y> in Ordnung M Bringen, fSfe es sein sollund feftt tnug, po werden wir auch jetzt beginnen, Pläne zu machen. Pläne zur Weiterbepflanzung der Obstgärten, zur Besetzung der Marlern mit Obstbäumen, zur Ausdehnung der Gemüse- kulturen und zur Umänderung der Schmuckgartens. So manche Wand, die dem köstlichsten Weinstock öder dem köst- lichsterl Pfirsich Platz bieten würde, liegt im deutschen Waterlande kahl und brach da. Sorgen wir dafür, daß unsere eigenen Wände den nötigen Schmuck erhalten. Erst wenn wir vorbildlich wirken, sind wir das, was wir für unseren Obst- und Gartenbau sein sollen, eine Leuchte und ein Bahnbrecher.
Gute Borsätze! Wir haben beschlossen, diesen Baum um- zuveredeln. Die Zeit zur Verwirklichung dieses guten Vorsatzes ist zum Teil gegeben — Reiser schneiden — auch die von den gekauften jungen Bäumen sind verwendbar —, Reiser ausbewahren ist« notwendig. Tie guteir Worsätze beziehen sich auch auf das Auslichten der Kronen, das Ausästen, das Tüngen in Löcher — in Rillen — mit Jauche oder künstlichem Dünger, das Ilmgraben des Bodens. Tie Zeit dazu ist gekommen! Sie bezogen sich auf unfruchtbare Bäume. Jenem faulen Träger sollen die Wurzeln geschnitten werden. Phosphorsäure und Kalk soll er als Düngung erhalten. Tie Zeit dazu ist da, sofern der Frost uns nicht daran hiildert. Tie Zeit ist da zum Aufiversen der Baumgruben, Rigolen des Bodens, Brennen und Imprägnieren der Pfühle, zum Bestellen der Bäume. Vorsicht hier! Nur das Altbewährte gepflanzt, und ausgesucht die Sorten nach Maßgabe des Bodens, des Klimas, und der Absichten, die wir für die Verwendung des Obstes haben.
Im Obstbau ist man ja gottlob nicht mehr so eilig mit der Anpflanzung von Neuheiten wie früher. Aber im Gemüsebau und in der Blumenzucht da steht das Neue noch oben an und wenn die Preisverzeichnisse hereinflattern ins Haus, da werden zuerst die Seiten gelesen, die mit großen Lettern das Neue anpreisen. Wohl ist es Pflicht eines jeden, das Neue zu beachten. Aber das Neue soll nur versuchsweise angebaut werden, nicht in großen Massen, und zu diesem Zwecke empfehle ich von den Neuheiten:
Mr Gewächshäuser die Erfurter Ausstellungsgurke. Mrs Mistbeet und fürs Freie das Würzburger Treibradies auch Erfurter Riesenradies genannt, welches noch in bedeutender Größe vollständig zart und geMßfähig ist. Tie lang- schotige verbesserte Markerbse Wunder von Amerika, die Frühkartoffel Erstling, auch die Kopfkohlarten: dunkelroter mittelfrüher Zenit und großer weißer früher Ruhm von Enkhuizen sind eingehender Versuche wert. Ebenso der Wirsing Erfurter früher, Granatkopf und der Rosenkohl Erfurter TreienbrUnnen. 7 ;
Ter Einfachheit halber mögen hier gleich die Neuheiten für den Blumenfreund angefügt werden. Ter Goldmohn wird durch das intensive Gelb seiner Blätter Interesse erregen, die Phantasieaster, kanariengelb, durchs die wirklich chöne gelbe Blüte sich Freunde erwerben. Die Straußen- rderaster, terraoottafarben, das beste der Astern sich be- öndere Wertschätzung erringen. Auch die Weihuachtsnelken, von denen der Erfurter Führer im Gartenbau in Nr. 40 eine Abbildung bringt, werden alle Nelkenfreunde hoch erfreuen. Während die gefüllte Erfurter Zwerg-Federnelke, durch früheres Blichen sich vorteilhaft anszeichnet und die FederneM „Argus" mit ihrem regelmäßigen, vornehmen Bau sich der letzteren ebenbürtig anfchließi, ist äuch die gesülltblühende Heddewiginelke „Feuerball" nicht zu verachten.
Ein ganz merkwürdiges Gewächs ist bas Antirrhinum majus Peloria, eine Löwenmaulart mit einer Röhrenblume und offenem Rachen. Viola eornuta rosea, das vosablühende Hornveilchen, die chinesische Primel „Brillant und vor allem die in zarter blauer Färbung, blühende Gloxinie „Undine" seien zum Schluß noch besonders hervorgehoben.
