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Auflösung des Magischen Quadrats in vor. Nr.r
A L M
L A U
B
M U 8 E
A B E
L
1 2 8 4 5
12 8 4
5 2 14
8 2 5 1 4
4 5 12
4 5 3 2
2 14 5
Anagramm.
(Nachdruck verboten.)
ist bekannt als schöne Stadt im Schweizerland.
ist dir verwandt.
erquickend winkt.
Heilung bringt.
im Mittelmeere.
wird manche genannt.
ein Frommer, der getötet ward von Bruderhand.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Haus. Die halten immer gute Freundschaft. Nette Leute! Sehr nette Leute! Und lvie propper der Bursche aussieht!
Der Menschenkenner schließt das Fenster und eilt in den Laden.. Da ordnet er noch ein wenig und erwartet so seine verehrte Kundin.
Frau Senator Moldenhauer bleibt erst noch ein paar Augenblicke vor dem Schaufenster stehen, dann tritt sie mit iyvem Begleiter in den Laden. Auch sie strahlt, als sei ein Stückchen Sonne heute in ihr Herz geglitten.
„Na, Meister Schnepper? Sie haben ja Ihre Sache prompt und brav gemacht. Nun aber 'raus aus dem Schau-, fenster. Den Preis hatten wir fest gemacht. So . . . hier!"- Sie legt den Betrag auf den Tisch.
„Aber, ich bitt' schön... so eilig . .
„Still, still! Erst das Geschäft, dann das Vergnügen! So, Herr Trautner, wenn Sie so gut sein wollen? Tragen Sie es dahin, wo es von nun an hingehört."
Der junge Mann blickt erst verlegen drein; doch die gütige, alte Dame sieht ihn so sicher, so ermunternd an, daher endlich das Spinnrad ergreift, um den Ladentisch biegt und rekte in das Wohnzimmer spaziert.
Dem Drechslermeister öffnen sich weit die Augen. Was soll dlenn das? Doch schon hat ihn Fran Senator am Rockärmel gefaßt und führt ihn hinein. Mutter und Tochter stehen neben dem Geburtstagstische. Malchens Antlitz übergießt fliegende Röte, als jetzt der junge Mann dasSpmn- rad vor sie hinsetzt. Stumm blicken sich beide an. Frau Senator aber führt das Wort:
„Mein herzliebstes Patenkind! Alles Gute, alles Liebe für heute und alle Zukunft. Hier, die prächtige Arbeit Deine« Vaters nimm als Geschenk für Deinen Haushalt, diese,l bösen Menschen aber bringe ich Dir mit für Dein
Vater und Mutter Schnepper: hier steht einer, der nicht viel reden kann, der aber sein Bestes und Letztes für Euer Kind hingeben würde. Nehmt ihn auf, macht beide glücklich! 's ist heute Geburtstag! Und Gebnrtstagskmdern soll man ja nichts abschlagen. Gelt?"
Malchen hat sich schon längst an der Brust des Ge-, liebten still gebettet; die Mutter hält das Taschentuch vor die Augen und drückt stumm bewegt der gütigen Dame die Hand.
Nur der Drechslermeister kann's immer noch nicht
ja . . .; du mei Guckeda! ... wo habt Ihr Euch denn so nahe kennen gelernt?" haspelt er endlich heraus.
„In der Tanzstunde!" lächelt Frau Senator Moldenhauer. — — — —
Der Drechslermeister Schnepper heißt noch heute der I „Menschenkenner" in Lerchenthal.
Von sich selbst aber dieses zu behaupten, hat er sich seit jenem merkwürdigen Tage vollständig abgewöhnt.
Wer an vorstehender Erzählung Gefallen findet und nach mehr dergleichen verlangt, der sei aufmerksam gemacht auf die kürzlich im.Verlage von Fischer & H-ranke, Berlin erschienenen beiden Bücher von A. TriNiusr „Neues aus Lerchenthal" und „Kleinstadtluft geb. je Mk. 4.50. ______ fRebl
manchmal die Worte ausgestoßen: „De Wiwer, de Wiwer! I Mer kennt se nie aus!" „ . .
Seitdem schien der Boden unter ihm im eigenen Hause
^Jahrmarkt war's bald darauf. Er klatschte gerade wieder Fliegen, da stimmte hinter seinem Garten eine Bande böhmischer Musikanten einen lustigen Ländler an. Und als er in den Hausflur tritt und einen Blick durch das Glasfenster in die Werkstatt wirft, da muß er unter Erschrecken be- inerken, daß Mutter und Tochter sich angefaßt haben und lachend im Walzer durch den Raum wirbeln.
