Ausgabe 
30.4.1902
 
Einzelbild herunterladen

254

ann würde er schon

Der Me streichelte ihm die Hand.

Hast Du nicht Luft, einmal auf den Hof zu gehen? Es ist so lange her, seit Du da warst, Schwieger­vater!"

...Ich weiß, daß ich sündige, aber ich thue es willig und gern!"

ja, Helene war fort! Diese Thatsache drängte sich aller Augen und Ohren täglich auf, sie wogte des Morgens im Theedampf, sie strahlte des Abends wehmütig aus den Ofengluten, sie war auf den welken Blättern der Rosen und Kallas zu lesen, sie wehte dem Beschauer traurig aus der gestärkten Wäsche entgegen, die im Garten hmg.

An einem Sommernachmittage wanderte der Re^ dakteur, auf Thomas gestützt, langsam im Garten umher, finstere Blicke auf die verdorrten Blumen werfend. Er hatte eine Zeit lang krank gelegen, und war jetzt so ge­brechlich geworden, daß er nicht mehr allein zu gehen vermochte. 0 ö '

Thomas redete ihm Mut ein. Er würde sich, weiß Gott^ wieder erholen; er habe nur ein wenig Luft in den Lungen nötig, und ein wenig gutes Leben. Er solle nur tüchtig Malzextrakt nehmen, dann würde er schon sehen, tote er wieder Fleisch ansetzte.

Aber das kostet Geld, das kostet Geld."

Sa,, zum Teufel auch! Das Leben währt jal Nicht ewig! Laß uns nur nicht darüber reden, Schwieger­vater!" ° '

Thomas konnte sich nicht davon entwöhnen, ihn

Schwiegervater zu nennen.

Langsam gingen sie hinaus und setzten sich ins it-t) 11-t-f A V»

haben wollte, hm! -

es wollte gar nicht gehen! Jeden Abend

zankten sie sich so daß der Schnupftabak und der bitterste Hohn nur so durchs Zimmer flog. Der alte Müller war nahe daran, dem Bruder das Leben zu nehmen mit Tor- pedos und schwimmenden Batterieen. Mein Gott, was sollten wir nur mit Festungen! Nein, Küstenverteidigung und Volksbewaffnung nach Tschernings Plan das sei der rechte Weg! 1

, So zog denn der Redakteur wieder in fein früheres §etm und alles ging im alten Geleise, nur Helene war fort.

Da merkte der alte Mann, daß seine Lebenskraft verbraucht war, nur die trockene, klappernde Greisenhülls T' 6,kblieben. Die Schweißperlen der Ermattung auf §ierC&Ttf?"eiftC et bte §anb nuS: "Thomas, da?f ich

Müller war voll Aufmerksamkeit gegen b>J?Tuber- ®cTer ^ott! Sollten zwei gute alte Brüder bei einander wohnen können, wenn sie nur selbst wollten! Das Ganze könne noch wieder gut werden, wenn

Thomas drückte die dünne Hand.Bleib Du nur. Schwiegervater, bleib Du nur!"

Dann wurde sein Bett in den Mühlhof hinaufgeschafft, weil man meinte, daß es der Pflege wegen besser fei' wenn er ganz tm Hause ausgenommen werde.

Als der Frühling ins Land zog, ergriff ihn die Baulust wie em wildes Fieber. Nur das verdammte

Eine Zeit lang fuhr er in der Nachbarschaft umher man Ten tonbf ffSr*8 e<^e&en' ,a6er überall schüttelte «TL-T kT; .Endlich erbarmte sich dieSparkasse des hmr f^Trtbevr^ ^rner, aber die Summe, die er erhielt, wtm> T Ö r?nd)t üroß- genug, jetzt wollte er die Sache in Angriff nehmen, vielleicht gelang es ihm dann sväter noch irgendwo des fehlenden Geldes habhaft zu werden. '

Tage gingen dahin mit Reisen, mit Zeichnen und Erwägen, mit Unterhandlungen mit Zimmerleuten ÄShtebe ~ em unaufhörliches Jagen, viele Wochen

Und dann kam die Geschäftigkeit des Baues mit ihrer ganzen aufregenden Spannung. Vom frühen Moraen bis zu»- spaten Abend Peitschengeknall und Wagengerassel, Balken knarr en, Klirren und Klappern der Werkzeuge Und

»w i>a6dn, *«8 »"d auf.

