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Wilhelm sich nach der liberalen Seite hin entwickelt hatte. Eines Nervenleidens wegen mußte Bacher schon 1861 ans dem Staatsdienst treten; er starb am 18. September 1873. ____________

Redaktion: Curt Plato - Rotatioutdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Tuch- und Steindruckcrci (Pietsch Erben) in Gießen.

vermischte».

Bäckergeselle und Professor. In Wien wird z. Z. lebhaft erörtert, ob ein Bäckerlehrling, der Gehilfe werden will, das Recht habe, in seinen Mußestunden Studien zu betreiben, oder eine Mittelschule zu besuchen. Den Anlaß zu dieser Erörterung bot die seltsame Haltung der Bäcker­genossenschaft, die einem Lehrling, der die Realschule be­suchte, die Freisprechung verweigerte, und die sonderbare Entscheidung der Handels- und Gewerbekammer, welche sich gleichfalls auf den Standpunkt der Genossenschaft stellte. In Anbetracht dieses Vorfalles dürfte folgende Reminiszenz von aktuellem Interesse sein: Am 14. Juni 1900 wurde an der Wiener Universität ein ehemaliger Bäckerlehrling, der neben seinem Gewerbe wissenschaftlicher Autodidakt war, zum Doktor der Philosophie gra­duiert. An diesem Tage gab es zwei interessante Promo­tionen an der Wiener Universität. Unter den Kandidaten befand sich eine Dame, Fräulein Cilla Wendt, welche die strengen Prüfungen aus Mathematik und Physik mit Auszeichnung bestanden hatte, ferner der erwähnte frühere Bäckerlehrling Konstantin Horna. Als Sohn eines Bäckermeisters in Saaz, war er, nachdem er die Volksschule verlassen hatte, von seinem Vater, dem Bäckergewerbe zugesührt worden. Er war in der Bäckerei seines Vaters drei Jahre als Lehrling und vier Jahre als Gehilfe thätig. Doch in dem jungen Manne war der Trieb nach Bildung und Kenntnissen in ungewöhnlichem Maße rege. Er benützte die freie Zeit, welche ihm sein Beruf als Bäckergeselle übrig lreß, zu gründlichen Studien und bereitete sich zur Prüfung über die vier unteren Gymuasialklasscn vor. Er genoß hierbei keinen gründ­lichen Unterricht durch Lehrer, sondern er schöpfte sein Wissen nur aus Büchern, die er sich zu diesem Zwecke verschafft hatte und in denen er gleichzeitig mit einem die Schule besuchenden Gymnasiasten studierte. Thatsächlich bestand er sodann die Aufnahmsprüfung für die fünfte Gymnasialklasse mit gutem Erfolge an dem deutschen Gym­nasium seiner Vaterstadt und besuchte hierauf die Anstalt bis zur Ablegung der Maturitätsprüfung, die er mit Aus­zeichnung bestand. Der frühere Bäckergeselle setzte dann seine Studien an den Universitäten in Prag und Wien fort. Zur Zeit seiner Promotion stand er im 31. Lebensjahre und war bereits seit zwei Jahren als Gymnasialsupplent für Latein, Griechisch und Deutsch thätig. Tie greisen Eltern des Herrn Horna hatten freudestrahlend der Pro­motion beigewohnt.

Weihnachtsbücher.

Weltgeschichte. Unter Mitarbeit von 33 Fachgelehrten herausgegeben von Dr. Hans F. H e l m o l t. Mit 51 Karten, 48 Farbendrucktafeln und 136 schwarzen Beilagen. Acht Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark oder 16 broschierte Halbbände zu je 4 Mark. Zweiter Band. Ostasien und Ozeanien. Der Indische Ozean. Von Max v. Brandt, Dr. Heinrich Schurtz, Prof. Dr. Karl Weule und Prof. Dr. Emil Schmidt. Mit 10 Karten, 6 Farbendrucktafeln und 16 schwarzen Beilagen. Leipzig und Wien. Bibliographisches Institut. 1902. Großoktav; XVI, 630 Seiten. Preis: gebunden 10 Mk.

