324 -t
Redaktion: I. V..- R. Dittmann. — Rotationsdruck und Verlag der Br ü h l'schen UniversitiitS-Buch. und Eteindruckerri (Pietsch Erben) in Gießen.
weichen, d. h. kohlenstoffarmen FlußeisenS im Martinofen einaeschmolzen, dann mit Nickel und den übrigen Bestandteilen legiert und in Form eines starken Blockes gegossen. Dieser wird dann in einem besonderen Ofen Wieder auf die nötige Wärme gebracht und darauf mittels lehr starker hydraulischer Schmiedepressen (Preßdruck fünf Millionen Kilogramm und mehr) zu einer starken Platte vor- geschmiedet. Ist dies geschehen, so wird die Platte zu kinem kräftigen Walzwerk geschafft und hier auf die erforderliche Stärke fertig ausgowalzt. Die Walzen haben Linen Durchmesser von 0,9 Meter oder mehr und sind im stände, in Verbindung mit einer der vorerwähnten Schmiedepressen vier große Platten täglich zu verarbeiten, vorausgesetzt, daß alle modernen Hilfsvorrichtungen für die leichte Hantierung (Krahne usw.) der enorm schweren Arbeitsstücke vorgesehen sind. Danach erfolgt zunächst ein vorläufiges Zuschneiden auf annähernd die gewünschten Maße, und es werden Proben des Materials untersucht, um das Vorhandensein der erforderlichen Festigkeitseigen- schaften festzustellen.
Nachdem die Platte so vorgerichtet ist, stellt sie noch einen durch und durch homogenen Eisenkörper dar, welcher nun erst mit einer härteren Decke zu versehen ist, die die austreffenden Geschosse zum Zerschellen bringt. Dies geschieht durch einen Zementierprozeß, durch welchen die Oberfläche ber Platte durch Zuführung von Kohlenstoss tn Stahl verwandelt wird. Für die Ausführung dieses Prozesses sind mehrere Verfahren bekannt. Das älteste derselben, von Harvey angegeben, arbeitet mit Holz- oder Knochenkohle und zwar in der Regel wie folgt:
Zwei Platten werden so einander gegenüber gestellt, daß ein Zwischenraum von einigen Zentimetern zwischen den zu härtenden Stirnflächen vorhanden ist. Dieser wird mit Kohlenstaub angefüllt, und dann das ganze etwa 14 Tage lang auf eine Temperatur von 1200 Grad erhitzt. Dabei nehmen die oberen Schichten der Platten Kohlenstoff auf und erlangen dadurch eine größere Härte als das weich bleibende Mckelslußeisen der übrigen Plattenteile. Sehr wichtig ist hierbei der Umstand, daß die harte Oberschicht nach der Tiefe der Platte zu allmählig in weicheres Material übergeht, weil dadurch ein Abspringen der Decke beim Auftrcffen von Geschossen verhindert wird.
Die verschiedenen, diesem Verfahren noch anhaftenden Mängel — hohe Erhitzungstemperatur, geringe Dicke der Härteschichit (5 bis 15 Millimeter), Unhomogenität derselben — zeitigten größtenteils die Einführung der Zementierung durch Kohlenwasserstoffgase (Leuchtgas). Hierbei werden gleichfalls zwei Platten zugleich behandelt; der Zwischenraum zwischen denselben, der etwa 250 Millimeter beträgt, wird durch eine Asbesthülle verschlossen und nach Erhitzen auf Rotglut das Gas eingeführt. Die hohe Temperatur bewirkt dann eine Abscheidung von Kohlenstoff aus dem Gase, der infolge seiner äußeret feinen Verteilung eilte sehr gleichmäßige Zementierung der Oberflächenschichten bewirkt. Der ganze Prozeß nimmt wesentlich kürzere Zeit in Anspruch als das Harveyversahren und läßt die Härtung tiefer eindringen (bis zu 40 und 50 Millimeter).
In neuester Zeit hat sich Bentou Knott Famison in Philadelphia eine Abänderung dieses Verfahrens patentieren lassen, die daraus beruht, daß die stark erhitzte Platte mit der Stirnfläche in eine Härteflüssigkeit getaucht wird, die bei der Berührung mit der heißen Platte Kohlenwasserstoffgase ausscheidet. Diese wirken dann in gleicher Weise wie oben angedeutet. Das Härten einer Platte bis auf 45 Millimeter Tiefe soll bei diesem Prozeß etwa 80 bis 40 Minuten in Anspruch nehmen. Die Rückseite der Platte wird dabei durch Auflegen stark erhitzter Eisenplatten genügend warm gehalten. Ob das Verfahren wirklich Resultate ergiebt, die es befähigen, mit der Kohlung durch Leuchtgas in erfolgreichen Wettbewerb zu treten, müssen wir vorerst noch dahingestellt sein lassen.
