Ausgabe 
10.1.1902
 
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entdeckt und entfernt sie Fremdkörper aus den Tiefen des Körpers. Mit Befriedigung ersehen wir aus den Be-- richten von den Kriegsschauplätzen der letzten Jahre, wie sehr sich die Heilungsaussichten der Kriegsverwundeten dank der modernen Wundbehandlung gebessert haben.

Ueberblicken wir so die Summe des Erreichten auf dem Gebiete der Volksgcsuudheitspflege, so können wir uns eines gewissen Gefühles der Genugthuung nicht er- wehren. Schwere Wunden zwar hat die Kultur, wie wir oben sahen, dank der eigentümlichen Entwickelung, die sie bei uns genommen hat, der Volksgesundheit geschlagen- größer aber. sind die Segnungen, die sie ihr gebracht hat durch die glänzende Entwickelung der medizinischen und Naturwissenschaft, aber auch durch die Erhöhung der allgemeinen Intelligenz und durch das Erstarke» der all­gemeinen Nächstenliebe. Beweisend hierfür ist an sich schon drc Thatsache, daß in allen Ländern, die Sterblichkeits­tabellen führen, die Sterblichkeitsziffer seit zwanzig Jahren fortdauernd abnimmt oder was dasselbe ist, die durch­schnittliche Lebensdauer der Bevölkerung zunimmt. Nun rst allerdings, ein langes Leben noch nicht gleichbedeutend mit Gesundheit; Sterblichkeit noch nicht übereinstimmend mit Krankheit; aber das eine wird von dem anderen doch in so hohem Maße beeinflußt, daß schon die ein­fache Wahrscheinlichkeitsrechnung dafür spricht, daß auch, Mer schwarzseherische Ausspruch von demJmmer-kränker- Werden" der Menschheit thatsächlich der Berechtiauna entbehrt. '

Erfolge siird also schon im Kampfe um die Volks­gesundheit errungen worden, aber größere Aufgaben harren noch der Lösung. Hoffen wir, daß das neue Jahrhundert uns ihrer Erfüllung näher bringt.

Für schlaflose Nächte

Professor Dr. C. Hilty. 11. bis 15. Tausend. Preis geß. Mk- 4,. Leipzig, I. C. Hinrichs'sche Ver- lagsbuchhandlnng.

,, _Schlaflose Nächte sind ein schwer zu ertragendes Uebel, und sie werden von Gesunden und Kranken ge­fürchtet. Denn die Ersteren wissen, daß von dem regel- mäßigen Schlaf die Erhaltung ihrer Gesundheit wesentlich abhangt; den andern aber werden ihre Leiden und Schmerzen in den langen, dunkeln Nachtstunden, ohne dce Unterbrechung eines lindernden und stärkenden Schlafes doppelt fühlbar. Und wenn sich vollends gar Sorgen und Kümmernisse dazu gesellen, was ja sehr oft der Fall sein wird, so fällt den körperlich geschwächten und geistrg deprimierten Menschen die Furcht vor der Zukunft anwie ein gewappneter Mann", dem zu widerstehen schwer ist, und bem man nicht einmal ent­fliehen kann.

Dennoch, so wahr dies alles ist, hat man in solchen Fallen, seien - sie vorübergehender, oder dauernder Natur keine andere Wahl, als entweder die richtigen und er­folgreichen Mittest dagegen an zuwenden, sofern solche zu finden sind, oder aus der Schlaflosigkeit wenigstens den Nutzen zu ziehen, der möglich ist. Beides läßt sich sogar bis zu einem gewissen Grade miteinander verbinden; dagegen ist bloßes Klagen ohne den Versuch einer Abhilfe offenbar etwas. Unvernünftiges und eine Erschwerung, Leidens^Echterung des ohnehin schon schweren

So leitet Hilty sein Buch ein und gicbt daimt zugleich einen Hinweis, wie man schlaflose Nächte 8 verwerten suchen soll. Wer je die Qual anhaltender schlafloser Nächte am eigenen Leibe erlitten, und. erfahren hat, wie der sieche Leib auch die stärkste Seele iu Mit­leidenschaft zieht, der wird dem Verfasser von Herzen Dank wissen für die durchgreifenden Heilmittel, die er rn semem Buche bietet, und bleibenden Gewinn ziehen lernen auch aus peinlicher Bedrängnis Leibes und der Seele. Bdt.

Msde.

