Ausgabe 
10.12.1902
 
Einzelbild herunterladen

732

zu schmücken. Eine Reihe solcher von deutschen Künstlern der Gegenwart geschaffener Fächer bringt das Weiynachtsheft von Velhagen & Klasings Monatsheften in wundervoller farbiger Wiedergabe. Man kann ohne jede Uebertrcibung sagen, daß noch nie eine deutsche Zeitschrift Kunstwerke dieser Art so schön reproduziert hat, wie das hier geschehen ist. Georg Buß hat denK ü n st l e r f ä ch e r" genannten, sehr interessanten Text dazu geschrieben. Auch sonst ist das Heft überraschend reich und schön. Dr. Fre- derich erzählt aus eigener Anschauung von den deutschen Ausgrabungen inMilet" und zahlreiche Abbildungen zeigen uns die Stätten, an denen deutsche Gelehrte die Wunder einer längst vergangenen hoyen Kultur dem Schutt der Jahrtausende entreißen. Hanns von Spielberg führt in dem Aufsatz:Mechanisches Spielzeug" die kleinen Kunstwerke vor, die heute in getreuer Nach­ahmung der großen, die die Technik unserer Tage geschaffen hat, ihren Weg in die Kinderstube gefunden haben. In der Illustrierten Rundschau bewundern wir die herrlichen Arbeiten des modernen Kuustgewerbes. Die berühmte Sängerin Minnie Hauk erzählt in:Aus meiner Berliner Opern zeit" sehr unterhaltend von ihren Beziehungen zu Kaiser Wilhelm und Kaiserin Augusta. Dem Weihnachtscharakter des Heftes werden zahlreiche Ge­dichte und eine illustrierte Novelle von Hermine Villinger gerecht.

Meyers Historisch-Geographischer Kalender für 1903, VII. Jahrgang. Mit 12 Planetentafcln und 353 Landschafts­und Städteansichten, Porträts, kulturhistorischen und kunst- geschichtlichen Darstellungen sowie einer Jahresübersicht (auf dem Rückdeckel). Zum Aufhängen als Abreißkalender ein­gerichtet. Preis 1.75 Mk. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.

Zwischen zwölf und vierzehn Uhr!" von Albert Heiderich (Verlag von Moewig und Höffner, Dresden, geh. 2 Mk., gebd. 3 Mk.) lautet der Titel eines Novellen- c^klus aus der Feder eines jungen Berliner Schriftstellers, der mit diesem Werke eine entschiedene Probe seiner starken, dichterischen Begabung abgelegt hat. Es sino mit großer Schärfe der Beobachtung wiedergegebene Novelletten und Skizzen aus dem wechselvollen Leben der Reichshauptstadt, die in Form und Inhalt durchaus modern gehalten, dabei jedoch dezent geschrieben sind und das Gepräge eines ge­schmackvollen, feinsinnigen Künstlertums tragen.

Unter dem TitelDie Puppenschneiderei" erschien bei der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-N., ein allerliebstes Festgeschenk für die Mädchenwelt zum Preise von 2 Mk., mit eleganter Puppe 4.50 Mk. Dasselbe enthält die Schnitte einer vollständigen Puppenausstattung nebst Abbildungen und genauen Erklärungen, die dem kind­lichen Verständnis angepaßt sind. Diese Puppenschneiderei ist ein hübsches und zugleich ein nützliches Geschenks weil sie die Anregung zur praktischen Thätigkeit giebt, die die Geschicklichkeit der Hände und den guten Geschmack des kleinen Puppenmütterchens fördert. Die nach den Schnitten so leicht anzufertigcnden niedlichen Puppenkleidchen 2C. werden den kleinen Schneiderinnen sehr viel Freude be­reiten.

