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und bekamen einen
Kastanien-
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fest gegen die Augen auf den Weg und
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und Zukunftsaussichten noch leben?" hörte er diesen trüben Grabes-
Bäder jeden Abend."
Ach, was konnte das alles helfen, wenn der Herr doch den Finger auf . sein Rückgrat gesetzt, und gesagt
Seine Augen wurden feucht, leichten rötlichen Anflug.
„Tiefe schöne, herrliche Welt!" Er drückte die eine Handfläche
lieh die Eindrücke sich sammeln eben gehen wollte, Erinnerungen verschmelzend.
„Wie lange kann ich denn
und neigte den Kopf.
Tann machte er sich wieder und bilden, so gut es
hatte: „Stirb!"
Tie alte Gärtnerei, der Garten,
sich selber fragen.
„Ach was! Fort mit all
gedanken! Fort damit, aus dem Kopf heraus, in die Ostsee! Kein Studieren mehr, nur Müßiggang, fette Milch hrinken, Bekassinen schießen — und dann kalte
bäum mit dem rostigen eisernen Ring, Vater und Mutter, die Weihnachtszeit — er sah das alles wie ferne Bilder, durchlebte es aufs neue. Diese sangerfüllten Tage, die keine andern Sorgen kannten als einen Seufzer über ein zerbrochenes Pustrohr; wie lag jetzt fern die S Kinderzeit, begraben unter einer stets wachsenden ischicht, aus der sie nie wieder bervorgeschaufelt werden würde! Wozu hatte ihn das Leben zum Fest geladen, wenn es ihn doch nur zum besten haben wollte, und ihm die Kirchhofsthür öffnete statt der Paradiesespforte?
Eine überwältigende Müdigkeit lag wie Blei auf seinen Lenden; zum Glück kam ein Torfwagen des Weges, mit dem er eine Strecke fahren konnte.
Als er abstieg, mußte er anfänglich ganz kleine Schritte machen, um wieder in Gang zu kommen.
Dort stand die Ostholmstruper Mühle in der Ferne und schwang die grauen Flügel gegen einen Hintergrund von weißen Wolken. Was Thomas Rabe wohl sagen würde?
Gern hätte er sich noch eine Weile gegen die weiche Grasdecke des Grabens gelegt und 'ein wenig in den alten Erinnerungen geschwelgt, aber der Tau. perlte von allen Stengeln und Blättern — er mußte auf dem Wege bleiben.
(Fortsetzung folgt.)
Münzen.
Es Ivar nun gerade in der Zeit, da Kaiser Friedrich seine kurze Regieruugszeit angetreten hatte. Tie ersten Münzen mit seinem Bildnis waren herausgekommen, alles haschte nach ihnen, und viele erzielten beim Verkauf ein hohes Agio. Zufällig hatte nun Ecklich mit anderem Gelde zwei Kaiser-Friedrich-Münzen erhalten, beide schon von weitem erkenntlich an ihrem neuen, glänzenden Silber- gewand, und hocherfreut legte er beide, da er gerade beschäftigt war — es geschah das an einem Samstag Nachmittag — in seinem kleinen Kontor die Löhne für seine zahlreichen Gehilfen abzuzählen, auf eine der Rollen obenauf, um sie nach Beendigung seiner Arbeit in einem besonderen Kasten zu verschließen.
Bevor er indessen ferne Thätigkeit beendet, wurde er durch feilte Frau abgerufen. Ein vornehmer Kunde wünschte bei ihm persönlich, eine Bestellung zu machen, er begab sich zudiefem hinüber in die sogenannte „gute Stube", wohin ihn die Frau Malermeisterin geführt hatte, und konferierte wohl eine Stunde angelegentlich mit dem Besucher. Als er dann in fein Kontor zurückkehrte uud sein Geld vorsorglich nachzählte, fehlte eine Rolle mit 15 Zweimarkstücken und zwar gerade die, deren Abschluß die beiden ihm so wertvollen Kaiser Friedrich-Münzen gebildet hatten.
Erschrocken zählte er noch einmal und noch einmal, er suchte und suchte — das Geld blieb verschwunden. Nun ging er hinaus, um zu forschen, ob jemand während feiner
nungen wieder hervorströmte. Der Bahnhofsvorsteher mit der goldgeränderten Mütze steckte den Bleistift hinters Ohr und musterte mürrisch und verschlafen die Wagen. Eine Meile schwankten die Planken unter Sttefelgetrampel und Magenrollen, Abschieds- und Willkommengrüße wurden ausgetauscht, dann erscholl der schrille Pfiff der Lokomotive, und dahin glitt der lange dunkle Gliederwurm.