Fasching 1902.- Die Weihnachtszeit ist nun vorüber, dre Zeck 6er Bälle, Gesellschaftsabende, Maskenkränzchen, Kostumfeste und dergl- tritt nunmehr in den Vordergrund. Da durfte es doch gar mancher unserer Leserinnen sehr

willkommen sein, wenn wir sie auf eine im Verlage de« Deutschen Moden-Zeitung", Aug. Pölich, Leipziu er­schienene neue Serie höchst origineller, künstlerisch' aus- gefuhrter und geschmackvoller, farbiger Maskenbilder für Damen, junge Mädchen und Kinder sowohl, als auch für Herren aufmerksam ,nach en. Der billige Preis von 50 Pfg. für ein einzelnes Blatt, größtenteils mehrere Maskenbilder enthaltend, ermöglicht einem jeden die Anschaffung einer Vorlage zu einem schminken, leicht selbstanzufertigende» Masken-Anzug. Man verlange den ausführlichen Prospekt, welchen der Verlag derDeutschen Moden-Zeitung, Leipzig", ailf Verlangen umsonst und portofrei versendet-

GLmeinttützrges.

Mittel gegen Frostbeulen. Mau löse 30 Gr. Tannin in ein fünftel Liter Wasser und 3 Gr. Jod in 50 Gr. Weingeist, vermische beide Lösungen gut, und verdünne das Ganze zu iy2 Liter. Dann gieße man diese Flüssigkeit in eine Porzellanschale oder einen irdenen Topf, stelle ihn auf ein ganz gelindes Feuer, tauche, während die Flüssig- kect noch kalt ist, den leidenden Teil, z- B. die Hände, so lange hinein, bis beim Bewegen der Flüssigkeit die zu­nehmende Wärme unerträglich wird- Alsdann nehme man das Gefäß vom Feuer und lasse die Hände, ohne sie ab­zutrocknen, über demselben trocken werden- Das Mittel ist täglich nur einmal anzuwenden- Eine und dieselbe Flüssig­keit kann immer wieder von neuem gebraucht werden- Wenn die Menge des Jods nicht überschritten wird, dann erscheint die Hautfarbe der gebadeten Teile unverändert- Eine vier- bis fünfmalige Anwendung genügt nach eigener Erfahrung, um eine vollkommene Heilung zu erzielen-

Ein gutes Hust enmitt el ist folgendes: Eine Hand voll gute, nicht enthülste Gerste siedet man y2 Stunde lang in 1 Liter Wasser auf lebhaftem Feuer- Dann fügt mau reinen Kandiszucker, soivie fein geschnittenes Johannis­brot hinzu, läßt noch eine Zeit kochen, seiht alsdann durch und läßt das Ganze abkühlen. Kurz vor dem Schlafen^ gehen ein. Glas hiervon lauwarm getrunken, löst den Schleim und mildert den Hustenreiz. .

Von blühenden Pflanzen müssen die ab­geblühten Blumen und die Samenbildungen immer ent­fernt iverden. Beides verunziert sie, und Samenbildungen zehren sehr, so daß die Hauptkraft in diese geht, die nachfolgenden Blüten in der Entwickelung zurückbleiben, und unansehnlich werden, oftmals auch gar nicht mehr zur richtigen Entfaltung kommen. Primeln und Alpen­veilchen neigen bei günstigem Standort besonders leicht dazu, Samen anzusetzen; weshalb man gut thut, die Pflanzen öfters daraufhin nachzusehen, wenn anders man die Blüte nicht beeinträchtigen will.

(Prakt. Wegweiser, Würzburg.)

Ergänzuttgsräisel.

(Nachdruck verboten.)

. . r T . a. er . s . n . . h . s w . . t,

.o l . n . . r b . ei . . . u H . . s;

D..H g.h. e . . . f . a . k .,

S . h . l . . . d . . . c . S . . m . ns!

Statt der Punkte sind passende Buchstaben zu setzen, sodaß das Ganze i vicrzeiligcn Sinnsprnch ergibt.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflöstmg des Arithmogriphs in vor. Nr.: Eislauf, Ilias, Saul, Lias, Affe, Ufa, Fels.

Auflösung des Preisrätsels in Nr. 186 der Familienblätterr 2 9 4 7 5 8 6 18

Es gingen insgesamt 272 richtige Lösungen ein, das Los fiel auf Nr. 1, Einsender: Li Petri II., Gießen, Ludwigstr. 1 Preis: Moltkes Briefe in einem Bande, geb.;

Nr. 169, Einsender: Gottfried Weber, Lang-Göns (Pfarrhaus) Preis: Frenssen, Jörn Uhl, geb.;

Nr. 212, Einsender: A. Rabenau, Rödgen b. Gießen Preis: 1 Rex- Spiel.

Die Preise sind von den Gewinnern gegen Vorzeigung der Abonne- mentsqnittung in der Geschäftsstelle derFamilicnblätter" in Empfang zu nehmen.

Redaktion: E. Burkhardt. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.