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Ktbattlont Curt Plato. - Rotationsdruck und Verlag der Brützl'schm UnivnWts-Buch° und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.
Gutes Deutsch. Im zweiten Juli,heft des Kunstwarts I veröffentlicht der Herausgeber, der feinfühlige Avena- I rius, einen Artikel „Gutes Deutsch', in dem er mancherlei Sprachsünden beklagt, und den Weg zur Besserung zeigt. Dabei schildert er sehr charakteristisch die Sprachsünder selbst. Die Zeitunigen, sagt er, fangen von Zeit zu Zeit solch mißtönig Bögelchen und fragen, woher es stammt. „Sie erwidern sich selbst: es ist ja klar, wer hat es denn aus- tzebrütet? Bon den Juristen stammt's! Wie, hallt die j Antwort, ihr wagt es, unser Singetier zu schmähen, hört ihr denn nicht, wie der Blätterwald selber mißtönig rauscht, in den ihr's gesetzt habt? Zeitungsdeutsch, giebt es was schauderhafteres als das Zeitungsdeutsch das schon vor zweihundert Jahren der alte Stieler bejammert hat? Das giebts schon, sagen die Journalisten, auch abgesehen von Eurem — ihr braucht nur hinten die Inserate bei uns zu lesen, für die wir nicht verantwortlich sind, von den Familienanzeigen über all die Kauf- und Wohnungsangebote weg bis zu den Stellengesuchen, in denen man mit ff. Refferenzen per sofort Kondition suchte Beim Kaufmannsdeutsch mit und ohne Schwung — in der That, da einigt [man[sich wieder. Besser ist ja das Schu lm eist erden t sch, es besteht nicht aus Wind, es besteht zumeist aus dauerhaftem Papiere. Es ähnelt schon dem Gelehrtendeutsch, das ja so hochberühmt ist von Alters her — nur daß man den Ariadnefaden bei sich haben
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Aus den Erinnerungen eines Kaufmanns aus keiner Lehrzeit vor 50 Jahren grebt die „Kolm Ztg. folgendes wieder: Als ich vor etwa Zähren in emeg KSÄffÄWÄ war in die Lehre trat, herrschten noch Zustande rm LA Ungs wesen, von denen man jetzt keine ^ung hat. Mrt dem Berechtigungsscheine zum Dimste-als williger in der Tasche und großen Rosinen rm Kopse, traracy,
ÄS! 8 XV* Ä SÄ-Ä A hprfpn Und alles dazu nötige aus der Wohnung herunter-^ I und wieder
ßinnthpr+a ickineiden und kleben, mit dem Alten zusammen Geld abzählen Und einpacken, Briefe abschreiben, ^ne M>Prer- vreiie aab es nicht, Bücher registrreren u. a. m. Ev^ waU wir in der ersten Zeit ein etwas prekäres und genierliches
eüter primitiven Holzbude zu s-Paftn, wobei ich mit dem I Klivie ^an die Klappe zu liegen kam, durch die wir tnote I Rilde bineiukrochen Frühmorgens weckte mich der iXacht-
2ckier indem er die Mappe öffnete, um mich kräftig am
Kommis bei meine/ Angebeteten Fensterparade machen | konnte. -—
Rätsel.
(Nachdruck verboten.)
Das Zwillingspaar, wie soll ich's wohl beschreiben? Wo wir auch geh'n, geht's mit auf jeden yciU;
Doch soll's nur rückwärts schau'n und unten bleiben, Kommt's Plötzlich hoch, ist's wohl em schlnnmer Fall. Doch wird geändert drin ein cinz'ges Zeichen, — Das Ziel der Sehnsucht vieler stellt es dar. Heil dem, dem es mit seiner wonnererchcn Freiheit Erholung bietet jedes Jahr.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.r Ruderregatta.
must per, ans Eingangswort gebunden, wieder an r e frische Luft führt. Wir freilich meinen die Geistlichen, wir sind doch andere Leute, von uns solltet ihr, Ge ehr e, das Elegantschreiben lernen: tragt den Kopf nicht oben, stellt euch drauf, so hat er was solides unter sich.und wenn ihr dann mit den Beinen wackelt, wie originell sieht s aus? Ah, sagt der Offizier, das beste Deutsch giebts doch wohl in unseren Kreisen — oder kann irgendwer behaupten, daß zu den Sprudel- und SkrudelwitzsPäßen auch, nur der ent- ferntNe Anlaß da wäre? Und welche ein Deutsch pflegen, die uns nahe stehen in der Freude Korperubungen, dm S p o r t l e u t e von den Ruderern und Radlern bu hinauf
den Feinsten in den Automobilen oder auf den Gaul - ta mm ite »!« »ÄS >« raMinTnuh hpritpfivn als Bet uns? Freilich, es giebt ja Rörgeler und Krittler, die selbst die
Hofbehörden nicht ganz natürlich fmden, wenn sie K. Bi.
