Ausgabe 
6.9.1902
 
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verboten.

durch das schnell und

Kaktee» als Festungen

Nachdruck

ats yjctTtett|taDt eine große Bedeutung, die sich nac Ausführung der neuen Strecke noch fteigent dürfte.

Bei meiner Rückkehr zum Galerntunnel fand ich dort schon einen Streckenrevisionswagen auf mich warten, den der gefällige Direktor der Bahn gesandt hatte. In diesem' fuhren wir dann den 170 Kilometer langen Weg zum Stillen Ozean nach Callao zurück, getrieben eigene Gewicht des Wagens, welches denselben leicht hinabrollen ließ.

Eine berühmte Bergbahn.

Ein Mtnderwerk der JNgenieurknnst. Bon E. C. Rost.

,w Nach toeiteren 19 Kilometern Fahrt erreichen wir Matucaua, 2315 Meter über dem Meere. Der Ort dient als Luftkurort und wird von Äungenkeidenden viel besucht Hrer begrünt eine Wundervolle landschaftliche Szenerie, die der Bahn mrt zu ihrer Berühmtheit verholsen hat. Nirgends sonst findet man solche Blicke aus unheimliche, zerklüftete Berge, tote hier. Die Fährt geht bald vorwärts, bald' rück­wärts, über das Zrckzacksystem, denn die Lokomotive schiebt r ettte Sektion vor sich her bis zur Weiche,

dann die nächste Strecke hinauf re. Durch tief- dunkle Tunnels, über starke Eisenbrücken, dann am Ab-

dre, Bahn wurde von den bekannten Eisenbahnmagnaten Meigs und Tyorndike mit einem Gesamtkostenaufwand von 43 Millionen Dollars erbaut. Ta die Gesamtlänge der Strecke nur rund 220 Kilometer beträgt, so gehört sie tu den kostspieligsten, die je gebaut sind 9 ' 3

Ich hatte das Glück, die Gunst des Direktors zu er­langen, welcher mir in jeder Weise die Bereisung und das Studium der ihm unterstellten Linie erleichterte. Auf meinen verschiedenen Reisen wurde ich von dem Betriebschef der S-.recke, einem Nord-Amerikaner, begleitet, der leider ""ö em Auge bei einem Unglücksfall auf der verloren hat. Den Ausgangspunkt unserer Touren ^dete Änia, obwohl die Bahn bis zur parisischen Küste ^^dst nach Callao hinabfuhrt. Die Steigung beträgt etwa

Prozent, die Fahraeschwindigkeit, einschließlich Aufent­haltszetten, etwa 25 Kilometer pro Stunde. Ich ging daher PV einiger Besorgnis an die Reise heran wegen des schnellen Aufstiegs in die dünne Luft des Hochgebirges, da die Passagiere fast alle unter diesem plötzlichen Wechsel zu lecken haben.

Wenn Lima, die Königin der Städte am Stillen Ozean tu der Ferne unseren Blicken entschwindet, sehen wir nichts als niedrige Hügel, mit kümmerlicher Vegetation bedeckt die sich mdes auch schon nach wenigen Kilvknetern so voll- standtg verliert, daß kaum noch ein verkriippelter Kaktus von Zeit zu Zeit sichtbar wird. Diese niedrigen Hügel bilden die Korberge der Aiiden. Eine Fahrt von 53 Kilometern rlus nach Choica, 840 Meter über dem Meere. Hier S em größerer Bahnhof vorhanden, der als Ausweich- statlon dient. Die Bahn ist nämlich nur eingleisig gebaut, zahlreiche hübsche Landhäuser auf, die den !?°W°benden Mirgern von Lima als Sommersitz dienen. 22 Kilometer weiterer Fahrt bringen uns nach San Bar­tholoms, 1490 Meter hoch, das ebenfalls als Ausweich- station der sich begegnenden Züge dient.

Bon San Bartholoms beginnt unsere Zickzackfahrt über das hier von Henry Meiggs ausgeführte System der soge­nannten V-Weichen, durch welches vor alleni die kost­spieligen Schleifen und Umführungen um Bergabhänge ver­mieden werden sollten. Sieben Kilometer weiter treffen wir m einer Höhe von 1752 Meter über dem Meere auf die weltbekannte Agua de Berrugas-Brücke, über das Thal gleichen Namens führend, die zu den Höchstliegenden Brücken V^^Welt gehört. Während des Baues derselben verloren I zahlreiche Arbeiter ihr Leben durch eine gefürchtete und stets tödlich verlaufende Krankheit, welche ebenfallsBer- | rugas" genannt wird. Sie wird durch bett Staub und die | Berggase verursacht, die gerade diesem Ort eigentümlich I

I ?a^Tt. dtel zlemlich bedeutende Brücken nach | 5^^orague, wo wir unter uns nicht weniger als fünf verschiedene Stücke der Bahnstrecke, die wir nach einander I Vvsstert haben, sehen. An diesem Orte be-

I findet sich ettte bedeutende Calriumearbidfabrik welcke den I sUr ^ethylengasdarstellung unentbehrlichen Rohstoff aus o-,V mpeu aoer- reichlich vorhandenen Kalfftein fabriziert Tie

ragen, ist die berühmte Oroyabahn, offiziell Ferrvcarril ^?e,Station ist Aruri 122 Kilometer von Callao ent-

