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Infolgedessen sind auch die Bedingungen, unter denen die Maschinen arbeiten, die günstigsten, und der jeweilige Wirkungsgrad der beste. Die Folge davon ist, daß nun auch die Leistungsfähigkeit der Druckerei eine Steigerung zuläßt.
Was vom Druckereibetriebe gesagt wurde, gilt auch von der Mehrheit aller übrigen Industriezweige. In den meisten Fällen werden auch dort dieselben Vorteile und Ersparnisse zu erzielen sein. Wo sehr geringe Kraft für den Antrieb einer Maschine erfordert wird, nämliche bis zu einer Pferdekraft, find die Vorteile allerdings nur gering, weil Motoren für so kleine Leistungen eine nur mäßige Nutzwivkung haben. In solchen Fällen ist es besser, diese Maschinen zu einer Gruppe zusammenzustellen und sie von einem einzelnen größeren Motor anzutreiben. Motorengruppen von 2—3 Pferdestärken Kraftbedarf erzielen im allgemeinen die besten Ergebnisse.
Es wird nun einleuchten, daß der Elektromotor für ie mannigfaltigsten Antriebe verwendet werden kann, und wollen wir dies nach Chambers Journal noch an einigen Beispielen erläutern.
So kann die Elektrizität z. B. mit großem Vorteil zum Antrieb tragbarer Arbeitsmaschinen Verwendung finden, indem man dem Motor den elektrischen Strom vermittels biegsamer Kabel zuführt. Wo das Bohren kleiner Löcher oder ähnliche Arbeit an großen Metallmassen, die vielleicht mehrere Tonnen wiegen, vorgenommen werden soll, ist es bedeutend einfacher, eine kleine Arbeitsmaschine an den zu bearbeitenden Körper heranzubringen, als den schweren Körper an eine Bohrmaschine. Kein anderes System ist für den Antrieb transportabler Werkzeuge daher besser geeignet, als gerade Elektrizität.
Ein anderer Verwendungszweck des Elektromotores, und zwar ein solcher, wo es sich nicht allein um Privathäuser, Hotels, Warenmagazine rc. handelt, ist der Antrieb von Fahrstühlen und Aufzügen. Auch hier lassen sich große Ersparnisse erzielen, und da der Motor leicht zu bedienen ist, kann man den Antrieb solcher Hebevorrichtungen den billigsten Arbeitskräften anvertrauen.
Zum Antrieb von Zimmer- und Werkstattventilatoren ist keine Kraft besser geeignet, als Elektrizität. In jeder Größe und Form kann man solche Ventilatoren erhalten, um sie ganz nach Belieben anzuordnen.
In fast jedem Handwerk und jedem Geschäft, wo irgendwelche maschinelle Thätigkeit ausgeübt wird, kann der Elektromotor angewendet werden. Es sei hier nur auf einige Spezialsälle hingewiesen. Die Bohrmaschine des Zahnarztes, die Trehbank des Liebhabers, die Nähmaschine, die Kaffeemühle des Kolonialwarenhändlers, die verschiedenen Arbeitsmaschinen des Bäckers, des Tischlers, des Steinarbeiters und vieler anderer Hausindustriellen, sie alle eignen sich für den elektrischen Betrieb.
Natürlich soll nicht Elektrizität für alle Fälle als muster- giltig hingestellt werden; es gießt zahlreiche Fälle, wo andeye Systeme den Vorzug verdienen. Aber nötig ist es doch, sich stets zu vergegenwärtigen, welche Kraft wirklich die Zweckmäßigste ist, um wirklich alle sich bietenden Vorteile zu genießen.
Wiener Mode.
Der Frühling kommt, es grünen die Saaten, es knospen Bäume und Sträucher. Da rüsten auch wir Menschen uns, das Frühjahr festlich und froh zu empfangen. Die Damenwelt kann in dieser Jahreszeit der neuen Toiletten nicht entraten, und so kommt es, daß im Frühjahr die Erscheinungen der neuen Mode am mannigfaltigsten sind, wie überhaupt der Frühjahrsmodenstil für das ganze Jahr bestimmend wirkt. Die „W i e n e r M o d e" bringt im 12. Heft (Ausgabe vom 15. März) eine vollständige Uebersicht alles Erforderlichen, nach selbstentworfenen Modellen gezeichnet und im Einzelnen beschrieben. Das Journal lehrt die Anfertigung von Damenkleidern in musterhafter und leicht- faßlicher Weise und gießt den Abonnentinnen ferner Schnitte nach persönlichem Maß. Ein Probeheft gegen Einsendung von 50 Pfg. portofrei ins Haus. Abonnements (vierteljährlich 2,50 Mk.) nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten sowie der Verlag in Wien, VI. selbst entgegen.
Gemeinnütziger.
