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Mbstäubender Blätter, öfteres Spritzen, auch öfteres Gießen. Die ersten Hyacinthen werden warm gestellt. Es können nur Romaine blanche sein. I- C. Schmidt, Erfurt.

Die Uganda-Eisenbahn.

(Nachdruck verboten.)

Die soeben vollendete Uganda-Eisenbahn ist in vieler Hinsicht eine ebenso romantische als tüchtige Arbeit des modernen Ingenieurs. Vom Port of Mombosa ausgehend, K sie auf einer Strecke von beinahe 900 Kilometern, wilde, abwechselungsreiche Landschaften nach der Grenze der Schutzherrschaft Uganda und endigt an der Kavirondo-Bay am Viktoriasee, von wo man den Dampfer nach Port Entebbe benutzen kann, der Hauptstadt der Schutzherrschaft Uganda. Keine existierende Eisenbahn bietet, wie Cassels Magazine berichtet, dem Reisenden so eigenartige Szenerien, besonders wenn man das Herz des großen Kontinents erreicht. Es ist ein ganz gewöhn­licher^ Anblick, beim Durchfahren der weiten Ebenen un­geheure Herden von Antilopen, Zebras und Straußen zu sehen/ Merkwürdiger Weise scheinen sie sich kaum um den Zug zu kümmern nicht mehr als dies Schafe oder Rinder in anderen Ländern thun. Gelegentlich entdeckt man. wohl ein Nashorn, oder eine Giraffe, während der Eisenbahnzug sich durch die Thäler und Hügel dieses tropischen Paradieses hindurchwindet.

Während des Baues der Bahnlinien bereiteten die Löwen den Beamten keine geringe Angst. Mr. Ry all, der Direktor der Eisenbahn-Polizei, wurde von einem Löwen fortgetragen, als er mit einigen Gefährten in einem Eisenbahnwagen schlief. Einmal wurde eine Truppe Sol­daten beauftragt, eine Löwin zu erschießen, welche sich in einer Falle gefangen hatte, doch als sie den Käfig er­reichten, waren sie so erschrocken über das Gebrüll ihres Opfers, paß ihre Flinten alle gleichzeitig losgingen und die Holzstäbe des Käfigs teilweise zertrümmert wurden, auf diese Weise einen Ausweg öffnend, durch den das Tier unverletzt entkam. Mittels der Eisenbahn ist es jetzt für jeden möglich, das Herz des schwarzen Erdteils in soviel Tagen zu erreichen, als Livingstone und Stanley, Monate für dieselbe Reise brauchten.

Vermischtes.

Der Theeverbrauch der Wett ist neuerdings durch ausführliche statistische Erhebungen festgestellt worden, die sich auf fast alle bedeutenden Länder erstreckt haben. Der stärkste Verbrauch findet, wenn man China aus dem Spiel läßt, wofür Zahlen überhaupt nicht anzugeben wären, in Rußland statt. In Rußland trinkt jeder Mensch im Jahr den Aufguß von 2 dreiviertel Kilogramm Thee. Bet dieser Rechnung aber ist die gesamte Bewohnerschaft mitgerechnet, also auch einerseits die kleinen Kinder und andererseits die vielen Trunkenbolde, die aus verschiedenen Gründen keinen Thee zu sich nehmen. Daraus ergiebt sich, wie stark der Theeverbrauch in gewissen Kreisen der russischen Be­völkerung sein muß. England steht übrigens nur sehr wenig dahinter zurück, denn jeder Engländer braucht jähr­lich etwas über 2,4 Kilogramm Thee. Alle anderen Länder Europas haben nicht annähernd so große Zahlen auf­zuweisen, auch die Vereinigten Staaten nicht. Der größte Verbrauch innerhalb Europas tritt demnächst in der Schweiz ein, wo jeder Einwohner 750 Gramm jährlich verbraucht. In den Bereinigten Staaten kommen auf das Jahr und den Kopf 590 Gramm, in Holland 364, in Deutsch­land 350, in Dänemark 250, in Schweden und Norwegen 210, in Oesterreich 80, in Belgien 68, in Spanien 40, in Frankreich 22, und in Italien 15 Gramm. In dieser Liste zeigt sich, was ja auch zu erwarten war, daß der Thee­verbrauch in den nördlichen Ländern ein größerer ist, als in den südlichen. Andererseits erscheint die Beziehung der Länder zum Theehandel im Verbrauch deutlich aus­geprägt. Endlich kommt noch ein drittes Moment hinzu. Ein sehr starker Theegenuß findet auch in der Türkei statt, nämlich zu 205 Gramm auf das Jahr und den Kopf der Bevölkerung. Die Erklärung liegt hier in dem Verbot geistiger Getränke. In Afrika ist der Theeverbrauch sehr schwach, in Asten sehr beträchtlich, für beide Erdteile liegen aber keine Zahlen vor. Australien folgt dem Beispiel

seines Mutterlandes und hat den sehr beträchtlichen Ver-! brauch von 470 Gramm pro Kopf aufzuweisen.

