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Redaktion: Curt Plato. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UnIversitätS-Buch. und Etcindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.

Wechselrätsel.

(Nachbildung verboten).

ES ist dem Turner wohlbekannt;

Mit andrem Kopf ein eitler Fant.

Mit andrem Kopf des Schiffers Freud;

Mit andrem Kopf des Schiffers Leid.

Mit andrem Kopf ist's Jugend meist;

Mit andrem Kopf ein Wassergeist.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Bilderrätsels in vor. Nr.k Magnetnadel.

Vermischtes.

Im Krater eines Vulkans während eines Ausbruchs. D^ N S. SHaler, Professor der Geologie an der Harvard- Universität zu Cambridge (Massachusetts)) hat, tote er im neuesten Heft derRorth American Review" schildert, im

l882, Wagestück vollführt, sich während des Ausbruchs im Krater eines Vulkans aufzuhalten. Aus semem fesselnd geschriebenen Bericht geben wir einige Hauptstellen wieder:In Gesellschaft meines stämmigen Tragers gewann rch den Rand des Kraters. Als ich das Milcht durch. eine Papiermaske geschützt hatte, war es mir möglich., in den Abgrund hinabzublicken und den Sitz eines Ausbruchs vielleicht aus größerer Nähe zu sehen, als irgend em Geologe bis jetzt. Die Hitze war beinahe unerträglich, und die Luft manchmal zum Ersticken von Rauch und Schwefeldampf erfüllt. Ueberdies wurde ich ber den meisten der aufeinander erfolgenden l^plosionen den aschebedeckten Abhang heruntergeworfen, ehe ich Ge- legenheit hatte, genau zu sehen, was geschah. Dennoch war die Anstrengung nicht ganz fruchtlos, denn ich konnte ge­wisse charakteristische Vorgänge beobachten, die auf den Verlauf eines Ausbruches Lickt werfen. Der Kraterschlund hat mehrere hundert Fuß Durchmesser und war ein- oder Nbihundert Fuß tief. Da nichts in Sehweite war, das als Maßstab dienen konnte, so konnte die Größe nicht sicher bestimmt werden. Die inneren Abhänge der Höhlung führten ^ch^rformig zu einer Art Brunnenschacht, der ungefähr 60 Fuß Durchmesser hatte, und fast senkrecht herabhing.

obere Teck des Trichters war nicht heiß genug, um zu glühen, aber das untere Drittel war matt rotglühend und bfbcker unten glänzender gefärbt, und der senkrechte Schacht glühte tote ein Schmelzofen. Ungefähr vier- oder fünf-

der Minute wurde dieser gewöhnlich leere Schacht nut weißer, sehr flüssiger heißer Lava gefüllt, die an- schernend so flüssig war wie Wasser und schnell aufwärts Moll, brs sie den Krater in einer Tiefe vor- vierzig Fuß oder mehr füllte. Dann schwoll der Strudel tote eine große ausbrechende Blase, so daß die Lavatrümmer auf- toarts getrteben wurden, als ob sie aus einer Kanone ge­schossen würden. Der Vorgang verlief so schnell, daß von der Zeit, da die Lava in dem Schacht ungefähr fünfzig I

Thatsächlich kannst weder Du noch die Dienerschaft wissen, wer ein bevollmächtigter Spion ist und wer nicht. Dieser Zustand der Ungewißheit, und das Bewußtsein, daß es in solch einem Riesenhotel überall Augen giebt, be­wirken, daß nur der Unerfahrene sich versucht fühlt, fremdes Eigentum zu annektieren. Die (Hrlichkeit des Hotelperso­nals ist schon aus diesem Grunde über jeden Argwohn er­haben. Du kannst einem Hotelkellner weit eher Dein Geld anvertrauen, als einer Hypothekenbank! Das System der Kontrolle ist ein so vollkommenes, daß man ohne Ueber- treibung sagen kann, die Wände haben Augen und Ohren.

-Bisweilen kommen Irrtümer vor, doch sind diese sehr selten. Ein Detektiv! erzählte einmal, wie nahe er daran gewesen, einen ebenso großen als lächerlichen Schnitzer zu machen. Ein Gast, welcher sich im Hotel einlogiert hatte, besaß einte höchst verdächtige Aehulichkeit mit einem wohl­bekannten Schwindler, auf den in mehreren Ländern ge­fahndet wttrde. Der Detektiv hatte ein sehr wachsames Auge auf ihn, und als er in einer vertraulichen Unter­haltung mit dem Fremden merkte, daß dieser ebenso ver­traut mit den Schlichen der Hotel-Schwindler und -Diebe war, wie er selbst, wurde sein Verdacht zur Gewißheit. Während er noch überlegte, welche Schritte er thun sollte, hatte der Fremde zuml Glück den wirklichen Beruf des Anderen erkannt; das gab ihm Veranlassung, sich sofort vorzustellen. Es war einer der tüchtigsten und bekanntesten Pariser Detektivs, der sich auf einer Studienreise in Eng­land befand.