Georg Webers Lehr- und Haudbuch der Weltgeschichte. 21. Auflage. Unter Mitwirkung von Prof. Tr. Richard Friedrich, Tr. Ernst Lehmann, Prof. Franz Moldenhauer, Prof. Tr. Ernst Schwabe vollständig neu bearbeitet vou Prof. Tr. Alfred Baldamus. Erster Band (Altertum) und zweiter Band (Mittelalter). Leipzig, Wilhelm Engelmann. 1902. Vollständig in vier Bänden. Preis jedes Bandes geh. 6 Mk., in Leinen 7 Mk., in Halbleder 8.25 Mk. Seit mehr als 55 Jahren hat Georg Webers Lehrbuch der Weltgeschichte die Absicht des Verfassers,eine ernste, solide Geschichtskunde, auf den Grundsätzen der Humanität aufgebaut, in weitere Kreise z<u tragen, den gebildeten Ständen Interesse einzuflößen und Belehrung darzubieten über die Thaten und Schicksale vergangener Zeiten und Ge­schlechter", erfüllt und seinen Platz unter den hervorragend­sten deutschen Geschichtswerken behauptet. In weit mehr als hunderttausend Exemplaren hat es überall, wo man unsere Sprache spricht, Verbreitung gefunden, für unzählig viele Deutsche ist dermittlere Weber" eine Hauptquelle ihrer geschichtlichen Kenntnisse geworden. Aber angesichts der

großen Fortschritte, die die Geschichtsforschung in unsere« Tagen gemacht hat, und auch der Wandlung, die nach mancher Richtung in der Auffassung der Geschichte einge­treten ist, wurde doch eine durchgreifende Neubear­beitung der letzten, noch vom Verfasser selbst besorgten Auflage vom Jahre 1888 immer dringender notwendig. Ein hervorragender Historiker, Professor Alfred Balda- mus in Leipzig, hat sich im Verein mit mehreren tüchtige« Mitarbeitern dieser nicht leichten Aufgabe unterzogen und sie, wie die bisher erschienenen Bände erkennen lassen,, tn glänzender Weise gelöst. Tie Vorzüge, die dem Weberschen Buch zu seinem großen Erfolge verholfen haben: die Ver­einigung von reicher Fülle des Stoffes mit Klarheit und Uebersichtlichkeit der Anordnung, eine lebendige Art der Darstellung, und warme, schwungvolle Sprache, sind auch in der Neubearbeitung voll erhalten geblieben. Anderer­seits aber ist der Bearbeiter bestrebt gewesen, in mancher Hinsicht einen neuen Geist in das Buch hineinzutragen: durch eine Erweiterung des Gesichtskreises, indem er alle Völker, die in irgend einer Weise zur heutigen Weltkultur beigetragen haben, auch die bei Weber zum Ileil stiefmütterlich behandelten außergriechisch-römischen im Altertum und die außereuropäischen Völker nach ihrer Be­deutung hineinbezog; durch eine Vertiefung der Be­trachtung, indem versucht wurde, die leitenden Gedanken, die Hauptzüge der Entwickelung herauszuarbeiten, überall die Einzelheiten unter große Gesichtspunkte zu stellen; durch eine erweiterte Berücksichtigung dessen, was man unter dem Worte Kulturgeschichte zusammensaßt, unter Be­tonung von deren Wechselbeziehungen zur politischen Ge­schichte. Tie Ergebnisse der neuesten Forschung haben natür­lich den gesamten Stoff durchdrungen. Ter P r e i s des vor­züglich ausgestatteten Werkes muß als ein sehr mäßiger bezeichnet werden. Band 3 (Neuzeit) und Band 4 (Neueste Zeit, mit einem Register über das ganze Werk) werde« voraussichtlich im Laufe des Jahres 1903 folgen.

Gartenlaube-Liederbuch. Ter deutschen Jugend gewidmet vom Verlag der Gartenlaube. (71 S.) Leipzig, Ernst Keil's Nachf. geb. 3 Mk.

Lindenberg, Paul, Kurt Nettelbeck, Abenteuer eines jungen Deutschen in Siam. (243 S. Mit 4 Vollbildern und 65 Abbildungen im Text.) Berlin, Ferd. Tümmler, geb.

Türck, Hermann.Hamlet ein Genie", 1902 Berlin, Otto Elsner.

Salomon, Alice, Soziale Frauenpflichten. (136 S.> Bl., Otto Liebmann. Kart. 2.20 Mk.

Schachaufgabe.

Bon P. H. Williams in Hampstead.

5

4

a

M

8

6

4

(9<ad)bntd verboten )

8

7

6

3

2

1

3

2

1

deck

f e h

Weiß. (6 + 8)

Weiß zielt an und setzt mit beut dritten Zuge matt. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung der Kreuzcharade in vor. Nr.:

Äl ba

Mo fen

Alba, Mosen, Almosen, Alsen, Base«.

Redaltton: Cutt Plato. No'atiousdruck und Verla« der Lrübl'lche« UniversttSts-Buch- und Cteindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.