Nr. 63.
1903.
Freitag -rn 1. Mai.
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(Nachdruck verboten.) Das Gasthaus am Strande. Roman in zwei Bänden von Florence Warden.
L.. Autorisierte Uebersetzung aus dem Englischen.
fr': (Fortsetzung.)
?,Ev öffnete Ihnen selbst die Tür, wie ich glaube?" „Ja, Sir, das tat er."
„Und er war sehr aufgebracht gegen Sie, oder Nicht?"
„Ja, Sir, so ziemlich. Er war sehr erregt und sagte, daß wir morgen früh uns zu verantworten haben würden."
Bei diesen Worten fühlten sich alle, Männer wie Frauen, zu einem tieferen Interesse angeregt. Man rührte endlich- an den Rand' des Geheimnisses.
„Er sagte, daß Sie sich zu verantworten haben würden? Was dachten Sie, das er damit meinte?"
„Ich habe es mir kaum überlegt. Er sprach wild durcheinander. Er war zornig und aufgeregt. Ich dachte an nichts, als wie ich ihn beruhigen könnte."
„Fiel es Ihnen nicht bei, daß er den Gedanken Haben konnte, selbst seinem Leben ein Ende zu machen?"
Diese Frage überraschte augenscheinlich die Dame. Miß Böstal starrte betroffen den Coroner an. Es ivar klar, daß der Gedanke ihr neu war.
„Nein, Sir, an so etwas dachte ich sicherlich nicht." „Sie hatten keine Idee, was er damit meinte?" „Je nun, Sir, ich dachte, er wollte damit auf die Geschichte, die im Umlauf war, anspielen, die Geschichte von den Räubereien, die nicht weit von ihm stattgefunden Hatten. Er pflegte zu sagen, er kenne den Dieb."
Bei dieser offenherzigen Antwort, die dem Munde der Zeugin entschlüpft war, ohne einen Begriff davon zu Haben, welche Bombe sie niederwarf, geriet die lauschende Versammlung in heftige Aufregung, die von feiten der Koltzet dre Rufe: „Ruhe!" hervorrief.
. lvnc sehr aufgeregt, sagen Sie? Schien er sonst rn fernem gewöhnlichen Zustand zu sein? Ich meine, sprach er tote ein Mann, der sich in vollkommener Gesund- hett befindet, ut vollkommener Selbstbeherrschung?" fragte der Coroner, sehr zur Enttäuschung der Hörer, die sich' nrehr pur das der Gesch-tchte zu Grunde liegende Geheimnis als für den Tod des, Fischers Jem Stickels enteressierten.
cr sch-ieu ganz er selbst zu sein. Wir waren erstaunt, thn so zu finden."
„Und — war er nüchtern?"
„Ganz nüchtern, tote ich sagen muß."!
er etwas von dem Schlage, den er erhalten Hatte? Klagte er über etwas?"
„Nicht, während ich da war."
„Und fetzt, mein Fräulein, muß ich Ihnen noch! eine
andere Frage vorlegen. Wie weit ist es von Ihrem Hause bis zu dem Fleck, wo der Verstorbene gefunden wurde?".
Miß Bostal überlegte.
. „Wenn man über die Felder geht, muß es ungefähr eme und eine halbe Meile sein. Auf der Straße sollte ich' glauben, fast zwei Meilen."
Hier winkte der Oberaufseher der Polizei dem Co- roner zu, um seine Zustimmung zu dieser Berechnung aus- zudrücken.
„Und fetzt sagen Sie mir gefälligst, welche Zeit war eG, als Ste die Hütte verließen, das ist, als Sie zuletzt den Verstorbenen sahen?" 3 81
„ES war ungefähr zehn Minuten nach Sieben.^
„Wonach stellen Sie die Zeit feft?"
„Ich sah nach der Uhr, als wir wieder zurück nach Hause kaineu, um zu wissen, ob es Zeit wäre, für di« Rückkehr meines Vaters das Feuer im Speisezimmer an- zuzünden. Und es war fünfundzwanzig Minuten nach Sieben."
„Dantt rechnen Sie auf den Weg eine Viertelstunde?^ ,, „Ja. Es ist auf dem Weg, den wir kamen, über die Felder dreiviertel Meile."
Es fand fetzt eine kurze Pause statt, und die lauschend«' Menge, gespannter als je, harrte atemlos der nächsten rprage des Coroners. Sie fand in einer ziemlich' überraschenden Form statt.
„Können Sie mir sagen, Miß' Bostal, ob Sie und Miß Claris vom Augenblick Ihrer Rückkehr an bis zur Ankunft Ihres Vaters immer beisammen blieben?".
Miß Theodora besann sich.
„Nicht die ganze Zeit", antwortete sie, nachdem sie stch einen Augenblick bedacht hatte. „Ich zerriß mir, als, ich' durch die Hintertür trat, an einem Nagel das Kleid und bat Miß' Claris, den Tee zu bereiten, während! ich auf toeitt Zimmer hinaufeilte und es ausbesserte."
„Und tote lange waren Sie oben?"
„Ungefähr eine Viertelstunde, wie ich! glauben möchte.^
„Sie haben kein Mittel, die Zeit festzustellen."
„Ich hatte nicht Ursache, besonders acht auf die Zeit zu gefreit; doch ich glaube mich zu erinnern, gesehen zu haben, haß es zwischen zwanzig und fünfzehn Minuten vor Sieben war, als ich in das Speisezimmer hinunterging und Feuer machte."
„War Miß Claris darin?"
„Nein, sie kam nicht lange darauf mit dem Tee herein.^
„Und um welche Zeit war das?"
„Das kann ich! nicht genau sagen. Doch glaube ich, es war bald nach! Acht."
„Und hörten Sie sie während der Zeit, da Sie allein! im Speisezintmer waren, sich in der Küche bewegen?"
„Ich erinnere mich nicht, es bemerkt zu haben. Ich war mit dem Feuer beschäftigt. Es wollte nicht brennen.^
„Alles tit allem folgere ich aus dem, was Sie sagten, daß von der Zeit, da Sie Miß Claris an der Hintertür


