Ausgabe 
20.11.1902
 
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staben.

Rings an den Fenstern ward es hell.

'Tie Kleine, müd' von Lauf und Spielen, Lag mir am Fuß im Bärenfell.

Erinnerung.

Ter Abend kam. Tie Schatten fielen.

Redaktton: Curt Plato Rotationsdruck und Werlos der Brflhl'fchen UniversitölS-Wuck. und Cteindruücrei (Pietsch Erben) ht Gießen.

Weihnachtsbücher.

Wolkenfchatten und Höhenglanz. Gedichte von Gottfried Schwab. (Verlag von Lampart u- Cie. in I Augsburg. 1902. 136 S.) Eine liebenswürdige Tichter- I gäbe, die jedem, der für gute Lyrik Verständnis und I wahres Interesse besitzt, viel Freude bereiten wird. Schwabs I Gedichte, denen die Verlagshandlung eine geschmackvolle I äußere Ausstattung verliehen hat, verdienen in den wen- I testen Kreisen, in denen man echte Lichtung zu schätzen I weiß, gelesen zu werden und eignen sich zu einem schönen I Weihnachtsgeschenk.

Licht und Wärme. Genieinfaßlich dargestellt von I Ri.). Herm. Blochmann. Mit 81 Abbildungen. 272 I S. gr. Oktav. Geh. 3.80 Mk., in eleg. Lwdbd. 4.60 Mk, in feinein Originalbd. (Naturwiss. Hausschatz II. Physik II) I 5 Mk. Leipzig 1902, Verlag von Carl Ern st Poes ch er. I

Ja äußerst geschmackvoller und gediegener Ausstattung I liegt oieser Band vor uns, der den 2. Teil einerPhysik" I darstellt, wie sie wohl selten für den Gebrauch eines grüße-- > rett Leserkreises geschrieben wurde. Der uns bereits durch I den ersten Band oieserPhysik" (Mechanik und Akustik) I und durch eine vor einigen Jahren erschieneneStern- I künde" vorteilhaft bekannte Verfasser zeigt sich auch in dem I vorliege tden Werke wieder als Beherrscher desjenigen Tones, I der von den weitesten Kreisen als der einzig richtige zur I Belehrur g des Gebildeten über naturwissenschaftliche Tis- | ziplinen anerkannt und geschätzt wird. Indem wir das I Buch durchblättern, überzeugen wir uns, daß auch sein I Inhalt in jeder Beziehung Anerkennung erheischt. . In der I überaus vorsichtigen Auswahl des Stoffes liegt einer der I Hauptvorzüge des Buches. Alles Unwesentliche ist ver- I mieden, alles Interessante und uns im Leben begegnende I finden wir gründlich behandelt. Besonders fesseln unter 1 anderen die Betrachtungen über die atomistische Zusammen- I setzung der Materie, oder die geschichtliche Entstehung des | Thermometers, dann das neue Lindesche Verfahren zur I Erzeugung flüssiger Luft; in der Optik ist es vor allem das I Zustandekommen der Spiegelbilder und die Wirkungsweise I der Linsen und anschließend der Ferngläser. Selbst in das I schwierige Gebiet der Lichtinterferenz, der Beugung, der I Doppelbrechung und der Drehung des Lichtes werden wir I vom Verfasser eingeführt. Es ist ein Weihnachts-Ge- I schenk, das allen Gebildeten nur warm empfohlen wer- | den kann.

Die ästhetische Bildung des menschlichen Körpers | von Oskar Guttmann. Tritte, verbesserte Auflage, j Mit 98 Textabbildungen. In Originalleinenband 4 Mark. I Verlag von I. I. Weber in Leipzig. Tie ästhetische Gym- I nastik bildet das ABC der Mimik, und ohne sie ist keine Kenntnis der letzteren möglich. Aber ohne vorherge­gangene pädagogische Gymnastik ist auch keine ästhetische denkbar. Soll jedoch die pädagogische Gymnastik richtig und heilbringend ausgeübt werden, so sind wiederum ana­tomische Kenntnisse nötig. In dem vorliegenden Lehrbuch zum Selbstunterricht für alle gebildeten Stände, insbe­sondere für Bühnenkünstler, gehen der Mimik deshalb Kenn- nis der menschlichen Anatomie und Physiologie voraus. Ta die Kenntnis der Tanz- und Fechtkunst zur Erreichung der körperlichen Bildung unerläßlich ist, so hat der Verfasser I

Tie nackten Beinchen hochgezogen,. Hielt sie in kleiner Hand den Stift Und füllte meinen schönsten Bogen Mit Häkchen einer Runenschrift.

