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■f Denrentsprechenbl wärest PferbestMe, Schweine- und Schafställe eingerichtet, auch die Geflügelzucht wurde in Kitzem Maßstabe betrieben. Ein eigener, kleiner Park mit ut- und Zuchtställen, mit Teichen und Drahtzaunabteilungen war für sie geschaffen, und Traute gewahrte edle Und seltene Rassen unter dem Geflügel.
Der Gartenbau war auf die höchste Stufe der Kultur aeführt. Treibbeete und Wärmhäuser, Obstspaliere und Baumschulen lieferten das Auserlesenste und Beste, und überall herrschte eine übersichtlich systematische Ordnung. Ein Wirtschaftsbeamter, der Traute auf ihre Frage, ob sie sich alles ansehen dürfe, sehr höflich begegnete und sich ihr anschloß, um sie selbst zu führen, lieferte überall den nötigen Kommentar, und gab Traute ein Bild von der umfassenden und rastlosen Thätigkeit des' Besitzers. Alles hatte Herr Lehmigke selbst geschaffen, überall war er die Seele und das leitende Prinzip. Trotz des großen, notwendigen Beamtenpersonals war er stets sein oberster Baumeister, sein oberster Inspektor und Gärtner selbst und es geschah nichts auf dem Gute, was nicht durch! seine Hände oder durch seinen Kopf gegangen war.
Der Wirtschaftsbeamte führte Traute durch die Fabrik Und nach der Ziegelei. Und hier staunte sie von neuem über den großen Geschäftsbetrieb und welche Schätze aus dem Gute gewonnen wurden. Ihr Vater hatte auch mit einem schönen Vermögen zu wirtschaften angefangen, aber er hatte es nicht verstanden, damit zu wuch!ern. Das Geld War ihm in den Händen zerronnen, und nun klagte er Gott und die Welt dafür an. Die Not der Landwirte! Bestand sie bei ihm nicht einzig und allein in der Unfähigkeit, sich moderner Intelligenz anzupassen und ihren Ansprüchen zu genügen?
Nach dem Rundzange durch die Brantikower Wirt- chaft war Traute von einem großen, aufrichtigen Respekt ür den Mann erfüllt, den sie einst in kindischem Unver- ! tändnis so gering geachtet hatte. War nicht diese Schaffensstraft, diese Arbeitstüchtigkeit, selbst wenn sie im staubigen Werkeltagskleide einherging, höher und edler als der vornehme Müßiggang, der sich seiner Unberührheit mit dem Staub und Schmutz der Arbeit rühmt, der nur die Früchte -genießen will, die andere im Schweiße ihres Angesichts bauen? Als sie im Geiste den Wert eines Camill Stauffen mit dem eines Paul Lehmigke abwog, wie tief sank die Wagschale zu Gunsten des Mannes mit der harten Arbeitshand gegen die des glänzenden Kavaliers, der nur vergeuden und nichts schaffen konnte, dessen Arm zu schwach war, sie in der Stunde der Not zu schützen.
(Fortsetzung folgt.)
Die Hotelpolizei.
Von Fred Hood.
(Nachdruck verboten.)
Die grenzenlose Vertrauensseligkeit derjenigen Leute, welche sich viel auf Reisen befinden und sich daran gewöhnt haben, die Hotels als ihr normales Heim anzusehen, hat wesentlich zur Entwickelung der großen internationalen Hoteldiebe beigetragen. Die Hotels bieten überhaupt einen überaus günstigen Boden zu Verbrechen jeder Art, sei es, daß dieselben an den Hotelgästen oder dem Inhaber des Hauses verübt werden. Der große Ktedit, welcher notgedrungen in vornehmen Hotels den Gästen bis zu ihrer Abreise, oder wenigstens einige Tage oder Wochen, gewährt werden muß, hat jene Klasse von Hotelschwiudlern -großgezogen, welche auf Kosten des Wirtes gut zu leben verstehen, um plötzlich unter Hinterlassung eines Papierkragens zu verschwinden und an anderer Stelle das gute Leben fortzusetzen. Eine andere Kategorie von Hotelverbrechern stiehlt nur Uhren und Juwelen aus Zimmern, welche die Gäste vorsorglicher Weise beim Verlassen des Hotels oder bei Nacht offen lassen, damit die Diebe nicht etwa durch das notwendige Oefsnen der Schlösser unnötig aufgehalten werden. Wieder eine andere Kategorie kapriziert sich daraus, sich lediglich in Hotels zu erdolchen, zu vergiften,^ zu erschießen oder aus denr Fenster zu stürzen. Endlich könnte ich noch an die gemeingefährlichen Subjekte erinnern, welche die Betttücher, die kostbaren Teppiche oder Vorhänge, die Damastbezüge der Hotelmöbel rc. zerschneiden, um einzelne Stücke derselben als Unterröcke, Kravatten, Schnupftücher oder Packmaterial zu verwenden.
