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Unser Garten im Oktober.
Nachdruck verboten.
©er Oktober ist der Erntemonat/ Alles Obst muß von den Bäumen herunter und hübsch sortiert in die Ueberwinterungsräume wandern. Diese sind vorher aus-- zuschweseln. Es sind Obstmadenfallen in Gestalt der bekannten Jnsektensanggürtel oder in Gestalt von Lappen und wollenen Tüchern, die als Unterschlupf für die auskriechenden Raupen hingelegt werden, unterzubringen. Es ist für frische Luft, kühle Lust und mäßig feuchte Lust zu sorgen. Es ist in der ersten Zeit besonders nrst dem Schwefel- faden durch die Obsträume zu wandern, damit die mit dem Obst eingebrachten Pilzsporen möglichst wenig Lebens- sreudigkeit entwickeln können. Unsere Obstbäume sind abzukratzen und zu kalken, Raupenleimringe zu legen und wo sie von Ungeziefer befallen wurden, ist ein Anstrich von Schwefelkalium von ganz besonderem Wert. Ich komme aus den Anstrich mit Schwefelkalium in einem anderen Artikel noch eingehender zurück. Das Düngen der Obst- bäume ist fortzusetzen, das AusliLten der Kronen hat zu
„Wie, Sie sind es, Gräfin, die mein erstes Mld besitzen?"
„Wenn Sie gestatten, ja, mein lieber Meister. Ich hatte es vor einem Jahr durch die Vermittelung des Herrn von Sempach gekauft. Hat er es Ihnen nicht gesagt?"
„Nein, Franz hat in meiner Gegenwart Ihren Namen •nie ausgesprochen."
„Ich begegnete ihm damals faft jeden Abend in Gesellschaften oder in der Oper ... Er hat mir oft von Ihnen und von Ihren Erfolgen erzählt. Ich äußerte ihm meinen Wunsch, eines Ihrer Gemälde zu besitzen, und er hat es dann in meinem Namen, ich glaube, bei Schulte, gekauft."
„Ja, ja, dem hatte ich es berfauft."
Dann fuhr sie mit ernsterem Tone, mit einem Auslug von Traurigkeit weiter fort: „Gerade infolge dieses kleinen Kaufes entwickelte sich für mich ein regerer Verkehr mit Herrn von Sempach. So dienten Sie uns höchst unschuldigerweise als Mittel- und Bindeglied. Er kam zu mir, um mir die Antwort Schultes zrr überbringen. Ich empfing ihn in diesem Atelier, das ich gerade damals begann einzurichten. Ta ich ihn als einen Mann von Geschmack kannte, erbat ich seinen Rat. Er erteilte ihn mir mit Freuden, und so entspann sich zwischen uns eine Art Intimität, anfangs rein künstlerischer Art--zu
seinem Unglück."
„Zu seinem Unglück?" -
„Gewiß, glauben Sie denn, ich hätte ihm Glück gebracht? Wenn er heute eines Verbrechens angeklagt im Kerker sitzt, bin ich nicht die Ursache? In jedem anderen Falle — wenn ich nicht, gewesen wäre, ohne die Diskretion, die er mir schuldet, wäre es ihm da nicht leicht geworden, anzugeben, wie er Stunde nur Stunde, Minute nm Minute jenes Abends, an dem das Verbrechen begangen wurde, verbracht hatte?"
Sie schwieg eine Weile und begann dann von neuem, ihre Stimme noch mehr gedämpft:
„Ich hätte wirklich behaupten können, daß ich einen Unfall, eine Katastrophe vorausgeahnt. Ich wollte nicht wieder jenes Haus in Friedenau betreten. Den letzten Wend, den wir beisammen waren, hatte ich ihn angefleht, unsere Zusammenkünfte einzustellen und mich aufzugeben."
„Ah! Deshalb also kam er so fieberhaft aufgeregt nach Hause! Seinem Bedienten war es nämlich ausgefallen, und, vom Untersuchungsrichter gezwungen, mußte er das auch aussagen."
„Was wohl wieder einen .Beweis mehr gegen ihn ausmachen wird", fügte sie bei. „Sein Kummer und Schmerz, dessen Ursache ich gewesen bin, bedeuteten für den Richter Selbstvorwürfe und Gewissensbisse über das begangene Verbrechen. — Und die kleine Wunde am Finger — ein neuer Beweis. Mchts einfacher aber zu erklären als das: Ich wollte fortgehen, und sagte ihm, daß ich nicht mehr wiederkäme. Er aber beschwor mich und hielt mich zurück. Ich machte eine Bewegung, um mich loszumachen, und dabei ritzte ihn die Nadel meiner Brosche, die ich am Halse trug, den Finger."
