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Von Zeit zu Zeit wird die Linse während des Roh- schteifeus mit Taftzirkeln und Schablonen geprüft! letztere bestehen aus Messingplatten, deren Kante dieselbe Krüm- ittuitg besitzt, welche die Linse erhalten soll. Für eine Konkavfläche braucht matt natürlich eine konvexe Schablone, und für eine konvexe Fläche eine konkave Schablone. Der Arbeiter legt die Schablone senkrecht auf und sieht zu, ob ihre Kante die Linse tu allen Punkten berührt. Die Tastzirkel gestatten die Prüfung der Linsendicke mit einer Genauigkeit von einem Zwinzigstel Millimeter.

Wenn die Linse auf diese Weile annähernd die ge­wünschte Form und Dicke erhalten hat, so kann mit beut Fein schleifen begonnen werden. Zunächst benutzt man ähliche Schleifplatten wie beim Rohschleifen, nur daß das Schleifmaterial hier natürlich von feinerer Beschaffenheit ist. Tie Platten sind tu Mühlen angebracht, die mit Fuß- pedalen betrieben werden, wodurch man größere Ge- tiauigkeit erzielt. Tiefe Schleifarbeit erfordert eine Ge­nauigkeit, von der ein Laie sich nur schwer eine Vorstellung machen kann. Kein mechanisches Meßinstrument kann näm­lich den Erfordernissen genügen, sodaß man zu einem optischen Hilfsmittel greifen und die Erscheinung der soge­nannten Newtvn'schen Ringe benutzen muß. DieseJnter- fereuzringe" treten mit den Farben des Regenbogens auf, wenn man die Linse fest gegen ein Probierglas drückt. Man nennt eine derartige Kombination einer ebenen Glasplatte und einer darauf gelegten Linse von sehr ge­ringer KrümmungNewtons Farbenglas". Aus Farbe, Lage und Regelmäßigkeit der auftretenden Ringe kann man die geringste Abweichung von einer korrekten Fläche be­stimmen und Fehler von der Kleinheit eines Zehntausendstel von einem Millimeter feststellen.

Um die Linse gleichmäßig gegen die rotierende Schleif­scheibe drücken zu tönnett, befestigt der Arbeiter dieselbe vermittelst eines geeigneten Siegellacks an einem Hand­griff. Zum Feinschleifen benutzt man ausschließlich feuch­ten Schmirgel von verschiedenen Feinheitsgraden, bis man schließlich zur Herstellung einer mathematisch korrekten Oberfläche gelangt.

Mit dem Polieren wird die lange Reihe der Prozesse beschlossen. Man verwendet hierzu Polierrot auf selbst­tätigen Poliermaschinen. Der Arbeiter bedeckt den Polier­stein mit Pech! und drückt in dieses die Linse, sodaß sie vollständig festgehalten wird. Dann wird das Polierpulver aufgestreut, und so unter Einwirkung des rotierenden Mechanismus die Glasfläche poltert. Der Erfolg wird fort­während unter Anwendung der Probiergläser festgestellt, überhaupt die Arbeit mit einer so großen Sorgfalt durch- ert, daß z. B. das Polieren einer Linse von fünf metern Durchmesser einen ganzen Tag beansprucht. Tie fertigen Linsen werden wieder mit einem Instrument, mit einem sogenanntettSphärometer", gemessen. Zugleich wird untersucht, ob das Glas etwa Sprünge enthält. Linsen mit Flecken und Streifen, welche eine ttnregelmäßige Strahlenbrechung Hervorrufen, müssett unbedingt verworfen werden, und häufig werden wertvolle Linsen durch die Ungeschicklichkeit eines Arbeiters völlig verdorben.

Wenn man bedenkt, daß die modernen astigmatischen Linsen aus sechs bis zehn Einzellinsen bestehen, so wird man den hohen Preis eines solchen Objekts begreifen können; erfordert doch schott die Herstellung einer ein­zigen vollkommenen Linse die größte Mühe. Ferner darf man nicht.vergessen, daß die optischen Eigenschaften von Gläsern, die aus verschiedenen Lieferungen stammen, auch stets verschieden sind, und daß matt daher die Polier- und Schleifformen häufig auswechseln muß, was die ganze Fabrikation natürlich erheblich verteuert.