Äe Ktg;1 KN,f.-n und dtonle

-u- |

Tfrf1Tfrnb/ Kat! Hblene gegangen war, hatte er bei p* beschlossen, daß er sofort in die alte Heimat znrück- w?T Ta6' ? fto-ürbe <3aV)t '^end eine Höhle finden, TLVf, M Mit seinem Aerger verkriechen und in Ein- tofJiTf 'i16 konnte. Möglicherweise konnte er auch eine i ^anqlam Sten CCr dergleichen an seinem Wohnzimmer.

wÜden Hohn auf bei eigenartigenSo!" rief plötzlich der Alte aus; er hörte trippelnde

leser bei der ÄTXTf ^danken: Er Korrektur- I Fußtritte aus der Kammer nebenan. ' W

Bald war alles zu,/Ümzua bereit (Knra i x, "^m!. ®u einmal sehen, Thomas Ah! Da seine schmerzende Lütte es^bT STE haben wir ja Bruder Kristen! Willkommen Bruder! er nach dem Mühlhofe hinüber Ät <?Ä $Un' geht's? Gut! Das ist ja schön! Willst Du sagen. Mit der Laltuna e nes meTTab .T. ^ohl zu einmal sehen, was hier tm Volksblatt steht! Was legen en Blick, der halb unter TnA sT I ut,l btc Regierung zu bieten wagt! Sicherem Verlauten

bei Secteibigunglnnnifter in der -mchsl-n

rtnutfenbe, Wmq-nd- Bau--n!r-n»dltchls>t. in d-r Ä I bem"still ta b« «nfl"'S>lmf-chl?nb, Ah--n/"st« te

**" « * - I Nggrw-M» 8» Di- Gchlv-g-iin61ett ilvrf Dann warf sie sich an seine Brust I § Arster^' klopfte er ihr noch einmal auf die

- - - ' _ 1 ff.^ulter - das Ganze ging mit Würde vor sich. Als aber

Ter Winter war mit Schneefall und trübem Wetter I TTTTs Thomas kam, brach der alte Mann zusammen.

über Ostholmstrup hingezogen, ganz wie sonst Es waren I Seinp-n sro'Ts ^tebe5 Tr.e cr die Hand, während es

keine großen Vernndertmgen in dem Do f vS ch TganT s uen Mund wuiiherlich ilmzuckte endlich richtete er sich ols der kleine, schwarze FrühlingseMingelfltzupfZe^bL S oikers unbesiegbaren Festigkeit des

es s. zKW« L Ä « A

»ÄML »ÄSöäftC stoei Menschen sich so recht von Herzen liebten, so sollten fle einander, weiß Gott, haben! Er war stolz darauf daß er sich treu gewesen war, an jenem Tage, als seine Ueberzeugung auf bte Probe gestellt wurde. J

Aber eines Abends vermißte man ihn. Man suchte Überall, m der Backerei, in der Mühle. Endlich fand man ihn er lag über dem Koppelzaun und weinte . E nun an geschah es häufig, daß er mit Sette gingett/ 9eIb6rciunert' langhalsigen Gefährtin zu

Lange Zeit kämpfte er mit sich selber. Einen Tag

?n'lv-e br stundenlang auf einem Holzklotz sitzen, an I 7""'°"yw ivicuci gut werven, wenn

«TT ^krohhalm nagend, den nächsten Tag machte er I h vfJT 'm eln , toem9 mehr heitere Lebensanschauung! sich dann in der Mühle und auf dem Hof mit der 1 BaBen 1DDnt*- B =U jungen* LchsNsgn bte

nnbere Ajen 68 016 b0<' I11»" »»4 »»4 . Zuweilen überfiel ihn eine wilde Lust, das Ganze anzittiedeln" 'n Tetlb binein Urwald Amerikas

anzufiedeln, ein Bretterhaus zu zimmern, und mit den OTaaTT kämpfen. Wenn er dann aber an seine alte ytianimem ^te'C e nHe feine Auswanderungspläne