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Ueber Geiser mid Geiserausbrüche?)
(Nachdruck verboten.)
Zu den interessantesten Wundern, welche die rastlos schassenden Naturkräfte auf unserem Planeten hervorgebracht haben, gehören jene Springquellen, die besonders auf der Insel Island, auf Neu-Seeland und im Yellowstone-Park in Nordamerika angetroffen werden: die Geiser.
Aus Neuseeland kommt .eben jetzt die Nachricht, daß auf der nördlichen Insel, im Geisergebiet, nahe bei der Station Roturua, eine der größten dortigen heißen Springquellen, der Geiser W a i m a n p u, einen furchtbaren, explosionsartigen Ausbruch siedender Wasfermassen gehabt hat. Mit gewaltigem Donnergetöse entlud sich plötzlich, der riesenhaften Spannkraft der im Innern des Geiserkessels entwickelten Dämpfe nachgebend, aus dem vordem ruhigen Geiserbecken eine nahezu 300 Meter hohe Wassersäule, Steine Und Erdmassen mit in die Luft reißend. Dieses Ereignis, über das nähere Angaben abgewartet werden müssen, cr- weckt aufs neue das Interesse für jene eigenartigen Natur- fpiele, die nächst den Vulkanen am besten dafür Zugnis ablegen, daß im Tiefinnern des Planeten, den wir bewohnen, eine außerordentlich hohe Temperatur herrscht.
Es dürfte von Interesse sein, dieses Geiserphänomen näher zu betrachten.
Tie Geiser sind riesige Springbrunnen heißen Wassers, die ihre dampfenden und zischenden Strahlen in längeren oder kürzeren Zwischenpausen mit starkem Getöse in die Lust schleudern. Zumeist kommen die Wassermassen aus Sinterbecken heraus, Gesteinsbetten, die das stark mineralhaltige Wasser der Geiser selbst erzmgt hat.
Ter Ausbruch eines Geisers darf zu den merkwürdigsten und großartigsten Naturspielen gerechnet werden. Giebt es doch unter diesen heißenn Riesen-Fontänen solche, die breite Wassersäulen bis M mehreren Hundert Fuß Höhe emporschießen lassen, deren dumpfrollenden Donner man weithin hören kann, und die große Steine mit in die Lust zu schleudern vermögen, wie ja die ganz besonders h'estige Explosion des Waimanpu auf Neuseeland jetzt wieder gezeigt hat.
Tas Eigenartigste der Erscheinung ist die Regelmäßigkeit, das Periodische dieser Wassereruptionen. Einige Geiser springen in Zwischenräumen von Tagen, andere von Stunden; ein kleiner Geiser im Yellowstone-Park wird von den Amerikanern „Fünf-Minuten-Mann" genannt, weil er mit bewunderungswürdiger Pünktlichkeit alle 5 Minuten seine Wassersäule ausstößt. Unterirdisches Getöse kündigt die Nähe des Geiser-Ausbruches an; das Wasser schwillt im Becken, es schlägt Wellen und wallt auf, große Tampfblasen erheben sich und gleich darauf schießt ein gewaltiger Wasserstrahl mit Dampf vermischt in die Luft; während er noch in feinen weißen Staub aufgelöst, ins Becken zurückfällt, folgt ein zweiter, ein dritter noch mächtigerer Strahl nach; riesige Dampfwolken wälzen sich dahin und verhüllen zum Teil das großartige Schauspiel der aufsteigenden Wasserstrahlen, bis nach wenigen Minuten wieder Ruhe eingekehrt ist. Tann liegt das vorher gefüllte Becken leer vor demBeschauer Und in der Tiefe des Steigrohrs erscheint das Wasser klar Und still wie in einem Brunnen, bis nach bestimmter Zeit das Wasser wieder steigt und das Spiel von neuem beginnt.
Tie Erklärung dieser eigenartigen Naturerscheinung bietet den Geologen und Physikern manche Schwierigkeit; im allgemeinen erklärt sich aber die Thätigkeit der Geiser aus den nachstehend geschilderten natürlichen Verhältnissen. Bon der Oberfläche des Geisers, die durch das Sinterbecken gebildet wird, führt ein natürlicher Kanal, das sogenannte Geiserrohr hinab in die Erde. Dieses Geiserrohr ist mit Wasser gefüllt, das von unten, also durchs vulkanische Wärmequellen im Innern der Erde erwärpit wird.
Ueber die Natur dieser Wärmequellen wissen wir heute
*) Wir entnehmen diesen Artikel dem neuen Pracht- Werk Weltall und Menschheit, Geschichte der Erforschung der Natur und der Verwertung der Naturkräfte, herausgegeben von Hans Kraemer in Verbindung mit hervorragenden Fachmännern. Preis der Lieferung 60 Pfg. '(Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin-Leipzig). Unter den zahlreichen farbigen Beilagen, die das Werk enthält, befindet sich auch eine große, nach einem neuen System der Darstellung angefertigte färbige Klappentafel, die das AeUßere und Innere der Geiser NAch den neuesten For^ schungen zeigt.
noch wenig zu sagen; es ist nichjt notwendig, daß es sich hier u m glühend flüssige Massen handelt, es kann das Gestein, in dem jene unterirdischen Wassermassen eingebettet sind und in dem sie erwärmt werden, auch durchaus fest sein und trotzdem außerordentliche Hitzegrade haben.
