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daß Ke „Davie" schon avr 8. Seht, bekannt wohin", abgereift sei.
aus
Gleichklang.
Nachdruck verboten.
WaS ist das wohl? Ma» tritt'S mit Füße«», Und doch flieht es uns festen Stand. ' Der Kaufmann toirb’8 am Beutel büßen, Der's nicht mit seiner Ware fand; Und auch im Schreiben stellt stch'S ein.
WaS kann das fein?
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.r Geduld ist die Kunst zu Hoge».
Erstaunen erfuhr er nun, daß Ke „Dame" schm am 8 Sept, plötzlich, und zwar „unbekannt wohin", abgereift sei. Trotzdem fand es der Juwelier für geraten, noch einige Dnae LU warten, und er erstattete erst am Samstag die Strafanzeige Das Sicherheitsbureau stellte sofort fest, daß die vornehme" Kundin des bezeichneten Juweliers mit der von Am Berliner Landgerichte abgestraften Josephine Farkas identisch sei und leitete ihre Verfolgung ein. In dem erlassenen Steckbrief wird unter anderem angegeben, daß die Flüchtige einen schwarzen Zwergrattler mit sich
Redaktion: Curt Plato. — Rotationsdruck und Berlag de>- Brühl^chW..UniversltätS-Buch^Md StfindruMei (Pirttzh
geben, sie werde ihn gelegentlich „im Borbergehen bezahlen. Da die Kundin bis dahin alle ihre EinWufe pünktlichst bezahlt hatte, hegte der Juwelier keinerlei Argwohn und übergab ihr ohne irgendwelche Bedenken sofort die ausgesuchten Gegenstände. Als einige Dage »-ergangen waren, ohne daß sich „Engelhardt" blicken ließ, suchte der Kaufmann die Wohnung derselben auf. Zu seinem großen
Kur mimikristischen Tierfärbung hat der amerikanische 1 Künstler und Naturforscher Thayer sehr interessante Experimente anaestellt. Es war Thayer, wenn er auf der Jagd 1 Mar, vielfach ausgefallen, daß mimikristisch gefärbte Tre^e, I wie Rebhühner, Trappen, Hasen rc. fast wesenlos erscheinen, I men» sie sich toten am in ihrer normalen Umgeb urig be- | wegen. Thatsächlich geht bei ihnen allen die lichte, blaulrch- kalte Färbung des Bauches ganz allmählich m dre warme, | duntte, bräunliche Färbung des Rückens über. Auch dre I Fische, welche oben warm-dunkel, unten kalt-hell gefärbt sind, werden dadurch den Blicken ihrer Feinde entzogen, I wenn diese etwa in gleicher Höhe mit ihnen schwimmen und also von der Seite aus nach ihnen hmsehew Gegen I tief schwimmende, von unten heraufschauende Raubfische I kann die hellere Unterseite keinen Schutz geben; denn gegen beit hell leuchtenden Himmel gesehen, muß sie sich stets I sehr deutlich abheben. Doch halten sich die Frsche mit ihren | Feinden meist auf gleicher Höhe. Thayer hat nun dre an I bett Tieren gemachten Erfahrungen, die ihre Erklärung m I alten, den Malern längst bekannteir Licht- und Farben- I Wirkungsgesetzen finden, zu einem neuen Verfahren ver- I wendet, indem er einen wirklichen Batt tn der Werse bemalte, daß derselbe als Körper verschwindet. Hierzu muß I die to-bere Zone mit einem warmen, dunkeln, der Boden- I färbe gleichen, grünlich-braunen Don bemalt werden, der I untere Teil dagegen mit einem hellen, kalten, werßlichi- | blauen Ton, und die Seiten sind so zu bemalen, daß dre I dunkle Farbe der Oberseite allmählich in die helle Farbe I der Unterseite übergeht. Ein so bemalter Ball erscheint I aus einiger Entfernung vollständig unkörperlich flachen-i haft und undeutlich; ein neben ihn gestellter, gleichmäßig I gefärbter Batt springt sofort scharf in die Augen. j
Die Verlobung der Frau Farkas. In Berlin I machte vor einigen Jähren ein Prozeß, dessen Heldin dre I 39jährige Josephine Farkas, eine gebürtige Budapesterin, war, mel Aufsehen. Josephine Farkas hatte em em sehr reichen Berliner Fabrikanten 200 000 Mk. entlockt und büßte eine vierjährige Gefängnisstrafe ab. Vor einiger Zeit tauchte Josephine Farkas, die sich mittlerweile dre Namen „Engelhardt" und „Wolfersdorf" beigetegt hatte, m Wien auf, wo sie in der Börsegasse eine komfortable Wohnung mietete und den Anschein einer reichen Dame zu erwecken wußte. Eine ältere Frau, die immer in Begleitung der Farkas erschien, wurde als ihre „Mutter" ausgegeben, doch dürfte letztere eine bezahlte Figurantin, eine sogenannte „Anstandsdame" gewesen sein. Bor etwa sieben Monaten wurde Josephine Farkas die Kundschaft eines Juweliers tn der inneren Stadt, von dem sie wiederholt Eteinere Schmuck- gegenstände kaufte, die sie immer prompt bezahlte; darum brachte der Kaufmann der elegant auftretetiden „Dame", deren Adresse ihm übrigens bekannt war, volles Vertrauen entgegen. Anfangs vorigen Monats kam die Farkas wieder zum Juwelier, dem sie sich unter einem falschen Namen vorgestettt hatte und erzählte ihm, sie habe sich verlobt^ sie wolle ihren Bräutigam mit einem schönen Geschenk überraschen und suche daher passende Herrenschmuckgegenstande. Daraufhin wählte sie Juwelen im Werte von 2600 Kronen aus und ersuchte den Kaufmmtn, ihr die Sachen mitM- geben, sie werde ihn gelegentlich „im Vorbeigehen" be-
brauch sich mit wachsender Geschicklichkeit lernt, bis man eAzu stände bringt, ohne sich zu stechen, ,in eurem gangn Hundert Nadeln zu suchen und ganz allem, an der Lehne eines Sessels, eine Strähne Wolle zu entwirren.