Rings war's so still, wie zum Gebete;

Ter ems'ge Stift nur raschelt leis . . 4 Es schrieb kein Tichter und Prophete Sein Weisheitsbuch mit größrem Fleiß!

Da plötzlich schmeichelnd mit den lieben Aeuglein mein Kindchen zu mir schltch: Weißt du, Papa, was ich geschrieben?' Ein Briefchen?"Ja."An wen AAn dtch!

Goldkind, an mich? Was steht darinnen? Ter Abend macht die Augen trüb . .

Und sie nach lächelndem Besinnen: Daß ich dich lieb hab', furchtbar lreb! - Es floß ein leichter Sonnenschimmer Ums Köpfchen ihr mit goldnem Hauch Tas schreibst du mir im selben Zrmmer? Sag's mir doch laut, dann weiß ich's auch.

Ta sah mich an das kleine Wesen Und reicht das Blatt mir lächelnd hinr Behalt's Papa, dann kannst du's lesen, Wenn ich mal nicht im Zimmer brn. . . . . . . O bittres Wort aus lieben Zeiten, Das du der Sehnsucht Flügel leihst!

Es schlug die Stunde längst zum Scheiden^ Und dieses Zimmer ist verwaist.

Und dieses Herz, die Sorgen machen's Oft müd' und schwer auf banger Fahrt; Und kaum ein Echo deines Lachens Hat sich sein Kämmerchen bewahrt.

Von deinem Jauchzen, deinem Lieben,

Von all dem, was sich nie vergtht. Ist nur ein Blatt zurückgeblieben, Tas wirr und kraus bekritzelt ist . .;; Und in der Stille heil'ger Stunden. Ruht lang mein Blick auf dem Paprerr Tann brechen auf die alten Wunden, Und meine Seele weint nach dir.

Tann will ein heißer Duft mich streifen Aus meines toten Früblings Gruft, Und zitternd meine Hände greifen In leere Luft. _

Rudolf Presber.

(AnsMedia in vita, Preis geb. Mk. 2.50. Werlag der I. C.otta'ichen Buchhandlung Nachf. in Stuttgart.)

Gleichung.

(Nachdruck verboten.)

(a _ b) + c + (d e) = x. .

& Altrömische Göttin, b Ausruf, c Fürwort, d Behältnis, e Rückstand, x Edelstein.

(Auflösung m nüchster Nummer.)

Auflösung des Rätsels in vor. Nr.r Nichts.

I die Grundsätze beider mit ausgenommen, sowie eine Ab- , I Handlung über die Prinzipien der Bekleidung folgen lassen Eine ungewöhnliche Hochzeit. Aus Parts wird I un& zam Schlüsse die Anwendung der Regeln für das berichtet: Eine ungewöhnliche Hochzeitsfeier hat hier statt- I bürgerliche Leben und den Salon in einem besonderen Ab­gefunden. Der zweite Sohn des chinesischen Botschafters schnitt behandelt. Langjährige Ausübung in der drama- in Paris Charles Hsing-Ling vermählte sich mit einer Fran- I tj sch eit Kunst sowohl, als auch in der pädagogisch-ästheti- zösin, der Klavierprofessorin Fräulein Genovefa Denen, M)en Gymnastik, ein vieljähriger Unterricht in beiden und Beide sind 23 Jahre alt. Der Gatte, dessen Mutter, Lady tzas tiefste Studium der besten Werke über alles dahin Duzen, Amerikanerin ist, hatte sich schon früh zum Ka- I Gehörende berechtigten den Verfasser, ein solches Werk für tholizismus bekehrt. Nach der Ziviltrauung auf der Mairie I hie Bühne und das Leben zu schreiben.

des achten Arrondissements fand in der Philippskirche die religiöse Trauungszeremonie statt, welcher nebst dem Personal der chinesischen Botschaft zahlreiche Persönlich­keiten der diplomatischen Welt beiwohnten. Tie chinesischen Beamten erschienen, wie der Bräutigam selbst, in reichen Nationalkostümen. Ter chinesische Botschafter unterzeichnete im Trauungsprotokoll die Namen mit chinesischen Buch-