Ausgabe 
28.5.1902
 
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glück naht 1"

nebenan:Glauben Sie, Marianne, der Herr hat Boses vor. Gestern breitete er schnell sein Taschentuch über einen Revolver, als ich eintrat. Bald haben wir einen Toten

Redaktion: I. B.: R. Dittmann. Rotationsdruck und Verlag der Brithl'schen Uuivcrsilats-Vuck- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.

Tn hierher?"

Gott gab mir die Kraft", erwiderte sie einfach", aber? laß uns von Dir sprechen. Eberhard, Du wolltest sterben, mich verlassen?"

Er vermag nicht zu lügen, stumm senkt er das §aupt.,

Hast Du mich denn nicht mehr lieb; bin ich Dir eine Last?"

O Gott, nein, aus Liebe zu Dir ivollte ich's ja thun. Und er erzählte ihr alles, alles.

Und Du glaubtest, ein Leben in Bequemlichkeit und Glanz wäre mir mehr wert, als Dein Besitz?" fragte sie vorwurfsvoll.Eberhard, ich wäre nach Dir gestorben! Gelobe mir, nie Hand an Dich zu legen! Ich werde genesen,

Steigerungsscherze.

(Nachdruck verboten.)

Die Striche sind durch Wörter zu ersetzet!, von denen das zweite dem Klange nach die Stcigernugsform des ersten darstellt, z. B. Mai, Maier; Ritt, Ritter.

1. Nur dies eine möchte der preisgekrönt werden.

2. Das Edclsräulciu trat aus dem und schwang sich auf deu.

3. Das Mädchen ließ den in der liegen.

4. Hebet die der Schützen schwebte stolz ein.

5. Ich lasse bei diesem arbeiten.

6. Wie kann dieser Stümper, etwas von ~ zu spielen.

(Anflösnug in nächster Nummer.)

Auflösung des Buchstabenrätsels in vor. Nr.: Welle, Wille, Wolle.

schaudert. , r,, .

Am andern Tage ordnet er seine Papiere, um sich dann heimlich aus dein Leben zu stehlen.

Nun sitzt er bei Margarete, zwingt sich, zu sprechen und hat dabei nur den einen Gedanken: zum letzten Mak! zürn letzten Mal umfängst Tu die holde Gestalt, zum letzten Mal küssest Tu den süßen Mund! Er muß gehen, sonst verrat er sich. Er beugt sich, seine Lippen berühren ihre Augen,

ihr Haar.

Leb' wohl, Margaretlein!"

Ist nicht eine heiße Thräne auf ihre Stirn gefallen, klang seine Stimme nicht gepreßt? Er grämt sich um ste, denkt sie gerührt. Sie sinkt in leichten Schlummer. Plötz­lich fährt sie empor, hat sie nicht eben gehört:Ein Un- ----- Zitternd lauscht sie, der Diener flüstert wen Sie, Marianne, der Herr hat Böses vor.

büßen, stammelte er.

Nein, nein, sieh her, ich gehe frei Und sicher!"

So hat Deine Liebe das Wunder vollbracht!"

Die Deine wollte ein größeres Opfer bringen. Gotch lob, ich kam zur Zeit. Und nun tilge Dreine drückendsten Verpflichtungen mit meinem kleinen Erbteil, löse Tein Ge­schäft auf und werde ein Künstler. Ich begleite Dich auf Deinen Reisen, trage fortan mit Dir Freud und Leid, Wohl-

Ms er an diesem Wend nadji Hause kommt, fällt . was die Aerzte für möglich halten: ein großer Schre« keiner Frau doch sein verstörtes Aussehen auf, mit leerem | hat die Lähmung gehoben. Ich, werde gesund, gesund!

pr fifier sie fort sein sonst so klares Spiel ist | Und sie lachte und wernte m einem Atem.

^erwirrt Aber er sagt ihr beruhigend, er hätte Aergev |Ich kann's noch nicht glauben, Du wirst den Opfergang

im Geschäft, rmd es lohne nicht, darüber zu sprechen.

Ruhelos wandert er dann in seinem Zimmer auf und nieder, Verzweiflung int Herzen. Aus dem Geheimfach seines Schreibtisches nimmt er einen Revolver. Ntcht aus Feiabeit will er dem Leben entfliehen, sondern um Marga­retes' Zukunft zu sichern. Tie Gesellschaft, bei welcher er sein Leben versichert hat, zahlt die Summe auch, bet

ÄjöÄSÄTJft I Brust 6efr.it, er HlBt feit, ®ei6,

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fettt ^0/ fn-hmp i hfe moralische Kraft mit ihm I lind von nun an werden sie wandern Seite an Seiten MhSÄSÄUS A yzK-BLUM-AM*-**8,efe ihr Siechtunt erfordert anderes. Aber damit sie nicht ahne, I vereint. Dvkch ro> tg icitg ^o^.

brütger 'ei?Spuren ^hitEer- Was muß man vou der Wetterkunde (Meteorologie)

läßt." Er hat es einst einem Mexikaner, der mit ihm Musik I wissen?

studiert und aus Liebesgram sterben wollte, fortgenommen. I $ott -Zr. I. v an Halen. Verlag von .Hugo Steinitz in Da ist das Fläschchen mit feiner grünen Flüssigkeit. Ihn | Berlin SW; 12. (Preis 1 Mk.)