(Fortsetzung folgt.)
beginnen. An den Formbäumen ist der Schnitt jetzt end- giltig durchzusühren. Stachelbeer- und Johannisbeersträucher sind von dürren und absterbenden Zweigen zu befreien, zu düngen und um sie herum ist der Boden ganz gehörig zu graben. Himbeersträucher müssen geschnitten werden, wo es bislang nicht geschah. Erdbeerbeete sind zu lockern, mit kurzem, verrottetem Mist zu bedecken.
Tie Herbsttage bieten vorzügliche Gelegenheit, um den Quecken und anderem Unkraut im Garten Abbruch zu thun, indem man den Boden mit einer Grabgabel gräbt und das Unkraut aus dem Boden herausschüttelt.
Im Gemüsegarten richtet sich die Ernte wesentlich nach dem Wetter. Bleibt letzteres gut, d. h. frostfrei, so kann saft alles noch im Boden bleiben. Sobald jedoch der erste stärkere Frost über die Felder gezogen ist, wird es ernst auch mit dem Einheimsen der Gemüse im Garten und Feld. Arn empfindlichsten ist Kardy. Weißkohl, Blumenkohl rmd Sellerie vertragen nicht mehr wie 3 Grad Kälte. Gebundene Endivien erfrieren schnell, während ungebundene viel vertragen. Rettich, rote Rüben und Futterrunkeln sind ebenfalls empfindlich.
Gegen Ende des Monats beginnt das Einheimsen der harten Sachen, also von Rotkraut, Kohlrabi, Kohlrüben Möhren. Von Schwarzwurzeln, Haferwurzeln, Pastinake. Cichorie, Porree nnd Petersilie bringt man erst soviel in Sicherheit, als man in den ersten Monaten bedarf.
Es werden zu Ende des Monats Karotten ausgesäek. Wintergemüse: Kohl, Salat, Wirsing gepflairzt. Jung» Blumenkohlpflarizen setzt man irr Töpfe rmd überwintert sie in Mistbeetkästen, oder in kühleri Häusern. Für di« Gemüse soll man lieber kleinere Gruben und mehr machen als große und wenige. Hoher Blätterkohl ist nicht ganz winterfest und wird eingeschlägen. Niedriger braucht keinen Anschlag. Auch Rosenkohl bringt keine Sorge.
Tie wärmeren Zimmerpflarrzen, die Palmen, Tracaenen, stehen bereits an ihrem Platz im Zimnrer, die Bitteren haben sich bislang noch im Freien, an frostgeschützten ©teK'-n aufgehalten, was ihnen sehr wertvoll war. Doch müssen auch sie jetzt in die Winterquartiere. Canna-Kuollen werden herausgegraben und ihre Stiele handhoch über deut Boden abgeschnitten. Bei Knvllenbegonien machen wir eS ebenso. Die Ballen dieser Pflanzen müssen einige Tag» abtrocknen und bann dicht an dicht in flache Kisten kommen. Die Tahlienknollen sind ohne Ballen auszuheben, ebenso geht es mit den Knollen der Gladiolen. Auch die Mont- bretien sind nicht immer winterhart. Man wird einige herausheben, andere mit Laub und Dung zudecken, nachdem das abgefrorene Laub heruntergeschnitten ist. Die Stellen, an denen Lilien stehen, auf denen empfindlichere Stauden untergebracht sind, können auch einen kleinen Schutz aus Laub erhalten.
Alpenveilchen und Primel blühen im Zimmer. Kühler Stand, frei von Zugluft entwickelt bei beiden die Knospen am besten.
Hyaeinthen, Tulpen, Crocus stehen im kühlen Raum« und sollen nur stetig, aber mäßig feucht gehalten werden. Treiberdbeeren werden im Mistbeetkasten niedergelegt. Treibrosen und andere Treibsträucher können im kühlen Keller oder kühlen Zimmer Ausstellung finden.
Die Erdhaufen sind umzusetzen und mit Dünger zu vermischen. Alles brachliegende Land ist umzugraben. Heb er au sollen unsere Augen und Hände sein, um zur rechten Zeit die Arbeft fertigzustellen, dem Frost eirrmal zu entreißen, was ihm entrissen werden kann, zum andern ihn aber austzuuützen, soweit er auszunutzen ist.
I. C. Schmidt, Erfurt.
Vermischtes.
Die höchste Geschwindigkeit der Personenzüg« soll nach einem Bundesrats-Beschlusse, wie mitgeteilt, auf 100 Kilometer gebracht werden, um so die Möglichkeit zu bieten, Zugverspätungen auf günstigen Strecken wieder auszugleichen und damit die Sicherheit des Betriebes durch Einhalten der Fahrzeit zu erhöhen. Recht zeitgemäß erscheint daher eine Arbeit des Dr. Kuntzemüller in der Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen, in welcher der gegenwärtige Stand der Höchst-Fahrgeschwindigkeit auf deutschen Eisenbahnen dargelegt wird. Danach wird in Preußen auf der Strecke Wittenberge-Hamburg nut 85 Km. die höchste Geschwindigkeit erreicht, während die längste aufenthaltlos


