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gtitn ja, warum nicht? Die Podeste au wenig benutz, Treppen sind in manchen Häusern sehr beliebte Fremd,
Redaktion: E. Burkhardt. — Rotationsdruck und Verla-, der Brühl'schm Universitäts-Buch- und SteindruSerei (Pietsch Erben) in Gießen.
Gruppenrätsel.
Nachdruck verboten.
anc, fen, har, hen, hof, htm, mac, nar, ren, reu, und, zum.
Vorstehende Buchstabcngruppen sind so zu ordnen, daß sie im Zusammenhang gelesen, ein bekanntes Sprichwort ergeben.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Kreuzcharade in vor. Nr.:
me Name, Erle, Erna, Meer, leer, le
9tiut ja, warum nicht? Die Podeste au wenig benutzten manchen Häusern sehr beliebte Fremdenzimmer; sie werden durch Bettschirme und Vorhänge sorgsam von der Außenwelt abgeschlossen und vermittelst der Flurlampe erhellt; dann schläft man dort wie in Abrahams Schoß, notabene, sofern man jene lobenswerte Eigenschaft besitzt, von der der Volksmund behauptet, sie wäre zwar eine Zier, doch käme man weiter ohne „ihr". Und was nun gar die Rumpelkammer anbetrifft, so gießt sie geradezu eiu ideales Fremdenzimmer, vorausgesetzt, daß sie nicht für gewöhnlich einer §unbefamitie zum Aufenthalt dient; denn in diesem Fall kann man allerdings mancherlei Unangenehmes erleben. Ich weiß das aus Erfahrung, weil ich einmal in einer logiert habe. Sie sah reizend aus, meine Gastfreunde hatten sich mit ihrer Dekoration die größte Mühe gegeben — rosenrote Draperieen an den Fenstern, rosenrote Draperieen an den beiden Kisten, die als Wafch- und Nachttisch dienten, und rosenrote Draperieen an den als Puffs, respektive Tabonrets frisierten Fässern — kurz, rosenrote Draperieen überall. Eine Prinzessin wäre von diesem rosenroten Fremdenzimmer entzückt gewesen, und ich war es auch, bis — ich einznschlafen versuchte. . Denn just in -diesem Augenblick ließ sich ein klägliches Wimmern in einem Winkel des Raumes vernehmen — ein Wimmern, so nachhaltig, daß ich aufstand und nach dem Lichte — dieses steckte, beiläufig bemerkt, in Ermangelung eines Leuchters, in einer vor rosenrotem Seidenpapier umhüllten Flasche — griff, um nach dem Ursprung der unheimlichen Laute zu forschen. Von einem Spirit rührten sie glücklicherweise nutzt her, sondern von einem allerliebsten jungen Hündchen, der weitverzweigten Familie Pintscher angehörend. Vermutlich war das Tierchen hier durch Zufall eingeschlossen worden. Ich setzte es also behutsam zur Thür hinaus und legte mich wieder zu Bett. Wer kaum, daß der Schlafgott aus seinem Mohnftengel die ersten Körner auf meine müden Lider zu träufeln begonnen, wurde ich abermals durch die nämlichen Laute aufgeschreckt. Siehe da, wieder ein junges Hündchen und zwar wieder ein Pintscherchssu. Doch, wozu soll ich meine Leser durch die so und so vielte Wiederholung des gleichen Vorganges ermüden — genug, daß ich in jener Nacht zehn junge Pintschercheii herausgeworfen habe, einander so ähnlich, tote ein Ei dem andern.
„Sagen Sie in aller Welt, was machen Sie mit den vielen jungen Hunden?" fragte ich am nächsten Morgen meine Gastfreunde.
„Siele junge Hunde?" meinten fte höchlichst erstaunt. „Wir besitzen nur einen." . ,
Als ich ihnen nun mein nächtliches Abenteuer geklagt und wir uns in langer Prozession nach meinem Schlafzimmer begaben, stellte es sich heraus, daß die Thür unten ein Loch hatte, gerade grog genug, um dem Pintscherchen den Eingang zu gestatten. Ich hatte folglich denselben jungen Hund zehnmal hintereinander hinausgetoorfen! Daß er vordem mit seiner Mama in der Rumpelkammer gehaust hatte, brauche ich wohl kaum zu berichten.
Die Moral von dieser Geschichte ist, daß man nie einen Gast in einem Raum unterbringen soll, den man nicht zuvor genau nach gesehen hat, gleichviel ob er sonst andern Zwecken zu dienen pflegt oder von Anbeginn die Bestimmung eines Fremdenzimmers gehabt hat. ,
Denn beständig hat man doch nicht Logiergäste im Hanse, und eine kluge und praktische Hausfrau mag selbstverständlich ein jegliches, über das sie ihr Seepter schwingt, ausnützen. Sie kann z. B. in dem Fremdenzimmer Wäsche trocknen, Schinken und Würste aufhängen, Blumen ziehen oder ihren Wintervorrat von Aepfeln auf dem Fußboden ausbreitett. Dagegen ist ja auch nichts zu sagen, wenn die Dinge nur vor Ankunft des Gastes fortgenommen werden.
