348
zu
Bilderrätsel.
Redaktion: I. V.: R. Dittmann. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buib. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießm.
ist die Ehrenhalte des deutschen Genius überhaupt. Als. eine solche möge das Germanische Museum unter dem Schutz« der deutschen Fürsten und des deutschen Volkes weiter blühen und gedeihen!
Deutschlands berühmtester Beleuchtungs-Techniker über den Kampf zwischen elektrischer und Gasbeleuchtung.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Kapselrätsels in vor. Nr.t Ein magerer Vergleich ist besser, als ein fetter Prozeß.
Tie jüngsten Fortschritte auf dem Gebiete der elektrischen Beleuchtung haben die Frage wieder aktuell gemacht, ob das elektrische Licht dazu berufen sei,, das Gaslicht in absehbarer Zeit zu verdrängen. Der berühmte Beleuchtungstechniker Hofrat Prof. Tr. Hans Bunte von, der! technischen Hochschule zu Karlsruhe äußerte sich zu dieser höchstinterefsanten Frage etwa wie folgt: Trotz der rafch steigenden Verwendung der Elektrizität für Beleuchtungszwecke ist die Zahl unserer Gasanstalten in stetem Wachsen begriffen, und gleichzeitig erhöht sich mit jedem Jahr die Gasproduktion. Die Erläuterung für diese Erscheinung ist. höchst einfach: Tas Gasglühlicht ist heute dre weitaus, billigste Lichtquelle, es stellt sich nicht nur um das Fünffache billiger als die Edisonsche elektrische Glühlampe, sondern es ist sogar wesentlich billiger als das Petroleumlicht. Tas elektrische Licht dagegen ist bisher immer noch ein Luxuslicht, das Licht des vornehmen Mannes gewesen. Die Ursache hierfür liegt darin, daß die Gasbeleuchtung in den letzten 15 Jahren eine kolossale Vervollkommnung erfahren hat. Ter Uebergang von der offenen Gasflamme zum Gasglühlicht durch die Erfindung Auers, durch welche der Verbrauch einer Gasflamme, auf gleiche Hellrgkert bezogen, auf den fünften Teil des Gasverbrauches der offenen Gasflamme reduziert wurde, hat nicht nur eine bedeutende Ersparnis an Gas zur Folge gehabt, sondern auch trotz des weit geringeren Gasverbrauches die Leuchtkraft außerordentlich erhöht. Die Auersche Erfindung des Gasglühlrchts bedeutet daher eine überaus wichtige Vervollkommnung der Beleuchtungstechnik. Seit der Verwendung, der seltenen Erden zur Herstellung von Glühkörpern für dre Gasbeleuchtung hat das Gasglühlicht dauernd mehr oder mrnder wichtige Vervollkommnungen erfahren, durch die es in Bezug auf feine Leistungsfähigkeit und namentlich auf ferne Brllrg- keit heute allen vorhandenen Beleuchtungsarten wert überlegen ist. Dazu kommt, daß das Gas auch als Heizstoff, und Antriebskraft eine immer größere Verwendung frndet. Was aber das Gasglühlicht gegenüber dem elektrrschen Lrcht für den kleinen Mann noch besonders wertvoll macht, sth der Umstand, daß ihm die Gasflamme nicht nur zur Beleuchtung dient, sondern in gewissem Maße auch Wärmequelle ist, während das elektrrsche Lrcht bekanntlrch kaltes Licht ist. Einer allgemeinen Einführung des elektrrschen Lichtes wird bei dem gegenwärtigen Stand der Elektrotechnik auch noch die Thatsache hindernd, rm Wege fern daß der elektrische Strom srch wrrtschaftlrch rentabel nm- auf eine Strecke von etwa 30 Kilometer werterlerten laßt, da mit der Zunahme der Entfernung die Leitungskosten außerordentlich ins Gewicht fallen. Es ist daher zu erwarten, daß selbst bei der weitgehendsten Verbesserung der elektrischen Beleuchtung das Gaslicht als Lichtquelle, ferne Bedeutung niemals verlieren wird, sondern daß vrelmehr rn Zukunft beiden Beleuchtungsarten, sowohl, dem Gas gl uh licht wie auch dem elektrischen Lrcht rn glerchem Maße dre Aufgabe zufallen wird, das Lichtbedurfnrs der MenMert "" befriedigen. ;