! vom Andenken „Allerhöchstihres h°UMpiUN lmi so Baiers" svrechen, oder die unserer Minister selbst bei 1 wichtig-»'LV, d-m « »W
varaäravhen. Ja, Menschen giebts, die bezweifeln, ob man von einem Sowaten reden könne, der „für fern BaterlanÄ farfpuh bearaben liegt", was doch unter einem Knackfußbilde K Ten?Ärtfe & Ä<Ä Sr. Majestät des Kaisers
der Arbeiten an der Markuskirche, und der mit der Kon- , fervierung der Baudenkmäler Beauftragte Ingenieur Rm I polo die meiste Aussicht, als Sündenböcke ausersehen M werden. Die Oberleitung der Aufräumungsarb eiten ist deut bisherigen Leiter der Forumsausgrabungen, Boni, übertragen worden. Dieser will, falls der Carnpanile tnt I alten. Stile wieder errichtet wird, alle brauchbaren Teile I wieder verwenden und gleichzeitig festzustellen suchen, von I wo das Baumaterial stamme; er vermutet,, daß die Ziegel römischen Ursprungs, vielleicht «us Agntleja, sein Annen.
Tie Mehrzahl der Benezianer ist unbedingt für Wiederaufbau des Bauwerkes!, das so viele Jahrhunderte hindurch eins der charakteristischsten Wahrzeichen der Dogenstadt gebildet hat. Nicht nur aus diesem Grunde, sondern auch aus ästhetischen Rücksichten ganz örtlicher Bedeutung — denn I allaemeine Schönheitserwägungen könnten das Gegenteil an- I raten - möchL ich mich diesem Wunsche anschließen. ®er durch seine wuchtige Masse und gewaltige Hohe die ganze Mazza di San Marco beherrschende und unwiderstehlich Be- acktung heischende Campanile trug ganz hervorragend dazu Bei, die Unregelmäßigkeit der Grundform des Platzes sowie die Ungleichheiten im Stile der monumentalen Gebäude desselben zu „übertönen". Der Markusplatz hat die Gestalt | eines Trapezes, an dessen längerer paralleler Seite, aber nicht in ok Bütte, die byzantinisch Markuskirche liegt. Ohne organische [Verbindung schließt sich an sie der gothische Dogenpalast an, von dem aber Nur ein klemer Teil s^tbar ist, wenn man inmitten das Markusplatzes steht. Die Stelle, wo beide Gebäude zusammen stoßen, verdeckte in sehr glücklicher Weise der Markusturm, und zwar so,, daß nun die herrliche füufbogige Kirchenfassade gänzliche jene Platzfeite auszufüllen schien. ... ....
Andererseits ist nicht zu verkennen, daß Mit dem massigen, mittelalterlichen Turme ein mit keinem der sämtlichen Gebäude im Stil harmonierendes Bauwerk verschwunden und das volle Uebergewicht der horizontalen Sutten und der Bogenhallen im ganzen Umkreise der Piazza her- aestellt ist. Eine gewisse Berechtigung ist deshalb den Gegnern der Wiedererrichtung des Turmes am alten Platz und im alten Stil nicht abzufprechen, und ich. möchte glauben, daß der Campanile nicht Wiedererstehen wird, wenn es nicht sehr bald geschehert kann. Man wird sich, bald an den einheitlicheren Anblick des viel freier gewordenen Platzes gewöhnen und die Zahl der überzeugten Turm- freunde, die heute keinen Einspruchs wollen gelten lassen, wird int Verlaufe der Zeit sicherlich zusammenschrumpfen.
Gegenwärttg wird noch darüber gestritten, ob den Venezianern allein die Ehre Vorbehalten bleiben solle, die Kosten aufzubringen — fast eine Million ist bereits gezeichnet — oder ob man die übrigen Landsleute und das Ausland zur
Mitwirkung heranziehen solle.
Vermischtes.
h f r k t S
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