Die Spulen austvickeln, die Nadeln eitfiadeln dresi Fertigkeit der Hände und Schärfung des Blickes verdanke ich meiner Puppe. So sehe ich sie vor rnrr am Eingang meines Frauenlebens, wie in dem engen Rahmen einer m der Perspektive sich verengenden Allee, gerade groß genug, um mit der Silhouette eines glücttichen Kindes meinen ganzen damaligen Horizont auszufüllen.
Vermischtes.
führe.
Ein gleicher Tausch. Es herrschte eine Herne Verstimmung int Klub. Herr Bernstein, der Millionär, hatte einen Künstler geärgert, und beide waren nun gereizt. Ter Millionär hatte versucht, großartig und gönnerhaft zu sein, und der Künstler hatte sich, dagegen verwahrt. 5 „Ich brauche Ihre Protektion nicht", sagte der Maler der auf der letzten Kunstausstellung die goldene Medaille
»W fragt« d«r WiMoa-r „«-sind doch ein Künstler, und em Künstler bedarf der Pro te£ti°Sn Maler hat wohl wenig Wert in Ihren Augen? Es gehört Verstand dazu, ein Künstler zu fern , erwiderte t“ natürlich", -ntg-gn-t- d-r WiMm-r in
Überlegener Weise. „Ich gebe zu, es gehört Verstand k Sie müssen ihn verkaufen, um zu leben.
6 „Aha! Wer Ihr Gott .ist das Geld. Sie haben keinen anderen", sagte der Künstler.
Der Ihrige ist ta auch das Geld , sagte oer jjcu lionä? „Sie verkauft Ihren Verstand, wenn Sie wem Geld für Ihre Bilder annehmen".
Nun", versetzte der Maler, „wenn ich Ihnen Verstand für Geld gebe, so ist es eben em gleichwertiges i Tausch ; denn jeder erhält dabei das, was er am meiste I braucht." _____________
Ltttevarisches.
des Friedens", Roman von A. von Mncköwström. E. Pierson's Verlag, Dresden, 1901. Zwei I ^"^Eine^Jnsel^^des Friedens" wollen sie schaffen, Jan I bau der Brügge und En gelle Vrieß, dieses seltsame Paar. Er, der Poet, der die gelähmte Schwester seines Freundes
I Weibe genommen, sie, die stille, , milde, die eine I Atmosphäre des Friedens um sich berbrmtet Siegrunden ein Armen-Krankenhaus auf rhrer Besitzung, wo uber^ | gawvt alles nach den Grundsätzen sensitivster Hummnlar gecwdnet ist. Trotz seiner Bemühungen um ihr Wohl
1 :ra <?-nM bei den Leuten Nicht beliebt, ^a, die oeryetjite «n I Wendung überspannter Theorien ruft fchließlich eine M- I hntf„ her hör Ter Zusammenbruch jener utopistischen I Pläne hat aber auch eine bedeutsame seelische Lösung tm I Geiolae Jan hat eigentlich Grita Fahland geliebt, ft
ckndesgleichen - aber di? beiden Menschen hatten sich nick t ver st eben können. Bei dem Arbeiter auftauf nun wird Grfta verletzt; Jans Liebe kommt SE.DurWruch; EuMke. MdS«KVSÄ;
I tft ibr Macime. So bleibt sie mit dem Paare in sieund I schaftlichem Verkehr. Der glänzend geschriebene, an sissiKn- I den Episoden reiche Roman wird mit Spannung gelesen werdet und deni zum Nachdenketr^geneigien Leser auch
I «ach der Lektüre noch lebhaft beschäftigen.