Central des Peru. Es ist eine amerikanische Gründung: '.und 3075 Meter über dem Meere. Hier finden tvir

'---j - 9 1 em werteres Beispiel für die zahlreichen Schwierigkei en

mit denen man beim Bau der Bahn zu kämpfen hatte und wegen deren siegreicher Ueberwindung sie berühmt dNi bekannten Doppeltunnel. Dieser bildet ein Glied des V-Weichensystems; die Züge fahren in den unteren Tunnel, von der Maschine vorwärts gedrückt, ein und werden nach Passieren der Weiche aus dem oberen Tunnel herausgezogen. Drei Kilometer weiter kommen wir zu der alten Minenstadt San Mateo, in deren Nähe die Jnfier- nillo-(Höllen-)Brücke eine Eiserrbrücke, zwischen zwei Tunnels über eine wilde Hochgebirgsschlucht führend einen hochromantischen Blick auf den tief im Thale dahin- brausenden Nemae-Fluß gewährt.

Die weitere Fahrt führt uns, 141 Kilometer von der Küste, nach Chicla, ebenfalls eine Minenstadt, 3870 Meter über dem Meere. 24 Kilometer weiter gelangen wir nach Casapalca, 4148 Meter über dem Meere, wo eine nord- amerikanische Gesellschaft Silbergewinnungsanlagen bo. treibt. Hier hält das Soroche, das von allen Bergsteigern mit Recht so gefürchtete UeBel der Atembeschwerden in­folge der dünnen Hochgebirgsluft, die allermeisten Reisen­den vor weiterer Fahrt zurück. Nur wer gegen das Verg­äbet gefeit ist und das sind nur die Gebirgsbewohner , , selbst oder sehr viel Willenskraft besitzt, kann die Weiterreise versuchen, die noch ein ganz bedeutendes Stück bergauf führt. Andernfalls muß man mit dem Aufenthalt in dem sehr primitiven Hotel des Ortes vorlieb nehmen, oder aber sich der Gastfreundschaft des Direktors der er­wähnten Silberwerke versichern.

Bon Casapalca aus haben wir noch 17,6 Kilometer bis zum Galeratuunel, dem höchsten Punkt der Bahn und gleichzeitig höchsten Punkt überhaupt, der bisher von einer Eisenbahn erreicht wurde. Ter Tutmel hat eine Länge von 2,4 Kilometer; das Wasser, welches aus seiner östlichen Mündung fließt, nimmt seinen Weg zum atlantischen Ozean, während das aus der westlichen Mündung ausfließende dem Stillen Ozean zustrebt. An der Wasserscheide des Tunnels befinden ivir uns 4777 Meter über unserem Aus­gangspunkt, d. h. annähernd so hoch als unsere höchsten Alpengipfel. Hier befinden wir uns schon in der Region des ewigen Eises. Bon dieser Stelle an sind es noch 51' Kilometer bis zum Endpunkt der Bahn, Oroya, das nur 3714 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Diese letztere Strecke bietet weniger Interessantes als die am West- abhang des Gebirges', indes ist auch hier der Bergbau­betrieb ein recht bedeutender und lohnender.

Won Oroya aus ist eine Verlängerung der Linie bis , , Eerro de Paseo, das etwa 1800 Meter höher liegt, ge- sind. Es wird erzählt, daß ein Mann an der Krankheit I £tmtt uud schon fertig vermessen. Dieser Ort hat ebenfalls starb, nachdem er die Brücke nur ein einziges Mal vassiert ats Minenstadt eine große Bedeutung, die sich nach der hatte. Es mag an dieser Stelle bemerkt werdet!, daß die """"" «»**»

^fttben eine Menge der verschiedensten Mineralien in sich bergen und daß das Wort Ampen in ber In dian er sprach e, aus ber es entstammt, nichts anderes bedeutet, als KUpfer- berge. r'

In den Ländern, in welchen der Kaktus wächst, haben zahlreiche Tiere augenscheinlich erkannt, daß diese stachelige Pflanze ihnen in Zeiten der Gefahr als Zufluchtsort banne mrä Tuu um Z1US ! dienen kann. In San Gabriel (Kalifornien) pflanzten,

b?s tu d e depen fast setikrechte Wände wie Charles F. Holder im Seiend Am. mitteilt, die alten

aier ebrsür,bin!e? JL9Clt sch eilten, ergreift jeben Passa- Missionare eine Hecke von Fackeldisteln um ihre Besitzung, And imfLnb^9 feute 8^ er I um dieselbe vor räuberischen Indianern zu schützen. Reste

Stellet^roße der Natur an dieser I dieser Hecken sind als interessante Reliquien der Vergangen- um sie Anden muß man selbst sehen, I heit noch anzutreffen. Eine solche Gruppe stachelbedeckter

* Jt zu begreifen, Hinter Matueana führt uns I Pflanzen müßte eigentlich als ber wenigst geeignete Zn-

(Nachbruck verboten.)

Die einzige Eisenbahn der Erde, die zu Höhen empov steigt, welche noch die höchsten Gipfel der Alpen über-