Der Siedepunkt, d. h. der Wärmegrad, bei dem eine Flüssigkeit, z. B. das Wasser, aus dem flüssigen in den aas- bezw. dampfförmigen Zustand übergeht, hängt von heul Druck ab, der auf der Flüssigkeit lastet. Unter Narwalen Verhältnissen, z. B. in der Tiefebene, siedet Wasser, wie allgemein bekannt ist, Lei 100 Grad C., auf Bergen von der Höhe des Mont Blanc dagegen so viel leichter, daß die Verdampfung bereits bei einer Temperatur von 85 Gräd C. beginnt, während andererseits der Siedepunkt des Wassers in einem tiefen Schacht erst bei einer Temperatur, die IM Grad C. weit übersteigt, erreicht wird, weil der stärkere Luftdruck die Verdampfung aufhält. Ganz ähnliche Ursachen liegen nun den heißen Springquellen zu Grunde, Genaue Messungen haben ergeben, daß das Wasser der Geiser viel heißer ist als 100 Grad C., ohne daß es siedet und Dampf bildet, und zwar lediglich weil die m der Tiefe des Geisers' liegenden heißen Wasfermassen durck) den starken Truck, den die im Geiserrohr stehende Wassersäule auf sie ausübt, am Sieden bezw. an der Verdampfung gehindert werden. e t
Ter Truck im Innern des Geifers wird aber dadurch vermindert, daß nach und nach ein Teil des im Geiserrohr befindlichen Wassers durch die Erhitzung leichter wird, nach oben steigt und an der Oberfläche des Geisers aus- tritt. Tas nunmehr von dem starken Druck befreite Wasser im Innern des Geisers, das weit über den Siedepunkt erhitzt ist, fängt plötzlich an heftig zu sieden und bildet Dampf, dieser Dampf sucht nach oben zu entweichen, wird aber von dem Wasser im Geiserrohr daran gehindert, das wie ein Pfropfen den Weg des Dampfes versperrt. Noch reicht der Druck des Dampfes nicht hin, um diese Wasser- mafse, die ihm im Wege ist, auszustoßen, nachdem aber oben genügend Wasser ausgetreten ist, der Druck von oben also noch mehr verringert ist, sodaß es zu einer stärkeren Dampfentwicklung kommen kann, schleudert der Dampf mit kräftigem Druck die Wassersäule, die ihm den Ausgang versperrt, heraus, (wie bei der Dampfmaschine den Kolben aus dem Cylinder). Nachdem die Wasfermassen ausgeworfen sind, fließen sie langsam wieder aus dem Sinterbecken in das Geiserrohr zurück, und der Vorgang wiederholt sich immer aufs neue in derselben Weise. ,
Im Yellowstone Nationalpark in Nordamerika wird p das regelmäßige Spiel der Geiser jährlich von vielen Reisenden bewundert, und seit Jahrzehnten, vielleicht seit Jahrhunderten, senden diese natiirlichen Springbrunnen ihre Wasserstrahlen in die Luft. Auf Neuseeland waschen die Eingeborenen ihre Wäsche im Geiserbecken, Uiid machen auch sonst von dieser billigen Zentralheizung ausgedehnten Gebrauch. Hoffentlich gelingt es, die Ursachen des plötzlichen großartigen Ausbruches des Wainanpu zu ermitteln, denn es iü vorgekommen, daß große Geiser nach einer abnorüren Eriiption lange Zeit, oft Jahre hindurch, versiegten.
Von leuchtenden Lindwürmern
hat wohl noch kein Leser etwas vernommen, außer in Gespenstergeschichten, durch welche sich niemand die nächtliche Ruhe und den gefunden Schlaf stören laßt, weil jedweder weiß, daß sie in das Reich der Fabel gehören.
wird deshalb mancher erst zweifelnd oder gar unwillig und mit Entrüstung sein Haupt schütteln, wenn ich als ernsthaft denkender Mann (der noch nie an austzefpreene Eidechsen, Frösche und Schlangen geglaubt hat) es für geboten erachte, hiermit von meiner Begegnung mit leuchtenden Lindwürmern zu erzählen, und die Gelehrten, die etwa diesen Bericht lesen und die es noch besser wissen müssen, als ich, aufzufordern, mir recht zu geben. Ich muß freilich dabei mit dem Geständnis beginnen, daß ich als naturwissenschaftlicher Dilettant mir den in den Aügen der Allgemeinheit als häretisch geltenden Standpunkt angewöhnt habe, me unseren Planeten bevölkernden Lebewesen nicht in egoism- scher Weise nach den Größenverhältnissen des tuerMlichen Leibes zu bemessen, sondern mich unter völliger Entäußerung meiner selbst zu jedem in seine besondere Welt hinein zu versetzen und es mit den Augen des uneigennützigen und parteilosen Zuschauers zu betrachten. &enn was die


