— 584
!", und«
KtLeratur
dem
Redaktion: August Götz.- Rotationsdruck und Verleg der Brübl'scken UuiverfltätZ-Buch. und Etcindruckerei. R. Lange. Güßen.
; „Unsre künftigen Admirale" von Johannes W, da, '■ -,1b, „Die ,Quall im Sport" von
Montblanc-Gruppe" von Maud
Quod saepe dantur Vacua.
Auch Philister, Manichäer, Pedelle verderben Musensohn die Laune, oder plündern mit noch bedenklicher!! Elementen seinen Beutel und rauben ihm die Zn-
Tairs chrats el.
(Nachdruck verboten.)
Wand, Baden, Magie, Psau, Wein, Garns, Alm, Rabe, Horst.
Von jedem Wort ist durch Umtausch eines'Buchstab-nr- an beliebiger Sielte ein anderes Hauptwort zu; bltden und zwar derart, das die neueingesügten Buchstaben un Zusammenhang en englischen Dichter bezeichnen.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.i
Geheimsekretär.
friedenheit.
Die Philister findet man auch auf Universitäten, O käm ein zweiter Simson, dies Teufelszeug zu töten, Kein Häscher, kein Pedell, Kein Donnerwetter, Wind, Nichts schreckt den Burschen mehr Als wie ein kleines Kind.
O Halle, du bist zu bedauern, Du nährst iil deinen schwarzen Mauern Ein Volk, das selbst dem Teufel gleicht. Philister, die den Burschen prellen, Ein Heer verdienter Zinsgesellen, Das auf und ab der Gassen schleicht. Ein Heer von abgenutzten Schönen, " Verdammungswürdigen Sirenen, Tie prellen uns uin unser Geld.
Gehörst du wohl zur besten Welt?
Mit Groll im Herzen oder wehmutsvoll scheidet deshalb endlich der Bursche von den „schwarzen Mauern" „Sali- nens" oder „Sol-Athens". „Falsches Halle, gute Nacht!", „Falsches Halle, lebe wohl!" „Tie Rolle ist gespielt, der Vorhang fällt nun wieder, Mein Halle, lebe wohl, ich
ans eine besondere patriotische Gleichgiltigkeit der Schreiber ! schließen zu wollen. Tie Wendung war damals so gut wie | noch heute ein gern gebrauchter Ausdruck der leichten, gedankenlosen Lebensfreude, der eine tiefere, ernsteire Bedeutung kaum jemals untergelegt worden sein mag. Hierbei soll gleich auch festgestellt to erb eit, daß die fremdsprachlichen Eintragungen stark gegenüber dem älteren Stammbuch an Zahl abgenommen haben. Neben einem griechischen Verse (Anakreon) finden sich noch mehrere lateinische, in denen Horaz und Virgil zu Wort kommen. Französisch und Englisch fehlen ganz. Ein hübsches lateinisches Wortspiel sei aber hier noch mitgeteilt, es lautet: „Amicus cognoscitur amore more ore re". Die deutschen Zitate aus Dichtern und Schriftstellern sind geringer an Zahl geworden. Nur ein Dichter wird mehr als einmal, nämliche viermal, darunter aber dreimal mit einem und demselben Ausspruchzitiert. Dieser Bevorzugte ist merkwürdigerweise der damals vielgelesene Romanschriftsteller Lafontaine und seine dreimal zitierte Stelle entstammt dem Rudolf v. Werdenberg und lautet: „Die Liebe ist der Schatten am Morgen, mit jedem Augenblick ivird er kleiner; Freundschaft aber der Schatten am Abend; er wächst, bis die Sonne des Lebens sinkt." Bon den übrigen Dichtern und Schrift-! stellern seien genannt: Claudius, Voß, Wieland, Hölty, Shakespeare, Salis-Seewis, Kant, („Suche Glückseligkeit zu verdienen") und zum erstenmal Schiller („In seinen Göttern malt sich der Mensch" 1799), der begeisternde Held eines jüngern Geschlechts.
■ Auf zwei bedeutsame, oben schon kurz erwähnte Charakterzüge dieses Stammbuches müssen wir nun noch näher eingehen, auf die Beeinflussung der Studentenschaft durch die freiheitlichen Ideen der französischen Revolution, und auf den studentischen Humor, der auf diesen Stanimbuch- blättern frisch, kräftig, aber doch zuweilen auch mit einem gewissen ernstern Grundton verbunden zum Ausdruck kommt. In den Symbolen und verschiedenen Sprüchen bringt sich der zuerst genannte Einfluß zum Ausdruck: „Freiheit und Menschenliebe", „Freundschaft und Freiheit", „Freundschaft, Moralität, Würde" finden wir da als charakteristische Symbole neben Sprüchen, wie: „Nicht Erbrecht noch Geburt, das Herz macht groß und klein", oder dem direkt aufreizenden Ruf: „Solange sind die Fürsten groß, als wir knieen!— Laßt uns aufstehen!!!" — Freundlicher mutet uns der zweite genannte Charakterzug an. Da singt der Bursch das Lob der Burschenzeit: „Bon der Wiege bis zur Bahre sind doch unsere Burschenjahre unseres Lebens schönste Zeit", oder: „In Halle hält man munter Haus, Gott Helf' uns nur mit Ehren hinaus". Aber auch Schattenseiten hat dieses fröhliche Tveiben, ost fehlt es an Geld:
Herr Käestner zeigt mit tiefen Gründen, Es sei kein leerer Raum zu finden.
