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doch wohl ttt einem freien Lande die Männer der Oesfent- lichkeit züchtigen, wenn sie es bedürfen."
„Zuerst soll man sich selber, seine eigene Maßlosigkeit züchtigen. Erinnerst Du Dich nicht, wie einig wir neulich über Goethes Worte waren: „Alles, was unseren Geist befreit, ohne uns gleichzeitig die Herrschaft über uns selbst zu verleihen, ist verderblich."
Fräulein Strange sei ihrer Ansicht nach ein unleidliches Zerrbild einer Frau. Wenn man an das Wort des Apostels Paulus dächte, daß die Frau nicht in Versammlungen reden, sondern „in Stille und Unterthänigkeit" hinnehmen solle, so sei es im höchsten Grade empörend, eine Frau so auftreteu zu sehen und zu hören, wie leichtfertig sie über die Gnadenmittel der Kirche rede und daber Unsittlichkeit und Schamlosigkeit lobpreise.
(Fortsetzung folgt.)
Unser Garten im Mai.
Won I. C. Schmidt, Erfurt.
(Nachdruck verboten.)
Won überall her wurde eine reiche Obstblüte gemeldet. Die Frosttage vom 27. und 28., welche in verschiedenen Gegenden bis 3 Grad R. Froft brachten, haben manchem vollblühenden Baum geschadet. Immerhin dürfen wir hoffen, daß dem Blütensegen noch ein reicher Fruchtsegen folgt.
Wir hoffen es und wir wünschen es. Das Blühen, das Fruchtansetzen und das schnelle Wachsen verlangt aber vom Baume viel. Es ist deshalb notwendig, daß wir nach dem Fruchtansatz die Bäume gießen und düngen. Notwendig ist auch, daß wir schauen, ob dem Baume durch seinen Fruchtbehang nicht zu viel zugemutet werde. Allzu starker Fruchtansatz erfordert ein Ausdünnen. Weiterhin fordern unsere Obstbäume die Spritzung mit i/2 Prozent Kupferkalkbrühe, gegen das Fusicladium. Das gilt für alle Aepfel und Birnen. Im Formobstgarten wird entspitzt und angebunden. Es wird Obacht gegeben, auf den lästigen Zweigabstecher, es wird Obacht gegeben auf die Stachelbeerraupe und ihr mit Pariser Grün oder Petroleumseifenbrühe zugesetzt, auf die Blattläuse und Blattwickler, und wo hier und da Früchte zusammenhängen, auseinander damit, und die Wicklerraupen getötet.
Im Gemüsegarten stechen wir den köstlichen Spargel, Vorsicht dabei, d as Messer soll nicht in den Wurzelstock hineinfahren oder junge Knospenanlagen zerstören. Das Pflanzen von Kohlarten wird fortgesetzt. Früh gepflanzte Kohle werden mit flüssigem Dünger gedüngt. Vom 10. Mai ab legen wir Bohnen, Gurken, Kürbis. Wir machen auch noch eine Folgeaussaat vou Erbsen und Puffbohnen. In Töpfen herangezogene Mrbisse und Gurken werden ausgepflanzt, Tomaten ebenfalls.
Eine der wichtigsten Arbeiten bildet das Hacken, Gießen und Jäten. ‘ Bei dieser Gelegenheit sind schlecht gewachsene Setzlinge vom Kohl, Kohlrabi und anderen Sachen durch kräftigere zu ersetzen, ista uf die Kohlfliege, auf die Maden der Wurzelfliege acht zu geben. Der Erdfloh soll mit Kalk oder mit Tabaksand vertrieben werden. Man erntet Pflücksalat, Rhabarber, Stachelbeeren zum Grünpflücken und macht von den Stengeln der Mairüben das beliebte Stielmus.
Die Mistbeetkästen leeren sich. In ihnen beginnt nun mehr und mehr die Liebhaberei des Einzelnen. Dieser baut Melonen, jener pflanzt seine Kakteen aus, ein Anderer benutzt das Mistbeet für seine kranken Zimmerpflanzen oder zur Heranzucht von Hahnenkamm, Begonien, Gloxinien und dergleichen mehr. Dabet hat das Mistbeet jetzt den großen Vorteil, daß sich alles leicht in ihm ziehen läßt, wenn man nur für richtigen Schatten und richtige Luft sorgt.
An den Ziergärten wird im Mai die letzte ordnende, Hand gelegt. Die Teppich ^und Blumenbeete werden, sobald die kalten Tage vorüber sind, bepflanzt, der Rasen wird dauernd unter der Maschine gehalten. Erwähnenswert ist dabei, daß eine neue Maschine, die den Namen „Erfordia" trägt, in den Handel gekommen ist. Sie hat den großen Vorteil, daß ihre Räder nicht mehr den ungeschnittenen Rasen niederdrücken und vermeidet dadurch jedes' streifige Schneiden des Rasens.
