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Weihnachtsbücher.
Die Verbreitung der Tierwelt von Dr. W. Kobelt. Mit etwa 12 Tafeln in Farben- und Schwarzdruck, sowie zahlreichen Textabbildungen. Vollständig in 12 Lieferungen zu je IchO Mk. Verlag von Chr. Herrn. Tauchnitz, Leipzig. Obwohl unsere zoologische Litteratur eine Reihe von Werken aufzuweisen hat, in denen bei der verschiedenartigsten Stoffanordnung die Gesamtheit unserer Tierwelt, sei es in wissenschaftlicher, sei es in populärer Form, behandelt wird, so bewegen sich doch alle diese Bücher mehr oder minder in dem Rahmen einer Naturgeschichte. Mit dieser Art der Tarstellung hat das vorliegende Buch des durch seine vielseitigen zoologischen Arbeiten weithin bekannten Verfassers nichts gemein. Es wird hier vielmehr versucht, in einer bei aller wissenschaftlichen Exaktheit für Laien verständlichen Form zum ersten Male eine Tiergeographie zu schaffen, die berufen sein dürfte, den Werken der oben angedeuteten Richtung als Ergänzung zu dienen. Dr. Kobelt sieht also nicht etwa seine Aufgabe darin, die einzelnen Spezies in mehr oder minder ausführlicher Weise zu beschreiben oder ihr Zusammenleben zu schildern, er will vielmehr in der Hauptsache die Resultate seiner auf ernsten Studien beruhenden wissenschaftlichen Forschungen einem größeren Publikum vorzulegen. In erster Linie will er den Beweis erbringen, daß unsere heutige Tierwelt nicht das Produkt einer einmaligen Schöpfung oder eines einzigen Entwickelungsganges ist, sondern daß sich dieselbe aus einer Reihe verschiedener Bestandteile zufammensetzt, die aus ganz verschiedenen geologischen Perioden stammen. Ferner beabsichtigt der Verfasser nachzuweisen, daß die heutige Verteilung der Lebewesen auf der Erde durchaus nicht allein von den physikalischen Verhältnissen der gegenwärtigen Periode abhängt, sondern daß gerade als die wichtigsten Grenzlinien solche angesehen werden müssen, die uns aus der Tertiär zeit überkommen sind. Er schildert deshalb in der ersten Abteilung die Verbreitung der Tierwelt durch die gemäßigte Zone der Alten wie der Neuen Welt und erörtert dabei die wichtigsten er d a es chichtli ch en Probleme, bei welchen namentlich auch der ehemalige Zusammenhang beider Welten eingehend betrachtet wird. Die zweite Abteilung behandelt den Kampf der Tierwelt mit ihrem Hauptfeinde, dem Winter, durch Vorratsammeln, Winterschlaf oder Wanderung. Dem Vogelzug sind mehrere Kapitel gewidmet. Die dritte Abteilung enthält eine Reihe Essays über einzelne Fragen: Höhlentiere, Relikten, namentlich auch über das Verhältnis der Tiere zum Menschen; giftige, schädliche, Jagd- und Haustiere re. Acht, nach Aquarellen Aug. Spechts hergestellte Chromotafeln, mehrere Tafeln in Schwarzdruck, sowie zahlreiche, meist ebenfalls von Spechts Meisterhand herrührende Textillustrationen bilden den künstlerischen Schmuck des Buches, das ein Weihnachtsgeschenk ersten Ranges ist.
Waldwinter. Roman von P aul Keller. Mit Bildern von Paul Brockmüller, brosch. 4 Mk., gebd. 5 Mk. Allg. Verl.-Ges. München. Ter Verfasser hat sich mit zwei Novellenbänden „Gold und Myrrhe", die bei der Kritik eine geradezu glänzende Aufnahme gefunden haben, in der litterarischen Welt aufs beste eingeführt, und alle an diesen Novellen gerühmten Vorzüge seiner Erzählungskunst finden sich vereinigt im „Waldwinter". Wir empfehlen den Roman allen, denen es um gute, reine, dabei fesselnde Lektüre zu thun ist, allen denen, die gern lachen, aber auch an den Erschütterungen der Menschenseele nicht interesselos vorübergehen, allen denen, die aus dem engen winterlichen Heim wenigstens im Geiste einmal in den verschneiten Wald und auf die Höhen des vereisten, gigantischen Riesengebirges wandern wollen, aufs wärmste.
