Ausgabe 
3.1.1902
 
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von schwarzer Farbe sind, und, von jeder Seite aus gesehen, perspektivisch in der Gestalt gleichseitiger Dreiecke er­scheinen. Ern Kegel allein bedeutet, daß Weststurm, beide Kegel, mit den Grundflächen einander entgegengekehrt, daß Oststurm zu erwarten ist; durch andere Zusammen­stellungen werden die übrigen möglichen Windrichtungen Markiert.

Bekanntlich wehen die Winde in unseren Breiten nicht aus einer Richtung, und haben, besonders wenn sie nur Teile eines gewaltigen Cyklons sind, die Neigung, sich irr der einen oder in der entgegengesetzten Richtung der Windrose zu drehen. Um dies zu markieren, dienen die Flaggen, und zwar bedeutet eine Flagge, daß die Drehung des Windes im Sinne des Uhrzeigers oder der Kaffee­mühle, also von West über Nordwest, Nord, Nordost, Ost usw. erfolgen wird, während zwei Flaggen übereinander hem Schiffer sagen, daß die Drehung im umgekehrten Sinne, also von West nach Südwest, Süd, Südost, .Ost usw. vor sich gehen wird. Bei Nacht tritt an Stelle aller Signale die rote Laterne.

Stationen zweiter Klasse signalisieren nur mittels Balls joder Laterne an einfacher Stange; sie befinden sich nur dort, wo nur Küstenschiffahrt und Seaelfischerei in Betracht kommen, und die interessierte Bevölkerung den Inhalt des Wettertelegramms in dem an der Station angebrachf- ten Telegraphenkasten lesen kann, womit dem lokalen Be­dürfnis auch vollkommen genügt wird- Außerdem sind sämtliche Stationen mit den zur Wetterbeobachtung not­wendigen Instrumenten, Tifferenzialthermometer, Baro­meter, Regenmesser und dergleichen versehen, und es Haben , die an den Signalstationen angestellten Beamten natürlich die Pflicht, die Anzeigen der Instrumente in regel­mäßigen Intervallen aufzuzeichnen und das gesammelte Material der Seewarte einzusenden.

3« noch ausgiebigerer Weise ist natürlich für die Hafenstädte und dse Stationen am Eingang der großen Ströme gesorgt, welche regelmäßig, auch wenn keine Wetterstörungen drohen, nachmittags nach 2 Uhr einen Wetterbericht erhalten, der sich auch in den Abend-Aus- gaben der größeren Zeitungen des Binnenlandes findet.

Die ganze segensreiche Einrichtung, welche alljährlich unsäglich viel Unheil verhütet, wäre in diesem Umfange unausführbar gewesen ohne das außerordentliche Ent­gegenkommen der Reichstelegraphenverwaltung, welche nicht nur sämtliche Wettertelegramme, die Warnungen sowohl als namentlich die täglich früh eingehenden, welche die Beobachtungen der Stationen enthalten und die täglichen, daraufhin entworfenen Prognosen ohne Entgelt befördert, sondern auch dafür Sorge trägt, daß täglich früh zwischen ßi/2 und 9 Uhr die notwendigen Leitungen für die Wetter­telegraphie verfiigbar sind. Um 9 Uhr morgens liegt das Material, wie es eine Stunde vorher auf den 28 Stationen Deutschlands und einer langen Reihe englischer, nieder­ländischer, belgischer, französischer, österreichischer, russischer und skandinavischer Stationen ausgenommen wurde, Learbeitungsreif in den Bureaus der Seewarte, von wo dann erforderlichenfalls binnen kurzem die Küsten gewarnt wer­den, während die eigentliche Wetterprognose für den nächsten Tag eingehender bearbeitet wird, umsomehr als es ja auch mit ihr nicht so eilt.

Die Sturmwarnungen erheben natürlich nicht den An­spruch auf mathematische Gewißheit. Ein von Westen über den Atlantischen Ozean auf den Scilly-Jnseln eintreffender Sturm kann, bis er die deutschen Nordsee- oder Ostseeküsten erreicht, beträchtlich abflauen oder weil das Minimum eine andere Richtung nimmt, die gewarnten Gegenden nicht mit aller Wucht treffen. Im allgemeinen ist aber die Sicher­heit der Prognosen fortwährend gestiegen, sodaß unsere Küstenbevölkerung ihnen die höchste Beachtung schenkt. Wenn uns die Amerikaner, namentlich in den West- und Zentral­staaten, noch um einiges über sind, so liegt das nicht an der größeren Erfahrung der dortigen Meteorologen, sondern an den geographischen Verhältnissen; denn während dort der ganze, Kontinent in seiner Breite von 500 deutschen; Meilen mit einem dichten Netz von Stationen bedeckt ist, liegt westwärts von Europa der fast insellose Atlantische Ozean, von dem her die Mehrzahl der Stürme kommt. Die in Aussicht genommene Erweiterung des aus West­frankreich und Irland (Ben Newis) stammenden telegraphi­

schem Materials Wirtz hierin eine bedeutende Besserung bringen. Weit wünschenswerter wäre es freilich, wenn auch die Wetteraimaben der Azoren, Kapverden, der Bermudas Labradors, Südgrönlands, Islands und der Far-Oers in den Kreis der täglichen Berechnungen gezogen werden könnten.

