Ausgabe 
17.9.1902
 
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Vermidchtes.

werden.

Tas Größte und Schönste, das Menschen zu erkennen imstande sind, bleiben doch die reinen, nur mit dem inneren Blick erkennbaren Ideen; in ihnen zu leben, ist eigentlich der wahre Genuß, das Glück, das man ohne Beimischung irgend einer Trübheit in sich aufnimmt; nur haben wenig Menschen Sinn dafür, denn es gehört dazu eine Neigung der Beschauung, die in Menschen unmöglich ist, bei denen Sinnlichkeit und innere moralische Empfindung in Ver­lange« zur Wirklichkeit und zum Genuß übergehen."

Der Anblick des Himmels hat unter allen Umständen einen unendlichen Reiz für fühlende und denkende Menschen, bei sternhellen wie bei dunklen Nächten, bei heiterem Blau wie bei ziehenden Wolken oder dem traurigen Grau, worin das Auge sich verliert. Die Natur ist eine Macht, an der man die reinste Freude hat, wenn man ruhig mit allen ihren Entwickelungen fortlebt und die Summe aller als ein Ganzes betrachtet, indem es nicht darauf ankommt, ob jedes Einzelne erfreulich sei, wenn nur der Kreislauf vollendet wird."

Gedankensplitter aus Briefen eines Staats- inannes und Gelehrten.

(Nachdruck verboten.)

Krebsräts el.

Nachdruck verboten.

1.

Mich schätzen meistens nur die Herrn, Sie wissen es, ich beiße gern, Doch niemand läßt stch schrecken.

Von rückwärts trenn' und schütze ich, Zu vielen Zwecken nütze ich, Doch kann ich nichts verdecken.

2.

Ich werde dir einmal beschieden Nach dem Gebote der Natur;

Ich gebe Ruhe dir und Frieden, Und umgekehrt zier' ich die Flur.

3.

Sanst den Müden wird es wiegen. Aber bist du's umgekehrt, Hast durch Lügen du und Trugen Bald ein Freundschaftsband gestört.

(Auslösung in nächster Nummer.)

Nummer: xi xn E L

Auflösung des Zifferblatträtsels in voriger i ii in iv v vi vn vni ix x LEB ERN A H EG

Leber, Eber, Bern, Erna, Nahe, Hegel, Egel, EU«.__

Ueber das Rauchen aus Papierspitzen wird ge- schrieben: Alle Welt raucht jetzt aus Papierspitzen, ^eder Zigarrenhändler und Wirt liefert sie gratis. Ja, er istsogar gezwungen, immer große Posten davon vorrätig zu halten da der Raucher schon so an die Spttzen gewohnt rst, daß es als eine Unkoulanz aufgefaßt würde^ wenn man kerne Zigarrenspitzen als Zugabe erhielte Euiganz geringer r X. .... AoS.rrrhi nfihPTt. iDtß Denn

Es ist eine müßige Frage, welches Alter, ob Jugend oder Reife oder sonst einen Abschnitt man vorziehen möchte. Es ist eine Selbsttäuschung, wenn man sich einbildet, daß man wünschen könnte, in Einem zu bleiben. Der Reiz der Jugend besteht int heiteren und unbefangenen Hinein­streben in das Leben, und er wäre dahin, wenn es einem je deutlich würde, daß dies Streben nie um eine Stufe weiter führt. Mit dem Alter ist es nicht anders, es ist im Grunde, wo es schön und kräftig empfunden wird, em Hinaussehen aus dem Leben, ein Steigen des Gefühls, daß man die Dinge verlassen wird, ohne sie zu entbehren, indem man doch mit Heiterkeit auf sie hinblickt und mit Anteil in Gedanken bei ihnen verweilt."

Auch ohne religiöse Gedanken an den Anblick des Himmels zu knüpfen, hat es etwas unbeschreiblich Bewegen­des, sich in der Unendlichkeit des Luftraumes zu verlieren."

