1903.

ittwoch den 2. Jezemöer.

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(Nachdruck verboten.)

Gin Wädchenschiciisaf.

Frei nach dein Englischen von A. Wend t.

(Fortsetzung.)

Wie konnten Sie so unvorsichtig sein! Es ist Tollheit! Sie sind ganz naß!"

In ihrem betäubten Zustande wußte Jane kaum, was vorging, aber instinktiv versuchte sie, sich von ihm frei sind krank. Lassen Sie mich Sie zu einem Sitz fuhren und .Hilfe herbciholen. Die Aufregung war zu groß für Sie." a a

Sic fing an zu verstehen und richtete sich mit Aiistreua- ung aus. 1 a

A'Ciitfe, ich bin nicht krank mir war nur sehr warm ich" . 1 '

$ie Worte erstarben ihr int Munde, sie wandte sich ^P-^kr junge Manu beobachtete sie mit tiefem Mit- gesuhl. Langsam, mit unsicheren Schritten ging sie nach dem Schulztmmer; er folgte ihr, er konnte sie nicht allein lassen,, in jedem Moment fürchtete er, daß sie falleii würde. Aber sie erreichte die 4-itr, öffnete sie und trat ein. Einen Augenbltcl zögerte er, daun folgte er ihr. Tas Feuer int Kamm war fast erloschen; das Gas brannte, war aber ntedergejchraubt und verbreitete nur ein trübes Licht: kaum konnte cf die znsammengesunkene Gestalt erkennen, welche dort gegen den Tisch lehnte.

Was wollem Ste?" fragte sie mit heiserem, gereiztem Tone.,Können Sie mir keine Ruhe lassen? Ich bin müde mtr ist nicht wohl gehen Sie! Ich kann heute nicht mehr ertragen ich kann nicht!"

Zusammenbrechend sank sie in die Knie, ihr Kopf fiel auf ihreit Arm. 1

.*?*£* vicht belästigen", sagte er unsicher,ich gehe sofort, aber ehe ich gehe, Jane, sagen Sie, daß Sie mtr ^verzeihen, ^ch wollte Sie nicht so schwer verletzen."

beJ ^vpf und sah ihn vorwurfsvoll an.

nicht? Sie wußten, daß nrtr wehe tun wurden. Sie beabsichtigten es sogar!

0xelüi>,X ^ären, wäre ich heute abend 'von der ^.ual verschont geblieben, die mich beinahe getötet hat.

?Een, Sre mich nicht in Ruhe lasseit, Sie sind ja glücklich jetzt, Sre haben mich genug für den Betrug gestraft, welcher nur nichts emgebracht hat."

,, Dunkle Schamröte bedeckte sein Gesicht: er fühlte das Unedle seines Betragens; in seinem eigenen Aerger und Schmerz hatte er ihren Kummer vergesseu, hatte sie un­begreifliche Qualen erdulden lassen. ' 1

Vergib, o vergib mir, Jane!" bat er wieder Es war mein eigener, trüber Zustand, welcher mich so hart machte; mem eigener Schmerz verwundete Dich und machte

Mich blmd. Jane, hast Du vergessen" mit ausgestreckten Händen Und unendlicher Zärtlichkeit in den Augen, trat er naherhast Du vergessen, was wir eiitst hofften, eiitauder zu sein? Denkst Du, unser Zusammentreffen hat mich nicht geschmerzt? Jane, mein Liebling, hörst Tu? Jane, was t|t Aut?7'

eie hatte sich langsam erhoben und zog sich von ihm zuruck, ihn mit entsetzten Blicken ansehend, die Hände weit vorgestreckt, wie nm ihn fern von sich zu tj alten.

Was ist Dir?" fuhr er fort.Bist Du mir noch böse wegen der scharfen Worte von gestern? O Geliebte, vergib' mir! Sieh, ich war toll vor Aerger, Tu erschienst so un- berüyrt, und ich wollte eilt Gefühl für mich in Dir er- wecken, selbst wenn es Haß wäre. Aber Du willst mich nicht hassen, mein Lieb!" rief er leidenschaftlich, sie in seine Arme safseud und zärtlich in ihr trauriges, flehendes Ge- Ncht schauend.Du wirst mir verzeihen; denn ich liebe Dich trotz alledem, liebe Dich unverändert, und nur die Tiefe meiner Liebe machte mich so hart und mitleidlos."

>khre Liebe?" wiederholte sie leise mit erschrecktem Lvne, ihre Hände heftig gegen seine Brust pressend, um ihn von sich fernzuhalteu, während ihr Herz zum Zerspringen klopfte, in einer wilden Freude, welcher sie beinahe erlag.

,,^a, meine Liebe, antwortete er mit leuchtenden Augen und einer tiefen Zärtlichkeit in feiner Stimme, indem er sie so fest an sich drückte, daß sie das heftige Klopfen seines Herzens an ihrer Schulter fühlte.Ich habe Dich immer und immer geliebt, Jane, obgleich ich alles ver- iltaM Dem Bild aus meinem Herzen zu reißen; ich konnte es nicht, mein Lieb! Während des ganzen Jahres warst Du mem einziger Gedanke, und seit ich Dich hier tm Herbst sah, ist die ganze alte Liebe mit voller Macht zurückgekehrt."

Die alte Liebe!" wiederholte sie, ihre Augen groß und voll Angst und Entsetzen auf ihn gerichtet. Dann plötzlich durchschallte eilt lautes bitteres Lachen das stille Zimmer, welches ihm tief ins Herz schnitt.

War sie deitu von Sinnen? Alices Bräutigam, in kurzem deren Gatte, war hier bei ihr, spräche zu ihr von Liebe, hielt sie in seinen Armen, sah auf sie nieder mit diefen Augen von Zärtlichkeit! Das war zuviel! Das Zimmer drehte sich rund herum, ein wildes Brausen und Rauschen tönte in ihren Ohren, das Sehen verging ihr vollstäiidig, und der schöne Mädchenkopf fiel schwer itnfc bewußtlos auf des jungen Mannes Brust.

rv3aue, mein Liebling, sprich, sage ein einziges Wort ft flüsterte Sir Harry besorgt und zärtlich.

Ter. Ton mehr als die Worte brächten das Müdche» zur Besinnung. Für einen Augenblick siegte ihre innige Liebe, und sie überließ sich dem großen Glück. Tann aber erinnerte sie sich der Wirklichkeit. Er war freilich zu ihr zuruckgekehrt, aber er war nicht frei, war Alices Bräu­tigam.

Sie entwand sich seinen Armen, und indem sie ihn mit einem traurigen Blick betrachtete, sagte sie leise, aber klap