1902
Nr. 44
Samstag den 22. Mär;.
i
Äl
KM
rnuitnv>M|H| jNW |j
MN
Sie zu verhackstücken. Kommenden Montng will ich's aufS Emdener Gericht festmachen un ^m Geld un Gut de« Kindern verschreiben. Denn haben sie da mal spater rem« Schererei um. — Un bat schult Se ook dohn. segg, ©e. 1" Tie schwarze Frau seufzte. „Nahber, wat schall't helpect, dat he sowit vorutdenkt? ’t kummt doch all anners. PaA he Achtung, ’t kummt all anners."
Inzwischen hatte Ebba Wilm auf dem Hof eingeholt, sie klammerte sich, an seinen Arm.
„Wilm!"
---- ’ (Nachdruck verboten.)
Tobias Breedcn.
Von Luise Westkirch.
(Fortsetzung.) i
Wie an einer unsichtbaren Schnur gezogen, flvg auch Ebba vom Stuhl, sah Jan an, sah Wilm an, und stürzte vorwärts.
Ebba! — Deern!" . , , ,
"Jo, Moder. Lat mi doch! — Mi mt ts so benaut |
^Und "durch die Thür, durch die Wilm aus dem Saal I gestürmt war, rannte auch sie, unbekümmert um den Verlobten, den Schwager, dre Zuschauer. Mutter Marrnka seufzte und schwieg. Tobias, in ferner unbegrenzten Hochk- schätzung von Bruder Niklas' Vorzügen, war (eder erser- üchtiaen Regung unzugänglich. Aber Niklas wuroe unruhtg.
^ enaut is ehr? Marinkamöh, schall ik ehr nrch na- । ga^n?- An Gehorsam gewohnt, sah er Tobras an. ü „I, worüm denn?" wehrte Frau Jurgens ab. „Laut ehr tofreden." Sie fürchtete, daß ihre Tochter rm Ungestüm ihrer Erregung den erwünschten Frerer noch nachtraglrch mit einem Korb heimschicken könne. zz
Auch Tobias mahnte: „Laat ehr, Nrklas.
Mer zum erstenmal in fernem Leben gehorchte Ntklas dem Brrrder nicht. Nur hatte er durch den rnneren Kamstf, den solch ungewohnte Auflehnung ihn kostete, ermge Minuten Zeit verloren, und als er nun aus dem .Haus trat, fand er die Gesuchte nicht sogleich.
Tobias sah ihm lachend nach. „Seh Se bloß, Nahber ch, wo he lobt! Wo he sik dünne makt un mang de Mmschen dördrängelt! Ik segg, he gliekt Wilm Jansen. Vun achtern schult man de Twee nich ut enanner kennen. — un nu, Ärgenfch, wo wir twee allein sünd, — Ich hab was mit
angsam und kaum vernehmbar teilt
Die wellcnlose Flut der Kiel;
r In meiner Seele zittert nach
Der Ton aus einem Saitenspiel.
Horch! Vieser sanft gedämpfte Laut, Der Erd' und Himmel mild versöhnt . . .
Das Abendläuten ist's, das fern
Bon der Kapelle nicdertönt.
Bescheiden von dem Fclsgrund sieht
Sie übcr's Meer, so endlos weit;
— So schauet wobl ein fromm' Gemüt Hinüber in die Ewigkeit.
v Heinr. Leuthold.
„Wahr dich, Jan Jürgens is^hier. Er sieht Blutt Auf dich hat er'n Pik! Ich bitt dich, Wrlm, hüt dich.
„Weiter willst nichts?"
„O, Wilm, wenn er dir was zu leid that!
„Büst een Seel' vun eener Teern! Zu leid! Er! — Und du! Tu hast mir wohl mx zu leid gethan he?
„Du weißt nich, Wilm — wrr müßen zu Ostern aus ttt .Haus — und — ich inüßt' in Dienst gehn, 6et fremden
Ja dazu bist du zu hochmütig, um ein, zwei ^ahr lang bei rechtschaffenen Lenten zu dienen, bts tch zitsammen- hab', was wir brauchen. Aber dich zu verkaufen ""kLetb und Seel' an Niklas Breeden, dazu btst demütig genug!
„Meinst, ich hält' sie verhungern lassen, deme Mutter- Wenn sie sich auch vor der Arbert scheut, wte 'ne Katz vor m Wasser? — Prahl' nich noch mit deinem schlechten Herzen. Mach dir kein Verdienst aus deiner Falschheit un Rafftgkettt _ Mir brauchst nich Samtpfötchen zu machen. Ich will nich sündigen gegen das zehnte Gebot. Was etnes ander« ist, das begehr' ich nicht. Geh' hm zu demem Schatz.
„Wilm", murmelte sie, „Wilm, geh mcht allem an.den Strand, nicht allein in die Dünen. Bleib mcht betm Tanz — schließ dich ein in deine Kammer — tch bttt dtch
Er schob sie rauh aus seinem Weg.
„Nich einen Schritt weich' ich ihm aus!
Sie glitt an ihm nieder auf die Kniee. „O, Wrlm.
LW mit Ä» «m. W* telriigen. j.,. betrüg' nich! Glaub mir aech.
-^cb bab' aemeint, ich könnt', was andere können, meme Liebe bezwingen - aber sie is zu groß. Ich seh's ietzt. Metn H-x. aeht mit Dir, Wilm, ich' mag wolleit oder mch, mit Di?allein, und immer, und bis ans End' der Welt und _ und - ich will's Niklas sagen, auf der Stelle, gleich sag' ich's ihm -! Was da auch nach komme« mag! Du I sollst mir nicht sterben, Wtlm! — Sttrb mtr mcht -
Tas Paar stand in einem Winkel, den der Stall und die Scheune der Schenke mrtemander bildeten Dunkel war der H mmel, dunkel die Erde, die Wetterfahnen aus


