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fehlten, sein Staunen auszudrücken. Ein winziger Sonnenschirm vervollständigte ihren wunderbaren Anzug.
„Ich versuche nur. Dir zu gefallen, Liebster", versetzte sie ruhig.
„Mir zu gefallen?"
„Ja", war die Antwort, „so war ich gekleidet, als wir Uns vor fünfzehn Jahren verheirateten."
Zehn Verbote für Bücherleser.
1. Leihe nicht von andern Bücher zum Lesen, wenn es dir selbst möglich ist, Bücher zu kaufen.
2. Schneide die Seiten eines Buches nicht mit den Fingern auf, selbst dann nicht, wenn du überzeugt bist, daß deine Finger rein sind.
3. Befeuchte beim Durchblättern eines Buches die Finger nicht mit Speichel, denn das ist unanständig und für die Gesundheit gefährlich.
4. Gieb nicht alle für die Mitgift deiner Tochter bestimmter! Gelder aus, ohne vorher eine, wenn auch nur kleine Bibliothek gekauft zu haben.
5. Reise nicht aufs.Land, in Bäder oder in Kurorte, ohne vorher einige Bücher in deinen Koffer gepackt zu haben.
6. Kleide dich nicht elegant und halte dich für keinen Gentleman, wenn du unsaubere und beschmutzte Bücher liest.
7. Kaufe nie wissentlich gestohlene Bücher, denn du schädigst damit den Verfasser und Verleger und setzest die Würde des Buches selbst herab.
8. Bilde dir ein Urteil über ein Buch nicht auf Grund nur einer von dir gelesenen Rezension.
9. Nicht das mache dir Sorge, daß du einen Keller voll Wein habest, sondern daß du im Besitz einer möglichst vollständigen Bibliothek seist.
10. Sage nicht, du habest keine Mittel, Bücher zu kaufen, wenn es dir nicht an Mitteln fehlt, eine Menge unnötiger Ausgaben zu machen.
Wiener Mode.
Tas soeben erschienene Heft 11 vom 1. März befaßt sich eingehend mit Brauttoiletten und Brautausstattungen. Der schöne alte Brauch will, daß die Braut nicht in getragenen Toilettestücken in die Ehe hinüberschreite, Wäsche und Kleidung soll neu sein. Die „Wiener Mode" bietet nun eine Uebersicht über das allein Notwendige in neuester Mode, unter Vermeidung des Ueberflüssigen. Auch die Toiletten der Hochzeitsgäste und Trauzeugen kommen zur Darstellung. Außerdem ist der Herrenmode ein reich illustrierter Bericht gewidmet, und die Beilage „Wiener ZRnder- mode" enthält neben der täglichen Kinderkleidung Kommunionkleider für Knaben und Mädchen. Der Handarbeitsteil enthält gefällige neue Vorlagen, der Unter- haltungsteil bietet der modernen Dame viel Wissenswertes, viel Unterhaltendes und manche praktische Anregung. — Abonnementspreis Mk. 2,50 vierteljährlich. Bestellungen nimmt jede Buchhandlung, im Ausland jede Postanstalt sowie der Verlag selbst in Wien, VI. Gumpendorferstraße 87, entgegen.
Gemeinnütziges.
Der Schnitt von Ob st bäum en, die wir eben ?;epflanzt haben. Es herrscht über den Schnitt der rischgepflanzten Bäume eine große Unsicherheit. Der eine rät zu schneiden, der andere nicht. In überzeugender Weise schildert A. Pekrun in Nr. 45 des „Erfurter Führersim Obst- und Gartenbau" seine seit langem erprobte Art des Schneidens frischgepflanzter Bäume. Da unseren Abonnenten diese Nummer kostenfrei zugeschickt wird, wenn sie dieselbe vom Geschäftsamt des „Erfurter Führers" verlangen, können wir nur anraten, von dieser Vergünstigung Gebrauch zu machen.