' „De Wiwer, de Wiwer!"
Der September war ins Land gekommen, als ein fröhliches Familienereignis eine gewisse Aufregung ttn Hause hervorrief. Minka, die treue, schwarz und weiß gefleckte Katze, hatte eines Morgens die Zahl der Lebewesen im Hause Schnepper um fünf Seelen vermehrt.
Der Hausherr war ein wirklicher Tierfreund.
„Spare die Milch nicht, Malchen", sagte er zu der ■ Tochter, „unn pfleg' mir die Tiere hübsch. Frau Senator wollt' schon längst so'u Tierchen. Die anderen werden mer au noch los!"
Eine bessere, folgsamere Tochter konute sich kein Vater wünschen. Wie besorgt sie um die hübschen, jungen Kätzchen war' Wie oft sprang sie von der Arbeit auf, draußen nach dem Rechten zu sehen. Ach, und die Alte konnte so erbärmlich schreien! Wenn man drinnen um die Lampe traulich sich geschart hatte, da begann es draußen: hilfeflehend, liebeheischend, lockend und bittend. Erst schoß ein leichtes Rot über Malchens hübsches Gesicht, dann schoß sie selbst hinaus. Und wie ernsthaft sie ihren Samariterdreust er- ' füllte. Manchmal eine Stunde lang und drüber.
' „Wirklich, ä Prachtmädchen!" lächelte dann der Menschenkenner. c n r .
Draußen aber im Schatten der Nacht und Laube, da hielt ein blühendes Menschenpaar sich Brust an Brust. Da fanden sich Augen und Lippen, und süße Worte der Liebe, des Hoffens irrten hin und her.
Ein paar Wochen klang allabendlich der Jammerruf der Katzenmutter. Da sprach eines Abends Herr Schnepper:
„'s märkwürdig! was nur das Vieh hat? Ich mein' doch, jetzt müßte sie aus dem Gröbsten 'raus sein?!"
Malchen ivar bereits wieder pflichtschnldigst hiuausge- huscht. Die Frau aber sagte:
„Hugo, vielleicht sind's Kinderkrankheiten! Wer kann's tu if fett ?/z
„Meinst Du wörtlich?" Kopfschüttelnd stopfte sich der Menschenkenner eine frische Pfeise.
Er schüttelte noch mehr den Kopf, als er eines Tages vom nahen Berge zurückkehrte, wo er sich bemüht hatte, eine Mondfinsternis zu beobachten, deren Erscheinen beide Blättchen des Ortes vor drei Tagen angezeigt hatten. Als er in die Gasse trat, an die sein Garten grenzte, schien sich etwas Dunkles von der Gartenpforte abzulösen; wie ein Schatten huschte es um die Ecke.
Der Fliegenschnepper rieb sich die Augen, schlich vorsichtig näher. Totenstill! Nichts zu erkennen. Sollten . Spitzbuben böses planen? Mit klopfendem Herzen hastete er durch den Garten, hinein in die Wohnstube. Da saßen Mutter und Tochter und boten das gewohnte Bild rühren- . den Fleißes. „
„Unn Ihr habt nischt gehört? Rein gar nischt? Mark- würdig, wie man sich teischen kann. Vielleicht is au die dumme Mondzauberei dran schuld. Hm, hm! Aber so deitlich!" —
Man schrieb den 5. Oktober. Das war Malchens Geburtstag. Zu heute hatte er auch der Frau Senator Moldenhauer das Spinnrad zugesagt, das blank und zierlich seit gestern zur Schau und Augenweide im Schaufenster prangte.
Das war heute ein schöner Tag! Das liebe Mädchen heute zwanzig Jahre, strahlend in Frische und Gesundheit, und draußen der blanke Sonnenschein! Nein, so prächtig hatte die Welt doch lange nicht ausgesehen! Der wackere Drechsler vermochte gar nicht den Platz am offenen Fenster zu räumen. Wer da kommt ja die, Frau Senator bereits die Gasse herauf, neben ihr ein stattlicher junger Mann . . . I, der Deichsel! Ist das nicht Trautners Karl? Sein Vater hat da sein Kupferschmiedgeschäft neben Senators
Redaktion: E. Burkhardt, — Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Güßen.


