Ausgabe 
8.10.1902
 
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in der Mitte des Turmes zu einem einzigen Kabel ver­einigt, das senkrecht in den Apparatraum hinabgeht. Nie Durchschnittslänge dieser Luftdrähte ist etwa 140 Fuß, ehe sie in dem gemeinsamen Kabel zusammenkommen. Won diese«: Drähten werden die Depeschen in den Raum ge­leitet und dmrch Aetherwellen nach der Station in Corn­wall getragen. Zahlreiche Zimmerleute, Maschinisten, Elek­triker unb Arbeiter wurden bei dem Bau dieser einzigartigen Station beschäftigt. Fast alle Nationalitäten waren ver­treten. Für die Arbeit auf den hohen Türmen kamen Dakler" aus Neufundland und Labrador. Nächst den Türmen erfordert das Jnstrumentenzimmer die Aufmerk­samkeit. Ueber 200 Apparatbeamte arbeiten in dieser Ab­teilung. Es ist fast 100 Fuß lang und mit zahllosen Jn- strumenten vollgestopft. Dem Uneingeweihten erscheint das Zimmer mit einer Masse Drähte überfüllt. Vom Apparat- rcmm gelangt man in den Lagerraum, in dem genügend Elektrizität vorhanden ist, daß ein Strom von 80000 Bolt erzeugt werden tont. Dahinter kommt der Maschinenraum und hinter diesem wieder drei riesige Kessel. Die elektri­schen Geräte und Dynamos repräsentieren eine Attsgabe von über 400 000 Mk. Die Gesamtkosten der Station, zu der die kanadische Regierung allein 320000 Mk. beigetragen hat, müssen sehr groß sein. Der Flurraum des Krafthauses mißt 300 Quadratfuß und ist aus festem Beton. Mau erwartet, daß die Station Anfang Oktober in voller Thätigkeit sein wird. Depeschen werden von der Station in Pvldhu, Corn­wall, aus 'einem gänzlich neuen, von Marconi entworfenen Instrument empfangen, von dem berichtet wird, daß es mehrere hundert Worte in der Minute aufnehmen kann. Mit diesem soll sich die Marooni-Gesellschaft mit allen Handelsdepeschen befassen können. Wenn die Station aus Neuschottland sich bewährt, so wird eine zweite auf Alaska und eine dritte am Kap der guten Hoffnung gebaut. Der Ingenieur versichert, daß die neue Station mehr Kraft hat, als für drahtlose Depeschen von Amerika nach Europa ge­braucht tvird, und er meint, daß vor Schluß des nächsten Jahres Depeschen von Kap Breton direkt nach Kapstadt gesandt werden können. Zu diesem Zweck sind kostspielige besondere Maschinen eingestellt worden. Wenn eine ähn­liche Station aus Neuseeland errichtet würde ein von der Marconi-Geseklfchaft schon in Erwägung gezogener Plan könnte man um den ganzen Erdball drahtlose Depeschen senden. Für die vielen Apparatbeamten, Techniker und Elektriker ist ein großes, einem altntvdischen Farmhaus ähnelndes Gebäude errichtet worden. Dieser in seiner Art einzige Haushalt wird von Mrs. Byvyen geleitet, die bei den Eingeborenen großes Jüteresse erregt. Sie trägt fast immer dicke Stiefel und kurze Röcke, und! scheint sich an dem einsamen Ort ganz heimische zu fühlen. Um die Be­förderung zu erleichtern, hat man von der Station eine besondere Eisenbahn nach der nächsten Niederlassung Glace gebaut. Die Behörden dieses Ortes haben Marconi ver­sprochen, innerhalb einer Drittel Meile von den Türmen keine elektrische Bahn zu erlauben.

Bclhageu & Klasings Monatshefte. Das zweite Heft bringt außer einem Aufsatz über Guido Reni eine anmutige Plauderei von Dr. Julius Stinde überDie Blumen des Bauern garten s", die Fritz Reiß durch zahlreiche Aquarelle höchst reizvoll illustriert hat. Hanns von Zobeltitz erzählt sachkundigBon der Weinprobe im Kloster Eberbach", die bekanntlich alljährlich dem Verkauf der.edelsten Rheinweine vorausgeht. Professor Dr. Wilhelm Oncken-Gießen beendet den ArtikelDie Flucht des Prinzen von Preußest in den Märztagen 18 48", der bereits im ersten Heft begann und der so großes Interesse erregt hat. Außer dem allgemein fesseln­den Romane von Frieda von BülowAllein ich will", bringt das Heft noch eine hübsche Novellette von Paul Oskar Höcker:Onkel Saß" und mehrere nicht illustrierte Bei­träge, von denen einerDie Staatenbildungen be­freiter Negersklaven" infolge der Ereignisse auf Hayti sehr zeitgemäß ist.