So sehr auch der Mensch für den Menschen das Erste und Wichtigste ist, so giebt es nichts' gegenseitig sich mehr Be­schränkendes, als die Menschen, wenn sie nahe zusammen­gedrängt, nur sich int Auge haben. Man muß erst wieder in der Natur ein höheres und über die Menschheit waltendes

.. bet Be- 1 Wesen erlernten und fühlen, ehe man zu den beschränkten

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gewöhnlich bekümmern könnte, inan beschäftigt sich vielmehr gern mit ihm und sieht das Ausscheiden aus dem Leben, was ihm auch folgen möge, als eine natürliche Entwuke- lungsstuse in der Folge des Daseins an."

Gefühl fürs Wahre, Gute nnd Schöne adelt die Seele und beseligt das Herz, aber was ist es, dieses Gefühl, ohne eine Tnitentpfinbciibfc Seele, mit bet mein e§ teilen icmn.

osn jedem auch selbst unbedeutenden Menschen liegt im Grunde ein tieferer und edlerer, wenn der wirklich er- cheinende nicht viel taugt, oder noch edlrerer, wenn er an ich gut ist, verborgen."

Die Fähigkeit, sich einem fremden Willen, bloß weil ^ganeiiH/ipcK ------ v, ,h

es ein solcher Wille ist, auch geradezu gegen die Neigung Zeil der Rancher wird aber daran gedacht haben, wie denn

zu unterwerfen, als muß sich zu unterwerfen, dieser Fähig- dne solche Spitze entsteht. Was Besonderes kann es nicht

leit bedarf jeder, auch der Mann. Sie macht das Gemüt fein denn sie kostet ja nichts, wird man vielfach horen weicher, milder und so sonderbar es scheint, zugleich starker, ^ aber ein Raucher das Rauchen aus einer Papierspitze

selbständiger und der Freiheit würdiger." als geradezu gesundheitsschädlich bezeichnet hatte, da^n

Obne Kampf und Entbehrung ist kein Menschenleben, I wird kaum die Rede fern. Und doch ist es so. E 1 )

auch" das glücklichste nicht, denn gerade das wahre Glück von den Spitzen abgesehen, die m den ^Mthaus

Sl stch N" d-d-rch7 ba6 -- sich durch seine G-stchl- gefertigt werden b« >f"4? ÄÄS unabhängig vom Schicksal macht." vorhanden, und vor allen Dingen sind es Hw d G

Das Glück vergeht und läßt in der Seele kaum eine I gesunde Seute, bte Sitzen wird aber in den

flache Spur zurück, und ist oft gar kein Gluck zu nennen, I der Anr Verw S. Böhmerwaldes angefertigt,

da man dauernd dadurch nicht gewinnt. Das Unglück I armseltgst n F - Gebrechen hindern die Familien- vergeht auch, und das ist ein Trost, läßt aber tiefe Spuren Krankheiten und ^/^«ertwung thätig zn sein, zurück, und wenn man es wohl zu benutzen weiß, heilsame, I Meder "^^lich ),an I verdienen. Es liegt es läutert und stärkt." _____ _ | ba biete Krankheitskeime

niit fortgeschleppt werden. Wer verrät aber ferner, auf welchem Schmutzhaufen das verwendete Papier^vorher ge­legen hat, oder von welchem, vielleicht an Kranryett ver endeten Geflügel die verweiidete Pose stammt? Und das ist für den Raucher gut genug, in den Mund A nehmen. Uns scheint, als läge hier dw unmittelbare Gefahr der Infektion vor, der sich der Rancher bei Benutzung der Papier­spitze stets aussetzt. Weshalb benutzt der Raucl;er unter diesen Umständen nicht lieber eine einfache Weichselspitze, wenn man sich nicht zum Erwerb einer Bernsteinspitze auf- schwingen will? Man wird dieselbe natürlich nicht geMutt erhalten; aber was spielt eine emmMge geringe Ausgabe für eine Rolle, wenn man weiß, daß man Nicht Gesayr läuft, durch irgend welche Krankheitskeime msiziert zu

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Redaktion: Curt Plato. - Rotationsdruck und Berlag der Brübl'schen Universitäts-Buch, und Cteindruckerei (Pietsch Erben) in Eießen.