Der Keuchhusten dauert seine Zeit, aber er ist auch heilbar, und darum soll man die Hände nicht in den Schoß legen und sich das Kind abquälen lassen, sondern handeln. Vor allen Dingen ist auch hier, was noch sehr wenigen bekannt ist, auf die Verdauung der größte Wert zu legen, denn vom Unterleibe gehen Reize aus, die mit dem Keuchhusten im innigsten Zusammenhänge stehen. Kürzlich schrieb mir eine Dame, daß, nachdem sie den Kindern bei
Unpäßlichkeiten Honig gebe, Kinderkrankbeiten nicht mehr ausgetreten seien; denn der Honig wirkt oesinfizierend auf den Unterleib und stuhltreibend, und sorgen wir dafür, so beugen wir thatsächlich sehr vielen Kinderkrankheiten vor. Der Unterleib ist in vielen Fällen ein wahrer Seuchenh erd,und aus ihn soll eine jede Mutter ihr ganz besonderes Augenmerk richtens sie hat dann so leicht nichts zu fürchten. Dieses trifft auch bet Keuchhusten zu, und man wendet darum mit Erflog — Klystiere an. Man sorge sodann für reizlose Kost, gebe wenig oder gar kein Fleisch., abefl viel Obst, und lasse die Kinder bei offenem Fenster schlafen; inr Winter ist zu Heizen. Die Wasseranwenoungen sind die folgenden: Am ersten Tage gebe man ein Bad von 28 bis 30 Grad R. von 10 bis 12 Minuten Dauer und eine kalte Rückenabgießung von 15 bis 18 Grad R. und lege das Kind auf eine halbe Stunde unabgetrocknet ins Bett im warinen Zimmer. Am zweiten Tage gebe man zwei kalte Abreibungen des Brustkorbes mit nassen Tüchern, am dritten Tage Bett-- dampfbäd mit nachfolgendem Bade von 27 Grad R. Diese Kur wiederhole man, bis der Husten behoben ist. Große Linderung kann man den Kindern verschaffen, wenn man ihnen bei Hustenanfällen den Naegeli'schen Griff macht (der „Praktische Wegweiser", Würzburg, dem wir diesen Artikel entnommen haben, bringt in Nr. 18 die Abbildung des Handgriffes. Interessenten erhalten die Nummer umsonst); denn dadurch schaltet man den Krampf sofort aus. Man lege lb as Kind mit dem Rücken an sich, die linke Hand vor die Stirn und greife mit dem Daumen der rechten Hand in den Mund, hinter die Zähne des Unterkiefers, und mache einen leichten Ruck nach vorn. Sofort setzt der Hustenanfall aus. C. R.
Untersuchung des Mehls auf Mehlmilben. In nassen Jahrgängen kommt es nicht selten vor, daß sich im Mehl die Mehlmilbe (Acarus farinae, Tyroglyphus fa- rinae) einstellt, welche den Kleber zum Teil zerstört, die Backfähigkeit des Mehls vermindert, und dem aus solchem Mehl bereiteten Gebäck einen eigentümlichen Geschmack verleiht. Ta diese Milbe so klein ist, daß sie mit bloßem Auge im Mehl nicht erkannt werden kann, dürfte sich folgendes Verfahren zur Feststellung ihrer Anwesenheit empfehlen. Man fülle ein weißes Glas mit Mehl, und stelle dasselbe ans Fenster. Sind Mehlmilben vorhanden, dann sieht man schon nach einem Tage auf der dem Lichte zugekehrten Seite des Glases in dem Mehl Gänge wie die Striche aus einer Landkarte, an deren Ende man bei gutem Auge einen winzigen Punkt, die Mehlmilbe, erkennen kann. Oder: Man bringe von verschiedenen Stellen des verdächtigen Mehls kleine Proben zwischen zwei Papierblätter, ebne durch einen leichten Strich mit der Hand die Mehl-, oberfläche, und hebe dann vorsichtig das obere Blatt ab. Sind Mehlmilben in dem Mehl, dann werden bald kleine Höckerchen auf der Mehlfläche mit bloßem Auge zu sehen sein. Formt man aus solchem Mehl spitze Häufchen, so fallen diese durch die Bewegung der Milben bald auseinander. Wm.
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten).
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Schachaufgabe in vor. Nr.: W. Ke3, Db7, 814, Tg5, Ba5, b4, c2, d5, f5, h3. Schw. Khl, Lf7, BaG, b5, 66, e4, h2.
1. Tg5—gG, LgG:; 2. Dg7.
1........ L65:; 2. 863.
1 L beliebig; 2. Dg7.
Redaktion: E. Burkhardt. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Blick- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießer.