Lttterarifches.

Das soeben erschienene 3. Heft von Velhagen & Klasittgs Monatsheften birgt wiederum einen ebenso vielseitigen, wie gehaltvollen Inhalt. Neben den großen RomanenAllein i ch w i l l . . ." von Frieda v. Bülow undI u n g f r a u Königin" von Franz Rosen zunächst eine höchst origi­nelle, abgeschlossene ErzählungDas verwunschene Dors" von Ludwig v. Ploetz. Dann einen mit zahl­reichen Aufnahmen berühmter Bühnenleiter gezierten Aufsatz überDeutsche Regisseure", einen geschmackvoll! illustrierten Artikel von Fritz v. Ostini überSchöne Brunnen" und einen Beitrag von E. v. Hesse-- W a r t e g g, dem bekannten Weltreisenden, über die schönste Stadt Indiens, das rosenroteJeyPore". Gedichte, die immer fesselnde Bücherschau von Heinrich Hart und eine illustrierte Rundschau über neue kunst­gewerbliche Erscheinungen runden den Inhalt des Heftes ab. Einen besonderen Schmuck aber erhält dasselbe durch die wundervollen Reproduktionen farbiger Kupfer drucke älterer englischer Btldnismaler, kleiner Kunstwerke von. unvergleichlichem Reiz, wie sie in ähnlich vollendeter Wiedergabe wohl noch nie geboten wurden.

Neu erschienen: Simptteiffinms-Kalender für 1903, mit Illustrationen und Beiträgen der bekannten Künstler und Mitarbeiter des Simplieissimus. Umschlag-Zeichnung von Th. Th. Heine. ^Verlag von Albert Langen, München. Preis 1 Mark.

Maxim Gorki, Ein Verbrechen, Novellen, Deutsch von Korfiz Holm, Umschlagzeichnung von Walter Georgi, geheftet 1 Mk., eleg. gebunden 1,50 Mk. Verlag Albert Langen, München. (Kl. Bibl. Nr. 53.) Giebt es einen ge­bildeten Deutschen, der nicht wüßte, wer Maxim Gorki ist? In unglaublich kurzer Zeit ist der junge Meister einer der hellsten Sterne der Weltlitteratur geworden. Und in diesem Bande der Kleinen Bibliothek Langen werden uns zwei seiner erlesensten Novellen in einer Uebersetzung ge­boten, wie sie Gorki in deutscher Sprache wohl noch nicht zuteil geworden ist. Tie TitelnovelleEin Verbrechen" ist eines der letzten Werke Gorkis und in d e u t s ch e r S p r a ch e, bisher noch nicht erschienen. Wir finden Gorki in ihr wieder bei seinem liebsten Thema, er schildert uns! mit Meisterschaft, schlicht und treu, das Leben der Armen, und Elenden. Ein anderes Bild entrollt er in der zweiten Geschichte, in der seine phantasievoMs, Dichterkraft in wundervollen Landschaftsschilderungen, in der Geschichte eines merkwürdigen, rebellischen Lebens und hochgestimmten Märchenbildern zur Geltung kommt. Und in beiden so ver­schiedenen Erzählungen fesselt er seine Leser mit der gleichen sinnberückenden Gewalt.

Guy de Maupaffant, Bett 29, Novellen, Umschlag­zeichnung von F. von Reznieek, geheftet 1 Mk., eleg. ge-i bunden 1,50 Mk. Verlag Albert Langen, München. (Kl. Bibl. Nr. 54.) Dieses neue Maupassantbändchen der kleinem Bibliothek Langen enthält eine Fülle der übermütigsten und amüsantesten kleinen Geschichten des klassischen Melters! der modernen französischen Novelle. Es ist erstaunlich, hier aufs neue zu sehen, daß kein Stoff zu gewagt sein kann, um unter den Händen Maupassants ein Kunstwerk zu wer­den, in dem alles Heikle des Gegenstandes unter der schönen Form verschwindet, in der der große Künstler ihn uns. darbietet. Wie die Sonne eine Pfütze in ein M'e - iwn| Brillanten wandelt, so macht die Kunst, die wahre Kun,^ alles zu Gold, was sie berührt. j

Merkrätfel.

(Nachdruck verboten.)

- Orangutan, Festdiner, Klangwirkung, Allgemeinheit, Mutwille, Heiligtum, Behauptung, Benzin. .

Von jedem der vorstehenden Wörter ist eine Gruppe von drei neben« einanderstehenden Buchstaben zu merken, und zwar derart, daß diese Gruppen im Zusammenhang gelesen ein bekanntes Sprichwort ergebe».

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des geographischen Rätsels in vor. Nr.: Elbe, Lahn, Bart, Eisleben, Rchmühle, Feto, Ebbe, Lena, Deutz.

Elberfeld.

Redaktion: Curt Plato, Rotationsdruck und Verlag dex Vrübl'scheu Universitäts-Buck» und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.