Finger deutet sie auf die Schlußworte ihres „Wunders- Buches :
„Niemand kann die Menschen von ihren Leiden befreien, aber dem soll viel vergeben werden, der in ihnen neuen Mut erzeugt, sie zu tragen!"
Gemeinnütziges.
* Größte Vorsicht beim Gebrauch von Petroleum ist in den heißen Sommermonaten dringend geboten. Das in Deutschland gebräuchliche Petroleum besitzt einen Entflammungspunkt von 21 Grad Celsius, d. h., es entwickelt bet dieser niedrigen Temperatur schort explosive Dämpfe. In den Kirchen rrnd Wohnräumen herrschen jedoch manchmal 25—30 Grad. Das hier ausbewahrte Petroleum befindet sich mithin in einem geradezu höchst feuergefährlichem Zustande, und es genügt schon die Nähe einer Flamme, um eine offene Petroleumflasche zur Explosion zrr bringen. Man sorge daher beim Fullen von Lampen rrrrd Kochapparaten, daß sich keine Flamme auch nur in der Nähe befinde. Feueranmachen mit Petroleum ist ein unglücklicher Leichtsinn, dem leider in jedem heißen Sommer Müdcherr und Frauen zum Opfer fallen. Schon im Winter ist es gefährlich, führt jedoch, wenn das Petroleum kalt ist, nicht so leicht zur Explosion, die im Sommer unausbleiblich ist. Man soll es daher stets streng verbieten, damit niemand glaube, was er im Winter zufällig ohne Schaden riskiert habe, auch im Sommer tun zu dürfen. Das hier vonr Petroleum gesagte gilt in noch höherem Maße auch für Benzin, Spiritus, wie für alle brennbaren Flüssigkeiten.
vermischtes.
* Prinzessin Luise von Toseana im Schloß R o n n o. Ein Korrespondent des „Petit Puristen" hat das Schloß Ronno (Südfrankretch), tu dem die Prinzessin Luise von Toscana Aufenthalt genommen hat, ausgesucht und berichtet über sein Gespräch mit der Besitzerin Mme. de Saint-Victor folgendes: „Der Flecken Ronno liegt sechs Kilometer von Amplepuis entfernt und zählt 1200 Einwohner, deren Anwesen auf den grünenden Mhängen der Montagnes du Sauvage liegen. Trotz einiger neuer Häuser bewahrt der Ort sein altes Aussehen. Viele finstere Tannen überragen das Dorf, während in den umgebenden Tälern eine üppige Vegetation herrscht. Das Schloß von Mme. de Saint Victor liegt ganz dicht neben dem Pfarrhaus in einem schattigen Dal, das den wunderbarsten Park bildeä; es ist ein großes zweistöckiges Gebäude, dessen geweißtes Mauern die vor kurzem vorgenommenen Reparaturen an- gei^cn. Von der Freitreppe aus beherrscht mau bas grünende Tal; es ist von einem Gehege umschlossen, dessen hundertjährige Bäume das alte Wohnhaus beschützen. Gut gepflegte und mit Sand bestreute Alleen durchschneiden den Park und enden an Eisengittern, deren eines sich für die Besucher und Freunde der Herrin des Hauses öffnet. Besonders sorgfältig ist die Anordnung der Gemächer im Innern, die gleichzeitig streng und verschiedenartig aussehen. Mme. de Saint-Victor hat der Prinzessin Luise ihre eigenen Gemächer abgetreten. Die Herrin'des Hauses, die den Winter über in Paris lebt, ist eine sehr vornehme Mau, deren noch junges Gesicht die vereinzelten weißen Haare Lügen straft. In dem großen Salon, in den ich eingeführt wurde, fielen mir unter den zahlreichen Photographien viele auf, die von der Prinzessitt Luise und ihrer Familie sind; sie tragen Unterschriften und weisen auf enge und alte Beziehungen zwischen ihr und Mme. de Saint- Victor hin. Nach kurzem Zögern und Ueberlegen entschloß sich die Herrin des Hauses, meine Fragen zu beantworten, damit nicht falsche Nachrichten durch, die Presse in die Oeffeiitlichkeit bringen. „Ich bin", sagte sie, „an die äußerste Verschwiegenheit gebunden. Die Prinzessin Luise weilt an meinem Herde, und mein Haus ist jetzt die Zuflucht der Ruhe, des Stillschweigens und des stärkenden Friedens. Die Nachricht, daß die Fürstin von Toscana ihre Tochter hierher begleitet hatte, ist vollkommen falsch. Die Dame, die man in Genf und Lyon für die Fürstin von Toscana gehalten hat, war ich. Nach einem sechswöchentlichen Aufent- halt in Lindau bei der Prinzessin Luise habe ich sie mit t^rer Tochter hierher geführt. Der Konsulatsattachee, der