Im übrigen aber darf auch der Gast sich nicht die Laune dadurch verderben lassen, wenn das Fremdenzimmer kleine Nebel stände auf weist. Die Hauptsache muß ihm die freundliche Gesinnung sein, mit der seine Gastfreunde ihm die Stätte, darin er doch nur für kurze Zeit rastet, traulich und heimlich zu machen gestrebt haben. Eine Base mit Blumen, die ihn bei seinem Eintritt grüßt, verrät ihm die schon allein, ein liebes Bild, ein Buch, in dem er beim Einschlafen liest!
Das sind so Kleinigkeiten, die dem Gast oft mehr toerfind, als Prunk und alle mögliche Bequemlichkeit.
Das Recht zum Sterben.
Das wohlihätige Wirken des Arztes am Beite eines. Sterbenden, wo er mit betäubenden oder schmerzstillenden Mitteln der letzten Lebensstunden des SchwerleidendeN erträglich macht, ist gewiß eine schöne Aufgabe. Diese' -1 hohe Pflichterfüllung aber würde über die Grenzen der Moral und des Rechts hinausgehen, wenn die Lebensdauer durch den Eingriff der ärztlichen Kunst, selbst auf den Wunsch desKrankenhin, auch nur um eine geringe Zeit verkürzt würde. Hierüber finden wir in der von Professor Dr. Martin Mendelsohn heraus-
gegebenen Monatsschrift „Die Krankenpflege" (Verlag
Georg Reimer, Berlin) eine sehr mhaltreiche und eingehende Abhandlung, in welcher von juristischem Standpunkte aus diejenigen Grundsätze und gesetzlichen Vor- « schriften entwickelt werden, welche klar erkennen laßen, daß der Arzt nie etwas anderes thnu darf, als' Hilfe in Krankheitsfällen zu leisten. In keiner Weise wird es dem Arzte gestattet sein, auch nicht mit Rücksicht darauf, daß der durch Krankheit ohnehin dem nahen Tode Verfallene die Absicht äußert, ihn von längerem Leiden zu erlösen, diesem Mittel zum Selbstmorde zu reichen oder doch zum Selbstgebrauche zü verschaffen. Die gegenteilige Handlungsweise, welche man vielleicht nur mit dem Gefühl des Mitleids zu entschuldigen versucht sein könnte,, wird strafrechtlich verfolgt; und der bekannte Retchs- gerichtsrat Dr. jur. Stenglein in Leipzig, welcher diese Ausführungen in der „Krankenpflege" giebt, möchte keinessalls den von verschiedener Seite gemachten Gesetzesvorschlag befürworten, welcher eine Aendernng in der bestehenden Rechtsauffassung schaffen, und so das menschliche Leben als Rechtsobjekt in ferner Wertschätzung herab- toürbigen müßte.
Gemeinnütziges.
Wie lernt man seinen Ob ft bäum richtig schneiden? Der Obstbaumschnitt, besonders der Schnitt des Formobstes in den mannigfachsten Gestalten, scheint unaemein schwer. Gr ist es aber gar nicht, wenn matt Wirkung und Ursache des Schnittes kennt, wenn man weiß, durch diesen Schnitt wird ■ das, durch diesen jenes hervor- gerufen. Damit man dies Wissen bekommt, ist nur eine Kenntnis von der Bewegung des Saftes rm Baume notwendig. Herr A. Pekrun, ein Obstliebhaber, und allbekannter Meister des Schnittes, der durch sich selbst gewissermaßen beweist, daß man kein Fachmann zu fern braucht, um formvollendete Bäume zu ziehen, zeigt dies wieder im „Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau". Er schildert dort m Nr. 40 tu seiner lebhaften, eingehenden Weise den ganzen Baumschmtt und macht ihn so verständlich, daß jeder ihn verstehen muß, der seine Abhandlung liest. Da Nr. 40 des „Erfurter Führer im Obst- und Gartenbau" unseren Lesern postsret zugeschickt wird, wenn sie die Nummer Mittels Postkarte vom Geschäftsamt des „Erfurter Führer" verlangen, so verweisen wir darauf.
Fettflecken aus Stoffen zu entfernen. Man nimmt dreifach zusammengelegtes Löschpapier, auf welches der Stoff mit der Fleckenstelle glatt auSgebreitet und gehörig mit Benzin befeuchtet wird, hierauf kommt eine zweite Lage Löschpapier, welche man mit der Hand ober, eurem anderen Gegenstand fest aufdrückt. Der Fettfleck wird aus diese Weise gelöst und von dem Papier rein aufgesogen, so daß keine Spur mehr davon verbleibt. ,r
y „Prakt. Wegweiser", Würzburg.
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