Keilen, sondern auch die besten wertvollen Schwämme uuszuwählett.
Biele Schwammfischer, so unter anderen die Bewohner der griechischen Insel Crapano, welche fast ausschließlich dieser Industrie dienen, benutzen zum Losreißen der Schwämme eigentümlich gestaltete eiserne Gabeln. Dir Beute kommt dann in ein Netz, tvelches der Taucher vor seiner Brust trägt;. Das Losreißen nicht zu tief liegender Schwämme von den Klippen geschieht auch vielfach von den Booten aus. Man bedient sich zu diesem Zwecke langer drei- bis sechszinkiger Gabeln, deren Spitzen mit Widerhaken versehen sind. Aus größeren Tiefen fischt man die Schwämme auch mit einem Grundnetz, das mit einein schweren Rahmeneisen versehen ist, mittelst dessen man beim Anziehen der Netzstricke die Schwämme und alles sonstige Getier vom Meeresboden losreißt.
Die Schwämme kommen als rundliche, schleimige Klumpen von grünlicher,' schwärzlicher oder dunkelvioletter Färbung an das Tageslicht. Nun werden sie durch Waschen und Kneten von den Weichteileir und allen gallertartigen Substanzen befreit. Hierauf begießt man sie mit einer siedend heißen wässerigen Sodalösung und, legt sie in verdünnte Salzsäure, wodurch etwa uoch vorhandene kalkige Stoffe beseitigt werden. Durch Bleichen in einem Bade aus unterschwefligsaurem Natron und Salzsäure erhalten sie ihre bekannte bräunliche oder hellgelbe Färbung, — Etwas anderes ist das Verfahren bei den Amerikanern, welche die Schwammfischerei an der Küste von Florida betreiben. Sie. sortieren und beschneiden die gewonnenen Schwämme, sobald sie gewonnen sind, und setzen sie der Einwirkung der heißen Sommersonne aus. Dies Verfahren lockert die Rinde, welche die Poren verschließt, und legt das Innere frei. Dann kommen die Schwämme in ein großes Wasserbecken, und erst nach einigen Wochen, wenn alle fleischigen Teile herausgewaschen oder herausgefault sind, werden die Schwämme aus dem Bade herausgenom- men, ausgebreitet, getrocknet und gebleichte Die für den Toilettentisch bestimmten Schwämme werden übrigens noch mannigfachen anderen Bleich- oder Färbeverfahren ausgesetzt, um ihnen einen angenehmen Ton zu verleihen. Die für chirurgische Zwecke bestimnlten Schwämme werden sorgfältig gereinigt, wobei dieselben häufig uoch 30 Prozent ihres Rohgewichtes verlieren — denn die Schwämme werden häufig in betrügerischer Absicht künstlich mit mineralischen Stoffen beschwert.
Haupthandelsplätze des Großhandels sind Tripolis und Smyrna — ersterer für das westliche, letzterer für das östliche Mittelmeer-Gebiet. Die wichtigsten europäischen Märkte sind Triest, Venedig, Genua, Livoruo und Marseille. Nicht nur im Haushalt und in der Chirurgie finden die Schwämme umfassende Verwendung, sondern auch in der Technik, denn man bedient sich ihrer auch zu Polsterungen, zum Filtrieren von Wasser usw. Wirklich gute und feine Schwämme stehen hoch im Preise und bilden einen guten Handelsartikel, da sie ohne Konkurrenz sind und durch kein Surrogat ersetzt werden können.
Zur Heilung der Gicht.
(Nachdruck verboten.)