Ter sehnlichst erwartete, nun vorliegende 2. Band der Helmolt'schenWeltgeschichte", der fünfte in der Reihe des Erscheinens, zeugt, wie seine beiden Nachbarn zur Rechten und zur Linken: Band 1 und Band 3, beredt von der Ueberlegenheit der hier zum erstenmal befolgten Anordnung. Weil dieseWeltgeschichte" auf ethnogra­phischem Grunde sich aufbaut, ist ihr der Vorwurf gemacht worden, sie verletze dadurch das oberste Gesetz der Geschichtschreibung, die zeitliche Abfolge des historischen Geschehens. Dem gegenüber ist wiederholt zu betonen, daß in keinem andern ähnlich betitelten Werke der Strom der berichtenden Erzählung von den grauesten Zeiten bis auf die Gegenwart so ununterbrochen fließt, wie innerhalb der Hauptabschnitte der HelmoltschenWelt­geschichte". Der Wege, um vom Erdteil Amerika über

den Stillen Ozean hinweg (Bd. 1) den Uebergang nach Ost­asien zu finden, gab es drei: int Norden von Alaska über die Beringstraße nach Ostsibirien, in der Mitte ent­lang der Dampferlinie San Francisco-Yokohama nach dem Britannien des Großen Ozeans und im Süden über die weithin verstreute Jnselslur Polynesiens nach Australien. Ta der äußerste Norden mit geschichtlichem Eigenleben gar zu dürftig ausgestattet und Neuhollands beglaubigte Geschichte bei aller Vielseitigkeit verhältnismäßig sehr jung rst, ist der mittelste Weg vorgezogen, d. h. der vorliegende Band mit der Geschichte Japans, Chinas und Koreas (Exzellenz v. Brandt, Weimar) begonnen worden. Diesem Abschnitte durften am ungezwungensten Hochasien und Sibirien (Dr. Heinr. Schurtz, Bremen) folgen; dahinter fand am besten die fast ausschließlich den letztvergangenen Jahrhunderten angehörige Geschichte des fünften Erd­teils mit seinen zahlreichen Anhängseln (Prof. De Karl Weule, Leipzig) ihren Platz. Tie dreiteilige zweite Hälfte des Bands wird vom indischen Kulturkreis in seiner Gesamtheit ausgefüllt: Vorder- und Hinterindien (Pros. Dr. Emil Schmidt, Jena), der Malaiische Archipel (Schurtz) und der Indische Ozean (Weule) bilden in ihrer ganzen Vergangenheit eine innerliche geschlossene Ein­heit, die nicht zerrissen werden durfte. Im Schluß­abschnitte, der von den Randländern des Indischen, Meeres handelt, werden wir bereits so oft mit westasiatischen und afrikanischen Völkern zusammengeführt, daß sich nun­mehr der Zugang zu den Thoren des dritten Bandes ge­wissermaßen von selbst öffnet. Damit ist also das ge­samte Nicht-Europa, sämtliches Ausland in einer ferner Bedeutung entsprechenden Weise zusammenhängend be­handelt. Von den auch diesem Bande wieder in gedre- genster Auswahl und Ausführung beigegebenen 10 Karten und 22 Tafeln müssen wir namentlich die ChromosHelden und Heldinnen der chinesischen Geschichte" undMelane­sische Schnitzwerke", die GeschichtskartenMongolenrerchtz vom 12. bis 15. Jahrhundert" undOstindien 10011788", die AetzungenMltchiuesisches Steinrelief" undThor von Kiu-yung Kwan", endlich die HolzschnitteInneres ernes Tfchainatempels" undSäulengang im Hindutempel auf Rameswaram" als Glanzleistungen deutscher Technik her­vorheben. Vortrefflich ist auch diesmal wieder das aus­führliche Register.

Leicht abznhelfen.

Zur Mutter spricht der alte Arzt: Tie Krankheit ist im Schwinden. Ihr Söhnchen wird sich auf dem Weg Ter Bess'rung bald befinden.

Er ist so munter wie zuvor In längstens zwei, drei Wochen. Sie müssen ihm zur Stärkung nur Recht kräft'ge Suppen kochen." Tie Mutter seufzt:Herr Doktor, ja, Das will ich gern. Indessen Was mach ich nur? er weigert sich Beständig, sie zu essen." Sie wird ihm wohl nicht schmecken", sagt Ter Doktor da mit Lachen.

In diesem Falle müßte man Sie eben schmackhaft machen. Daß er die Suppe essen wird, Tas kann ich garantieren, Wenn Sie mit Maggi-Würze nur M mal dabei probieren."

Charade.

(Viersilbig.)

(Nachdruck verboten.)

In der Sterne schimmerndem Tanze Steh'n die Ersten mit ewigem Glanze. Fremd der Letzte an Sprach und Brauch, Fühlt sich doch als Deutscher auch. Das geeinigte Ganze nennt Ein Ereignis am Firmament.

(Aufiösung in nächster Rümmer.)

Auflösung der Schachaufgabe in vor. Nr.r

W.r Kc8, Db4, Lb2, BfS, g4, h5. Schw.: Ke6, Lg8, BhG, n7. 1. Lb3a3, beliebig. 2. Dreifach matt.