Tie Wetterkunde hat in ihrer neuen, wissenschaftlichen Gestalt in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte ge­macht, und eilt Netz von hunderten von Beobachtungs­stationen mit den nötigen Instrumenten und kundigen Be­obachtern ist über die Erde gespannt und durch Telegraphen verbunden. Täglich gehen an den Hauptstationen von über­all her Berichte ein. Auch werden daraufhin Wettervoraus­sagen, Sturmwarnungen tc. gegeben, in den Wetterwarten angeschlagen und in den Zeitungen veröffentlicht. Tie Wetterkunde ist für manchen höchst nützlich und für alle höchst interessant, ttnb keiner, der nicht mit in der allge­meinen Bildung zurückbleiben will, darf in der Wetterkunde unwissend bleiben. Der Verfasser des vorliegen­den Buches hat es m ei st er ha ft verstanden, dir-, elementaren Sätze der Meteorologie all­gemein verständlich, leicht faßlich und inter- essantda rzustellen. Das Buch sollte in keiner Haus- , bibliothek fehlen.

im Hause." . ! ------------

Sie will ihn zurückrufen, doch kein Don entringt sich | (Semchtttii&iges«

ihrer Kehle. Ist es denn möglich, Eberhard will sich toten, Seh r w ichti g fiir a ll e Sp ar g e lb e etb e sitz er! sie allein lassen: Nun versteht sie seine heutige^Bewegung. I Wenngleich auch die heurige kalte Witterung der Entwicke- Jhr wird eiskalt und bann glühend Hertz. Vielleicht richtet j f Spargels nicht besonders dienlich ist, so dürfen er jetzt die Waffe auf seine Stirn, vielleicht haucht er fetzt )uir boct). nicht glauben, daß das Wetter auch den

seinen letzten Seufzer aus! Nein, noch hort sie ihn umher- Sparqelfeinden unangenehm sei. Im Gegenteil, je mehr gehen. Aber dann wird er den Revolver nehmen, nem, j ungünstige Witterung Saftstockungen hervorgerufen er darf's nicht, sie wird ihn hindern! I werden, desto mehr wird der Spargel von seinen Feinden

Kein Gedanke kommt ihr an ihr Leiden, sie läßt die | angefallen. Es ist deshalb jedem Spargelzüchter auf das! Füße zur Erde gleiten und steht auf. Da sinkt sie zu- I dringendste anzuraten, auf die Spargelfeinde Heuer beson- sammen. Nun besinnt sie sich, sie ist gelähmt. Aber sie ders acht zu haben. Tie Feinde, die jetzt schädigend auf­muß gehen und wäre es ihr Tod! Die Schritte dort sind | treten, sind Spargelfliege und Spargelkäfer. Neue^ An­verstummt, das Fürchterliche naht. Kälten Schweiß auf I sagen werden häufig durch die Spargelfliege vollständig der Stirn, bei jedem Schritt strauchelnd, sich an den Möbeln I vernichtet. Um unseren Lesern bei der Bekämpfung der haltend wankt sie durch den Musiksaal zum Zimmer ihres Spargelfeinde an die Hand zu gehen, haben wir mit dem Gatten. Ihr Atem keucht, bunte Lichter tanzen vor ihrenErfurter Führer im Gartenbau", in dessen Nr. 5 die Augen. Mit letzter Kraft öffnet sie die Thür, der Unglück- Spargelsliege abgebildet ist und deren Bekämpfungsmaß- liche hält ein Flakon mit einer grünen Flüssigkeit in der regeln genau angegeben sind, das Abkommen getroffen, Hand. Sofort errät sie, daß es Gift ist. daß diese Wimmer unseren Abonnenten kostenfrei zu-

Eberhard!" schreit sie markerschütternd aus. I geschickt wird, sobald sie sich inittelst Postkarte an das Ge-

Er starrt sie an, als sähe er einen Geist . I schäftsamt desErfurter Führer int Gartenbau", Erfurt,

Tann springt er auf, das Fläschchen rollt zu Boden, er | senden. ___________

umschlingt die zerbrechliche Gestalt, er bettet sie auf dem Sofa.Tu, Du", murmelte er immer wieder,wie kamst