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denen, die ihn hergeschickt haben, sondern er ist Tein Sklave. Tie Durchführung ist dann Deine Sache. Du verstehst ja solche Rollen so famos zu spielen, meine kleine Viper, Du! Soll ich Dich nur an den Prinzen Tschigorin erinnern, den Tu vor Liebe rasend, blödsinnig, rein rabiat gewacht hast?"
„Ter war in seinem Alter nicht mehr gefährlich." „Würde der andere für Dich vielleicht gefährlicher sein?" „Taö nicht. Wer in einer solchen Rolle nn.fj man viel versprechen. Und ein Mann, so junK wie er, will auch einmal zu einem Resultat kommen."
„Nun, Tu läßt es eben nicht so weit kommen. Du Malst ihm eben nur Zukunftsbilder vor. Ich habe darin zu Tir vollständigstes Vertrauen."
„Wir sprechen- als wäre ich schon in seinem Dienst. Es ist nicht wahrscheinlich, daß ich bei ihm eintreten kann. Ich habe Tir's ja schon gesagt: er erwartet seine eigene Wirtschafterin."
„Nun, wenn er sie nimmt, dann brauchen wir uns nicht mehr um ihn zu bekümmern. Tann ist das ganze Gequassel umsonst gewesen. Tann ist er wirklich der Mann aus der Provinz, für den er sich ausgiebt. Tu siehst mich erstaunt an? Tu verstehst mich nicht?"
„Ja, Tu machst mich erstaunt — — aber--ich
errate jetzt."
„Endlich. Ich hätte sonst an Deinem gewöhnlichen Scharfsinn und Deiner raschen Auffassungsgabe gezweifelt."
„Mcht wahr, Tu willst also sagen, daß er, wenn er wirklich nur meiuethalben in dies Haus gezogen ist, meinen Antrag, in seinen Dienst zu treten, unter allen Umständen eiligst und mit Freuden annehmen würde?"
„Natürlich. Er wird entzückt sein. Dich so unter seinen Händen zu haben, Dich Schritt für Schritt verfolgen zu können. Wie alle solche Leute, hält er sich jedenfalls für sehr tüchtig, er wird sich sagen: „So, jetzt wird mir nichts entgehen. Ich werde in ihrem Herzen bald wie in einem Buche lesen können."
,Lch wünsche Tir's!" machte sie mit einer Gafsen- bewegung.
Doch plötzlich verfinsterten sich ihre Züge.
(Fortsetzung folgt.)
Die Sardinen-Industrie Frankreichs.
Won Fred H o o d.
(Nachdruck verboten.)
Tie Sardinenfischerei Frankreichs war schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine sehr bedeutende, aber erst seit Einführung der Büchsen-Sardinen hat sie eine internationale Berühmtheit erlangt.
Tie Sardine gehört zu der großen Familie der Heringe und ist die wichtigste Vertreterin derselben in den südlichen Küstenmeeren Europas. Sie wird in konserviertem Zustande als der wohlschmeckendste aller heringsartigen Fische geschätzt und namentlich an der nordfranzösischen Küste gefangen.
Ter Fischfang beginnt in Frankreich zur Laichzeit, also zu Anfang des Monats Juni. Sobald die Fischer an der Küste der Bretagne zahlreiche Scharen von Tümmler-Tauben über der See bemerken, und zahlreiche Möven in kurzen Zwischenräumen in die Tiefe tauchen sehen, werden die Segelboote ausgerüstet. Tie Boote fassen gewöhnlich ein Dutzend Tonnen und werden mit 6—10 Personen bemannt. Nur der Kapitän und der Steuermann sind Fischer von Beruf; die übrigen Gehilfen sind Handarbeiter, Landleute, Winzer rc. Alle in der Sardinenfischerei beschäftigten Boote find registriert und tragen ihre Nummern in großen weißen Ziffern an beiden Seiten des Bugs, sowie mehrere Buchstaben, welche anzeigen, welcher Stadt die Boote zu- gehören. Etwa 2 Fuß unterhalb der Reling befindet sich eine große Plattform, auf welche die Fische geschüttet werden. Ter ganze Fangapparat besteht aus dichtmaschigen Netzen von 300 bis 1500 Fuß Länge. Ter obere Rand wird durch Korkstücke an der Wasseroberfläche schwebend erhalten, während der untere Rand mit Bleigewichten beschwert ist, die das Netz straff spannen. Tie Netze sind grünlich-grau im Tone des Wassers gefärbt, damit sie den Fischen nicht gleich sichtbar werden. Ter Anstrich erfüllt zugleich den Zweck, oie Netze dauerhafter zu machen.
