Freitag den 29. August.
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(Nachdruck verboten.)
Miß Cookson aus New-Jork.
Bon Heinrich, Lee.
(Fortsetzung.)
Alle Dämme der Ueberlegung, der Vernunft aber in ihm waren jetzt von seiner Leidenschaft durchbrochen, und selbst aus ihrem Leugnen vernahm er nur die Verkündigung seiner Seligkeit.
„Du liebst mich noch", rief er, flüsterte er, und er zog sie in seinen Taumel hmein — „Du liebst mich, noch und wenn Du's leugnen willst — mir. Dir selber zum Trotz — Willst Du wissen, wer mir's verraten hat? Der alte Mann, der Deine Sache führt, den Du nicht täuschen kannst. Vor Deinen Fenstern habe ich gestanden, gewartet — voll Qual, voll Wahnsinn, Bell, voll wahnsinniger Eifersucht — auf die fremden Männer, die jetzt in Deinem Hause sind. Nun aber weiß ich bah sie nur alle Deine Narren sind, ja, Deine Narren — und daß Du keinen liebst, als mich!"
Sie fühlte, wie sie dem Taumel, in den er sie, zu sich hinunterzog, versinken würde, wie sie die letzte Kraft verließ,.
„Es ist nicht wahr, es ist nicht wahr", stöhnte sie.
„Bell", drang seine Stimme siegestrunken in ihr Ohr, „Dein Herz, Du bändigst es nicht. Und sagst Du, es sei nicht wahr — so ist es die erste Lüge, die Du sprichst, Du bist mein!"
Sre war verloren.
Ein Klopfen lieh sich, plötzlich vernehmen.
Es kam von der Thür her.
„Bell", klang eine Stimme von draußen, „darf ich herein?"
Es war die Stimme Freds.
Herwarth erhob sich,.
Er sah aus wie jemand, der aus einem Rausch! erwachte.
„Wer ist das?" fragte er.
Ein unbeschreiblicher Ausdruck zog über ihr Gesicht. - Sie war gerettet.
>,Mein Vetter Fred Bennet", sagte sie in einem Ton, der ihm feine Besinnung zurückgab.
Dann wandte sie sich gegen die Thür.
„Komm' herein", rief sie.
Fred steckte, als er jetzt über die Schwelle trat, bereits itt seinem Reiseanzug. Er kam, wie verabredet, um' Bell abzuholen. Von Robinson hatte er erfahren, wo er sie finden würde und daß sie unvorbereiteten Besuch empfangen hatte — erst eine Dame und jetzt einen Herrn.
Beim Anblick Herwarths blich Fred verwundert stehen Und fragend richteten sich seine Blicke auf Bell.
>,Du kennst diesen Herrn noch nichts rief Bell jhm ruhig lächelnd zu, „es ist mein Gatte/; L_.
Fred prallte zurück.
Feindselig und herausfordernd maß er jetzt HerwarU
Bell trat vor ihn hin.
„Ruhig, Frch!" sagte sie.
Was hatte sie im Sinn?
Der rätselhafte Ausdruck wollte aus ihrem Gesicht nicht weichen. !
Es war ein Gedanke — wie ein Blitz wär er vor ihr aufgetaucht. Und mußte sie ihre Rettung vor diesem Manne^ vor sich selbst nm jeden Preis erkaufen — um jeden, i
„Fred", sprach sie befehlend, langsam und fest, nur daß ihre Stimme etwas zitterte, „Fred, sage diesem Herrn,, weshalb Du zu mir kommst. Sage es ganz genau."
Fred verstand sie nicht. Nur soviel begriff er, daß, es sich darum handelte, diesem Manne, den sie haßte, dep er selber haßte und der nun plötzlich auf eine chm noch unerklärliche Weise hier vor ihr stand, einen Stört an* zuthun — und ohnehin gewohnt, ihr mechanisch zu gehorchen, erwiderte er:
„Du hast die Absicht, zu verreisen, mit Deiner Nacht, und ich soll Dich begleiten.. . ""
„Allein?" :
„Allein." ! " ■ t\
„Es ist gut. Geh' jetzt hinaus und warte auf mich"
Fred warf dem Anderen noch einen kurzen verächt* lichen Blick zu, dann ging er.
Wieder waren sie beide ohne Zeugen.
Sie sah ihn jetzt an, tote der Jäger ein- anspringendes Wild erwartend, ob ihr Anschlag gelungen war.
„Du willst mit ihm fort — mit ihm allein?" brachte er endlich mühsam hervor, während er plötzlich alles, waS er zwischen ihr und diesem Manne jetzt gesehen und gehört hatte, zu verstehen glaubte.
„Du hast es gehört!" ■ 1
Ein Schwindel schien ihn zu überfallen und gleichsam,, wie um sich einen Halt zu geben, klammerte er sich att dem kleinen Tisch fest, der vor ihm stand.
,,Du liebst ihn r ries er heiser.
Ihre Absicht war erreicht.
Erst versagte ihr die Stimme. Dann aber sprach! sie,, ihre Züge hu einem kalten, steinernen Lächeln zwingendt
„Glaubst Du mir nun, daß ich Dich nicht mehr liebe?"
Er stieß, einen dumpfen Schrei aus wie ein verendendes Tier, dann raffte er sich, auf und stürzte davon.
Sie hatte gesiegt. '
Jetzt erst war sie losgelöst von ihm — für immer.
Es war der Abgrund, den sie aufgerissen hatte zwischen ihm und ihr — und keine Brücke führte mehr darüber hinweg. i
Fred trat ein. 1
„Ist er fort?" fragte er. -/Bell, der Wagen wartet auf uns." ; A ■ ■■■ i V-y v ;
, sagte sie. I -;l' i
Me hatte Befehl erteilt, uyt möglichst üMMrkt davon*