Da haben wir den köstlichen Stoff zu einer Kriminal- Humoreske, den sich viele meiner geschätzten Kollegen nicht entgehen lassen werden: Ein berühmter Detektiv kommt nach London, um dort einen Verbrecher ausfindig zu machen, und wird selbst verhaftet, weil er einem anderen Gauner tauschend ähnlichisieht, bis dann die Entdeckung des wahren i Attentäters die Befreiung des unglücklichen Beamten her- betführt.

I M unter dem Trichter sichtbar wurde, bis zum Augenblick I des Platzens nicht mehr als drei Sekunden vergingen. So- bald die Entladung erfolgt war, siel die nicht ausgestoßene

| Lava tn die Tiefe des Schachtes zurück und ivar nicht mehr I LU seh em Augensch einlich wurde die Explosion durch das I Entweichen von Gas oder Dampf unter sehr hoher Span- I nung hervorgebracht. Im Augenblick der Explosion wurde, I die Höhlung unter der zerrissenen Oberfläche sichtbar. Der I Tampf war zuerst vollkommen durchsichtig: nach einem I Augenblick nahm er jedoch stahlgraue Färbung an, und I "ach ein oder zwei weiteren Sekunden hatte er die weiß­liche Farbe des Rauches. Als die Wolke über mich hinweg fegte, war ich sicher, daß sie aus Wasserdampf mit Schwefel-

I ßas und wahrscheinlich! etwas Chlor und anderen Gasen bestand.. In vier oder fünf Sekunden trieben die von der Httze und dem Sturmwind veranlaßten Luftströme den

I Rauch aus dem Schlund, sodaß alle seine Teile wieder deutltch sichtbar waren. Ich- berechnete die Schnelligkeit des Auffliegens ber Trümmer daraus, daß sie in der Se- kimde wenigstens 400 Fuß in die Höhe.geworfen wurden. * Die Zeit, die zwischen dem Bersten der Blase und dem ! Krachen der auf die andere Seite des Nigels fallenden Massen verfloß, zeigte, daß sie zu einer Hohe von mehr als laOO Fuß aufflogen. Meine Beobachtungen am Krater wurden plötzlich durch ein Nachlassen des Sturmes unterbrochen, der sie ermöglicht hatte. Jetzt begannen

I Lavamassen in meiner Nähe niederzufallen, sodaß ick mich schleunigst zurückziehen mußte." Dr. Shaler führt nun weiter aus, daß die Vulkanausbrüche durch Dampf hervorgebracht werden, indem das aus dem Meer, bett' Seen ober burch Ginsickern von der Erdoberfläche einge­drungene Wasser durch die Berührung mit dem geschmol­zenen Massett unter ber Erdkruste zum Sieden gebracht wird. J

D' heilig Kindheit. Wie ivic kürzlich berichteten, hat ein Karlsruher Kaplan, Hr. Kröntet, sich über die ausge- schnittenen Kleidchen der Schulmädchen entrüstet. Köstlich und treffend empfiehlt nun ber bortigeVolksfreund" bent gestrengen Herrn das nachstehende Gedicht eines Freiburger Dichters, das sich in dem ausgezeichneten MerkchenDanne- zapfe ns ent Schwarzwald" von August Ganther (Stuttgart/ Verlag von Bonz u. Cie., 3. Auflage) findet. Es ist betitelt;

D' heilig Kindheit.

D'r Pfarrv'rweser kummt in d' Schuel:

r macht e finschder G'siecht.

's Meerröhrli legt 'r uf br Stuehl:

Des git e bösi G'schiecht!

Herrschaft toi« ferchde d' Büetoli sich! Sie merke d' G'toidderwolk.

Pfui", rüeftr,pfui au! Schämme--chi Ihr sin & sütvers Volk!

Mi Maidtili, potz Höllebrand, Hen ihr jo badet gescht! Du bisch d'rbi gsi, Ferdinand! G'starws, ober 's git Arrescht!

Jo", sait br Ferdili, i bin

D'rbi gsi; boch t ya

Nit g'toißt, baß Maidili drunter sin.

's het keins e RöMi g'ha."

Ja, fügt derVolksfreunb" bei, so ist die Kindheit. Und darum soll man die Kittber nicht ganz nnnützertoeisei auf Dinge aufmerffam machen, an welche bas unschuldige! Kindergemüt sonst gar nicht denkt.