Unter den abgestiegenen Reisenden befand sich ein fchwarzbärtiger, etwas bleicher junger Mann in graugestreiftem Sommeranzuge und mit einem breitkrämpigen Panamahute. Er trug eine grüne Blechkapsel an einem Riemen in der einen Hand, und eine tigerfellartige Reisedecke auf dem andern Arme; raschen Schrittes ging er durch den Wartesaäl und die Vorhalle, stellte sich einen Augenblick draußen auf die Steintreppe, und hielt Umschau.
„Fahren Sie etwa in der Richtung nach Ostholms- trup zu?" fragte er einen Knecht, der ntit seinem Fuhrwerk ein wenig abseits hielt.
„Nein, ich soll nach einer ganz andern Gegend."
Ter junge Mann hängte den Riemen der Botanisiertrommel über den Nacken, krempte die Beinkleider aus, und machte sich in südlicher Richtung auf den Weg.
Als er einen kleinen Hügel erklommen hatte, stand er einen Augenblick still, legte die Hand hinter die Lende und richtete sich mit einem schmerzlichen Ausdruck auf. Tie feinen, scharfen Züge klärten sich jedoch mehr und mehr auf, während er den Blick über die. Natur hingleiten ließ, die in morgenlichtem Frieden dalag. Weißblaue Nebelwogen lagerten über den Torfmooren und dem Erlenbruch, und in der Ferne lächelte das Meer gleich einer Silberfläche unter einer Wölbung aus blauer Luft, und kleinen, weinroten Wollen.
Die Kaiser Friedrich-Münze.
Kriminalgeschichte von Friedrich Thieme.
Nachdruck verboten.
Im Honoratiorenstübchen des Hotels „Goldener Adler" gab es eine lebhafte Debatte. In Berlin war ein aufsehenerregender Mord vorgekommen, und trotz aller Bemühungen war es der Polizei bis jetzt nicht gelungen, den Mörder zu entdecken. Die Anwesenden knüpften an diese Thatsache die verschiedenartigsten Meinungen, ein Teil nahm für, der andere gegen die Polizei Partei, und einer der Herren, der! Fabrikant Welser, stellte das Axiom auf, jedes Verbrechen biete auch in sich selbst die Handhaben, welche zur Ent-, deckung seines Urhebers führen müßten.
Der Oberstaatsanwalt a. D. Möller, der sich bisher nur. mit wenigen Worten an der Konversation beteiligt hatte, ließ hier ein kaptes „Nein, nein" vernehmen, und als die übrigen StaimHaste ihn, in Erwartung einer näheren Begründung, anblickten, erklärte er kopfschüttelnd:
„Meine Herren, wenn Sie zu einer solchen Annahme, wie Freund Welser gelangen, so stellen Sie an den menschlichen Scharfsinn zu weitgehende Ansprüche. Die Polizei ist eine menschliche Institution, ihr-e Mitglieder sind sterbliche Wesen, und Sie alle kennen ja das alte Wort: irren ist menschlich! Ich leugne nicht, daß einem intelligenten mit logischer Denkkraft ansgestatteten, in der analytischen Methode Ivohl bewanderten Kriminalisten oder Juristen oft die Lösung der verwickelsten Fragen gelingt, es giebt jedoch auch Fälle — uud ich entsinne mich deren mehrerer aus meiner Praxis —, in welchen der menschliche Scharfsinn absolut nicht in Thätigkeit zu treten vermag und wo nur der Zufall, der plumpe, unwägbare Zufall die Wahrheit au den Tag bringen kann. Es kommt vor, daß die vorhandenen Verdachtsmomente einen Angeklagten derart belasten, daß das Gericht nicht anders kann, als ihn schuldig sprechen, denn das Leugnen der Schuld durch den Angeklagten allein ist nicht ausreichend, ihn zu entlasten. Fast alle Schuldigen leugnen, die Richter verntögen nur selten zu unterscheiden, ob Wahrheit oder Verstellung aus dem beharrlich jede Schuld in Abrede stellenden Jnquisiten spricht. Wie wären sonst die zahlreichen Verurteilungen Unschuldiger zu erklären uud zu entschuldigen? Wenn Sie Lust haben, mich anzuhören, will ich Ihnen einen der letzten Fälle aus meiner amtlichen Praxis erzählen, in Ivelchem nur der Zufall imstande war, die Angeklagte, ein armes Dienstmädchen, vor dem Gefängnis zu bewahren."
„Erzählen Sie, erzählen Sie", rief es von allen Seiten, und der Oberstaatsanwalt, während er bedächtig den Rauch feiner Zigarre in die bereits stark verdichtete Lust des Zimmers hineinstieß, kam bereitwitligst dem Wunsche nach.
„Sie alle", begann er in seiner langsamen Art, „haben den vor etwa zwei Jahren verstorbenen Malermeister Ecklich gekannt? Er war ein wohlhabender, vielbeschäftigter Gewerbetreibender, und ein leidenschaftlicher Samniler von


