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aus vorwiegende Garniturform des Halsausschnittes. In Shawl-, Revers- oder auch eckiger Matrosenkragenform sind sie die Träger der mannigfachsten Ausstattungsarten. Applikationen von Tafftseide oder Tuch, moderne Sticke­reien, Steppverzierungen, Bortenbesätze, hauptsächlich aber Pelzbesätze sieht man hierfür in bunter Abwechselung. Wo keine breiten Shawlkragen sind, da schließt der Mantel meist bis hoch an den Hals und weist dann einen eigen­artigen Umlegekragen auf. Derselbe legt sich vorn tief um und hat nur hinten einen hochsteigenden Stehkragen, während er im übrigen ziemlich breit auf der Achsel liegt.

Tie Form der Sackpaletots selbst ist ziemlich ver­schieden. Am charakteristischsten ist ihre Länge, welche zwischen 90 und 120 Zentimeter beträgt, also so, daß der Mantel die übliche Dreiviertellange meist noch über­schreitet. Dazu sind die Mäntel für gewöhnlich ziemlich weit geschnitten, oft sogar so weit, daß sie in der Hinteren Mitte wie bei einem Cape eine tiefe Falte nach innen bilden. Extravagantere Formen zeigen die Falte sogar als Quetschfalte nach außen gelegt, nach Art einer Watteau­falte.

Ganz weite serpentineförmig gearbeitete Paletots wer­den mit Passe gearbeitet, welche mit Steppereien verziert wird.

Sehr beliebt sind aber auch diejenigen Schnittformen,

welche die Hintere Rückmmitte aus dem Ganzen, alfv ohne Naht haben.

Derartige Paletots werden in allen Längen und Arten angefertigt, wie z. B. ganz lang, so daß das Kleid nur 20 bis 25 Zentimeter breit zu sehen ist oder auch drei­viertellang, dann ist er meist sehr weit ohne jede Schwei­fung im Taillenschluß, oder schließlich auch ganz kurz^ dann ist er wieder sehr weit und wird mehr zn Sport-, zwecken verwendet.

Bei diesen hinten im Bruch gearbeiteten Paletots fällt besonders eine eigenartige Schnittform der Aermel als neu auf, indem hier der Oberärmel längs auf der Mitte eine Naht zeigt, welche über die Achsel bis in das Halsloch reicht. Auch der Oberärmel selbst ist so geschnitten, daß er zugleich das Achselstück bildet, wodurch noch zwei Nähte über der Achsel entstehen. Es ist dies eine Variation des für Herren so außerordentlich beliebten Raglanschnittes/, welcher aber für Damen seiner schwierigen Bearbeitung und wenig kleidsamen Schulterform halber, nicht allgemeine Verbreitung finden konnte.

Mehr Glück haben die aus der Herrenmode mit über­nommenen Stoffe, denn das schwarz-graue (marengo) grob- fadige Gewebe ist mit einer überraschenden Uebereinstim- mung allgemein zu sehen. Kurze, lange, weite und enge Paletots, Jackenkostüme, ja sogar Dammkleiüer, alles

Modell 826. Modell 822. Modell 820.

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besteht aus den charakteristischen, schwarz-grauen Stoffen, unter denen es eine ganz ausnahmsweise große Variation giebt. Dazu sind die Paletots oft noch mit einer bunt­gestreiften Seide abgefüttert, so daß die Imitation der Herrenpaletots oft ganz täuschend ähnlich ist.

Sehr beliebt find in diesem Winter auch die soge­nannten Goldstoffe, welche zu einfarbiger dunkler Ober­seite eine karrierte Rückseite in lebhaften Farben haben. Diese ziemlich dicken Stoffe sind insofern sehr praktisch, als die äußerlst dekorativ wirkende Futterseite eine sehr wirkungsvolle Verwendung für Kragen, Aermelaufschtäge und andere Garniturteile findet, wie an unserer Abbildung Modell 826 zu ersehen ist. Neben diesen Modespezialitäten werden natürlich die klassischen Stoffe, wie Foule, Tuch usw. immer noch viel verarbeitet und findet besonders letzteres zu den eleganteren Sachen starke Verwendung. Man wählt dazu auch vorzugsweise die halbanliegende Sackpaletotform, welche auch für stärkere Damen entschieden die kleidsamste ist und hält sie ganz im tailor-made- Genre, also ohne fremde Garnituren nur mit Stepplinien verziert, wie es Modell Nr. 820 veranschaulicht.

Auch die modernen Wendmäntel find größtenteils aus Tuch und zwar in hellen, zarten Farben gearbeitet urtd gieot man ihnen neuerdings weniger die bekannte Rad form, als vielmehr eine Art Empireform mit Koller und weiten Aermeln. Dazu dient als Ausstattung reicher Pelzbesatz und helles farbiges Sechenfutter."

Jn Ccches sieht man wenig Neues; denn auch sie werden gern durch die weiten Sackpaletots ersetzt. Ganz werden Iie jedoch auch jetzt noch nicht von der Biwfläche vev- chwinden; denn dazu sind sie doch Au praktisch, be- onders wenn sie aus den drcken Golfstoffm gearbeitet ind. Man hat neue Variationen darin, indem man sie mit allen Wien von Umlegekragen besetzt und sie öfters auch mit kleinen Schulterkragen ausstattet, welche übrigens auch für Sackpaletots gern Verwendung finden.

Man sieht also, der Variationen und Formen in Ueber- kleidern smd übergenug, so daß es schwerlich jemanden geben dürfte, der nichts Passendes, trotz der ausdauernden Vorliebe für Sackformen, fände.

Wie soll ich mich kleiden? Diese Frag? veschäh tigt beim Saisonwechsel wohl alle Frauen, von der ele­ganten Modedame, welche sich um die apartesten Mvdenewi heiten bemüht, bis zur einfachen Hausfrau, deren Interesse aus dm Erhalt einer preiswertm, zweckmäßigen und doch gefälligen Kleidung für sich Und die Jhrigm gerichtet tsh< Allen giebt das neu erschimme ModenalbUm unb Schnitt­musterbuch der Internationalen Schnittmanufccktur in DreS- dm (Preis nur 50 Pf.) dm bestm Rat, der auch insofern einen wirklich praktischen Wert hat, als von allen vov- geschlagenen Kostümen die vorzüchichen zur HaMchneiderB leicht verwendbaren Schnitte erhältlich sind, l. I

Redakttm: Curt Plat^^RotaÜoMmck M Brrlog der Brühl'scheu üniverWtKBiich» StMtryckerck (PWch