Ende Mai kann man bei gut lösenden Rosenwildlingen anfangen, auf treibendes Auge zu veredeln. Wo Mehltau bei Rosen sich zeigt, ist mit Schwefelblüte zu stäuben. Bei kaltem Wetter nützt die Schwefelblüte nichts, sie muß dann durch eine Spritzung mit Schwefelleber ersetzt werden: Welkende Rosentriebe bergen in sich den Rosentriebbohrer und sind abzuschneiden und zu verbrennen .
Die Zimmer werden leer. Es beginnt das Bepflanzen unserer Balkonkästen, das Aufstellen unserer harten Zimmerpflanzen auf dem Balkon. Die empfindlicheren Gewächse sind im Garten aufzustellen und niemals ist das Einsenken der Töpfe in die Erde zu vergessen. Palmen, Gloxinien, Tydaen bleiben besser im Zimmer und stehen Palmen IM. vom Fenster entfernt, wo sie nicht von brennenden Sonnenstrahlen getroffen werden, besonders gut. Die Vermehrung von Pflanzen aus Stecklingen kann auch im Mai statt- finden, und sind dazu die krautigen Triebe zu verwenden. Sie wachsen leicht und sicher.
Velhagen & Klasings Monatshefte.
Das Maiheft derselben trägt, wie alljährlich, dem Wonnemonat reichlich Rechnung. Unter dem Titel „Lenzesklän g e" werden in geschmackvoller Umrahmung zahlreiche Frühlingsgerichte geboten; in dem Aufsatz „Münchner Pfingsttage" von Willy Rath begleiten wir die Münchner auf ihren Ausflügen aufs Land; prachtvoll gefärbte „Exotische Schmetterlinge" erzählen uns von einer Welt, die au Farbenglanz selbst unsere Frühlingspracht weit hinter sich läßt. In einem überaus reichillustrierten Artikel würdigt Fritz von Ostini den Malers Albert von Keller. Allerliebst ist eine humoristische Skizze aus -dem bayrischen Volksleben von Edmund von Freyhold: „Z'w e g'n 'n Sch m ar r'n." Professor Ludwig Pietsch hat für die Rubrik „Vom Schreibtisch und aus dem Atelier" „Meine Erlebnisse bei der Eröffnung des Suezkanals" beigesteuert. Die wunderbaren Festtage, die zu Ehren dieses Ereignisses damals veranstaltet wurden, tauchen in diesen Erinnerungen in ihrem vollen märchenhaften Glanz wieder ans der Vergangenheit auf.
M b st r i ch r ä t s e l.
(Nachdruck verboten.)
Es lodert in des Menschen Brust
Mit wilder, verzehrender Glut;
Es spornet an, verdunkelt den Blick, Bringt Gärung in das Blut.
Streichst du ein Zeichen, wird daraus
Ein Nauie, sehr bekannt;
Ihn führet mancher wack're Mann Im schönen deutschen Land.
Und streichst du noch ein Zeichen drin,
Wird es als Trank geschätzt, Und wer das Rätsel; löst, dem wird Als Dank es vorgesetzt.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Logogriph-Scherze in vor. Nr.:
1. Lacht, leicht, Licht. 2. Gras, Gram, Grab. 8. Geste, Gaste, Guste. 4. Main, Maid, Mais. 5. Stern, Stein.
„Material und Form" stehen wohl bei allen Dingen auf der Welt im innigsten Zusammenhang, sodaß letztere meist durch ersteres bestimmt wird; wenigstens ist dies das Natürliche, und entstehen leicht Geschmacklosigkeiten, wenn man von dieser allgemeinen Regel abweichen will. Auf keinem Gebiete ist diese Regel jedoch so wichtig, wie auf demjenigen der Schneiderei, und hat Frau Mode selbst genügend Ge-
schmack, um dies vollkommen einzusehen, ivie alle ihre diesjährigen Neuheiten deutlich bekunden.
Man braucht nur einen Blick auf die modernen, so überaus vielseitigen Rockformen zu werfen und man wird sofort bemerken, daß das Material die Form bestimmt, denn ber den Röcken kommt besonders der Stoff zur Geltung, da von ihm größtenteils der Fall und die Wirkung der Fasten abhängig ist.
MMÄt über Mit Mfotmt« in ZisanimtihlW mit dm nittiti Ach« Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schuiltmauusaktur Dresden-N,
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