Eine Schicht öliger, auf der Meeresoberfläche schwimmender Substanz, sowie eine beträchtliche Menge kleiner im Wasser schwebender Schuppen von metallischem Glanz verraten die Anwesenheit des Fisches. Tas Boot wird nun, damit es nicht von der Strömung fortgetrieben werde, durch leichte. Ruderschläge über dem Fischschwarm erhalten und das Netz ausgeworfen. Ter Patron steht im Heck, streut mit vollen Händen den Köder ins Meer, der dazu bestimmt ist, die Fische an den gastlichen Ort zu fesseln. Bald sieht man neue Mengen Schuppen emporsteigen, während das Netz durch die von allen Seiten herbeiströmenden Scharen lebhaft bewegt wird.
Bei der Sardinenflscherei spielt der Köder eine saft ebenso wichtige Rolle wie die Netze. Bei keiner anderen Netzfischerei der Welt wird in so ausgedehntem Maße Köder verwendet. Es ist bemerkenswert, daß Frankreich hinsichtlich dieses unentbehrlichen Artikels vollständig von andern Ländern abhängig ist, und daß die Sardinenfischerei eng verknüpft ist mit dem Fang ariderer, als Köder dienender Fischarten in fernen Ländern. Ter jetzt verwendete Köder besteht in dem gesalzenen Rogen des Kabeljaus, obgleich auch der Rogen "des Schellfisches, des Dorsches, des Pollacks, des Herings, der Makrele und vieler anderer Fische verwendet wird.
Seit mindestens zwei Jahrhunderten ist Kabeljaurogen von Norwegen importiert worden; dieses Land hat stets den größten Teil des Sardinenköders geliefert. Anoere Lieferanten des Köders sind Holland, Neu-Fundland und die Vereinigten Staaten. Tas Werfen des Köders, von dessen richtigem Gebrauch zum großen Teil der Erfolg der Fischerei abhängt, geschieht stets durch den Patron. Wenn die Fische an die Oberfläche gekommen sind, so wirft er den Köder stets in der Weise, daß die Fische, um diesen zu erreichen, dem Netze znschwimmen müssen und so gefangen werden. Wenn sie dann ins Netz gegangen sind, wird dieses eingeholt und zugeschnürt, die Segel werden gehißt und das Boot nimmt seinen Kurs nach dem nächsten Hafen, wo die stets reiche Beute aus das Deck geschüttet wird.
Es ist eine eigentümliche Thatsache, daß man selten eine lebende Sardine aus dem Wasser zieht; geschieht dies doch einmal, so stirbt sie fast augenblicklich. Es wird aber kein Eis oder sonstiges Konservierungsmittel für die Fische angewandt; sie erreichen den Hafen in guter Beschaffenheit und befinden sich schon oft ein bis zwei Stunden nach dem Fange in den Konservenfabriken.
Won den 250 bis 300 Fischerbooten, die während der Fangzeit in Belle-Jsle ausgerüstet werden, gehören 200 zum Hafen von Palais, die übrigen nach Sauzon. Diese beiden Häfen bilden zugleich die Haupt-Sardinenbörsen. Jedes Boot erzielt einen Ertrag von ungefähr 8000 bis 10000 Fischen, und man berechnet den Marktpreis nach der mit den ersten Schiffen eingebrachten Menge. Aus den Molen warten schon die Vertreter der großen Konserven- Handelshäuser, um ihre Einkäufe zu machen. Ist dieses Geschäft erledigt, so werden die Sardinen zu je 200 Stück in Körbe igezählt und sogleich von den Fischern nach den Konservenfabriken befördert. Wenn die Fische in der Konservenfabrik ankommen, werden sie auf großen Tischen ausgebreitet und mit ein wenig Salz bestreut. Tie Frauen, welche die Köpfe und Eingeweide der Fische entfernen, verrichten ihre Arbeit mit großer Geschwindigkeit. Die Fischchen fallen in einen bereitstehenden Korb; die Abfall- teile werden an die Landleute zum Düngen ihrer Felder verkanft.
Gleich nach dem Ausweiden sortiert man die Fische nach der Größe, worauf sie in große, mit Salzlake gefüllte Behälter kommen. In dieser Lake bleiben die Fische eine halbe bis eine Stunde, je nach Größe, Qualität und Witterung. Darauf werden sie in kleine Weidenkörbe gebracht und gewaschen. Während des Waschens bleiben die Fische in den Körben, die durch das Wasser gezogen werden. Dieses wenige Sekunden in Anspruch nehmende Verfahren entfernt alles unaufgelöste Salz, lose Schuppen ic.
Nach sorgfältigem Waschen und Spülen der Fische werden sie, )eoe§ Stück von dem anderen isoliert, auf besondere Trahtvorrichtungen, sogenannte „Roste", gebracht und sofort zum Trocknen an die frische Luft gestellt. Ist das Wetter aber regnerisch oder auch nur feucht und nebelig, so ist das Trocknen unmöglich, und die Fische sind verloren. Sie sind dann gerade noch als Tungstoff, aber sonst absolut nicht verwendbar. Vielfach haben die Roste aüch die Gestalt


