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und wollte nun auch noch meinem Phonographen, der sich im Wohnzimmer neben der Küche befand, einen Besuch ab statten und seinen Plaudereien lauschen. Der Apparat hatte seit dem Tage des Mordes nicht mehr funktioniert; die Platte stand offen und konnte demnach den geringsten Lmrt in sich aufnehmen. Es war wieder das erste Mal, daß ich die Feder berührte, um ihn sprechen zu lassen. Ich begann damit. Doch was war das? Stille! . . . Die Stimme meiner verstorbenen Frau. Ganz deutlich, klangvoll und in jenem ruhigen Staccato, das ihrem Organ etwas Angenehmes verlieh. „So, nun wären wir hier . . ." Mir lief es eiskalt über den Rücken, und erschrocken sah ich mich unwillkürlich um. Wie Geisterhauch wehte es mich an. Ich lauschte mit angehaltenem Atem. Der Phonograph begann von neuem. Barmherziger Gott! Die Stimme meines Freundes John Rondy. Sollte es wirklich? . . . Unmöglich! .. . „Ja, das leidige Treppensteigen. Sie könnten es beg'nemer haben, Mistreß." Und nun? Gott sei Dank! Ein Zeiitnerstein fiel mir vom Herzen. Er ist der Mörder nicht! „Ich muß machen, daß ich, nach Hause komme. Grüßen Sie Hampden." „Ich danke, Adieu!" sprach wieder die Stimme meiner Frau. Nun hörte man Geräusch in der Küche; Hin- und Hergehen. Plötzlich ein Klopfen an der Thür. „Herein!" spricht meine Fran. Eine völlig fremde Stimme sagt: „Guten Morgen! Sie sind doch allein tu Ihrer Wohnung? Ich wurde auf der Treppe darum gefragt." Die Stimme meiner Frau: „Ja, ich bin allein hier." „Wo soll ich das Fleisch hinsetzen?" „Stellen Sie es dort auf das Fensterbrett." Jetzt — ein furchtbarer, markerschütternder Schrei. . . Ein dumpfer Fall . . Völlige Stille. . . .
Der Phonograph ist! zum furchtbaren Ankläger geworden. Der Metzgerbursche Pitt war der Mörder.
Eine ungeheure Menschenmenge drängte sich an die Eingänge des Gerichtsgebäudes von Newyork. Die Schwur- ?Gerichtssitzung begann. Der Saal selbst war bereits über- üllt, und alle Blicke richteten sich nach der Thür, durch die der Mörder eintreten mußte.
Endlich erschien der Gerichtshof unb gleichzeitig die Jury; auch der Angeklagte wurde hereingeführt und von feiten des Publikums mit lautem Gemurmel empfangen.
Es war ein junger, hochaufgeschossener Mensch von zwanzig Jahren mit feuerrotem Haar und frischem, von unzähligen Sommersprossen bedeckten Gesicht.
Pitt, befragt, ob er sich schuldig bekenne, antwortete mit einem kräftigen „Nein!" Als aber sodann der Phonograph herbeigebracht wurde, von dessen Existenz er überhaupt keine Ahnung hatte, da fingen seine Kniee zu schlottern an; eisiger Schweiß perlte in schweren Tropfen auf seiner Stirne, und mit weit aufgerissenen Augen starrte er nach dem unheilverkündenden Instrumente. Und wie der fürchterliche Schrei ertönte, der schauerlich durch den weiten großen Gerichtssaal schallte und sich an den Wänden, ein grauenhaftes Echo hinterlassend, brach, da standen ihm seine Haare zu Berge, wie zur Abwehr streckte er feine Hände dem Phonographen entgegen, und mit dem Ausruf: „Ja, ich bin der Mörder!" stürzte er ohnmächtig zusammen und wurde besinnungslos aus dem Saale getragen.
Im Gefängnisse machte der Lustmörder drei Selbstmordversuche, die jedoch mißlangen. Er wurde zum Tode verurteilt und mittelst des elektrischen Stromes hingerichtet. __
Gsmeinniitziges.
