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«e auch statt der Gegenstände den entsprechenden Geldbetrag fordern? Kann nur die Tochter oder auch der Schwiegersohn den Anspruch auf Aussteuer geltend machen? Mit diesen Fragen hat sich in letzter Zeit das Oberlandesgericht Köln besaßt. (Rhein. Archiv, Band 98, Abt. 1, S. 120.) Ein Vater hatte seiner sich verheiratenden Tochter die Aussteuer verweigert und war daraufhin der Verkehr mit dem Vater abgebrochen, und die Aussteuer von den Eheleuten nach und nach selbst angeschafft worden. Dann klagte der Ehemann gegen den Schwiegervater auf Zahlung eines dem Werte einer angemessenen Aussteuer entsprechenden Geldbetrages. Der Beklagte war nur bereit, die einzelnen zur Aussteuer gehörenden Gegenstände zu leisten, und setzte der Klage auch noch den Einwand entgegen, daß nur die Tochter und nicht auch der Schwiegersohn zur Anstrengung der Klage berechtigt sei. Das Oberlandesgericht erkannte, daß die Aussteuer sowohl in den einzelnen zur Einrichtung des Hauswesens nötigen Gegenständen wie auch in Geld bestehen könne, und daß es von den Umstanden des einzelnen Falles abhänge, ob die Aussteuer in der einen oder anderen Art gefordert werden könne. Ob nur die Tochter oder auch der Schwiegersohn zur Klage berechtigt sei, bestimme sich lediglich nach den güterrechtlichen Verhältnissen der Ehegatten. Sind die Eheleute ohne Errichtung eines Ehevertrages zur Ehe geschritten, und gilt deshalb zwischen ihnen das gesetzliche Güterrecht (die sog. Verwaltungsgemeinschaft), so ist nach der Ansicht des Oberlandes--« gerichts auch der Ehemann zur Klage berechtigt.
Näher interessieren noch die Ausführungen des Gerichtshofes, unter welchen Voraussetzungen die Tochter statt der einzelnen Gegenstände eine Aussteuer in Geld fordern kann. An sich hat der Vater bezw. die Mutter als Schuldner die Wahl, in welcher Weise sie ihrer Verpflichtung zur Gewährung der Aussteuer nachkommen wollen. Dieses Wahlrecht ist aber kein unbeschränktes, die Eltern müssen vielmehr ihr Wahlrecht so ausüben, wie Treu und Glauben und die Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. Treue und Glauben sowie die Berücksichtigung der Verkehrsfitte veranlaßten das Oberlandesgericht, dem Kläger eine Aussteuer in Geld zuzusprechen. Ter Vater hat, so führt der Gerichtshof aus, innerhalb vernünftiger Grenzen auch die persönlichen Ansichten und Neigungen seiner Tochter zu berücksichtigen; eine solche Berücksichtigung ist aber nicht möglich, da der Verkehr zwischen den Parteien abgebrochen war. Da die Eheleute bereits eine Aussteuer besaßen, so würde ferner eine zweite Aussteuer nur als Chikane wirken. Der Vater hat endlich auch nichts vorgebracht, was die Leistung der einzelnen Gegenstände statt des Geldes rechtfertigen könnte. Da er weder Fabrikant noch Händler von Möbeln, Wäschegegenständen usw. ist, auch nrcht erklärt hat, daß er die Aussteuer aus der eigenen Hauseinrichtung geben wolle, so hätte der Vater zur Beschaffung der Aussteuer Geld aufwenden müssen und er ist demnach auch nicht beschwert, wenn er den aufzuwendenden Geldbetrag unmittelbar der Tochter zuwendet. Dieser Entscheidung, die im hohen Grade der Billigkeit entiv^ch' kann nur beiaevilicktet werden, Ta die «w*--
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folgen werden, so wird . getpöhnetch Aussteuer nicht m Geld, sondern durch Leistung der einzelnen dazu gehörenden Gegenstände gewährt werden. Nur wenn besondere Umstände dies rechtfertigen, werben die Eltern verpflichtet sein, statt der Gegenstände Geld zu geben., („Köln, ata ")
Verinkschtes.