Des Burschen Beutel zeiget ja:
seh' dich schwerlich wieder", tönt es, und ernsthafter weist ein Spruch auf das Ergebnis des Burschenlebens' hinr
Wohl uns, wenn wir als Kandidaten
Das nicht bereuen, was wir als Burschen taten.
Geschlossener auf.eilten Ton, und zwar auf den patriotischen, gestimmt in seinen Denksprüchen und Symbolen! ist das dritte und jüngste Stammbuch aus den Jahren 1808 und 1809. Der äußere und innere Zusammenbruch des alten Preußens hat mächtig auf die akademische Jugend, eingewirkt und in ihr ganz neue Ideale entstehen lassen. Der geistige Freund und Führer dieser patriotisch empfindenden Jugend ist Schiller geworden, ließet die Hälfte aller Zitate in diesem Stammbuch sind seinen Werken entnommen, aus der Braut von Messina und aus dem Wallenstein wird mehrfach zittert. Goethe wird weitaus seltener! verwendet. Beide'Dichter aber überragen an Häufigkeit der Anwendung aller andern zeitgenössischen Schriftsteller, Von diesen seien genannt: Tiedge, Salis-Seewis, Zacharias Werner (aus den „Söhnen des Tales"), Utz, Frau von Staöl und endlich auch Kosegarten, der den pommerschen Studenten wohl als Landsmann bekannter war. Die Symbole haben an Tiefe, Bedeutung und sittlichem Ernst gewonnen, sie bringen nicht nur eine augenblickliche Stimmung, sondern die Lebensanschauung des Schreibenden zuM Ausdruck und bekunden eine ernste und ideale Sinnes- richtung. Freundschaft und Vaterlandsliebe sind die Pole, um die sich das studentische Leben damals bewegte, Freundschaft gegründet auf Wahrheit und befestigt durch gemeinsame Liebe zum Vaterlande. „Wahrheit Legen Freund und Feind" finden wir mehreremale als Symbole ver- wendet, „der Wahrheit bie'Stirn, und weiter: „Amor patriae dulce eonoordiae vinculum". Ihren ausgeprägtesten und in seiner Fassung an spätere Lurschenschaftliche Wahlsprüche anMngenden Ausdruck finden diele Gedanken aber in dem Symbolum: „Gott, Vaterland,; Freundefl , uno! teilt und volltönend klingt der vaterländische Gedanke aus in dem letzten Symbolum des Stammbuches, dem kraftvollen: „Vivat Rex, regisque propago"!
— Ebenso elegant ausgestattet und reich illustriert, wie inhaltlich mannigfaltig und gediegen beginnen die Illustrierten Oktavhefte von „lieber Land und Meer,, ihren neuen 20. Sj^enng unter dem Titel „Der Monat" mit dem Ohtoberhest. An der Spitze des novellistischen Teils steht eine nn Reußtale fpwlende Erzählung „Der Schatten" von Ernst Zahn, die zu dem Besten gehört, roa3 wir der Jeder des fo rasch gu hohem Ansehen Sämig en Schweizer Dichters verdanken. Außerdem enthalt das Hes. eine stimmungsvolle Savoyer Erzählung ^,Das Seekind von Viktor Menzel, eine ergötzliche Humoreske von Teo von Toni „Der Garn sor- schreck" und die sein ausgesührte Novellette „W r eich s r tz e n b l leb von Jen n y R is-Neumann. Illustrierte Aussätze wie: „Aiu-ge- storbene und aussterbende Tiere,, von Ti'. Friedrich Knauer nut farbigen Bildern, „Die Kunst und die Frauentracht von Alfred Mohrbutter, „Untre künftigen Admirale" von Johannes Wilda, „Gartenstädte" voii Hans Ostwald, Kurt Doerry, „Quer durch die 1 .*1 u‘u 1 ‘VT.i1 .y null-.
Wundt n. s. w., sowie verschiedene kleinere Artikedie en eme Fülle von Unterhaltung und Belehrung aus den verschiedensteni Gebiete» des modernen Lebens und Wissens. Hervorraa d ist der ,llu trakve Kclnmick so -i B. die farbige Kunstbeilage „Auf der Hochzeusreiie nach ewenr Aquarell von Ed, Cucuel, Rembrandts „Begeg- nun« Mariä mit Elisabeth,,, Haus DauiNiMMs ,,FrichlingsMme„, in* 12 Heften zum Preise von je 1 Mark, darf angesichts des dafür Gebotenen als die billigste deutsche Monatschrift bezeichnet werde!.


