Ausgabe 
2.8.1902
 
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KreuzerIrene" bei den Philippinen

18961899.

Auf Grund authentischer Tagebuch-Notizen gießt Kapi­tänleutnant Pohl jetzt in derMarine-Rundschau" eine an­schauliche Schilderung der Thätigkeit des KreuzersIrene" in den Gewässcrir der Philippinen 1896 bis 1899 bekannt. Es ist während des Aufenthaltes der deutschen Kriegsschiffe in den philippinischen Gewässern so viel Unrichtiges über ihre damalige Zweckbestimmung und Thätigkeit seitens der ausländischen Presse in die Welt gesetzt worden, heißt es in jenem Artikel, daß es sich Wohl lohnt, die Thätigkeit des am meisten angefeindeten SchiffesIrene" zu schildern und durch einfache Erzählung ihres Wirkens die Grund­losigkeit dieser Nachrichten nachzuweisen.

Am Morgen des ersten Weihnachtstages 1896 traf Irene" zum ersten Male in Manila ein, mit dem Chef der Kreuzerdivision, Kontreadmiral Tirpitz, an Bord. Diese Reise hatte den Zweck einer persönlichen Orientierung seitens des Divisivnschefs über die Lage in Manila. Es erwies sich, daß der Aufenthalt eines Kriegsschiffes auf der Rhede von Manila nicht unbedingt nötig wäre, und so ging Irene" am 3. Januar 1897 wieder nach Hongkong. Erst im nächsten Jahre, nach Ausbruch! des spanisch-amerikani­schen Krieges, und zwar am 6. Mai 1898, trafIrene" wieder vor Manila ein. Beim Passieren des amerikanischen Geschwaders wurde das Kommandozeichen Deweys salutiert und mit. dem letzten Schuß die amerikanische Hymne von der Musik gespielt. Der wohl ein wenig unmusikalische spanische Lotse hielt diese Hymne für den spanischen Krö- uungsmarsch und erzählte dies mit den üblichen Uebertrei- tmngen in Manila. _ Die Folge war eine plötzliche Begeiste­rung für alles Deutsche, und der Kommandant erhielt von den Freiwilligen in Jlo-Jlo ein überschwengliches Tele­gramm, in welchem sie ihn für diesympathische Demon­stration" dankten. Das Telegramm wurde natürlich auch unter den Amerikanern bekannt und machte unter denen, die den richtigen Sachverhalt nicht kannten, viel böses Blut. Dewey lachte darüber, da er selbst das Spielen der Hymne gehört hatte. Zweifellos ist dieses Vorkommnis der erste Anlaß gewesen, den deutschen Kriegsschiffen spa­nische Sympathien nachzusagen, hauptsächlich genährt von den Spaniern und fremden Residenten der Philippinen. Am 9. Mai trafCormoran" in Manila ein. Die in den Zei­tungen erscheinenden Gerüchte, daß Prinz Heinrich mit sieben deutschen Schiffen zum Entsätze Manilas herbeieile, daßIrene" undCormoran" beim ersten Schuß auf die Stadt Deweys Schiffe in den Grund bohren sollten, ließen merken, daß irgendwelchen Nichtdeutschen daran gelegen sein mußte, solche Gerüchte in die Welt zu setzen. Natürlich nahmen dieselben auch den Weg zu den Amerikanern und legten, den Samen zu einer allmählich wachsenden Anti­pathie bei den nicht denkenden Soldaten.

Am 13. Mai machten jüngere Offiziere des Schiffes rn Zivillleidung einen Ritt in die äußere Vorpostenlinie, um die Verteidigungsstellungen der Spanier zu besichtigen. Ein Manilablatt, das immer die neuesten und die Ameri­kaner kränkenden Gerüchte über die Deutschen brachte, schrieb, der Kommandant habe bei diesem Ritt eine Rede gehalten, in welcher er betont habe, daß Deutschland an der Seite Spaniens gegen die Amerikaner kämpfen werde. Der Kom­mandant hatte an dem Ausflug gar nicht teilgenommen, und Reden wurden nicht gehalten. Am 6. Juni traf der 1400 Mann starke Ablösustgstransport fürIrene" nnd Cormoran" ein. Die Amerikaner kamen auf das Höflichste dem Ersuchen des Kommandanten, den Dampfer durch die Blockadelinie zu lassen, entgegen. Der Admiral bot sogar noch Prähme als Transportmittel und die Benutzung der besser geschützten Bucht von Cavite, wo seine Schiffe lagen, an. Tas Eintreffen des Dampfers wurde natürlich für neue A'^chle benutzt. Die Erzählung, daß der kleine ameri- kanriche ZollkreuzerMeCalloch" durch scharfe Schüsse zum Beidrehen gezwungen wurde, ist ebenfalls unwahr. Der Kveuzer hatte dieIrene" gefragt, ob sie nichts von dem seit einigen Tagen überfälligen amerikanischen KreUzerBal­timore^' gesehen habe. Im Juni passierte beim Verlassen der drba-BuchtIrene" die amerikanischen KreuzerRa- leigh undConcord", welche klar zum Gefecht gemacht hatten und nachher Island Grande zur Uebergabe zwangen. Dieser Vorfall gab zu der Nachsicht Anlaß,daß dieJrene"