Kalte Füße. Wir sind jetzt in die Periode der kalten unv nassen Füße eingetreten, und es erscheint mir dringend notwendig, hierüber einige Worte an di? Leser zu richten. Wir können im wesentlichen zweierlei „kalte Füße" unterscheiden, und zwar solche, die als Begleiterscheinungen irgend eines akuten oder chronischen Leidens oder einer falschen Lebensweise vorhanden sind, und solche, die nur zeitweise durch mangelhaftes Schuhwerk, naßkalte und kalte Witterung sich zeigen. Im einen wie im nndem Falle ist es notwendig, die „kalten Füße" energisch zu bekämpfen. Nicht selten kommt es vor, daß ein Fieberkranker eisig kalte Füße hat. Es ist das sehr bedenklich, weil dadurch größere Blutmassen nach oem Gehirn und dem Herzen getrieben werden, was nicht selten
Phantasieren des Patienten zur Folge hat. Man gehe sofort dagegen vor, und man wird häufig durch die nachstehende Behandlung selbst das Fieber herunterstimmen, und dadurch das Phantasieren beseitigen. Man schlage die Füße des Patienten gemeinsam, oder jeden für sich, in ein nasses Tuch, hierauf in ein Stück Flanell, und lege heiße Steine oder heiße Kruken, die man thunlichst auch noch einmal feucht einschlägt, um recht viel Feuchtigkeit zu entwickeln, an diese Packung. Sobald die Fußpackung trocken ist, wird sie erneuert. Man kann dem Patienten auch nasse Strümpfe anziehen, und darüber trockene wollene. Bei den .Halserkrankungen der Kinder ist diese Anwendung von hervorragender Bedeutung. Bei chronischen Leiden sich zeigende kalte Füße erfordern eine naturgemäße Behandlung des Grundleidens. Bei kalten Füßen ohne bekannte Ursachen gehe man lokal gegen sie vor. Im Somnter gehe man barfuß in nassem Grase, mache kalte Abgießungen, Massage, viel Bewegung, genieße leicht verdauliche, nicht blähende Kost, trage leichtes Schuhwerk, möglichst ohne Strümpfe, turne, radle, bade; kurzum man fördere die Blutbewegung und den Stoffwechsel. Im Winter sind Fußbäder, namentlich Wechselbäder, vor dem Schlafengehen sehr dienlich. Zum Fußwcchselbade verwendet man zwei Eimer Wasser — heiß und kalt — und verweilt in jedem je Vi Minute. Dann geht mau mit nassen Füßen ins Bett und schlägt sie in Wolle ein. Gegen zeitweis kalte Füße schützt man sich — namentlich aber die Kinder — durch gutes Schuhwerk. Kinder sollten 6et Regenwetter stets Ueberschuhe tragen, denn es ist nichts gefährlicher, als wenn Kinder mit nassem Schuhwerk in der Schule siben. Manches Kind hat sich hierdurch schon den Tod geholt! Wer zu sitzender Lebensweise verurteilt ist, der trage hierbei warmes Schuhwerk, aber auch —! auf der Straße, da sonst kalte Füße die unausbleibliche Folge sind. Bewegung und gute Luft int Zimmer tragen auch hier zur Besserung bei, desgleichen regelmäßiger Stuhlgang. Prakt. Wegw. Würzburg.
Konserven-Gemüse aller Art, wie Bohnen, Erbsen, Motten, Blumenkohl, Morcheln, Spargel rc. schmecken wie frisch aus deut Garten geholt, wenn man dieselben nach dem Entfernen der Wasserbrühe in steigende Butter kochend schwenkt, salzt und pfeffert und unmittelbar vor dem Anrichten mit einigen Tropfen Maggi-Würze durchzieht. __________
Mode.
Von der „W teuer Mode" liegt Heft 8 vom 15. Januar vor uns. Dasselbe behandelt Maskenkostüme für den Karneval, aber auch die Toilettenstücke des täglichen Bedarfes. Der Handarbeitsteil des Heftes enthält eine größere Anzahl mnstergiltiger Vorlagen für verschiedene Zwecke, und der sich beständig erweiternde Unterhaltungsteil umfaßt textlich und illustrativ interessante, gediegene Beiträge. Wenn ein Journal praktisch und anregend zugleich, ist, hat es viel erreicht, und dies müssen wir der „Wiener Mode" zu- gestehen. Das Blatt verdient von jeder Dame gelesen und — gehalten zu werden. — Preis vierteljährlich (6 starke Hefte) 2.50 Ml. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten sowie direkt vom Verlag in Wien, VI. Gumpen- dorferstraße 87.
Magisches Quadrat.
(Nachdruck verboten.)
AAAA, BB, EE, LLL, MM, 8, Uü.
Vorstehende Buchstaben sind in.Ouadratform derart zu ordnen, daß vier wagcrechte Reihen entstehen die gleichlautend mit den vier senkrechten sind und Wörter von folgender Bedeutung bilden: 1. weiblicher Vorname; 2. Pflanzenteil; 3. Jdealgestalt der griechischen Sage; 4. altbiblischer Name.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Homogramms in vor. Nr.: F B s FRITZ BIBER 8 T E R- N
Z R N
Redaktion: E. Burkhardt. — Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.


