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Mittwoch -en 19. Mrs.
1902. — Nr. 42.
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orgcn sind incist von der Neffeln Art:
Sie brennen, berührst du sie zu zart;
Fasse sie an nur herzhaft,
So ist der Griff nicht schmerzhaft. Geibel.
dem Wandschrank, nicht eben gern gehorchend. „Ik weet't „Viertes Buch Moses, Kapitel funfunddreißig, sagte Niklas hätte lieber etwas Zärtlicheres gelesen, von dett Frauen, die Jesus dienten, von -er Freude der Mutter Maria, oder wie Maria Magdalena des Herrn Fuße mit ihren Haaren trocknete. Aber der Bruder lrtt eme Unt - brechung der Reihenfolge nicht, und so las er. „Von den Städten der Leviten, Freistätten.und^Totschlag.
Mer jemand mit einem Eisen schlagt, daß er fnrvt, der ist ein Totschläger und soll des Todes sterben.
Wirst er ihn mit einem Stein, damit jemand mag getötet werden, daß er davon stirbt, so ist er em Tot- sckläaer und soll des Todes sterben.
Der Rächer des Bluts soll den Totschläger zu Tode bringen: wie er geschlagen hat, soll man ihn wieder toten.
Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule. Tas soll euch ein Recht fetit bei eueren Nachkommen, wo ihr wohnet. Und ihr sollt keine Ver- iöbnunq nehmen über die Seele des L-otsch^gers, denn er ist des Todes schuldig, und er soll des Toves sterben.
Und schändet das Land nicht, darinnen ihr wohnet. Denn wer blutschuldig ist, der schändet das Land, und das Land kann vom Blut nicht versöhnt werden, das darinnen vergossen wird, ohne durch das Blut besten, der es ver-
Verunreinigt das Land nicht darinnen ihr wohnet, darinnen ich auch wohne; denn ich bm der Herr, der unter den Kindern Israels wohnet."
Fn der Nacht seufzte Niklas viel, und warf sich m dem den Brüdern gemeinsamen Wandbett unruhig herum. Ter Gedanke an"die^schöne Ebba regte ihm das Blut.gewa tig auf. „As't mau god gedeiht!" dachte er betrubü,,Seis rn,L snikker Meiste, — UN ik en ölen Knast von fiefunveertig Jahren! Tat paßt aä de Haspel up'n Kohl- hott." — Der Eimer an der Decke fiel ihm em, ein wach- tiqer Bundesgenosse bet jeder Werbung, aber er seufzte unaetröstet. Er sah den Mondstrahl an, der über ^.ldam und Eva und dem gen Himmel fahrenden Christus spielte, Unt> ^oll di^still 'in^de Koje, Brüdigam", murrte Tobias. enbI1SfIa§ faßte seinen Arm. „Bro'er, ick toeet nich> wat mi ankummt. Dat frostt mi so dörch de Knaken. Jk meen bat Unglück nimmt to'r Husdör herin un set t stk an dm Fuerhe^^ll toefen. ,t xurnrnUr jo en Wiw in't HuuL — Tösselbart', fängst Grillen? Sonntag gehst mit deiner Braut zu Tanze." — . . , .
Ter Vollmond stand über dem Mm«r. Auf den kleinen glitzernden Wellen woben seine Strahlen eine breite
(Nachdruck verboten.) Tobias Breeden.
Von Luise Westkirch.
(Fortsetzung.)
Tobias unterdrückte einen Fluch, „Nu mak Se'r en
Enn' von, Nahbersch." c . .„
„’t kummt'r up an, wat de Deern seggt.
"q, de is't tofreden!"
"De is jo nich so dwatsch as Se, hätte gern selbst mit ihr gesprochen. M°n't Wicht kummt jo nich. Nu, dann richte Sie's man aus. Achus ook
Frau Jürgens ftihr auf. „^eses, will he Heun all gähn? Un ik hev em noch nich mal n Lutten mschenkt, as't sik hurt bi de Frijerie!" . ,
Sie aus dem Thran kommt, is Mir die ~uft vergangen." „
„Ja, ik kann ook gar mx mihr denken.
Tobias ging grimmig seines Wegs. So sehr Ebba ihm gefiel, so unleidlich war ihm ihre Mutter. Er hatte keine Geduld mit winselnden Frauenzimmern. Hatte er Nerven gehabt, die schwarze Mutter Marmka wäre ihm auf die Nerven gefallen. Er besaß aber nur Galle.
Niklas erwartete den Bruder in der offenen Hausthur, unruhig trippelnd. Mit seinen vorgebogenen Schultern, vornüberhängenden Armen und den blitzenden, dunkelblauen Augen, erinnerte er lebhaft an einen außerordentlich vergnügten Vogel. Als er des Heimkehrenden ansichtig wurde, drehte er den Kopf zur Seite und Pfiff.
„Verleevt as'n Maikatt", dachte Tobias, „un will Mi n X för'n U vormaken. So'n Jung'!"
Er schnitt eine Grimasse. „He mc-ent, tot stün'n all in'n Kohl, un nu stahl tot erst in de Strunken. Zieh dich's nich zu Gemüt, Niklas. De Ollsch is jo man en olt Wrack; aber Ebba, de is as so'n smuck DreimastschiPP. De holt Kurs" « c.
„Hett se sik nich bannig versiehrt?" erkundigte sich Niklas mit zugeknisfenem Auge.
„Verfiehrt! Vor'n smucken Frijersmann? — Snack — Se was nich to Huus. Seggt Bescheid. — Un nu krieg' Gottes Wort to Hand, un denn willen toi dm Dag beschluten."
Niklas ging in die Stube und nahm die Bibel aus