vor den amenkanischeu Kreuzern die Anker gelck,kippt und Has Weite gesucht habe". Vom 8. Juni bis 6. November warIrene" von Manila abwesend. Nach der Wiederkehr ging dasselbe Manöver wieder los. Kurz bevor am 4. Februar 1899 die Feindseligkeiten zwischen den Amerikanern und Philippinern ausbrachen, war noch das aufregende Gerücht in die Welt gesetzt worden, daß man auf der Irene" große Waffenseudungen für die Philippiner ent­deckt und deswegen das Schiffin Arrest gelegt und mit einer Wache von 100 Amerikanern besetzt habe". Zum Schluß heißt es: Während des Aufenthaltes derJrenck4 in Manila hoben die Offiziere des Schiffes mit fast allen Offiziersmessen der amerikanischen Schiffe Besuche aus!- sgetanscht. Admiral Tewey hatte den deutschen Schiffen während ihrer Anwesenheit auf der Rhede von Manila die Ausnutzung der von Australien für seine Schiffe ein« getroffenen Fleischs-Dampfer in höflichster Weise, angeboten/ bei dem Mangel an Fleisch und Eis eine nicht genug an­zuerkennend e Liebenswürdigkeit. Alle die großen Schwin­del- und Sensationsnachrichten sind also int deutschfeindlichen Lager fabriziert.

Vermischtes.

Zur Naturgeschichte unserer Kücheuseeu. Hausfrau: Liese, ich habe gestern gesehen, daß Sie auchnen Schatz haben. Was ist denn Ihr Zukünftiger?" Liese:Das kann ich doch nicht wissen, Madame; mein jetziger ish Droschkenkutscher". Von zwei telephonisch miteinander verbundenen Familien ladet die eine die andere auf den nächsten Sonntag zum Abendessen ein. Die eingetabene Familie ist gerade abwesend und wird durch- das Dienst­mädchen vertreten. Ihre prompte Antwort lautet:Näch­sten Sonntag kann unsere Herrschaft nicht, da hab' ich! Aus­gehetag!"Auguste, ich sehe oft einen Soldaten bei Dir in der Küche; das kann gefährlich werden."Ach nein, gnädige Frau, er legt ja seinen Säbel immer gleich ab." Dame (^um neu eingetretenen Dienstmädchen) r Anna, ich gehe setzt in's Theater und werde wahrschein­lich spät nach Hause kommen!" Anna:O bitte, gnädige Frau brauchen sich nicht bei mir entschuldigen!"Weißt Du, was mir an Deiner Vorgängerin am besten gefalleu hat, das war der große Ernst, der sie nie verließ !" sagte eine Dame zu ihrem neuen Dienstmädchen.Ach", er­widerte dieses,meiner ist auch groß und wird mich nicht verlassen, aber er heißt Heinrich!" Dame zur Köchin, die am Tage vorher eine Landpartie mitgemacht hat, auf deren zahllose Mückenstiche deutend:Da sehen Sie nur, Bertha, die Folgen einer Landpartie. Die Insekten haben Sie ja förmlich zerfressen." Köchin (selbstbewußt):'Es sind die schlechtesten Früchte nicht, woran die Wespen nagen." Hausherr (der frühstücken will, zum Dienst- mädchen):Sie haben das Brot vergessen." (Sie bringt es.)Aber ich muß bitten, mirs künftig nicht in der Hand, sondern auf dem Teller zu bringen. Beachten Sie das und nun besorgen Sie meine Stiefeln." Mädchen r Soll ich die auch aufnem Teller bringen?" Haus­frau:Anna, warum haben Sie denn ine Kartoffeln so furchtbar jdick geschält?" Köchin:Ja, Madame, wer kann für Passionen? Das ist die meinige." Junge Haus­frau (scherzend):Du hast die Suppe schon wieder ver­salzen, Pepi; Du bist gewiß verliebt!" PepirWer ich bitt'! Der gnädige Herr guckt mich ja gar nicht an!'4

Duadrat-Arithmogriph

1|2|3|4|2|5|6

Sind die Worte

(Nachdruck verboten.)

Werden die Ziffern durch Buchstaben ersetzt, so entstehen sieben Worte von folgender Bedeutung;

1. englische Grafschaft;

2. Alpenpaß;

8. hessische Stadt;

4. europäisches Königreich;

5. französische Stadt;

6. befestigter Ort;

7, russisches Schlachtfeld.

richtig gefunden, so nennt das immer auf der

9 |10| 8 111|11| 8 | 1

8 111 5 | 6 |12| 1113

2 | 8 | 5 | 8 |12| 1 )11 4 | 8 |11|14|15| 11 9 16|15|5|14|12|16|12

Spitze stehende Quadrat eine Ruhezeit.

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Merkrätsels in vor. Nr.r Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

Redaktion: Curt Plato. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch Erben) in Gießen.