gtt der Textilabteilung wird uns die Entwicklung dieses wichtigen Industriezweiges (Gewebe, Spitzen, Stickereien) von der römischen Periode bis zur Gegenwart vorgeführt. Tie Waffensammlung, etwa 2000 Nummern, ist die lehrreichste, welche es giebt. Sie gründet sich auf die berühmte Sulkowsktsche Sammlung und ist außerordentlich reichhaltig. Auf dem Gebiete des Staats- und Rechtslebens nehmen unsere Aufmerksamkeit die Einrichtung des ehemaligen Sitzungssaales des verflossenen FrankfurterBundes- tag eg sowie die auf das deutsche Parlament von 1848 bezüglichen Gegenstände: Bibliothek, Dekorationsstücke und Mobiliar aus der Paulskirche, in hohem Grade in Anspruch, Heute sagen wir uns, ohne damit jenem Idealismus lieblos das Urteil zu sprechen, daß jene Reliquien als wertvolle Schaustücke in einem deutschen Nationalmuseum ihre Aufgabe am besten erfüllen. Mit Ehrfurcht, aber zugleich nicht ohne ein leises Lächeln betrachten Wir, die wir die Früchte des großen Jahres 1870/71 genießen, die ehrwürdigen Zeugen einer, gottlob, entschwundenen Vergangenheit, die noch nicht reif war für eine Politik, welche lehrte, daß nur durch „Blut und Eisen", nicht durch. Parlamentsbeschlüsse die deutsche Einheit erworben, und daß die deutsche Kaiserkrone nur auf dem Schlachtfelde gefunden werden könne! Weitere Abteilungen umfassen den Handel und Verkehr, dessen hochinteressante Denkmäler (Post- und Botenanstalteu usw.) im deutschen Handelsmuseum, einer Stiftung des deutschen Kaufmannstandes, vereinigt sind. Einen geradezu überwältigenden Eindruck empfangen wir beim Besuche der Bibliothek. Dieselbe umfaßt mehr als 200000 Bände, das Archiv dazu etwa 8000 Pergamenturkunden, 2500 Papierurkunden, 260 Urkundenbücher und dergleichen, 4000 Aktenbündel und 12 000 Autographen. Eine besondere Bereicherung erfuhr die Bibliothek im Jahre 1875 durch die Stadt Nürnberg, welche ihre ganze, etwa 19 000 Nummern umfassende Kunstsammlung, besonders Kupferstiche und plastische Arbeiten aus dem 15. und 16. Jahrhundert, dem Museum zur Aufbewahrung übergab.
Es liegt auf der Hand, daß bei den fortgesetzten reichen Zuwendungen, die dem Museum seitens hochherziger Stifter und Gönner zu teil werden, sowie infolge der Neuanschaffungen, welche durch die vorhandenen Mittel ermöglicht werden, die ursprünglichen Räumlichkeiten bald nicht mehr ausreichten. So wurde das Museum in neuerer Zeit insofern vergrößert, als zum ehemaligen Karthäuserkloster, das durch Direktor Essenwein entsprechend ausgestaltet und erweitert worden war, ein Anbau kam, indem das ehemalige, in Ruinen liegende Augustinerkloster wieder aufgesührt und für die Museumszwecke eingerichtet wurde. So bildet das Museum ein besonderes, höchst malerisches Stadtviertel für sich. Auch, auf die innere Ausstattung wird, große Sorgfalt verwendet. Die Dekoration der Räumlichkeiten entspricht möglichst den in ihnen aufbewahrten Gegenständen, und reicher Bilderschmuck trägt dazu bet, die Stimmung des Besuchers zu heben und künstlerisch zu beeinflussen. Wirkungsvoll besonders ist das Riesengemälde. Kaiser Otto III. besucht die Totengruft Karls des Großen in Aachen. Bekanntlich war der jugendliche Sachsenkaiser Otto III. (983 bis 1002), eine schwärmerisch veranlagte Natur, die in der düsteren Romantik der Vergangenheit Trost und Erhebung für die wenig erfreuliche Gegenwart suchte. Das Gemälde zeigt uns nun zur Rechten den jungen Fürsten, wie er mit seiner Begleitung die Stufen zur Gruft hinabsteigt. Tiefe Ergriffenheit und heilige Scheu malt sich auf seinen bleichen, doch noch jugendlichen Zügen, als er sich plötzlich der auf dem Throne sitzenden, majestätisch aufgerichteten Gestalt des großen Frankenkönigs gegenübersieht, dessen geisterhaftes, von langem Bart umwalltes Antlitz zu leben scheint. Eine wirkungsvolle Verteilung der Lichtesfekte vollendet den Eindruck des Gemäldes, das eine Szene aus der Geister- Welt darzustellen scheint. Heute sind wir Zeugen, wie der jugendkräftige dritte Hohenzollernkaiser das Jubiläum des Germanischen Museums auf Einladung des Prinzregenten von Bayern durch seine Anwesenheit weiht und verschönt und so längst entschwundener deutscher Größe huldigt. Fürwahr, ein sprechenderer Beweis für die Bedeutung dieses Nationalmuseums könnte nicht erbracht werden, als wie er in der Anwesenheit deutscher Fürsten, in ihrer Mitte der Kaiser selbst, liegt. Denn gerade die deutsche Geschichte ist eng mit derjenigen der deutschen Fürsten verknüpft, die ihre Träger sind, und die Ruhmeshalle des deutschen Königtums
0 Cremona,


