Mittwoch den 6. August.
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(Nachdruck verboten.)
Miß Cookson aus New-York.
Von Heinrich! Lee.
(Fortsetzung.)
Herwarty klemmte sein Monocle tn® Auge. FuDoiletten- sachen war er, anders wie sonst die Männer, Kenner. Auch Has war einer seiner Vorzüge, den Ottilie an ihm würdigte. Sie verstanden sich eben in allem.
„Dreh Dich mal nm! — Wie eine english girl siehst Du aus. Nun machst Dü die dumme Mode auch mit. Die Mode ohne Hüften."
„Man kann sich nicht ausschließen."
Sie merkte, daß er kein Interesse mehr für das Kleid' hätte, daß eine Wolke auf seiner Stirn stand, daß er zerstreut war.
„Tu hast Aergernis gehabt?"
„Ja."
Er warf sich zwanglos auf ein Sofa, tfi n cf ctt iz
Er beichtete. Er hatte Aussicht auf einen Posten in Petersburg gehabt. Nun wurde wahrscheinlich nichts dürUs. Ein Anderer, der bessere Konnexionen hatte, würde ihm 'vorgezogen.
Ottilie wurde ein wenig, blaß.
„Nach! Petersburg? Aber davon hast Tu mir, hast Du Uns nie etwas gesagt!"
„Wozu, denn auch! Tu siehst doch!, es war nur eine Einbildung von mir."
„Und Tu hättest uns verlassen können?"
„Aber liebe Otti", erwiderte er ungeduldig, indem er Mistend, „da muß doch aber die Freundschäft schweigen. Hier handelt es sich doch um meine Karriere, und Pele t. «bürg ist erste Kiasfe. Nun, also Schwamm darüber — ein anderes Mal. Tl'ue mit den Gefallen und sprich nicht mehr davon."
Seine Karriere!
Sie haßte diese Karriere. Immer stand sie zwischen ihnen beiden — wie ein Gespenst.
Er bekam seine gute Laune wieder.
„Nun, sei nicht böse. Latz Dich! noch mal betrachten. Sehr gut siehst Du aus. Meinen Urlaub! kann ich also jeden Tag antreten. Wann soll denn nun die Reise losgehen?"
„Hermann denkt — heute über drei Wochen."
„Tann haben wir Mitte August. Ist auch gut so. Mann hüben wir noch! den halben September. Dann hat sich her Schwarm ti erlaufen. Herbert — er meinte den Fürsten Bismarck — Und Köller kommen dann auch hin."
Unter dem Schwarm verstand er das Badegäsie-Gros. Ter Geheimrat hatte ihn manchmal wegen seiner Exklst- sivitäts-Passion zum Bosten. Immer fühlte er sich als Aristokrat. ' ' -
„Wir werden übrigens Gesellschaft haben", sagt«!
Ottilie.
„Gesellschaft? — Wen?"
„Nur eine alte Freundin von mir. Eine Freundin Volk meiner PensionKzeit her. Sie har sich bei mir angemeldet =3 auf Besuch. Eine Amerikanerin."
„Das hüt gefehlt." £ .
„Du brauchst Dich nicht zu ängstigen. Sie wird keine Ansprüche an Dich erheben."
„Womöglich! eine Tollürmilltonärin?"
Ottilie erinnerte sich! an ihr. Versprechen.
„Das nicht", sagte sie.
Damit war der Gast aus Amerika erledigt.
Tann begab' Man sich zum Geheimrat hinüber, plan« 6erte noch! über dies und das, kam üuf ein Reiterfest in der Kaserne der Garde-Ulanen zu sprechen, düs in den nächsten Tagen stattfand, und zu dem Herwarth für Ottilie eine Karte mitbesorgen wollte, und endlich nach der ge* wohnten halben Stunde verabschiedete er sicht um nach der Kanzlei zu fuhren.
„Otti", rief der Geheimrat Ottilien nach, als sie im Begriff stand, das Zimmer zu verlassen.
„Du wünschest?"
„Setze Dich einmal zu mir hierher, mir gegenüber."-
Kr beugte sich über seinen Rollstuhl und zog einest Sessel heran.
Ottilie nahm Platz,
„Ich! hätte etwas mit Dir zu besprechen", begann er mit einem eigentümlich zärtlichen, halb väterlichen Ton, „ich hätte es schon längst thun können, ich könnte auch noch danrit warten. Kurz, ob- es nun jetzt ist, ob ein anderes! Mal. Es handelt sich! unr Dich! und Herwürth. Ihr habt Euch! lieb. Hätten Euch! die äußeren Verhältnisse nicht getrennt, so hättest Du eben nicht mich geheiratet, sonderst
ihn."
„Aber ich bitte Dich —"
Er ließ ihr keine Zeit, Und in demselben Tone fuhr ct fort 2
„Das ist doch nun ganz selbstverständlich Otti, und nicht wahr, darüber wollen wir nicht streiten. Ich müßte doch ein Narr sein, wenn ich. Dir das auch nur im Geringsten Übel nehmen könnte. Ich denke und hoffe, daß Du mich genast kennst. Ich hübe Dir nur von ganzem Herzen, von ganzer Seele dankbar zu sein. Dankbar für Deine Nachsicht, dankbar für Deine Entsagung, dankbar für alle Opfer, dr-e DU mir bringst. Und dankbar auch!, Otto, dafür, daß ich .allA Vertrauen zu Dir haben darf. Du bist Dir wahrscheinlich nicht einmal darüber klar, daß Tu ihn lieb hast, mcht nur als Deinen Verwandten — nein, als Mann. Und wär ich es auch selber, der Dir das jetzt zum Bewußtsein bringt, so weih ich! doch daß ich. Dir, so lange ich am Leben b M auch! fernerhin in gleichem Maße vertrauen darf, ivie bi^ her, daß meine Ehre in Deinen Kunden den suAnstM Schutz hgt. So lange ich am Heben bin, Cttt. Und manch«