Erzählungen von Hans Eschelbach. Mit Bildern von A. Sieberath, I. Schönbrunner, R. Rucktäschcl und I. van Taak. Brosch 4 Mk., gebd. 5 Mk. Allg. Berl.-Ges. München. Hans Eschelbach der sich, mit seinen Gedichten „Waldwuchs" und „Sommersänge" tief in das Herz deS Volkes gesungen hat und heute zu den beliebtesten Lyrikern Deutschlands gehört, zeigt in diesen Erzählungen, daß er die Wünschelrute des echten Künstlers besitzt, die alles in
Gold verwandelt. Er, der dem Volksleben die leisesten Herzschläge abgelauscht, kennt die Charakterzüge des Volkes und weiß sie in prächtiger' Lebenswahrheit dem Leser vorzuführen. Wie jedes echte Volksbuch können die Novellen Eschelbachs, von arm und reich, von jung und alt mit gleichem Genüsse gelesen werden; möchten sie bald zum eisernen Bestände jeder Bibliothek gehören.
Friede den Hütten! Roman von M. von Eckensteen. Mit Bildern von R. Mauff. Brosch. 4 Mk., gebt 5 Mk. Allg. Verlags-Ges. München. Diesem Roman der bekannten Schriftstellerin wurde von der „D Lit.-Ges.", die im Frühjahr 1901 ein Preisausschreiben für drei Romane erlassen hatte, einstimmig der erste Preis im Betrage von 5000 Mk. zuerkannt. Vor allem ist der Roman ein echt künstlerisch ausgeführter Problemroman, der aber auch alle Vorzüge eines spannenden Gesellschaftsromans besitzt.
Leibeigen. Historischer Roman von A d. I o s. C ü p p e rs. Mit Bildern von Ph il. Schnm acher. Brosch 4 Mk., geb. 5 Mk. Ad. Jos. Cüppers entrollt in diesem feinem neuesten Romane ein überaus bewegtes und fesselndes Bild einer glücklicherweise hinter uns liegenden Zeit. Er fuhrt uns in den Ausgang des 18. Jahrhunderts, in jene Zeit, wo der Bauer sich noch vielfach in schmählicher innerer und äußerer Abhängigkeit von einem allmächtigen Gutsherrn befand, und läßt in den Schicksalen eines aus dem freien Leben der Fremde in die heimische Knechtschaft zuruckgekehrten jungen $ entern die empörenden Zustände jener Tage lebendig werden. Tie Sprache ist, wie immer bet Cuppers, fein und anschaulich, die Tarstellung von packender Realistik, die Führung der Handlung sicher und zielbewußt. Er halt den Leser in steter Spannung bis zu dem alle Dissonanzen friedlich auflösenden Schlüsse. Wir sind überzeugt, keiner wird das eigenartige Buch ohne innere Befrtedtgung aus der Hand legen. (Allg. Verl.-Ges. München,)
„Aus dem Reiche des Haschisch! von Hektor France. Geh. 1 Mk., gebd. 2 Mk. Verlag von Moewtg und Höffner, Dresden. Kraftvolle, in leuchtenden Farben gehaltene Sittenbilder aus Algerien schildert uns der französische Dichter, der selbst lange Zeit als Offizier der Spahls in reichem Maße Gelegenheit hatte, sich mit bem eigenartigen Liebes- und Sinnenleben der arabischen Volksstämme vertraut zu machen, 'vortrefflich weiß France den Gegensatz zwischen der religiösen und sittlichen Weltan schaumig der Söhne Mohameds und der Unserigen hervorzuheben sodaß das Werk schon hierdurch em Gegenstand des lebhaften Interesses werden muß. Wir können das Buch bestens empfehlen.
Allgemeiner Beliebtheit 'erfreut sich der von der bekannten Firma Mey & Edlich in Leipzig-Plagwitz hergestellte Abreiß-Kaleuder, und zwar nut vollem Rechte, da Ausstattung und Inhalt desselben gleich vortresflA sind. Tie Tagesblättchen enthalten aus der Vorderseite. Monats namen?Tatum, protestantische und katholische Namens- und Feiertage, Auf- und Untergangszeiten der Som e und des Mondes, Mondwechsel, Angabe von Ebbe undFlut, ^denk- taae rc und bieten außerdem genügend Raum für Nonzen. Auf der Rückseite befinden sich von berufener Hmtd sorg- fältigst ausgewählte Sinn- und Dichtersprüche. Der u h & Edlich'sche Kalender bildet nicht nur einen prächtigen ZimmeM)muck, sondern erweist sich auch als äußerst praktisch, für jedes Bureau und Kondor.
Kreuz charade.
(Nachdruck verboten.)
1—4 liegt im italischen Land, Ist auch als spanischer Feldherr bekannt 3-4 bekannt als deutscher Poet.
- Für 1—3—4 dankt des Armen Gebet, 1—4 sah preußischen Heldenmut, 2—4 kennt jeder Chemiker gut.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Redaktion: Curt Plato. — Rotationsdruck und Verlag der. Bpühl'schen Universitäts-Buch- und Cteindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