Temnächst muß man an das Zusammensetzen der Linsen zu ganzen Systemen gehen. Tie Linsen werben zu diesem Zwecke aneinander gekittet und mit Hilfe von Drehbänken von höchster Präzision zentriert. Während des Drehens der Spindel beobachtet der Arbeiter, ob das Spiegelbild eines hellen Gegenstandes in der Linse unverrückt bleibt. Wenn nötig, verschiebt er die Linse in dem weichen Kitt, ver­mittelst dessen sie mit dem Ende der Spindel verbunden ist und bringt vermittelst eütes Tasthebels die Rotationsaxe der Spindel zum Zusammenfall mit der optischett Axe der Linse.

Hierauf folgt das Abschletfen der Littsenkantett. So­bald der richtige Durchmesser erreicht ist, wird die Linse

von dem Spindel abgenotttmett uttd mit einet ähnlich be­arbeiteten Schwesterlinse kombittiert.

Tie Linsen, werden sorgfältig gereinigt, mit warmem Balsam bestrichen, gut aneinander gedrückt und mittelst eines geeigneten Hebelapparates zentriert. Hierauf wer­den die fertigen Linsensysteme vermittelst eines besonderen. Sparates in einem völlig dunklen Raum auf ihre opii- en Eigenschaften hin utttersucht. Benutzt wird hierbei eine Glasplatte mit abgeschliffenen Kanteu, auf der in gleichem Abstand von einander Parallellinien gezogen sind, deren Spiegelbilder in den Linsen beobachtet werden.

Wenn bann auch noch ber günstigste Abstand zwischen den beiden Kombinationen bestimmt worden ist, werden die Linsen in den mechanischen Werkstätten montiert, eineArbeit, deren Vollkommenheit die allerhöchste Bedeutttng hat. Das! fertige Objektiv wird schließlich als Ganzes nochmals ge­prüft und gilt nur dann als brauchbar, wenn es innerhalb eines Neigungswinkels von sechzig Grad ebenso gut wirkt, tote bei normaler Stellung zur Axe.

Zuletzt werden die Objektive in einem Prüfungsatelier untersucht, wo ihre photographische Leistungsfähigkeit durch Aufnahmen von großen Probeplatteu festgestellt ivird, da die vorhergehende Untersuchung rein optimistischett Eharakters ist. Diese wiederholten Prüfungen auf Genauigkeit bieten dem Käufer jede Garantie, sofern er für eine photographische Linse nur einen angemessenen Preis zahlt. Dr. A. Gr.

Heilung der Vergeßlichkeit. Ein Loitdoiter Kauf- mann hat ein Hausmädchen, welches anfangs sehr vergeßlich, war. Dieser Fehler machte sich besonders unangenehm bei den Mahlzeiten bemerkbar, da man sicher sein konnte, daß, immer etwas auf dem Tische fehlte.

Eines Tages saß die Familte bei Tische, als tote ge­wöhnlich die Tischglocke ertönte. Das Mädchen eilte in das Speisezimmer.

Marie", sagte Herr B.,hole doch schnell etnmal die Trittleiter front Boden und bringe sie hierher."

Marie, die bei ihrem Mittagessen gestört worden war, ließ ein mißvergnügtes Brummett hören, lief dann aber die drei Treppen hinauf, um die Leiter zu holen. Nach fünf Minuten kehrte sie kettchend mit der Leiter in das Eßzimmer zurück. , c

So", sagte Herr B.,nun stelle sie dort auf und steige hinauf." ' r. ,

Marie tat es. Als sie nun oben auf der Letter stand,, bemerkte Herr B. ruhig:

Marie, Du hast nun einett besseren Ausblick als wir. Bitte, fiety Dich doch einmal um und sage uns, ob Du das Salz auf dem Tische sehen kannst. Meine Frau sagte, sie könne es nicht findetl."

Das half. Marie hat nie wieder etwas vergessen.

Til-Bits.

Bilderrätsel.

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(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Zahlendiamants in vor. Nr.r P

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A-daknon: Turt Pieta. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen NniversMS-Buch. und SteindrnSerei (Pietsch Erben) in Meßen.