Die illustrativen Beigaben sind wieder überaus reiche Zwei Pastelle von Ludwig von Hofmann, die in Faksimile­drücken wiedergegeben sind, werden den kunstfreundlichjen Lesern der Zeitschrift ganz besonders willkommen sein.

Der Führer durch die Privatheilanstatten Deutsch' lauds, Oesterreichs und der Schweiz, bearbeitet von Dr* Paul Berger, erschien soeben in achter, neu bearbeiteter Auflage im Verlage von Hugo Steinitz, Berlin MV. 12. Neben der ausführlichen Darstellung der modernen Be­handlungsmethoden werden darin die Anstalten unter Schil­derung ihrer Bedeutung und ihrer Einrichtungen in syste­matischer Ordnung vorgeführt. Das Buch sei Aerzten und Heilungsuchenden bestens empfohlen, es ist ein vorzügliches Orientierungsmittel. Der Preis des sehr gut ausgestatteten Buches beträgt 2 Mk.

Vermischtes.

Eine merkwürdige Wohnung. Ein alter Jäger aus den kanadischen Hinterwäldern besitzt, wie ein englisches Blatt zu berichten weiß, eine merkwürdige Wohnung. Er entdeckte sie eines Tages auf der Jagd nach wilden Tieren. Es ist nichts mehr oder weniger als ein ausgehöhlter Baumstamm, den er am Boden liegend fand. In dieser sonderbaren Wohnung lebt er seit 30 Jahren. Wenn er zu Bett geht, kriecht er hinein, die Füße voran, indem er seine Flinte mit sich nimmt. An diesem gemütlichen Zu­fluchtsort ist er ganz sicher vor den Angriffen wilder Tiere; auch hat er sich hinreichend verproviantiert, nm eine lange Belagerung aushalten zu können.

Preisrätsel.

Auf Unser Preisrätsel waren bis zum festgesetzten letzten Termin, der für die Einsendung der Lösungen be­stimmt war,

699 Lösungen

eingegangen. Auf diese verteilten sich die

10 Preise

folgendermaßen:

1. Fürst Bismarck, Kopie des bekannten Lenbach'schen Porträts, in Rahmen, gewann

Herr Dr. Heuser in Gießen-

2. Melonenessende Knaben, Kopie nach dem Ge­mälde von Murillo in Rahmen, gewann

Herr E Schaub in Gießen-

3. St- Hubertus, von Maximilian Liebenwein, Bild in Rahmen, gewann

Fräulein Meusezahl in Gießen.

4. Acht Novellen von Heiberg, geb-, gewann Herr Theodor G e r l a ch in Krofdorf.

5. Apotheker Heinrich von Heiberg, geb-, gewann Herr Kämpfe in Lauterbach

6. PrinzHeinrichsWeltumseglung von Derboeck, geb., gewann

Herr Georg Neurath in Kleinlinden.

7. Trotzkopfs Ehe von Wildhagen, geb-, gewann Fräulein Kuder in Gießen.

8. Vor 500 Jahren von Halden, geb-, gewann Fräulein Frida Michel in Gießen.

7. Trotz ko pfs Brautzeit, von Rhoden, geb-, gewann Fräulein Theodore Schirmer in Gießen.

10. Die Flüchtlinge von Kiautschou, von Neu­mann, gewann

Herr Heinrich Ohly in Gießen.

Die Gewinne können gegen Vorzeigung der Abonne- mentsquittung für den Monat Oktober in unserer Expedition in Empfang genommen werden.

Auflösung des Preisrätsels,

a. b.

1. Salm Halm

2. Angel Engel

3. Wiese Riese

4. Nase - Base

5. Gaul Saul

6. Fisch - Tisch

7. Post Most

8. Ostern Astern

9. Hagel Nagel

10. Uhr She­

ll. Hase Base

12. Bier Eier

13. Degen Rege« Herbstmanöver.

Redaktion: Curt Vlato. Rotationsdruck und Bcrlaa der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.