Unter diesen Umständen ist die Kriminalpolizei in
größeren Hotels kein seltener Gast; ja viele derselben haben, genau wie die großen Warenhäuser, ihre eigenen Privatdetektivs, die gemeinsam mit der öffentlichen Sicherheitsbehörde arbeiten, um die gefährlichen Subjekte hinter Schloß und Riegel zu bringen.
Es ist vielleicht für die Besucher der großen Hotels keine angenehme Empfindung, zu vernehmen, daß ihre Physiognomie beim Betreten des Hotels von einem Geheimpolizisten aufmerksam geprüft ward, aber andererseits ist es doch für sie eine Beruhigung, zu erfahren, daß es an wachsamen Augen nicht fehlt, die ihnen einen Teil der Sorge um das eigene Hab und Gut und die persönliche Sicherheit abnehmen. Am glänzendsten ist dieses Polizeisystem in den großen Londoner Hotels, diesen enormen Karawansereien, durchgeführt, deren Einrichtungen in jeder Hinsicht zu den Lenkbar vollkommensten gehören.
Jedes der Londoner Rtesenhotels hat seinen Stab von Geheimpolizisten, an deren Spitze einer der tüchtigsten Detektivschteht, die man überhaupt gewinnen kann. Es ist stets ein Mann, der die Hotelgauner und ihre Kniffe bereits auf das Genaueste kennt, und zwar kennt er den einheimischen Spitzbuben so gut, wie deu kosmopolitischen Schwindler und Dieb, der die ganze Welt zu seinem Tummelplatz macht. Der große Hotelschwindler oder Hoteldieb versucht sein Glück in London, bald darauf ist er in Paris, Berlin oder New- York — kurz überall, wo er auf Opfer hoffen kann.
Diese Gauner wechseln so schnell und unerwartet ihr Domizil, daß sie zweifellos nur mit Expreßzügen und Schnelldampfern reisen. Doch wohin sie auch immer gehen mögen, so können sie sicher sein, daß einer ihnen gewachsen ist und ganz genau über sie unterrichtet ist. Dieser eine ist der Hoteldetektiv, der sich durch- geschickte Kniffe und Verkleidungen nicht leicht täuschen läßt.
Solch ein Detektiv hat kein geringes Einkommen; es beläuft sich nach Tit-Bits auf jährlich 20 000 Mk., ja, auch auf 30 000 Mk. nebst vorzüglicher Wohnung und Beköstigung. Er ist ein Mann von Bildung und vorteilhaftem Aussehen, ein Mann, den man viel eher für einen angesehenen Gast des Hotels als für einen Polizisten halten würde. An der Hoteltafel ist er einer der liebenswürdigsten Plaudererr, der mindestens drei bis vier Sprachen vollständig beherrscht und aus aller Herren Länder Interessantes zu erzählen weiß. Aber manche schöne Frau, der er bei Tisch Sirtigkeiten sagt, ist noch nicht sicher, ob diese Freundschaft bis zum Abend dauernd werde.
Kein einziger Gast betritt jemals das Hotel, ohne vor den prüfenden Blicken des Detektivs zu passieren, und kein verdächtiges Moment wird ihm entgehen; doch wird der Gast nichts von dieser Aufmerksamkeit bemerken. Wenn der Gast aber ein Hotelschwindler von Prosession ist — ein Mann, welcher unter der Maske eines noblen, wohlhabenden Gastes die großen Hotels zum Schauplatze seiner Gaunereien erwählt, so wird kurzer Prozeß mit ihm gemacht.
Die Sache geht ohne Lärm und Aufsehen vor sich Der Detektiv nimmt nur einen passenden Augenblick wahr, um ein paar Worte mit dem unliebsamen Fremden zu sprechen, und in unglaublich kurzer Zeit befindet sich ein Gast weniger im Hotel. Der Schwindler weiß natürlich, daß jeder Widerstand nutzlos wäre und zu unangenehmen Weiterungen führen müßte. Er und feine Schliche sind der Polizei nur zu wohl bekannt. Er p-ackb so schnell wie möglich ein, um sich ein anderes Quartier zu suchen.
Die bloße Kenntnis, daß ein solcher Detektiv sich in einem Hotel befindet, genügt aber auch, unliebsame Gäste fernzuhalten. In der Regel bedarf es nur einer Anspielung, daß der Herr in einem anderen Hotel bequemer wohnen würde — das Haus wäre so voll — um einen Schwindler zu verscheuchen, und nur die wenigst intelligenten unter ihnen warten auf eine deutlichere Ermahnung.
Natürlich arbeitet der Hoteldetektiv nicht allein; seine Pflicht beschränkt sich auch nicht darauf, nur den professionellen Schwindler und Dieb fernzuhalten. Er hat zahlreiche. Untergebene, die sich alle aus den Angestellten des Hotels rekrutieren und zur Geheimhaltung ihrer Aufgabe verpflichtet sind. Niemand im Hause weiß aber, welche Leute im Dienste des Detektivs stehen. Der, Kellner, der Dir die Suppe serviert, mag ein Geheimpolizist sein, sowie der Portier, der nach Deinem Gepäck sieht, oder das Zimmermädchen, welches Dein Bett macht.


