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(Nachdruck verboten.)
Miß Cookson aus New-Aork.
Won Heinrich Lee.
(Fortsetzung folgt.)
Trotz der späten Stunde herrschte am Strande reges Leben. Vom dunkelblauen Himmel leuchtete, unnatürlich groß, in einem hellen Messingglanze der volle Mond und streute über das Wasser eine Bahn von Milliarden zitternder Funken, aus den Strandrestaurants schimmerten die Lichter und roten Lampen und mit dem Rauschen der Wellen vermischten sich die gedämpften Klänge der Zigeunergeigen. Die milde, prachtvolle Luft lockte die abendlichen Spaziergänger immer weiter hinaus. Auch Herwarth und Ottilie folgten dem Strom. Plötzlich an einer einsamen Stelle blieb Herwarth stehen.
„Ich muß Dir jetzt etwas sagen", begann er heiser.
Sein Gesicht war ganz fahl geworden. Ottilie erschrak.
„Ihr habt geglaubt, daß ich wegen eines Dienstgeschäftes in Berlin war. Es war ein Vorwand. — Ottilie, ich' bin ruiniert, ich bin ein Bettler."
„Wie?"
Betäubt hörte sie ihm zu.
Er war ruiniert— ruiniert! Wie es gekommen war? Ganz einfach. Er hatte sein Vermögen bei einem bekannten Berliner Bankhause gehabt. Das Haus galt als unbedingt sicher. Jetzt nachträglich stellte es sich heraus, daß die beiden Firmeninhaber gewagte Börsenspekulationen betrieben hatten und über Nacht war es zusammengebrochen. Der 'eine hatte sich in seinem Kontor erschossen, der andere war spurlos entflohen. So hatte es in seiner Zeitung gestanden und deshalb war er sofort nach Berlin gereist. Alles hatte er in Berlin bestätigt gefunden. Warum er überhaupt noch einmal zurückgekommen war, warum er sich statt dessen nicht lieber eine Kugel durch den Kopf geschossen hätte?
„Ich dachte, Otti, wir mässen uns beide noch einmal sehen, ich wollte Dir Carlas Schicksal an's Herz legen. Du mußt nun meine Pflichten gegen sie übernehmen."
Er dachte an Carla. Glücklicherweise war wenigstens Carlas Vermögen sicher gestellt und von seinem Schiffbruch unberührt geblieben.
Öttilie mußte erst ihre Gedanken sammeln. Es war, als traf dieser Schlag sie selbst. Vielleicht zum ersten Male fühlte sie, wie teuer er ihr war. Der Verlust seines Vermögens bedeutete für ihn den Verlust seines ganzen Lebensglückes, denn er wgr ehrgeizig, sein ganzes Streben war auf Karriere gerichtet und ohne Vermögen konnte er diese nicht weiter fortsetzen.
„Vielleicht übertreibst Du", sagte sie — „vielleicht Käst Du nicht alles verloren".
Er lächelte wieder in seiner alten ironischen Art.
„Es bleibt mir gerade so viel, daß ich davon meine Garderobe und im günstigsten Fall noch meine Zigarren bezahlen kann. Das Allervernünftigste ist, daß ich dent Beispiel dieses Herrn, der mit sich ein Ende gemacht Käst folge."
„Herwarth!"
Sie klammerte sich an ihn fest.
„Ich weiß," sagte er ruhig. „Die Rücksicht auf den Namen der Familie", „die Flinte nicht ins Korn werfen!" — „Kopf hoch!" Und so weiter. Ich weiß alles, was Ihr sagen könnt. Gut, ich werde Euch den Gefallen thun, ich will am Leben bleiben. Was aus mir werden soll, darauf kommt's natürlich nicht an. Am Ende hab' ich was gelernt. Ich bin Offizier gewesen, ich habe Cameralta studierst Ich kann also eine Presse oder ein Rechtsbureau eröffnest und meinen Namen schreibe ich aus ein Aushängeschild, Der Freiherr von Schöneck, der sich! eine Profession suchst"
Sein ganzer in den Staub getretener Stolz bäumte' sich in ihm auf.
„Herwarth", flehte sie — „und so sprichst Du zst mir!"
Er fühlte Mitleid — nicht mit sich selbst, sonderst mit ihr.
„Otti, ich thu' Dir leid. Die Perspektive meiner Zukunft, die sich jetzt für mich! eröffnet, ist nicht nach! Deinem Geschmack. Nach meinem auch nicht. Aber sage felbsst was mit mir werden soll. Was soll mit mir werden?"
Wie einen unterdrückten Schrei der Verzweiflung rief er es hinaus in die Nacht.
„Wie anders, Otti, sieht jetzt alles um mich aus"/ fuhr er fort und in seiner Stimme hörte sie die Erinnerung klingen — „meine Zukunft, meine Vergangenheit! Wir zwei — warum haben wir uns verloren! Warum bist Du nicht meine Frau geworden?"
Zum ersten Male rührte er daran. Jetzt, wo das, Unglück über ihn gekommen war. Er sollte es nicht.
„Sprich nicht davon", flüsterte sie — „nicht jetzt." Er verstand sie und drückte ihre Hand.
„Du hast Recht!"
Die war Frau, und deshalb kam ihr der Gedanke, statt mit nutzlosen Klagen die Zeit zu verlieren, lieber nach einem praktischen Ausweg zu suchen, von Beiden zuerst.
„Wir müssen darüber nachdenken, was zu thun ist"/ sagte sie. „Eins steht fest, Dein Beruf muß Dir erhaltest bleiben."
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Er lachte höhnisch vor sich hin.
„Otti, von dem heißt es jetzt Abschied nehmen." ,
„Siehst Du", sprach sie eifrig auf ihn ein, — „Deist ganzes Leben hängt daran. Herwarth, nun bitte tcfy Dich/ nun laß uns in Ruhe davon sprechen."
Ein Strandkorb stand in der Nähe. Mechanisch folgte Herwarth ihr und sie zog ihn zu sich nieder.
„Deine Lage", begann sie, „ist also dter Du bM