Für die Pläne im Gemüsegarten ist es wichtig, zu wissen, welche alten Gemüsesamen noch keimen. Tie Köim- pvobe beginnt bei allen, entweder im Mimapparat öder in einem feuchten wollenen Lappen. Köhl soll mit 70 bis 75 Proz., Möhren mit 50 bis 60 Proz., Bohnen mit 60 bis 80 Proz., Kohlrabi mit 75 bis 80 Proz., Tomaten mit 70 Proz., Zwiebeln mit 60 Proz., Salat mit 60 bis 70 Pvoz. keimen. — Wo weniger keimt, brauchen wir zwar den
Samen nicht wegzuwersen, müssen ihn aber, enksprechenB seiner Keimfähigkeit, später dicker säen. Da die Keim-« probe eine Reihe von Tagen in Anspruch nimmt, werden wir erst im nächsten Monat diejenigen Gemüsesorten namhaft machen, welche wir für unseren Garten brauchen.
Karotten, Radies, Kohlrabi werden zu Ende des Monats bereits in neuangelegte MistbeetMsten ausgesät. Ist die Witterung! ftostfrei, so säen wir im Freien Spargel, Schwarzwurzeln, auch Möhren. Diese Saaten keimen ebenso früh als die Herbstsaaten. Rhabarber können wir bei frostfreiem Wetter pflanzen und zerteilen, den alten Rhabarberpflanzen, soviel Jauche und Kloake geben, als wir haben, sie werden danach mächtig treiben.
Eine Umformung der Blumenbeete im Ziergarten ist höchst erfreulich, der Garten bietet dann im Sommer ein ganz anderes Bild. Die Pläne sind jetzt zu machen. Der Rasen ist mit Kompost zu Überwerfen, er ist mit Kainit und Thomasmehl zu düngen. Auch, in die Gehölzgruppen ist der nötige Dünger zu bringen.
Das Treiben der verschiedenen Pflanzen bildet int Zimmer neben der Pflege der anderen Pflanzen die Haupt» fache. Wir beginnen Ende des Monats mit Aussaaten von Lobelien, Gloxinien, Begonien. Wir legen Musasamen 14 Tage in warmes Wasser, wir säen Palmenkerne. Wir mischen die Erde für die spätere Pflanzzeit mit Horn- spänen und anderen künstlichen Düngern, damit sie nährkräftiger wird. I. C. Schmidt, Erfurt., j
Auflösung des Logogriphs in vor. Nr.r Einwand — Leinwand.
Nene Bücher.
„Das heilige Blau." Eine japanische Liebesgeschichte von Königsbrun-Schaup. Mit Buchschmuck von Joh. Martini. Dresden, E. Pierson's Verlag, Preis Mk. 2- — Es giebt viel japanische Geschichten in der deutschen Literatur. Zuerst wurden sie angeregt durchs die bildende Kunst der Japaner, dann durch Pierre Loti, zuletzt durch Aacco. Mer meist sind solche Geschichten nur Kvstüm- romane. Wie anders bei Königsbrun-Schaup! Ditz Schlichtheft der Erzählung ist in Wahrheit hohe Kunstvollendung, Alles ist glaubwürdig, die Lust Nippons umweht uns. Me prächtig sind der alte Ritter Katigaft und der wilde Topfkünstler Osaka Vota geschildert, wie. bedeutungsvofl symbolisch wirken der Umebaum im verwilderten Töpfergarteii und der rotlackierte Zaun zwischen diesem und dem Parke des Daimyios; wie wirft ditz neue Zeit, der Kutturraufch der Jungjapaner, auf die Schicksale dieser Menschen ent; und wie kommt das alles un- merftich dem Leser zu Sinne! Diese Liebesgeschichte ist ein kleines Kunstwerk, würdig des Verfassers der „Bvgu- milen" und des „Hundstagszauber". Die Ausstattung ist vornehm und geschmackvoll.
Kerlchen als Erzieher. In dem neu erschienenen 4. Bande der bekannten, humoristischen Bibliothek „Provinz-Mädel" von Felicitas Rose (Verlag von Rich Bong, Berlin W 57, Preis 1 Mk.) führt die Verfasserin ihre Heldin, das mutige, in ihrer echten Natürlichkeit irnd herzerquickenden Frische so überaus sympatische Kerlchen weiter in die Fährnisse und Mühseligkeiten des Lebens hinein. Das „Kerlchen", durch einten schweren Ahillfals-. schlag aus glänzenden Verhältnissen hinausgeschleudert, lernt all' die trüben Erfahrungen und Leiden, die Drangsalierungen und Entsagungen kennen, welche nut dem Erzieherinnenberufe so eng verbunden sind. Immer aber be- häft es den Köpf oben; es läßt sich auch, von der trostlosesten Situation nicht „unterliegen", und, selbst tn Mühsal und Betrübnis, versteht es doch; durch den Liebreiz ihres Wesens der beglückende Sonnenstrahl für ihre ganze Umgebung zu werden, die freilich einer solchen Himmels- aabe nur zu ost gar picht wert ist. „Kerlchen" hüt sich zu jenem Charakter entwickelt, dessen Werden tn oen früheren Bänden - „Kleinstadtlust" - „Kerlchens, Lehr- und Wanderiahre"- — und „Kerlchen wird vernünftig Mit so feinsinniger Psychologie geschildert ist.
Redaktion: Curt Plato. — Rotationsdruck und Verlas der Brüll'schon UniverßtHtS-Buch« und Cteindrnckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