Nach der Kohlung der Deckschichten- nach einem der genannten Prozesse mutz durch Ausglühen usw. stets ein Vergüten der Platten erfolgen, um der zementierten Stahlschicht, welche ein ziemlich grobkristallinisches Gefüge aufweift, eine feinere Struktur zu geben. Hiernach erhält nunmehr erst die Platte die endgiltige Form durch Biegen mittels hydraulischer Pressen und wird vollständig fertig bearbeitet, bevor durch Abschrecken (Besprengen mittels
starker Brausen) die oberste Schale glashart gehörtet wird. Auch bei dieser Abschreckung mutz darauf gesehen werden» daß die Härtung nach der Diese zu allmählich verläuft. Diese Härtung verursacht namentlich bei stärker gekrümmten Platten ziemliche Schwierigkeiten; es treten sehr leicht Risse auf und die Platten verziehen sich. Daher mutz bet Fornten, bei denen diese Erscheinungen in stärkerem Maße auftteten, vom Abschrecken der Oberfläche überhaupt abgesehen werden.
Als letzte Operation folgt zum Schluß noch das Ab- schleifen der Oberfläche mittels schnell rotierender Schmira gelscheiben. Hierdurch erhält die Platte eine glatte Außenfläche, welche alle auch nur etwas schräg auftreffeudeu Geschosse ohne weiteres abprallen läßt?
GsMsinnMziges.
Rationelle Gurkenzucht nach besonderem Verfahren. Bei der Gurkenzucht spricht der mehr oder weniger warme Sommer ein gewichtiges Wort mit. In kalten Sommern gedeihen die Gurken weniger gut als in warmen. Es muß daher die Aufgabe jedes Gurkenzüchters sein, daß er seine Gurkenbeete möglichst unabhängig von der Witterung anlegt. Diese Aufgabe kann bestehen in einer besonderen Art der Düngung, sie kann aber auch bestehen in einer besonderen Pflege im Laufe des Sommers. In Nr. 5 des „Erfurter Führer int Gartenbau" beschreibt ein Gurkenzüchter, der 15 Jahre hindurch mit gleichem Erfolge Gurken baute, seine Zucht von Beginn an auf das Eingehendste. Die Düngung, die Aussaat des Samens, die spätere Behandlung der Gurken, werden so eingehend behandelt, daß jeder, selbst derjenige, der noch niemals Gurken baute, sich vollständig danach richten kann. Da diese Art der Gurkenkultur besonders für kleinere Gärten geeignet ist, so möchten wir denjenigen, die sich ihre Gurken selber ziehen wollen, empfehlen, sich oie Nr. 5, welche unseren Abonnenten kostenfrei zugeschickt wird, vom Geschäftsamt des „Erfurter Führer im Gartenbau", Erfurt, kommen zu lassen.
Der falsche Mehltau oder die Bl-attfallkrankheit des Weinstockes. Diese verheerende Krankheit ist den meisten Weingutsbesitzern nur zu gut bekannt oder sollte es wenigstens da sejn, wo sie einmal heftig ausgetreten und nicht allein die Ernte, sondern auch die Reben geschädigt hat.
Diese Voraussetzung trifft leider nicht oder nur teilweise zu, wie z. B. an vielen Orten Deutschlands die Unterlassung der behördlicherseits angeordneten Bekämpfungsmaßregeln zur Genüge beweist. Mancher Winzer will sich trotz des Schadens nicht von der Gefährlichkeit der Blattfallkrankheit überzeugen, viele Besitzer von Spalierreben an Hauswänden kennen diese Krankheit überhaupt nicht, wie die alljährlich an die Redaktion des „Praktischen Wegweisers", Würzburg, eingesandten, vom Mehltau befallenen Blätter und Trauben bestätigen, die mit der Bitte um Aufklärung über die Ursache dieser Erscheinungen an uns gelangen.
Es dürfte deshalb von allgemeinem Interesse sein, über die Herkunft und Verbreitung der Krankheit, über! die äußeren Erscheinungen und Ursachen derselben, Formen und Lebensbedingnn'gen des die Krankheit verursachenden Pilzes, seinen Einfluß auf die Rebe und deren Produkt und schließlich über seine Bekämpfung etwas zu hören.
Mit der Kenntnis dieser Umstände und Thatsachen wird auch das Vorurteil gegen die Schutzmatzregel, speziell gegen das Bespritzen der Reben, schwinden. Der „Praktische Wegweiser", Würzburg, bringt deshalb in Nr. 19 und 20 ausführliche illustrierte Abhandlungen über die Blattfallkrankheit und stellt Interessenten diese Nummern unentgeltlich auf Wunsch zur Verfügung.
Geheimschrift.
Die Buchstabenreihen sind in Gruppen zu zerlegen, die sich durch Einfügung passender Vokale zu sinngemäßen Wörtern bilden lassen.
Drmnschblbtmmrmnsch Wschdwsnsgn
Nj dmltrwrddsstbsschwchrshn Dnstmplnrthrhttrgn.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung der Schachaufgabe in vor. Nr.: W. Kb2, Lai, e4, Sc8, g5, Be5, £2, g3, h4.
Schw. Ke5, De8, Th2, hG, LdL
1. Kb2-b8, beliebig. — L. Vierfach matt.


