Mittwoch den 26. Mar?.

Nr. 46

1902.

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as einst dein Jüngling galt für heilig, Verwirf als Mann nicht allzu eilig; Sonst muß der Greis den steifen Rücken

Nach einst Verwors'nem mühsam bücken.

Ritter von Leitner.

kurzem

In die Stube des Pastors trat er nach Klopfen und legte den Bohnensack voll Geldstücke vor ihm auf den Schreibtisch.

Woll'n Se mich bat upheben, Herr Pastor?" , Meh da, Tobias Breeden! Willst du verrersen,

(Nachdruck verboten.)

Tobias Breeden.

Von Luise Westkirch.

(Fortsetzung.)

Tobias?"

Jo, Herr Pastor."

Auf lange?"

Kann ick nich seggen."

Wohin soll's denn gehen?"

Weet ick nich." .

Ter geistliche Herr sah seinem Besuch grade m die Augen.Was hast du vor, Tobias?"

Nix Slechtes, Herr Pastor. Tie Schandarms kneg'n Jan Jürgens nich, un nu"

Willst du ihu suchen? So."

Ich binr de Nächste zu, Herr Pastor."

"Ich will ihm wohl zu fassen friegit."

Ja, das kann sein. Wenn du chn findest, was werft du dann thun?" ,

Tenn muh ich ihnr wohl in Emden nachs Gerecht neben/'

Tie beiden Männer sahen einander einen Augenblick an. Langsam eeahm der Geistliche die Bibel vom Tesch und hielt sie seinem Besuch hin.

Leg' deine Hand auf Gottes Wort, Tobias Breeden, unb schwöre dem Allmächtigen, daß du Jan Jürgens ans Schwurgericht zu Emden abliefern willst, wenn du ihn findest."

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^Tobias Breeden, du bist Gottes Wege gewandelt bis in dein fünfundsechzigstes Jahr. Wer der Zorn, auch der gerechte, ist ein schlimmer Versucher. , Trum will ich eine Mauer aufrichten zwischen dir und deinem Zorn. Versteh mich. Nicht Jan Jürgens wegen. Der ist gerichtet. Nähme er Flügel der Morgenröte, und täuschte er jedes Menschen Auge, Gottes Strafe entflieht er nicht. So aber du Tod- sünde auf dich lüdest um solchen Abschaum der Menschheit,

um dich, Tobias, wär' mir's leid. Und unserm Herr­gott, mein' ich, auch. Drum schwöre."

Da legte Tobias Breeden ferne Hand auf dre Brbel, und schwur, dah er Jau Jürgens unverletzt ins Amts- gefäugnis in Emden abliefern wollte, wenn er chn finge.

Mit dem ab geh end en D ampfer fuhr er hinüber nach der nächsten Stadt am Festland. Dort übernachtete er. Am andern Morgen kaufte er ein paar Meter zäher, neuer Stricke, um den Mörder zu binden. Die schnürte er fest tn sein Bündel, und also ausgerüstet wanderte er ins Land, den Biegungen der Küste folgend. Er besuchte reden Hof jede Kate. Er beschrieb Jan Jürgens den Kuhhirten auf den Weiden, den Arbeitern in den spärlichen Feldern, und wanderte weiter auf dem Rücken der Deiche, durch schlüpfrige Marschwiesen, über fruchtbare Felder. In den Städten hielt er Nachfrage auf den Polizeibureaus. Man gab ihm mürrisch, spärlich Auskunft. Tie in Amt und Würden saßen, sahen ungern den unbefugten Eindring­ling, der kam, um ihre Pflicht besser zu erfüllen, als sie selbst. Tobias lieh sich nicht abschrecken. Er wanderte weiter, die Ufer der Ems entlang, an beiden Seiten der Leda hin. Wo eine einsame Schmiede stand, eine Schiffer- herberge am Wasser, da wickelte er einige Münzen los ans seinem Bündel, unb versuchte, sie für ihn reden zu lassen. Er schloß sich den Wandernden auf den Land­straßen an, den Bauern, die ihr Vieh zu Markt trieben, den Handwerksburschen, die zur Herberge zogen, und er­zählte ihnen den Zweck seiner Reise. Die meisten lachten ihn aus. Er solle Zeit und Geld sparen! Wenn er wirklich den Mordbuben zu fassen kriegte, was dann noch? Wegen eines kleinen Totschlags, in Trunkenheit und Finsternis vollbracht, ginge man heutzutage feinem Menschen ans

ßebett

Aber Tobias glaubte ihnen nicht.Blut schreit nach Blut, so steiht't in Gottes Wort. Man de Lüe krekt'r hüdigen Tags nich rin."

Einmal kam er an einen Hof hart am Wasser. Dort sah ein Mann vor der Thür im Sonnenschein und hustete.

Tobias Breeden setzte sich neben ihn, und that seme gewöhnlichen Fragen. Er mußte aber scharf aufpassen, um die Antwort zu verstehen, einmal wegen des unaufhörlichen Hufteiis, und dann sprach der Manu sein Deutsch in einem Torifall, tote, ihn der viel in der Welt herumgekommene nie zuvor gehört hatte. ,

Hier fünd Se ook uich juug toest?" fragte er.

enblicl). .

Ach nee, lieber Herr, bin von weither, ein Harzer, aus Klausthal gebürtig, ja. Der Bauer ist mem Geschwister- kind. Da hat er mich hingenommen, ^ch soll hier wwoer gesund werden. Verstehen Sie?" ,,9

Se sünd woll 'n beten swack up de Bost? mernte

Tobias. . ,

Schwach? Keine Spur! Ich den Hartnäckigen, sagt unser Doktor.

bin von den Zähen, Ich hab' Lungen wie