Experimente am eigenen Körper hat Geh. Rat Dr. Konrad Küster, der bekannte Schöpfer der Reformburschen- schaften, seit einigen Jahrzehnten zu seinem Leidwesen gemacht. Es handelt sich um Beobachtungen über die Gicht- Zu Nutz und Frommen der Mitleidenden teilt Küster seine Erfahrungen in der „D. Med- Wchschr." mit. Er schreibt da unter anderem:
Bet erblich stark Belasteten, wie ich es bin, ist die Aussicht auf vollständige Verhütung von Anfällen eine wenig günstige. Immerhin hat aber diätetisches Verhalten auf Schwere und Häufigkeit der Anfälle einen unzweifelhaften Einfluß. Bei denjenigen Leidenden, die nicht erblich belastet sind, sondern sich die Krankheit durch unzweckmäßige Lebensweise erworben haben, wird ein diätetisches Verhalten sogar im stände sein, weitere Anfälle zu verhindern. Die unzweckmäßige Lebensweise besteht darrn, daß man einerseits zu viel ißt und zu viel alkoholhaltige Getränke trinkt, was leider eine sehr weit verbreitete Sitte ist, anderseits eine »licht geeignete Nahrung zu sich nimmt. Küster ist zur Ueber-
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zenguug gekommen!, daß einseitige Fleischkost die Gicht- anfälle befördert, und hat sich selbst zu einer mehr vegetarischen Kost bekehrt. Er genoß sehr viel Gemüse und Salats unter Vermeidung der Essigsäure, der auch ein unheilvoller Einfluß zugesprochen wird. Ein Einfluß ivar unverkeunbar, wenn auch! teilt vollständiger. Die Anfälle kamen nicht mehr so häufig, auch nicht mehr so heftig. „Indes blieb mein Kämpfen für vollständiges Verschwinden der Gichtanfälle vergeblich. Erblich bin ich« unzweifelhaft mit dem die Gicht begünstigenden Chemismus bedacht, mit der sauren Diathese. Saurer Moselwein oder Selter ruft sofort starkes Sodbrennen hervor, ebenso Kaffee, auch Bier und Rheinwein, weniger Rotwein, regen Magensäure an. Der Magen arbeitet aber sonst vorzüglich, ja eigentlich zu gut. Mes, was in den Magen kommt, wird energisch verwertet. Ohne ein starker Esser zu seiu — ich kann wie in den Feldzügen mit sehr wenig Nahrung auskommen — habe ich Neigung zur Fettleibigkeit und zu kräftigem. Fleischausatz. Dabei kasteie ich mich vom Morgen bis zum Abend. Ich habe meine ziemlich umfangreiche Praxis von Anfang an nur zu Fuß erledigt, ich habe gebraust, wasche morgens den ganzen-Körper ab, nehme Luftbäder, schlafe bei offenem Fenster, treibe Zimmergymnastik, bin ein flotter Tänzer und ein tüchtiger Wanderer, und trotz alledem, esse ich einmal etwas stärker als gewöhnlich, oder gönne ich mir zur Sommerzeit auf dem Lande einmal mehr Ruhe, sofort wird der Körper umfangreicher. Mau könnte auf den Gedanken kommen, daß der so vorzüglich arbeitende Magen durch den erzielten lieberschuh die Ursache der Gicht ist, und ganz ohne Einfluß wird das nicht fein; aber es muß doch noch! eine andere Ursache vorhanden sein; denn es gießt auch eine Gicht der Armen; es leiden Leute an Gicht, die so wenig essen, daß. es kaum für die Ernährung reicht. Diese weitere Ursache ist trotz aller Forschungen uoch nicht erfaßt. Und diese ist es, die einett erblich Belasteten auch immer wieder mit Gichtanfällen bedenken wird." Zur Beherrschung des akuten Gichtanfalles empfiehlt Küster int Gegensatz zu allerhand neuen Mitteln das altbewährte Eolchicum, das nur fetten oder unzweckmäßig cmgewendet werde. Er verschreibt sich Colchicum-Mark- Pillen, und hat dann erreicht, daß, während er früher mindestens 14 Tage liegen mußte, und drei weitere Wochen steif und elend war, er jetzt, wenn überhaupt, nur einen Tag zum Liegen kommt, seine Praxis einige Tage noch humpelnd versieht, aber in 8—10 Tagen wieder ganz beweglich und leichtfüßig ist.
Gsmeinnützrges.
Verquollene Fenster schließen nicht und sind im Winter besonders unangenehm. Vermeiden läßt sich dieses Verquellen, wenn man dieselben an den nicht angestrichenen Flächen mit einer Lösung bestreicht, die aus Benzin und Paraffin besteht. Man nimmt soviel Benzin, wie nötig ist und schabt in dieses Paraffin bis zur Sättigung. So das Holz noch trocken ist, wird es damit bestrichen; das Benzin verflüchtet und hinterläßt den Parafsiu-Ueberzug, der nicht nur gegen das Eindringen der Feuchtigkeit schützt, sondern die.Flächen auch so glättet, daß das Oeffrien und Schließen der Fenster keine Schwierigkeit macht.
„Prakt. Wegweiser", Würzburg.
Charade.
(Nachdruck verboten.) Das Erste macht in fremden Sprachen Dem kleinen Schüler oft Beschwer, Niemand ist gern zu ihm gekommen, Doch die Juristen schätzen's sehr. Das Zweite dient bei Sonn' und Regen, Und immer zeigt sich's überspannt; Oft schlicht ist's, doch von Spitzenfalten Umwallt ziert es der Schönen Hand. Das Ganze dient dein kühnen Streben Jn's ungemess'ne Aethermeer;
Und leicht laßt cs zur Tiefe schweben, Was sonst hernicderschmettert schwer.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Anagramms in vor. Nr.: Basel, Base, Labe, Salbe, Elba, Elsa, Abel.
Wrdaklion: E. Burkhardt, — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen.