uns begrüßt haben soll, war mein Neffe. Auch daß wir am Buffet gefrühstückt haben, ist ungenau; wir haben dort nur unsere Lebensrnittel gekauft und sehr prosaisch im Zuge gefrühstückt. Ich kann Ihnen sagen, daß die Prinzessin Luise glücklich, ist, hier im Schloß zu sein, und daß die hier herrschende Ruhe ihr sehr gut tut." „Sie stehen schon lange in Beziehung mit der Prinzessin?" „Ja, unsere Familienbeziehungen datieren von sehr lange, und überdies kann es nicht soiiderbar erscheinen, daß ich ihr meine Gastfreundschaft angeboten habe, denn sie ist die Großnichtei des Grafen von Chambord und hat französisches Blut in ihren Adern. Mr sind noch nicht ausgegangen, aber ich werde sie bald mit meinen Armen bekannt machen und bin überzeugt, daß sie sich ihnen mit unvergleichlicher Aufopferung widmen wird. . . Zum stärkenden Frieden wird auch das Vergessen kommen; der Ihnen bekannte Namei wird niemals erwähnt, und 'es ist auch besser, daß man ihn nie hört. Die Prinzessin wird "vergessen." Vor der Haupttür sah der Berichterstatter einen Kinderwagen. Jeden Tag wird die Tochter der Prinzessin Luise von der Lindauer Wärterin in den Alleen des Parkes spazieren gefahren. „Das Baby gedeiht vorzüglich, und nach, allem, was ich hier in dem einsamen Winkel gesehen und gehört habe, erhielt ich den Eindruck, daß die einzige Stimme, dis jetzt ein Echo in dem Herzen der Prinzessin Luise findet, die ihres Kindes ist, für das sie lebt und hofft."
Literarisches.
— Lemuren. Wenn wir etwas von Lemuren hörens so denken wir mit Goethe an die bösen Spukgeister der alten Etrusker, an die nächtlicherweile umherirrenden Seelen der Verstorbenen, zu bereu Gedächtnis im alten Italien die Lemnrien gefeiert wurden. Neuerdings wird mit diesem Namen aber auch eine sehr merkwürdige Ordnung der Säugetiere bezeichnet, eine Gruppe von eigenartigen Tieren, die man früher ungerechtfertigterweise als Halbaffen in die erste Hauptordnuug des Tierreiches, in die der „Primates", einzureihen pflegte. Die Lemuren bewohnen ausschließlich die tropischen Waldungen der alten Welt, und zwar hauptsächlich die Madagaskars, die des kontinentalen Afrikas einschließlich Fernando Pos und die des Festlandes von Asien von Madras bis Südchina und seiner Inseln von Ceylon bis zu den Philippinen. In den zoologischen Gärten sind viele Arten dieser seltsamen Tiere fast gar nicht vertreten, sodaß sie dem Laien noch immer mehr oder weniger unbekannt sind. Um so dankenswerter! ist es, daß Prof. Dr. W. Marshall in der soeben erschienenen 4. Lieferung seines populären Prachtwerkes „D i e Tiere der Erde" (Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt) sich in besonders ausführlicher Weise mit ihnen beschäftigt und ihr Wesen, ihre charakteristischen Merkmale und ihre Lebensweise durch Wort und Bild mit voller Klarheit veranschaulicht. Die vierte Lieferung enthält ferner einige prächtig illustrierte Abschnitte über die erste Familie der Landraubtiere, die Katzen, und schildert in trefflicher Weiss die Eigentümlichkeiten der Löwen und Tiger. Die Illustrationen sind um so wirkungsvoller, als sie ausnahmslos nach photographischen Aufnahmen nach dem Leben hergestellt sind. _____________
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten.)
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Delphischen Spruchs in vor, Nr.r Erz — Herz.
Redaktion: Angnst Götz.— Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Üniversitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Kirsten.


