 Pfg. Verlag von F, A. Brockhaus, Leipzig.
dieselbe Färbe wie die Tiere und war im ganzen Tal Me einzige Stelle, die diese Farbe hatte.
Der Polarochse deckt sich also mittelst der Farbe des Terrains auf dieselbe Weise wie das Schneehuhn im Sommer zwischen Wachholderbüschen und Steinen, und im Spätherbst, wenn es sein Kleid für den Winter gewechselt hat, zwischen den großen Schneeflecken.
Hier war keine Zeit zu weiteren Gedanken. Ich stand in Schußweite und knallte gleich, los, erst auf das eine Tier und dann sofort auf das andere. Beide Tiere blieben stehen, ich war aber sicher, getroffen zu haben. Ich, gab ihnen noch eine Portton. Das erste machte ein paar Schritte und rollte dann von der Kuppe den steinigen Abhang herunter. Dem anderen ging es ebenso.
Ich legte den Weg zu ihnen in kürzester Zeit zurück, da ich neugierig war, zu sehen, was ich denn eigentlich geschossen hatte. Da lagen beide Tiere mausetot. Ich brauchte sie nur ein bischen zu stoßen, so rollten sie auch; schon über die Geröllhalde, bis sie im Talgrunde aufschlugen und dort zwischen einigen großen Blöcken liegen. Es waren wirklich Polavochsen, große Tiere, ungefähr von der Größe unserer gewöhnlichen Ochsen und so schwer, daß es mehrerer Mann bedurft hätte, um sie fortzutragen.
Ich mußte sie also da abziehen, wo sie zwischen den Steinen lagen, und hatte mit dem Abhäuten und Aus- weiden tüchtig zu tun; doch kam ich damit zu stände.
Mit Beefsteakfletsch beladen und ganz erschöpft von der Jagd erreichte ich um acht Uhr abends das Lager. Als ich davor stand, sah ich unten in einem Flußtale einen Mann nach Wasser suchen.
„Jetzt wirst du einen Bären spielen", dachte ich,, „und ihm einen Schreck einjagen."
Ms ich aber bemerkte, daß. der Mann eine Flinte trug, war es mit den Bärengelüsten vorbei, und ich ging auf Menschenweise in das Lager hinein.
Die Leute sahen an dem Beefsteakfleische sofort, daß ich Hochwild geschossen hatte, und fragten eifrig, was für ein Tier es gewesen sei. Ich murmelte etwas von Mammut, gab aber weiter keine Antwort; denn wir hatten ein für allemal ausgemacht, daß das Essen den Jagdgeschichten nndi Erzählen der Tagesereignisse vorgehen solle, da es das Wichtgste war. Das Mammutbeefsteak wurde im Handumdrehen gebraten, und dann wurde lange und gründlich gegessen; denn besseres Beefsteak hatten die Leute noch nicht verzehrt, und von dem Moschusgeschmacke, welcher der Dra- ditton nach dem Fleische der Polavochsen anhaften soll, ivar nicht das geringste zu verspüren.
Als der Kaffee gettnnken und die Pfeifen augezündet waren, erzählte ich die Geschichte, und zwar so umständlich wie möglich, damit die Kameraden für eia anderes Mal genau wüßten, wie sich, der Polarochse im Freien benimmt.
Es wurde spät, ehe wir an jenem Abende in die Schlafsäcke kamen. Ich möchte fast glauben, daß in dieser Nacht das Hochwildfieber uns allen das Blut erhitzt hat; denn sobald der Tag graute, waren alle Mann wieder auf den Beinen. Das Fleisch wurde ttotz des langen Weges geholt, und als wir müde und hungrig ins Lager zurückkamen, erteilte ich den Befehl, sofort frisches Fleisch mit Julienue- suppe zu kochen, oder „Julianesuppe", wie der Steward sie hartnäckig nannte. Aus Rücksicht auf ihn taufte Schei den Ort „Fort Juliane".
vermischtes.
Die Sprache der Geister. Das „Medium" Frau Rothe hatte nur einen geringen Vorrat von Geistern: Zwingli (wahrscheinlich mit Rücksicht auf den Besuch in Zürich), den „Geist eines alten Steinklopfers" und das „Medibumsel" Friedchen. Als der Minister und Generäl von Bischofswerder vor 100 Jahren dem Könige Friedrich Wilhelm II. im Belvedere in Charlottenburg Geister erscheinen ließ, an die auch Fragen gerichtet wurden, da waren es die Geister Marc Aurels, des Großen Kurfürsten und des Philosophen Leibniz. Es entstand nun die Frage, in welcher Sprache hat z. B. Marc Aurel, von dem man doch nicht gut verlangen kann, daß er deutsch im Jenseits gelernt habe, gesprochen? Hierüber gab, wie wir der „Voss. Ztg." entnehmen, in den siebziger Jahren Graf Pininstt, der Vorsitzende des Leipziger Spirittstenklubs, dem auch der phantastisch angehauchte Professor Zöllner angehörte, folgende Auskunft: „Die Geister sprechen nur in der Sprach-,.