Träume als Krankheitsboten. Daß Träume einen Mert für die Feststellung von Krankheiten haben, wird von N. V a s ch t d e und H. P i e r o n vom Pariser Institut durch eine Reihe von Thatsachen, die sie gesammelt haben, belegt. Sie gehen von dem Gedanken aus, daß der Geist im Schlaf die äußere Welt verläßt und sich den inneren Vorgängen zuwendet. Während wir wachen, herrschen die äußerlichen Empfindungen vor. Tas Gehirn ist mit dem, was außerhalb des Körpers vorgeht, beschäftigt, und, wenn von inneren Quellen nicht dringliche Rufe kommen, achtet es nicht daraus, was im Innern vorgeht.
Ueberkommr uns der Schlaf, so ist es Umgekehrt, die innerlichen organischen Empfindungen herrschen vor, Unit beschäftigen den Geist ausschließlich, wenn nicht äußere. Anforderungen nachdrücklich bemerkbar gemacht werden.. Aus diesem Grunde kann eine im Laufe des Tages begonnene Schlußfolgerung oder ein für die wachen Stunden zu verwickeltes Problem im Schlaf zu einem erfolgreichen Ergebnis gebracht werden. Das Gehirn wird nicht durchs Unterbrechung gestört. Es giebt, schreibt eine englische Zeitschrift, hauptsächlich drer Arten Träume; die ersten enthüllen das Temperament des Träumers; die zweiten verkünden Krankheiten voraus, und die dritten sind Krank-, heitssymptome. Sanguiniker träumen über Lieder, Tänze, Feste, Lustbarkeiten, Kämpfe, Spiele; Melancholiker träumen im allgemeinen von Geistern, Einsamkeit, Tod; Phlegmatiker von weißen Gespenstern, Wasser, feuchten Orten,; und Gallenleidende von dunklen Körpern, Ermordungen,; Brandstiftungen und dergleichen. Heitere Träume bedeuten gesunde Zustände, ruhige Träume sind günstig. Träume von Bädern oder von kaltem Wasser prophezeien kritischen Schweiß. Träume von heftigen Schmerzen sind, wenn sie nicht die Folge von äußeren Ursachen sind, Zeichen von Verletzungen, Entzündungen oder Brand in irgend einer Form. Berge in sähen Abgründen, oder unentwirrbare Wälder in Träumen bedeuten oft eine Erkrankung der Leber. Feuer ist das böse Omen der Anämie. Aengstlich- keit in den Träumen ist ein Zeichen von Herzleiden^ Träume von Ueberanstrengung und Erschöpfung bezeichnen Hysterie, Träume von Geschmacksgenüssen — Verdauungsleiden. Erschreckende Träume und schreckliche Bilder zeigen gastrische Affektionen an. Furcht und Angst deuten auf schlechte Blutzirkulation. Alpdrücken mit abstoßenden Tieren wie Ratten, Schlangen und Reptilien bezeichnen Leiden infolge von Alkoholismus. Auch dem Asthma geht Alpdrücken voraus. Kurze schreckliche Träume in der Art des; Alpdrückens prophezeien gewisse Herzstörungen. Wirkliche. Romane, die sich manchmal von einer Nacht zur anderen fortsetzen, sind charakteristisch für Leute, die an Hysterie, leiden. Kinder von Alkoholikern sehen in ihren Träumen häufig Tiere wie Katzen, Hunde, Pferde, Löwen oder ander« schreckliche Raubtiere, gewöhnlich aber die Tierart, die ihnen am vertrautesten ist. Wenn sich Träume mehrere Nächte hintereinander wiederholen, so rst das ein sicheres Zeichen körperlicher Störungen.
Der Kollege. Schauspieler: „Ich begreife nicht, warum mein Kollege Ruhmsky immer so gute Kritiken in den Zeitungen bekommt?" Freund: „Hm, vielleicht spielt er gut?" Schauspieleri „Tas kann sein; daran hab' ich noch nie gedacht!" ।
Schachaufgabe.
Von E. Ferber in Vic.
5
4
7
6
5
4
3
2
1
8
7
6
3
2
1
(Nachdruck Verb"'
b c h
Weiß.
Weiß zieht an und setzt in zwei Zügen matt. (10 + 7) (Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Gleichung in vor. Nr.:
Burgunder, (a Bernburg, b Bern, c Hund, d Harm, e Arm, f er.)
Redaktion: Curt Plato.— Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


