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Wodenöericht üöer Arühjahrskkeider.
Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Echnittmaunfaktur Dresdcn-N. Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch zu 50 Pfg. daselbst erhältlich.
Modell Wo. 219.
Modell No. 223.
Modell No. 220.
geboten hat.
Redaktion: I. V.: R. Dittmann. — Rotationsdruck und Verlag der Brüh l'schcn Universttäts-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.
noch die oben engen, unten weiten Bündchenärmel, wie sie Modell 223 aufweist. Durch verschiedene Garnituren, wie z. B. gesteppte Fältchen, Besätze oder mannigfache Aufschlagmanschetten werden sie bis ins Unendliche variiert. Ebenso kann man die, durch eine hohe Manschette ergänzte Ellenbogenpuffe, wie sie an Modell 220 ersichtlich ist, auf das verschiedenste ausgestattet, es zeigtB. Modell 219 eine sehr kleidsame Ausführung, indem die Puffe am Ellen- bogeu zu einem vollen Bausch ausspringen.
Nächst den Aermeln sind es die verschiedenen Schultergarnituren, welche der diesjährigen Taille ihr modernes Gepräge verleihen; es nehmen unter denselben die breiten Schulterkragen, meist aus Spitze bestehend, wohl den ersten Platz ein. Für diese Spitzenkragen bietet die moderne Industrie das verschiedenartigste Material, indem man nicht immer nötig hat, diese Kragen fertig zu kaufen. Man kann sie vielmehr aus geeigneten, meterweise käuflichen Spitzen in geschmackvoller Weise selbst Herstellen, indem man die einzelnen Muster der Spitze auseinanderschneidet und in der Form des Kragens wieder zusammensetzt, wobei man außerdem für den Fond den so außerordentlich modernen Filetstoff verwenden kann.
Aus der Vorliebe der Mode für Schulterkvagen er- giebt sich auch die Neuaufnahme der berthenförmigen Garnituren, 'tote sie aus Modell 220 zu ersehen ist. Dieselben existieren natürlich in den allerverschiedensten Formen und geben willkommene Gelegenheit zur Anbringung der ver-
Auf die Gefahr hin, banal zu erscheinen, kann ich heute tiudj nicht umhin, darauf hinzuweisen, daß der Mensch, insonderheit die Fran im Frühjahr „wenn die Erde mit frischem Grün sich schmückt" mehr als zu jeder anderen Jahreszeit das Bedürfnis hat, sich ebenfalls neu zu kleiden und zu schmücken und sich so in Einklang mit der neuerstandenen Natur zu bringen.
Daß dies mit einem gewissen Uebergang zu geschehen hat, indem man nicht gleich Helle Stoffe, Spitzen und Bänder und die ganze Sommerherrlichkeit zur Kleidung wählt, dafür giebt uns auch die Natur das Beispiel, denn and} sie fängt erst mit frischem Grün an und entwickelt erst allmählich ihre ganze Blütenpracht. Ebenso wird der subtile Geschmack der Großstädterin sich fürs erste mit der Neuanschaffung eines geeigneten Straßenanzuges beschäftigen, was um so weniger Schwierigkeiten bietet, als die Mode in dieser Beziehung auf das Ausgiebigste vorgesorgt hat.
Diese Straßenanzüge, welche fast ausnahmslos aus einem Jäckchenkostüm bestehen, zerfallen gewissermaßen in zwei Gruppen und zwar in solche, welche aus Rock, Jäckchen und Blouse bestehen, und solche, welche sich nur aus Rock und Jäckchen (letzteres nur durch, einen Einsatz oder Weste ergänzt) zusammensetzen. Je nach seinen Bedürfnissen wird man das eine oder andere wählen, denn die Formen, wenigstens was die Bolerojäckchen und Blousenjackets- be
trifft, sind wohl meistens die gleichen. Mw haben dieselben schon eingehend im vorigen Modenbericht beschrieben. Auch die Form der Röcke bietet in diesem Genre wenig neues, wenn man nicht den fußfreien Rock zu den Neuheiten zählen will, im übrigen ist in den beiden Gattungen Tütenrock und Volantrock im Grunde genommen alle Neuheit zusammengefaßt, biur bei diesen Anzügen sind hauptsächlich die Stoffe und.Witter diesen in erster Linie die deux faces Gewebe, welche früher unter dem Namen „Reversible" besonders für Gols-eapes Verwendung fanden. Man hat jetzt darin die überraschendsten und geschmackvollsten Farbenzusammenstellungen, indem die wolligen, fast gar nicht gemusterten dunkelgrauen, blauen, oder braunen Stoffe, Rückseiten in den lebhaftesten Farben, meist Schotten, aufweisen. Tiefe lassen sich in der mannigfachsten Art und Weise als Garnitur verwenden, wie zu Kragen und Revers, Rockbesatz tc. und ersparen außerdem das Futter.
Ebenso sind bei den anderen Frühjahrskleideru die Grundformen von Rock und Taille wenig verändert, indem sich die hauptsächlichsten Neuheiten mehr an nebensächlichen Teilen, sowie am Material und an der Garnierung zeigen.
So ist z. B. die Form der Taille unverändert im Rücken anliegend und vorn blousig. Die Aermel haben sich jedoch ganz bedeutend verändert, und man kann an ihnen die Vielseitigkeit der Mode bewundern. Am einfachsten sind
sckiedenen Garnituren. Auch die Fischüs (siehe Modell 219) sind mit zu den modernen Schultevgarnituren zu zählen, doch dürfen diese wohl mehr für die duftigen Hoch- xommertoiletten reserviert bleiben.
Tie Hauptsache an einer modernen Frühjahrstotlette bleibt wohl aber immer noch, der Rock, und obgleich Nur demselben späterhin noch, einen ganz besonderen Artikel widmen werden, wollen wir doch bei diesem allgemeinen Ueberblick über die Frühjahrsmode nicht verfehlen, die hauptsächlichsten bezüglichen Neuheiten zu erwähnen. Es. sind die Röcke mit Blenden und ganz flachem Serpentine- Volant, welche in Paris mit dem Spezialnamen „Pelerine" bezeichnet werden. Diese übereinanderfall-enden Serpentine-Volants müssen so flach sein, daß sie sich nur wenig vom Rock abheben, aus welchem Grunde mau ihren unteren Rand bequem mit Passepoils-Borten oder anderen Garnituren versehen kann, ohne daß sie zu tollig fallen. Ebenso sind die Blenden nur ganz wenig serhentineförmtg ge- schnittten, können aber doch der Serhentmeform nicht ganz entbehren, was eben gerade die Schwierigkeit hei ihrer stellung bedeutet, denn die Form des Futterrockes, auf welchen diese oft nicht breiter als 6—8 Ctm. breiten, dabet eine über die andere fallenden Blenden gesetzt werden, hat ebenfalls Serpentineform, sodaß diese allerdings die letzte Neuheit repräsentierenden Blendenröcke mit zu den kompliziertesten Schnittformen gehören, welche die Mode je