So viel ist aber gewiß, daß die eben vollendete Neu­regelung des Sturmwarnungsdienstes einen wesentlichen Fortschritt bedeutet. Die Benachrichtigungen kommen int Vergleich mit früher etwa 3 bis 4 Stunden zeitiger an Ort und Stelle, was manchem Schiffe Gelegenheit bietet/ rechtzeitig den schützenden Hafen anzulausen.

Gäbe es ein Mittel, den Wettercharakter auf der insel­losen Fläche des Atlantischen Ozeans rechtzeitig mit Sichere beit zu erfahren, so wäre allerdings noch viel mehr erreiche bar; denn dann könnte man Prognosen mit ziemlicher Sicher- beit auch iguf mehrere Tage stellen, was zurzeit nur zu den Ausnahmen gehört.

Praktische Winke zur Ernährung und Pflege der Kinder in gesunden und kranken Tagen"

von Dr. F. Theodor, Kinderarzt. Berlin, Hugo Steinitzi Verlag.

Vor kaum einem Jahre konnten wir die erste Auflage dieses Werkes allen Müttern warm empfehlen, und nun er^ scheint dasselbe in stark vergrößertem Maßstabe, aber zu demselben Preise von 2 Mark als Nachfchlagebuch für Mütter« Nicht nur der erste Teil, der die Pflege des gesunden Kindes trefflich und vollständig umfaßt, ist erweitert, sondern auch her zweite Teil, und zwar derart, daß fast für alle Krank-, heften, die die Gemüter der Mütter erregen könnten, das notwendigste zur Verhütung und zur Bekämpfung angegeben wird, bevor der Arzt kommt; denn nicht ersetzen soll das Werk den Arzt, sondern ihm seine Arbeit erleichtern, sodaß die Mütter für seine Anordnungen das nötige Verständnis entgegenbringen. Mit der UeberschristIst die Kinder­heilkunde ein Spezialfach oder nicht?" führt sich der Ver­fasser in der Vorrede zur zweiten Auflage als Spezialist trefflich ein. Besonders möchten wir die Ammenfrage, als deren Gegner der Verfasser sich ausweist, hervorheben, ferner die genauen Regeln für die künstliche Ernährung. Der Körperpflege, Haut- und Mundpflege, der Kleidung und Wohnung ist durchgreifend gedacht, dabei dem jetzt so ver-, pönten Korsett sein Recht, soweit es die Gesundheit zuläßt/ gelassen. Der zweite Teil bringt vor allem Verhütungs­maßregeln für Entstehung der Krankheiten, sodann die Be­handlung, soweit sie die hygienischen und diätetischen Maßq regeln umfaßt. Besonders hervorgehoben zu werden ver­dienen die genauen Angaben über Kostregeln für jedes Alter, ferner zwei Einlagen, betreffend die Ernährung und Pflege: 1. bei Skrophulosenbehanolung zu Hause, 2. bei Skrophulofenbehandlung von Kindern, die die Schule dabei besuchen müssen. Daß Verfasser ein energischer Anhänger der Heilserumfiage 6et Diphteritis ist, entnehmen wir gleich­falls aus seinem Werke. Recht interessant und lehrreich ist hauptsächlich die sachliche und jedenfalls sehr beruhigende Auffassung zwischen Skrophulose und Tuberkulose.

Magisches Quadrat.

(Nachdruck verboten.)

1. Vogel.

2. Stand.

3. Werkzeug.

4. Vorname.

In die Felder vorstehenden Quadrates sind die Buchstaben AAA, BB, D, EBBE, I, LLLL, R derart einzntragen, daß die vier wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend sind und Wörter von der beigefügten Bedeutung bilden. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung der Charade in vor. Nr.: Neujahr.

Auflösung des Kreuzätsels in voriger Nummer-

Ra se

--Nase, Riegel, Riese, Nagel, Segel. Nie gel

Redaktion: E. Burkhar dt. Rotationsdruck und Verlag der Vrübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.