Die Schädlichkeit des Alkohols ist nicht bloß für Kinder, sondern auch für die Heranwachsende Jugend, größer als man allgemein glaubt. Wenn es gelingt, die Eltern zu einer Probe mit der Abstinenz bei ihren Kindern zu veranlassen, so machen die Eltern jedesmal die Beobachtung, daß der Schüler ruhiger in feiner ganzen Haltung wird. Der eigentümliche Glanz der Augen verschwindet: sie werden klar. Das Interesse am Unterricht wächst, die Aufmerksamkeit wird größer, ausdauernder und reger. Der Ehrgeiz macht sich bei bisher stumpfsinnigen Schülern rege. Die Fähigkeit, rascher unb_ sicherer zu rechnen, nimmt auffallend zu. Die Auffassungskraft wächst, und das Gedächtnis wird stärker. Ist die ganze Kla se aus abstinenten Schülern zusammengesetzt, wie es Tr. Banzer, der im „Praktischen Wegweiser", Würzburg, diese Mitteilung macht, seit mehreren Jahren gelungen ist, so ist für Schüler und Lehrer das Arbeiten ein fröhliches und sicher fortschreitendes Werk. Die Eltern sind oft überrascht über das ganz veränderte Wesen ihres Kindes, da der Alkohol bekanntlich auch den Charakter beeinflußt und verändert. Diese Aenderungen in dem Gedeihen und in der Haltung des Kindes haben oft schon die Eltern selbst dazu veranlaßt, Abstinenten zu werden. — Also sollte jede besorgte Mutter den Alkohol von ihren Lieblingen fernhalten, oder wofern sie denselben eingeführt hat, sofort mit dessen Entziehung beginnen. ___________
Vermischtes.
Welche wichtige Rolle die Gewürze in der Küche spielen, ist bekannt, und dies mag vielleicht mit Ursache fein, daß die Liebig's Fleisch-Extrakt-Kompagnie, als Vor- herrscherin auf dem Gebiete der Speisenkunde, eine neu- erschienene Reihe ihrer sog. Liebig-Bilder, beit Gewürzpflanzen gewidmet hat. Dem Beschauer wird vorgesuhrt, tote Muskatnuß, Zimt, Gewürznelke, Vanille, Ingwer, Pfeffer geerntet und bearbeitet werden, und tote die Blüten, Früchte, Blätter rc. aussehen. Auf den Rückseiten der Kärtchen findet sich, außer den beliebten praktischen und zuverlässigen Kochrezepten, ein kurzer Text, der Auskunft über Wachstum, Heimat, Arten rc. der ßetr. Pflanze ^Giftiger Honig. Xenophon erzählt, als die Griechen auf ihrem Rückzüge nach Triapezunt am schwarzen Meere kamen, hätten viele Soldaten sich aus den dort sehr zahlreichen Bienenstöcken Honig genommen und denselben gegessen, aber alle, die dies thaten, seien erkränkt. Aehn-> liches wird auch von neueren Forschungsreisenden berichtet; der Genuß des Trapezuntischen Honigs zieht unweigerlich schweres Unwohlsein, Schwindel, Erbrechen, Betäubung, nach sich, ja, in nicht seltenen Fällen erfolgt der Tod. Diese auffällige Erscheinung ist um so unangenehmer, als m jener; Gegend gerade sehr zahlreiche Bienenschwärme vorkommen und ihr Honig unter normalen Verhältnissen eine sehr wohl-, feile und kräftigende Nahrung für die Einwohner wäre, unter diesen Umständen aber ist von den vielen Bienenstöcken nur das Wachs zu gebrauchen. Die Ursache der. Giftigkeit des Honigs ist natürlich darin zu suchen, daß die Bienen dort ihre Nahrung ans solchen Pflanzen holen, die ihnen selbst allerdings sehr bekömmlich, für die Menschen aber giftig sind. So giebt es in der Gegend von Trapezunt außerordentlich viele Tollkirschen, bereu Blüten von den Bienen mit Vorliebe ausgesucht werden. Es ist sehr interessant, daß der Giftstoff der Pflanzen bei der durch tue Bienen bewirkten Umwandlung des Blütensaftes in Honig nicht verändert wird, denn der Genuß von Tollkirschen wenn man dabei überhaupt von Genuß sprechen kann — ruft dieselben Krankheitserscheinungen hervor, tote derjenige des Trapezunter Honigs, und vermutlich wurde die chemische Untersuchung bei beiden die Anwesenheit desselben Giftes ergeben.__
Charade.
Das eine in Italien sucht.
DaS and're steckt in mancher Frucht.
Und mit dem Ganzen ungeniert
Da wird manch' einer angeschmiert.
(Auflösung in nächster Stummer.)
Auflösung des Üogogriphs in vor. Nr.r
Wipfel, Zipfel, Gipfel._______
Redaktion: E. Burkhardt. — Rotationsdruck und Berlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


